13./14.02.00

Tanskaja

ich habe eine blaue Angst

ich habe eine blaue Angst
über mir tut sich der Himmel auf und ich sehe
wie Kriegsengel sich den Weg zu meinem Geist ebnen
sie müssen sich beeilen, bevor meine Zweifel schwächer werden
bevor meine Gedanken in Vergessenheit geraten
und wer glaubt, ich könnte mich dem widersetzen
der irrt
sie kommen
kommen in Scharen, jeden Tag, jede Minute, jede Sekunde
ich möchte nicht reden, ich möchte nicht mehr denken
ich werde mich verstecken und ihnen zusehen
wie sie meine Seele mit Fragen bombardieren
ich habe diese blaue Angst
sie ist nicht laut
nicht tödlich
nicht schmerzhaft
nicht beängstigend
sie ist blau
blau wie meine Gedanken
blau wie eine sanfte Verführung
blau wie die Unendlichkeit eines Augenblicks
nicht hilf- aber tatenlos schaue ich zu, wie mir geschieht
ich würde schon früh genug zum Zuge kommen
ich reiße mich nicht darum, alleine gelassen zu werden
mit meinen Wunden, mit meinen großen Löchern
die diese Engel in mir zurücklassen
ich kauere in der hintersten Ecke in meiner Welt
und betrachte meinen Geist
gefühllos
regungslos
kalt
taub
eine Ewigkeit oder nur eine Sekunde?
die Engel treiben ihr Unwesen lange genug
verschwinden dann wieder
tauchen ein in meine blaue Angst
Stille kehrt ein
ich stehe auf und laufe durch das Schlachtfeld
Sie haben wie immer viele Fragen hinterlassen
die Opfer dieses Krieges
ich habe keine Lust zu reden
keine Lust zu weinen
ich kann mich auch nicht mehr verstecken
ich stelle mich den vielen Fragen
und lausche der Stille die nicht daran denkt
mir irgendwelche Antworten zu geben
ich lausche der Stille
eine Ewigkeit oder eine Sekunde?
ich weiß es nicht
ich habe diese ganzen WARUMS satt
bräuchte ich doch nur ein winziges WEIL
um diese Stille zu brechen...

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