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Wo lassen Sie denken Où laissez-vous penser? Rent a brain...
Der 'kuckuck' und dessen Heilsbotschaft: "Das 'Projekt Yishmael' versteht sich auf toranischer Grundlage als bescheidenen Fürsprecher einer deutsch-israelischen Achse, um die sich der Islam dreht. (...) Die zugleich konzipierte Islamisierung Deutschlands zielt auf einen revolutionären Islam ab, der - über sich aufgeklärt - seine vorislamischen Grundlagen neu entdeckt hat. (...) Deutschland setzt seine Reichsgeschichte fort, indem es den genuinen Rassismus und Antisemitismus - via Beschneidung und Islamisierung - hinter sich läßt, darüber hinaus aber nun - als neue islamische Macht - die gesamte islamische Welt in diesem Prozeß initiativ befördert. (...)"
"Ein Fundamentalismus der Aufklärung.
Ein Islam, der sich auf die Torah besinnt. Ein Hebräertum, das seine
universellen Pflichten erinnert. Ein Deutschland, das daran teilnimmt. Ein
Land der Philosophen. kuckuck..." (feder 15/16)
Der Mann hat
Visionen...Von Bescheidenheit keine Spur. Das muß man erst einmal
verdauen. Es gilt, vorab Fronten zu klären.
Der
revolutionäre Islam, die islamische Welt wird "über sich
aufgeklärt" vom islamisierten Deutschland, gar vom 'kuckuck'. Da ist
er wieder, der abendländische, der aufgeklärte Aufklärer,
der dem Morgenland sagt, wo es lang geht.
"Im Namen des Vaters
(Judentum), des Sohnes (Christentum) und des Heiligen Geistes (Islam).
(...) "Die toranische Idee ist in der Tat alles andere als tolerant. Sie
postuliert eine Wahrheit, die neben sich keine andere duldet. Dies hat
seine Fragwürdigkeit und ist bedenkenswert; bedenkenswert wie alle
Wissenschaft, die nicht viele 'Wahrheiten' nebeneinander akzeptieren kann.
(...) Der Menschheit bleibt also genügend Zeit, ... den
Gesetzesgedanken noch einmal gründlich zu reflektieren. Niemand hat
die Wahrheit für sich gepachtet. Jeder Mensch unterliegt seinen
Irrtümern und Unzulänglichkeiten. Auch dies zu erkennen, ist, wie
gesagt, 'brahmanische Weisheit'." (feder 17/18)
Der 'kuckuck' legt
sich, ganz Demokrat, religiös nicht fest. Er umarmt, mit
"brahmanischer Weisheit", alle drei monotheistischen Religionen; mit
aufklärerischer Strenge schwebt er als moralischer Wegweiser über
den Dingen. Wenn er, auch hier ganz der Aufklärer, postuliert,
daß niemand die Wahrheit für sich gepachtet habe, relativiert er
in diesem Zuge natürlich auch den Wert der Torah. Nach jüdischem
(religiösem) Selbstverständnis ist die Torah gottgewollt und
gottgegeben, und es ist islamische Gewißheit, daß Allah der
Urheber des Koran sei. Es gibt nur einen Gott, es gibt nur eine Wahrheit!
Wenn Avram Kokhaviv sich mit aufklärerischem Eifer auf die Torah
beruft und sie wie eine Keule auf die gläubigen Juden, Moslems und
Christen niederfahren läßt, nimmt das schon absurde Züge
an. Da versucht der Vogel in seiner Hybris, dem Fisch das Fliegen
beizubringen.
Der 'kuckuck' ist ein demokratisches Medium der 48er,
der 1848er deutschen Demokraten und der Reformjuden. Trennung von Kirche
und Staat in einer Demokratie. Weg vom Diktat des Talmud. Ausübung der
Religion als Privatsache. Das ist doch nichts Neues. Doch der 'kuckuck'
setzt noch einen drauf: "Verflucht ist, wer Israel flucht. Das sollte
Ihnen wie jedem anderen Moslem stets gegenwärtig sein." (feder 21/22)
Wen wundert es da noch, daß der Avram Kokhaviv weder bei den
Juden, noch bei den Moslems viele Freunde findet.
