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Wo lassen Sie denken Où laissez-vous penser? Rent a brain...
Berlin, den 1.11.1999
Gestern wurde mir mit der Post die neue Zeitschrift STYLESKJI zugestellt. Der Herausgeber ist Alexander Becker. Ich blätterte sie neugierig durch... Ich hatte vergessen, daß eine friedliche Phase zwischen mir und meinem Vater immer nur die Zeit zwischen zwei zerstörerischen Orkanen ist.
Dein mit bemerkenswerter Verbissenheit angestrebtes Ziel scheint es zu sein, jedes Familienmitglied Teil des Schattens werden zu lassen, den Du wirfst. Unterwerfung oder Verdammung, eine andere Alternative gibt es für eine extrem autoritäre Persönlichkeit nicht. Stephan (sic! - Red.) Zweig beschreibt eine solche Persönlichkeit in seinem Buch "Ein Gewissen gegen die Gewalt"... Calvin.
Ich habe einst, auf Dich bezogen, quasi die Faustsche Umkehrung vollzogen, indem ich meinte, Du seist "ein Teil von jener Kraft, die stets das Gute will, und dabei oft das Böse schafft". Heute weiß ich es besser. Du kannst unverhohlen kalt und bösartig sein. Du hast mit Bedacht über meinen Kopf hinweg den Michael Scurra "entlarvt", mit kalter Berechnung meinen Brief an Dich veröffentlicht. Die Vorgehensweise war perfide. Du wolltest niemals eine Klärung. Indem Du mich bloßstellst, an den Familienpranger stellst, willst Du mich vielmehr bestrafen für meine von mir hart verteidigte Distanz zu Dir.
Du wußtest natürlich genau, daß ich schockiert auf Deine miese Denunziation im STYLESKJI reagieren würde. Du hattest kein Recht, auch kein übergeordnetes, gar göttliches, ohne mein Einverständnis Michael Scurra dermaßen zu erniedrigen. Du wolltest mich tief treffen. Es ist Dir gelungen. Du hast mich in einen Stein verwandelt, mich, Deinen Todfeind. Bisher habe ich bei unseren Auseinandersetzungen die Familie, dazu zählt auch meln Sohn, herausgehalten.
Du dagegen liebst das göttliche Drama, gespielt vor der ganzen Familie. Ich werde es auf die Spitze treiben...
Ich, Gerschom, Sohn aus dem Hause Scurra und Bruder des meuchlings gemordeten Michael Scurra verurteile Dich, den Meuchelmörder Horst Lummert, Sohn des Calvin, zum Tode. Dein Richter wird auch Dein Henker sein. Wenn Du mein Haus betrittst, sollst Du erschlagen werden. Wenn Du Dich Deinem Henker in einem Radius näherst, dessen Maß von der Länge seines Armes bestimmt wird, sollst Du erschlagen werden.
Wenn Du Dich aber außerhalb der Mauern meines Hauses bewegst, so soll die Verfolgung ruhen. Wenn Du Dich außerhalb des Radius' bewegst, dessen Maß von der Länge des Henkerarmes bestimmt wird, so soll Dir kein Leid geschehen. Wenn Du in allen anderen Häusern dieser Stadt, außer dem meinen Zuflucht suchst, so soll für Dich das Asylrecht gelten.
Dieser Urteilsspruch ist nicht widerrufbar und gilt bis zum Ende des irdischen Daseins des Verurteilten. Erst an seinem Grabe soll der Richter sich besinnen, erst wenn er sich über den Grabstein beugt, soll der Henker seinen Frieden finden.
Gott ist mein Zeuge, SEIN Wille geschehe!
Amen
Gerschom Ben Scurra
P.S.: Dieser offene Brief wurde außerdem an folgende Personen gesandt: Alexander Becker, Herausgeber der Zeitschrift STYLESKJI, und Wilma Becker alias Yael Kokhaviv, Mitarbeiterin der o.a. Zeitschrift.
Fortsetzung in Qimosh#1. (- Red.)
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