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Erkenntnistheorie und politische Praxis - Seit 1973 - Redaktion: Horst Lummert
1996-00-00
Es erklärt vieles, wenn auch nicht alles.
Es macht immerhin deutlich, wie die germanischen Philosophen auf die hindu/indogermanische Idee kommen konnten.
Sie ist der Ausweg aus einem Desaster, nach einem peinlichen Zwischenfall, der sich obendrein mehrmals, ja beständig - bis auf den heutigen Tag - wiederholt.
Der historische Selbstbetrug der Deutschen ist eine sittliche Tat ihrer geistigen Eliten, die irgendwann begannen, sich vor der Realität und ihrer geschichtlichen Wahrheit zu verschließen.
Sie lösten sich vom Volke ab.
Was einem sofort ins Auge stach: daß die Deutschen ein buntes Volk aus aller Herren Ländern sind, daß gerade dies sie auszeichnet; daß ihre unvergleichliche Integrationskraft sie von den anderen Völkern unterscheidet.
Offenbar war die Vielzahl der deutschen Stämme die beste Voraussetzung dafür - oder bereits ein Ergebnis der Zuwanderung.
Die schöpferische Kraft der Deutschen war in den glücklichen Fügungen der Geschichte, erwuchs aus der Liebe derer, die herkamen, um das Land zu befruchten.
Es war die Beweglichkeit, nicht die Seßhaftigkeit der Deutschen, die sie Amerika besiedeln ließ, Rußland, den Balkan...
Das Besondere an den Deutschen ist, daß sie - getreu der Erkenntnis des Heraklit, ja, "alles fließt", und du "steigst nicht zweimal in denselben Fluß", kommst nicht zweimal zum selben Volke, denn "der Fluß ist ein wandernder Weg" (Pascal) - in unendlicher Emanation stets neue Legierungen von sich hervorbringen.
Ihre verschlossenen Eliten können und wollen es einfach nicht fassen.
Der deutsche Geist erträgt es nicht, wie ein Apfel vom eurasischen Baum gefallen zu sein.
Ausgerechnet die Deutschen sollten Eurasien in sich aufbewahren?
So kommt es zu Uminterpretationen: die Bunten haben weiß zu sein.
Dabei sind sie es doch, indem sie das Spektrum integrieren.
Daraus ist kein "Mischmasch" geworden, sondern eine individuelle Vielfalt, die in Europa ihresgleichen sucht.
Das deutsche Volk ist der lebendige Widerspruch zur "völkischen" Idee.
Wenn Reinhold Oberlercher allerdings glaubt, daß der Witz - "leichtfüßig wie Goebbels, schlank wie Göring und blond wie der Führer" - einer war, über den in der Öffentlichkeit gelacht werden durfte, so sagt er damit nur, daß er das Dritte Reich aus eigenem Erleben nicht kennt.
Dieser Witz enthielt auch alles andere als
das objektive Kompliment an die NS-Führer..., nicht sich selber als Vorbild aufgestellt, sondern als durchaus stark veredelungsbedürftig dargestellt (zu) haben, als sie das Ideal in einiger Entfernung von ihrem individuellen Erscheinungsbild postierten (vgl. Sleipnir 2/96, S. 39 f.).
Der Diktator und seine Mitführer verstanden durchaus keinen Spaß.
Ihr Humor mochte sich hinter verschlossenen Türen abspielen, das Volk bekam davon nichts zu hören.
Es machte sich eben seine eigenen Gedanken - und Witze (s.o.).
Die geistige Umweltverschmutzung jener Jahre hatte denselben inquisitorischen Charakter, dem Oberlercher mit seinem "Reichsverfassungsentwurf" wieder Geltung verschaffen, in dessen Geiste er
vereinbarte (mit wem vereinbarte? - kkk) ethnische Entmischungen... völkerrechtlich (sic! - kkk) schützen und ethnische Verschmutzung (sic! - kkk) unter kategorischen Prohibitiv (sic! - kkk) stellen
will.
Oberlercher plant auf seine ganz eigene, fast biedermännische Weise ein Kapitalverbrechen am deutschen Volk (a.a.O., S. 40).
Die "Völkischen" sind Feinde des Volkes.
Das Volk ist geschichtlich geworden.
Die "völkische Idee" richtet sich gegen die Geschichte des Volkes.
Der herabgefallene Apfel will den Baum "korrigieren".
Aber die Menschen sind so, wie sie sind, eine historische Gegebenheit, die ihre Würde ausmacht, die niemand antasten darf.
Die "Völkischen" handeln und reden und schreiben und denken wider die Würde des Volkes in seiner individuellen Vielfalt.
Die Vielfalt ist der eigentliche, eigentümliche Schatz des Volkes, gleichsam das Volksvermögen.
Was diese Vielfalt im besonderen eint, ist nicht Blut-Idee, sondern die Sprache.
Die Sprache ist die Seele des Volkes, das Blut aber ist Gottes.
Wie die Menschen zusammenkommen und wieder auseinandergehen, wie sie sich mehren, aufwachsen und sterben, es sind natürliche, von Gott gewollte Ereignisse, in die wir uns nicht einzumischen haben.