"Wider den
heiligen Geist, Sakrileg, Verrat, Frevel" Gemach, gemach; wo Menschen
leben, gibt es Schwächen, Irrtümer, Widersprüche. Wie es im
"Land der Philosophen" zugeht, stelle ich mir etwa so vor: "...
die Erde aber war wüst und wirr, Finsternis lag über der Urflut,
und Gottes Geist schwebte über dem Wasser." (Genesis 1/2)
Der 'kuckuck' wirft dem Judentum vor, die Torah auf den Kopf gestellt zu haben. Die Frage sei erlaubt, ob er aus der Position des gläubigen Hebräers oder der des deutschen "Aufklärers" zu dieser Erkenntnis gelangt ist. Es gehört zu den Stärken des Herausgebers, daß er keine Antworten schuldig bleibt. So schreibt er in der feder 23/24: "Während das erste, das zerbrochene Gesetz einfach und klar für wissende, dankbare, erwachsen gewordene Menschen gedacht war, besteht das zweite - nachfrevlerische (!) - Gesetz vor allem aus einer Vielzahl ritueller Vorschriften, die wie eine Bestrafung anmuten. (...) Ismael und Israel brauchen weder Tempel, noch König, noch Priester. Ein geprüftes Torahwissen wird dies bestätigen."
Saint-Exupéry gibt darauf die Antwort: "Und ich habe nicht gesehen,
daß Menschen durch Argumente der Logiker verändert worden
wären; ich habe nicht gesehen, daß sie sich durch die
Eindringlichkeit des schielenden Propheten von Grund auf bekehrt
hätten. Doch weil ich mich kraft eines Zeremoniells an ihren
Wesenskern wandte, habe ich sie meiner Einsicht geöffnet" (Die Stadt
in der Wüste).
Mit philosophischen Erkenntnissen allein
gründet man keine Familie, zieht man seine Kinder nicht groß,
eint man kein Volk. In einem "Land der Philosophen" nach dem Geschmack des
Avram Kokhaviv gäbe es keine Priester, keine Rituale, keine Feste. Es
gäbe wirklich keinen Grund zum Feiern.
Kein Zweifel, der
Allmächtige hat mit dem zweiten Gesetz weise gehandelt. Erinnert
werden sollte auch daran, daß nicht "geprüftes Torahwissen",
sondern die Befolgung der Talmudgesetze die Diaspora-Juden vor dem
spirituellen Untergang bewahrt, im speziellen Fall des osteuropäischen
Chassidismus die Hinwendung zum Mystizismus ihre physische Vernichtung
verhindert hat.
"Ich habe den Atheismus nicht vor, sondern hinter
mir. Durch und durch rational." (feder 21/22) Genau hier offenbart sich das
ganze Dilemma des Avram Kokhaviv. Ich weiß, wovon ich rede. Von 1986
bis 1988 habe ich hautnah mit orthodoxen Juden im religiösen Kibbutz
Kfar Etzion hoch oben in den judäischen Bergen zusammengelebt und
-gearbeitet. In diesem Kibbutz richten sich alle nach den strengen
talmudisch/rabbinischen Gesetzen. Ich war beeindruckt von der Lebenskraft
und -freude, dem Optimismus und der Selbstgewißheit dieser Menschen,
die - sofern männlich - täglich mehrere Stunden betend in der
Synagoge verbrachten und selbst beim Brechen des Brotes nicht ihre
Bestimmung vergaßen. Sie studierten - "durch und durch rational" -
die Torah, den Talmud und die Werke des Maimonides, und ich tat es ihnen
gleich. Dann beteten sie - "durch und durch irrational" - in der Synagoge
zu dem Allmächtigen, und ich war, obwohl die selben Worte rezitierend,
obwohl leibhaftig unter ihnen, spirituell nicht mit ihnen. Dort wurde mir
deutlich vor Augen geführt, daß ich zwar physisch, nicht aber im
Herzen, an der Seele beschnitten bin. Ichführte die Demut nur auf der
Zunge, die Betenden lebten sie vor.
Obwohl ich in Kfar Etzion meine
schönste und geistig fruchtbarste Zeit erlebte, ist mir an jenem Ort
auch meine eigene spirituelle Armut mit aller Deutlichkeit vor Augen
geführt worden. Ich hatte dem inneren Reichtum dieser Menschen nichts
Gleichwertiges entgegenzusetzen. Wie sollte ich ihnen da jemals einen Rat
erteilen wollen, können?
Bliebe noch zu klären, wie der
Visionär das mehrheitlich atheistische und zudem seelisch
verkümmerte Deutschland auf den Weg des autoritären Islam zu
bringen gedenkt. Hier tragen schließlich die Männer - salopp
ausgedrückt - ihren Sack auf dem Rücken, und die Frauen haben
sich unlängst das Recht erkämpft, sich wie Huren zu kleiden,
pardon, zu entkleiden und deren Vokabular zu übernehmen.
Entwicklungsfördernde Kataklysmen sind derzeit wohl nicht zu
erwarten.
Der 'kuckuck' erstrebt einen demokratischen Islam oder
eine islamische Demokratie. "Das (demokratische - M.S.) Haus steht...". Der
Islam muß es nur noch beziehen.
