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Erkenntnistheorie und politische Praxis - Seit 1973 - Redaktion: Horst Lummert

Nachzulesen im Sammelband:
Horst Lummert in kuckuck (kulikri)
1973 bis 2000 & unveröffentlichte Texte aus 40 Jahren Wüste. Die vielsandigen Vordenklichkeiten des Avram Kokhaviv.
Band 9. Revisionismus-Kritik exklusiv I
Herausgegeben von Alexander Becker / Baraq Kokhaviv
© 2000 kokhaviv publications

1995-00-00

Horst Lummert

Germar Rudolf und der Remer-Kreis

Hypothese von der Kriminalisierungsstrategie, die den Revisionismus vermasselt >>

Einleitung / Aus Briefen

Revisionismus-Kritik exklusiv

Germar Rudolf an Horst Lummert
18.7.95:

Sie haben recht, wenn Sie ausführen, mir würde Heinsohn* als Anlaß dienen, zum Thema die Stimme zu erheben.
Was ich möchte, ist eine Diskussion mit den Antisemiten der Rechten und der Revisionisten über ihre talmudischen Schimpforgien.
Ich finde, das Thema gehört mal unter den Rechten und Revisionisten auf den Tisch und sachlich ausdiskutiert.
Hierbei soll nichts unter den Tisch fallen, was am Talmud oder an der jüdischen Religion bzw. seinen Anhängern zu kritisieren ist, es soll aber auch nichts unter den Teppich gekehrt werden, was an den Gegnern der Juden zu kritisieren ist - aus tatsächlicher wie aus taktischer Sicht.
Wen ich mit den "Schimpforgien" meine, ist der Fußnote** zu entnehmen.
Mit Ney habe ich mich nach Veröffentlichung der Grundlagen gestritten (besser: ich bin ihm mangels Gegenargumenten ausgewichen).
Er wollte das Buch wegen meiner Vision einer deutsch-jüdischen Symbiose und meiner These, daß selbst ohne die Massenvernichtung die Behandlung der Juden vier der im StGB aufgeführten fünf Punkte des Völkermordes erfülle, einstampfen lassen.
Erst da erfuhr ich, daß Ney ein knallharter Antisemit ist, der die Behandlung der Juden durch den NS in vollem Umfange für gerechtfertigt hält.
Wie dünn seine Argumentationsbasis ist, kann man seinem Büchlein entnehmen.
Mir geht es hier auch darum, daß ich mich gegenüber solchen Leuten wehren kann, und zwar sachlich.

* Gunnar Heinsohn, Warum Auschwitz?
Rowohlt, Reinbek 1995

** "Ein Beispiel dafür, wie man es nicht machen sollte, ist das Buch von Harold Cecil Robinson (d.i. Johannes Peter Ney), Verdammter Antisemitismus, Neue Visionen, Würenlos 1995."

*** "Zu denen ich mich immer noch nicht zähle, auch wenn mich manche Philo- und Antisemiten in eine solche Rolle drängen wollen."

**** Germar Rudolf, Darum Auschwitz?

Was hatte der Antisemit Hitler falsch gemacht?****
Der wahre Antisemit,*** der das Judentum erfolgreich bekämpfen will, muß jeden öffentlich geäußerten unsachlichen Antisemitismus, der dem Judentum langfristig nur nützt, genauso bekämpfen, wie er den Philosemitismus durch eine entsprechende sachliche Kritik bekämpft.**
Hitlers extremer Antisemitismus hat nicht nur den weltweiten Widerstand der Juden provoziert, sondern er hat dem Nachkriegsjudentum zu einer Stärke verholfen, wie es zuvor für unmöglich gehalten wurde.

Vgl. auch "Zu den Ursachen der Judenfeindschaft" in Staatsbriefe 8-9/95. Dem kuckuck lagen mehrere Fassungen unter dem ursprünglichen Titel vor.

Horst Lummert an Germar Rudolf
13.7.95:

Damit kommen wir aufs Methodische Ihrer Judaismus-Beiträge zu sprechen.
Ich sah in Ihren diesbezüglichen Auslassungen schon immer Kompetenzüberschreitungen, mit denen Sie Ihre genuine wissenschaftliche Arbeit gefährden.
Ich verstehe nicht, wie Sie einerseits feststellen, Auschwitz könne nicht stattgefunden haben, andererseits aber die Gründe für Auschwitz aufführen, und zwar so nachhaltig, daß ein unbefangener Leser, der Ihre Forschungsarbeiten nicht kennt, bei Darum Auschwitz?**** meinen möchte, das Fragezeichen im Titel sei lediglich taktische Zierde.
Da sind offensichtlich zwei innere Kräfte und Tendenzen wirksam...
Die Vielfalt der Namen - Rudolf, Scheerer, Gauss - verführt zu der Hypothese, daß jeweils einer den zwei anderen oder zwei einem je dritten intentional oder einfach irrational im Wege stehen.
(...)
Zur Methodenkritik gehört die Ermahnung, daß man niemals von der Hand in den Mund, niemals nämlich auf der schwachen Basis von eben Erlesenem sich zur Sache äußern sollte.
Das sage ich dem Wissenschaftler, nicht dem freien Bürger...
(...)
Mir liegt einfach daran, daß Sie mit der einen Hand nicht einreißen, was Sie mit der anderen aufgebaut haben.
Daran muß Ihnen noch viel mehr gelegen sein.
(...)
Es gefällt mir nicht, daß ein kurzer Brief von mir Sie zu solchen Berichtigungen bewegen kann.
Wenn Sie sich auf so was einlassen, müssen Sie natürlich erst einmal sicher in den Beinen auf festem Boden stehen.

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online-Fassung

kuckuck
feder 9
IV. quartal 1996
14. Aug. 1996

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