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Wo lassen Sie denken Où laissez-vous penser? Rent a brain...
...ich fahre fort, man muß fortfahren, nicht von hier gerührt, nicht aufgehört, mir Geschichten zu erzählen, ihnen kaum lauschend, nach anderem lauschend, auf etwas anderes lauernd, mich von Zeit zu Zeit fragend, woher ich sie habe, bin ich bei den Lebenden gewesen, oder sind sie zu mir gekommen und wo, wo behalte ich sie? In meinem Kopf? Ich fühle keinen Kopf an mir. Und womit drücke ich sie aus, diese wirren Gedanken? Mit meinem Mund? Der gleiche Einwand, ich fühle keinen Mund an mir. Das kann nicht ich sein, oder gebe ich nicht acht; bin ich so daran gewöhnt, meinen Körper zu ignorieren, irgendwo zu sein und doch ganz woanders? Dann bin ich wieder die Abwesende, die weder spricht noch lauscht, weder Körper noch Seele hat, ich habe etwas anderes, ich muss etwas anderes haben. Ich stütze mich auf das Schweigen, ich tauche ein und versuche, mich dem Schweigen hinzugeben, hier muss ich suchen, ich werde in dem Schweigen sein, wir werden vereint sein, es ist seine Geschichte, die man erzählen muss, es hat jedoch keine Geschichte. Ich hätte es nie verlassen dürfen. Was soll ich sagen, ich habe doch nichts anderes als Worte, und nicht einmal viele, sie machen sich rar, meine Stimme versagt, ich kenne das, es wird das Schweigen sein, das mich einvernimmt. Es mangelt mir an Worten, doch dann höre ich Gemurmel, ferne Schreie meines Unterbewußtseins, ich lausche meiner Stille und warte auf meine Stimme. Sie kommt wieder, und nun bin ich wieder hier mit meinen Worten, man darf nicht erwarten, dass ich ewig in meinem Schweigen verharre, dazu bin ich viel zu unruhig, ich möchte mich mitteilen, ich werde niemals schweigen, niemals. Es gibt Worte, die nie mehr erwachen, sie bleiben ungesagt, ungedacht, und ich widme ihnen diese Zeilen. Ihr wisst nicht, wovon ich rede? Natürlich wisst ihr es nicht, ich rede von Worten, die ihr nicht kennt, die ihr nie kennenlernen wolltet. Ich rede von Worten, die nie existiert haben, die sich auf dem Weg verloren haben. Im Schweigen kann man sie manchmal finden, schlafend, unberührt, rein und unfassbar. Keine unserer Weltsprachen vermag diese Worte zu beschreiben, geschweige denn auszudrücken... Ich bin an einem Punkt angelangt, an dem mir das Schreiben zuwider wird. Ja! Ich bin müde, müde, weil ich weiß, dass ich (mit den sprachlichen Mitteln, die mir zur Verfügung stehen) vielleicht niemals diese verlorenen Worte auf Papier bringen kann. Es gibt nichts zu erklären... wenn ich jetzt sage, dass gerade diese unerreichbare Sprache das höchste Gut eines Schriftstellers ist, würde man mir glauben?? Und dennoch muss man Worte sagen, man muss sie schreien, man muss sie fühlen, man muss sie schreiben, solange es welche gibt, denn wer kann uns versichern, dass sie nicht irgendwann einmal verschwinden werden? Im Schweigen liegt die Sprache, und dies Schweigen drückt die Sprache aus, die stärker ist, sie ist stärker als alles, was ich mir in diesem Moment vorstellen kann. Ich reihe Worte aneinander, es hat kein Ende und es gibt Momente, in denen ich müde werde... Habe ich das Recht aufzuhören, anzuhalten, meine geistigen Anstrengungen somit einfach zu unterbinden??? NEIN! Im Schweigen finde ich meine Sprache und in meiner Sprache finde ich das Schweigen, man muss weitermachen und ich werde weitermachen...
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