Damit keine Mißverständnisse aufkommen: Auch ich
rede der weltweiten Islamisierung und deren Förderung durch das
Judentum das Wort. Allerdings favorisiere ich die Achse
Jerusalem-Mekka/Medina. Doch zuvor gilt es, endlich, endlich die
abendländische Dominanz auf diesem Planeten mit List und Gewalt zu
brechen. Der theoretische Ansatz: Die westliche Demokratie als das
subtilste und perfideste Instrument der Unterdrückung und Ausbeutung
des Menschen, sowie die tragische Erkenntnis, daß die Schonzeit
für den kleinen Mann auf dieser westlich dominierten Welt vorbei ist.
Die Tempel der Götzendiener mit den höchsten Türmen stehen
in New York, London und Frankfurt/Main.
Kein Faschismus, kein
Nationalismus, kein Kommunismus; etwas völlig Neues, Altes muß
her. Auch darüber muß noch geredet werden, im
'kuckuck'...
In der Brust des "aufgeklärten"
'kuckuck'-Autors schlägt ein zerrissenes Herz. Avram Kokhaviv, Avram,
der Name des Mannes, mit dem der Allmächtige noch keinen Bund
geschlossen hatte. Avram, der in Ur, in Chaldäa Geborene, der
Anführer eines Nomadenstammes. Und da finde ich folgende Zeilen aus
dem kkk 2, 1973/74: "Irgendwann verstand ich 'Zeit' als eine
bloße Abstraktion des Weges - von Seßhaftgewordenen...
Seßhaft werden, zur Ruhe kommen, heißt sterben." Avram oder
Avraham, nomen est omen.
Kein Zweifel, mit dieser Aussage, so sie
denn noch Geltung haben sollte, stellt Avram Kokhaviv nicht die Torah auf
den Kopf. Er stellt sich neben, über sie, lehnt den Bund mit dem
Allmächtigen ab.
Das ist ja durchaus eine ehrenwerte
Einstellung, wenn da nicht immer dieser oberprophetenhafte, gegen alle
"frevlerischen" Monotheisten gerichtete Zeigefinger wäre.
Dem Philosophen Avram Kokhaviv ist alles mit "Blut und Boden" Verbundene ein Greuel (sinngemäß: "Ich ziehe die geistige Verwandtschaft der Blutsverwandtschaft vor"). Insofern überrascht die folgende Passage aus der feder 12 nicht:
"Das Judentum ist kein Abstammungsrassismus, nicht einmal nach dem Talmud. Abstammung hat im jüdischen Denken keinen 'rassischen' Charakter; sie wird seelisch und geistig begriffen. Darum auch im Exil der Bezug auf die Mutter, weil sie es dem Kind 'mit der Milch', mit den ersten Worten, Zärtlichkeiten, urvertraulich, gottvertraulich eingibt."
Das ist eine philosphische Auslegung, der ein Hauch von Feminismus innewohnt. Wenn für die seelische und geistige Abstammung allein die Mutter von Bedeutung ist, wozu ist dann noch der Mann, der Vater gut?
Ich halte dieser Interpretation eine weniger idealisierte, pragmatische entgegen: Im Exil gilt der Bezug auf die Mutter, weil bei der Geburt eines Kindes nur die Mutterschaft unzweifelhaft bewiesen ist, während die Vaterschaft immer nur eine vermutete ist. So gilt das Kind einer jüdischen Mutter auch dann als Jude, wenn es nicht von seiner Mutter, sondern z.B. von einer Christin gestillt, liebkost und großgezogen wird. Es gibt und gab auf dieser Welt keine rabbinische Autorität, die diesen Tatbestand jemals hinterfragt hätte. Anders liegt der Fall bei einem Menschen, der nicht das Kind einer jüdischen Mutter ist. Er kann sich beschneiden lassen, alle den Juden auferlegte Gebote strikt befolgen, er mag der erste unter den Frommen in der Synagoge sein. Er gilt dennoch weder bei den Orthodoxen noch bei den Reformjuden als Jude, weil, so wird man ihm erklären, seine Mutter keine Jüdin sei. Er kann diesen jüdischen Status nur durch einen von einem Rabbiner geleiteten Konversionsakt erlangen. Ich stimme mit der o.a. Aussage überein, daß Abstammung im Jüdischen keinen rassischen Charakter hat. Doch die Behauptung, sie, die Abstammung werde nur "seelisch und geistig begriffen", ist eine irreführende Verkürzung. In Genesis 12/2 verspricht der Allmächtige dem Avram: "Ich werde dich zu einem großen Volk machen..." In Genesis 17/4 heißt es dagegen: "... Du wirst Stammvater einer Menge von Völkern. Man wird dich nicht mehr Avram nennen. Avraham (Vater der Menge) wirst du heißen..." Die Juden verstehen sich nicht als Rasse, aber als eine Nation, ein Volk, genauer: ein Mischvolk. Mit dieser Erkenntnis kann man leben, oder?
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