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Wo lassen Sie denken Où laissez-vous penser? Rent a brain...
Ich kann nicht glauben, daß ich wieder hier bin. An dem Ort, von dem ich immer geträumt habe, an den ich immer gedacht habe. Daß ich alle meine Freunde wiedersehe. Menschen, die ich sehr gern habe. Als hätte jemand die Zeit zurückgedreht, als ginge ich zurück in meinem Leben, was man ja nicht tun soll. Man soll sich vorwärts bewegen. Aber darum ist es wie ein Traum, unglaublich. Man sagt doch, die Zeiten ändern sich, nichts kann so sein, wie es einmal war. Hattest du mit einem Menschen eine gute Zeit, wenn man glücklich war... - irgendwann ist alles vorbei, es bleiben dir nur die Erinnerungen. Aber jedesmal, wenn ich zurückkehre, wird alles wieder wahr. Die Vergangenheit wird zur Gegenwart, und die Zukunft bleibt offen, voller Träume und Hoffnungen. Die kleinsten, die alltäglichen Dinge machen mich glücklich. In Berlin erhält mich dieser Traum von Israel am Leben. Nun sitze ich abends vorm Dining-Room, rede mit den Leuten. Ich genieße die Arbeit, das Essen, das Umherlaufen im Kibbutz, das Nichtstun. Ich lebe in einem Film. Ich fühle mich high 24 Stunden am Tag. Und doch ist es anders, diesmal. Ich habe mehr Zeit für mich. Ich sitze abends und schreibe, ohne Angst, ich bin frei, bin ich... Nach Petra fahren, das war ein Traum. Ich konnte es nicht glauben. Es war schön, faszinierend, überwältigend, unvorstellbar... Ich versuche es zu beschreiben, aber man muß es erlebt haben. Das Gefühl in dieser engen Schlucht, diesem endlosen Nadelöhr und so hoch, daß man nur einen schmalen Streifen Himmel sieht, als würden sich die Felswände über einem schließen. Petra schimmert in allen Rottönen, Gold, Kupfer, Seide... Dann die Überraschung am Ende, oder ist es der Anfang, der Eingang nach Petra. Die Schlucht öffnet sich, du erblickst die Fassade eines Tempels, herausgearbeitet aus dem roten Gestein. Wir sind stundenlang in diesem Tal umhergelaufen, ich habe alles in mich eingesogen. Als ob das Zeitgefühl schwindet. Und jeder ging für sich allein. Am Ende des Tals sind wir einen Berg hinaufgeklettert. Es war heiß. Beduinenkinder liefen uns nach. Sie wollten uns Steine verkaufen. Wir gaben ihnen Wasser und wurden ihre Freunde. In Amman hatte uns ein Taxifahrer eingeladen, zu türkischem Kaffee im Kreise seiner Familie. Er sei, erzählte der Vierzigjährige in gebrochenem Englisch, einst palästinensischer Polizist gewesen und vor Jahren aus "Palästina" nach Jordanien gekommen. Ein anderer hatte in Deutschland gearbeitet, wir unterhielten uns auf Deutsch, und so konnte ich den Preis um einige Dinar runterhandeln. Berge sind unglaublich. Aus dem Gipfel war ein Tempel gewachsen. Wir staunten und lernten fliegen... Es war so still dort oben und so weit...
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