Nachzulesen im Sammelband:
1973 bis 2000 & unveröffentlichte Texte aus 40 Jahren Wüste. Die vielsandigen Vordenklichkeiten des Avram Kokhaviv.
Band 4. Psychologische Kriegführung
© 2000 kokhaviv publications
1986-01/02/03-00
1986-05-06
Das RIAS-Interview
Nachklang in Briefen
kuckuck
an
Rias Berlin
Klaus Stiller
Kufsteiner 5traße 69
1000 Berlin 62
24.2.86
Sehr geehrter Herr Stiller,
Michel Lang hatte mir für ein RIAS-Interview ein paar Fragen vorgelegt. Meine Antworten sprach ich hier auf Band. Eine Kopie habe ich Lang vor gut vierzehn Tagen zugesandt. Seither höre und sehe ich nichts mehr von ihm, er scheint unerreichbar.
Ich glaubte zunächst, er sei gar nicht in Berlin. Heute erfahre ich, daß dem keineswegs so ist.
Nun vermute ich einen Zusammenhang mit dem Text auf der Ton-Cassette. Meine Antworten hatte ich in der Tat so formuliert, daß sie streckenweise durchaus geeignet sind, die Grenzen auch Ihres Senders zu testen.
Ich wüßte allerdings doch ganz gern, was aus der Sache geworden ist bzw. werden soll.
Um sicherzugehen, lege ich Ihnen hier eine zweite Kopie der Aufnahme bei. Ihre Qualität reicht zumindest aus, um Sie, falls da etwas schiefgelaufen sein sollte, mit dem Inhalt meiner Antworten bekanntzumachen.
Hören Sie doch bitte mal hinein.
Michel Langs Fragen hatte ich seinerzeit mitgesprochen.
Richten Sie ihm doch bei Gelegenheit Grüße von mir aus.
Mit freundlichem Gruß: gez. H. Lummert
kuckuck
an
RIAS Berlin
Klaus Stiller z.Hdn.
13.3.86
Sehr geehrter Herr Stiller,
ich möchte Sie an mein Schreiben vom 24.2.86 erinnern, dem ich auch eine Ton-Cassette beigelegt hatte. Sie enthält Michel Langs Fragen und meine Antworten anläßlich eines von Ihnen in Auftrag gegebenen Interviews.
Geben Sie mir bitte über den Verlauf der Dinge baldigen Bescheid?
Mit Vorausdank und freundlichen Grüßen: gez. H. Lummert
RIAS Berlin - KULT.WORT/st-ot -
Kufsteiner Straße 69, 1000 Berlin 62
an
kuckuck Vierteljahreshefte
Horst Lummert
Skalitzer Straße 75
1000 Berlin 36
17.03.86
Sehr geehrter Herr Lummert,
bitte haben Sie etwas Geduld. Ich bin zur Zeit sehr mit Arbeit überlastet und muß einiges auf die lange Bank schieben.
Mit freundlichen Grüßen
gez. Klaus Stiller
kuckuck
an
RIAS Berlin
Klaus Stiller z.Hdn.
5.5.86
Sehr geehrter Herr Stiller,
ich hatte mir für Sie die Arbeit gemacht: im Januar oder Februar war das wohl. Dann - mit Schreiben vom 24.2.86 - hakte ich nach. Daran erinnerte ich in meinem Brief vom 13.3.86, auf den Sie dann endlich antworteten, mit Ihrem Schreiben vom 17.3.86 zugleich um "etwas Geduld" baten, um "einiges auf die lange Bank schieben" zu können.
Dabei war's anfangs so eilig damit. Warum reden Sie nicht Klartext mit mir? Ich glaube Sie ja ohnehin längst verstanden zu haben. Sie brauchen mir das nur noch zu bestätigen - oder halt zu widerlegen. Die Sache auf sich beruhen lassen: das möchte ich aber nicht.
Mit freundlichem Gruß: gez. H. Lummert
6.5.86 - Telefonat
Michael Lang: So könne das Interview nicht gesendet werden.
Lummert: So oder gar nicht.
PS: Klaus Stiller ist Mitunterzeichner der neutral-nationalistischen "Denkschrift zur Verwirklichung einer europäischen Friedensordnung" (vgl. Auszüge in kuckuck 50, S. 129). kkk
Die nationale Karte der Sowjetunion als Mittel der Neutralisierung Deutschlands
Mit dem Punkt 4 in der Stalin-Note, in dem einem neutralen Deutschland nationale Streitkräfte, die für die Verteidigung des Landes notwendig sind, zugestanden wurden, und mit dem Punkt 8, der "die gleichberechtigte Teilnahme aller ehemaligen Angehörigen der deutschen Armee und Nazis (mit Ausnahme verurteilter Kriegsverbrecher) am Aufbau eines friedliebenden, demokratischen Deutschlands" beeinhaltete, zielte die Sowjetpropaganda auf weite Kreise im deutschen Volke.
Die kommunistischen Agitatoren konnten in der Bundesrepublik zahlreiche Personen aus hohen Rängen der ehemaligen Wehrmacht, der Waffen-SS und der Hitlerjugend für ihre Zwecke gewinnen, besonders in den Jahren 1950 bis 1955.
Eine Reihe Organisationen und Treffen belebten das Vorhaben: "Deutscher Kongreß für aktive Neutralität", "Führungsring ehemaliger Soldaten", "Gesamtdeutsches Offizierstreffen", "Arbeitsgemeinschaft gesamtdeutscher Soldatengespräche" und weitere.
An Finanzen für Publikationen fehlte es nicht.
Rechtsradikale Kreise und nationalbolschewistische Gruppen genossen das Wohlwollen Moskaus, wo immer sie den gegenwärtigen Taktiken dienten.
Heute scheuen gar manche rechtsradikale Kreise keineswegs, ihre Zuneigung zur Sowjetunion zu bekunden.
Die Duckmäuser in unserer Medienlandschaft verschweigen diese Tatsachen, um dem Ansehen Moskaus nicht zu schaden, das auf einer dauerhaften "Antifaschismus-Kampagne" beruht.
"Manifest der DEUTSCHEN FREIHEITSBEWEGUNG für eine DEUTSCH-RUSSISCHE ALLIANZ" nennt der Generalmajor der deutschen Wehrmacht a.D., Otto Ernst Remer, seine Kampfschrift von 1983 gegen die USA und gegen alle Gegner der Sowjetunion. Bisher als Nazi, Neonazi und Rechtsextremist verschrien, ist heute Otto Ernst Remer als leibhaftiges Genie für geschichtsbewegenden Neutralismus mit traditioneller Hinwendung nach Osten, wie er behauptet, in die Reihen hilfskommunistischer Agitatoren eingegliedert worden.
Illustrierte Republikanische Zeitung / 2. Sonderausgabe April 1986
online-Fassung
kuckuck 52
1986
Siehe auch:
Das RIAS-Interview. Michel R. Lang fragte, Horst Lummert hat geantwortet
kokhaviv press:
Horst Lummert in kuckuck (kulikri)