Die Liebe einer weißen Frau zu einem schwarzen Mann ist ein Geschenk des Himmels.
Jeder Protest gegen die Fügungen Gottes ist ein Verstoß gegen das Schöpfungsgeschehen.
Wer in der deutschen Sprache lebt, hat eine deutsche Seele.
Daran ist zu ermessen, daß "Blutsdeutsche" oft Schwierigkeiten mit ihrer Seele haben.
Wo der Apfel den Baum, der Kopf den eigenen Körper bekämpft, ist das nicht weiter verwunderlich.
Klarheit über die deutsche Geschichte und ihre schizophrenen Momente richtet sich als Forderung nicht nur auf die eben erst vergangenen Jahrzehnte.
Mit meinen Beiträgen zur deutschen Mythologie habe ich in der Zeitschrift Sleipnir eine rege Diskussion ausgelöst.
Da gab es dann Schimpfen und Höhnen bei Ney, ein ambivalentes Zurechtrücken bei Suevenar, eine eher wohlwollende Zurückhaltung bei Sander.
Ich habe diese Geschichte größtenteils auch im kuckuck wiedergegeben (vgl. kkk-federn 6 und 7).
Auf Hans-Dietrich Sanders Thesen und die Vorstellungen Oberlerchers bin ich schon ausführlicher eingegangen (vgl. Sleipnir 3 und 5).
Aufgehoben für eine gründliche Betrachtung habe ich mir aber die kritischen Einlassungen von Hartmut Suevenar - "Der hebräisch-mongolische Sleipnir, Plattform für aggressiven Panslawismus?" - in Sleipnir 1/96.
Ehe ich zum Wesentlichen komme, möchte ich auf ein paar Einzelheiten eingehen.
Suevenar schreibt, ich wolle beweisen, daß
z.B. die vermeintlich eigentümliche nordische Götterwelt der Edda fremdartig und jüdischen Ursprungs sei.
Das ist so nicht richtig.
Ebenso erstaunlich ist, daß Suevenar meine Feststellungen gar nicht widerlegt, sondern ausdrücklich bestätigt und zudem noch untermauert.
Darauf komme ich gleich im einzelnen zurück.
Die ethnische Verwandtschaft zwischen Russen und Deutschen hat damit nichts zu tun.
* Vgl. Verlauf der Korrespondenz Wahls/Lummert in kkk-feder 9 - kkk
Suevenar hingegen findet - sehr frei nach der Bibel - den eigentlichen und wohl einzigen Gegensatz zwischen seßhaften Ackervölkern und wandernden Viehherdentreibern.
Ihr Vegetationsgott OSIRIS - das allsehende Auge, "der Herr des Nillandes", "das ewig gute Wesen", "der Vollendete", der Weiße (Herr des Tageslichts) - stand im Gegensatz zur bösen Symbolfigur SETH.
Alles was den Ackerbauern des Nillandes feindlich erschien, wie Dürre, Wüstensturm, Fruchtlosigkeit, Feldverwüster (Nilpferde), Nomadeneinfälle oder tributerpressende Fremdherrschaften (z.B. die Hyksos-Nomaden), wurde dem "roten Gott", dem "Herrn der Wüste", dem "Herrn der Fremdvölker", dem SETH zugerechnet.
Hierzu möchte ich nur ein paar Anmerkungen machen.
OSIRIS deckt sich etymologisch mit der babylonischen Ascherah, einer Himmelsgöttin.
Er wird mit dem Sternbild des ORION (hebr. Kesil, was auch: dumm, töricht, gottlos, freilich ebenso Hoffnung und Zuversicht bedeutet; außerdem: Lende, Weiche, Inneres) in Zusammenhang gebracht, jenes antiken Jägers, der schließlich von der Göttin Artemis tot- oder lahmgeschossen wurde; seine drei Gürtelsterne werden auch "Jakobsstab" genannt, ein Hinweis auf den lahmenden Jakob/Israel nach seinem Kampf mit dem Engel des Herrn.
Es gibt eine Version, nach der Osiris ertrank, eine andere, wonach er zum Zug durch die Wüste verurteilt wurde.
Atum, was soll es, daß ich in eine Wüste hinziehen muß?... (Totenbuch, Kap. 175; hier nach Heiler: Die Religionen der Menschheit, S. 107, bei Reclam, 4. durchgesehene Auflage 1982).
OSIRIS ist da also in Bewegung, auf dem Weg.
SETH ist nach der Torah-Überlieferung der dritte Sohn Adams.
Er hat die Wortbedeutung von: Pfeiler, Säule, Stütze (Stützen des Staates = Vornehme); Hinterer, Gesäß; Lärm, Kriegsgetümmel.
Es sind Merkmale der Seßhaftigkeit.
Die Namensgleichheit mit dem ägyptischen Gott SETH läßt hypothetisch die Übertragung zu.
OSIRIS stürzt und wird zum Gott der Unterwelt, der tiefen Gewässer; wobei die Tiefe des Wassers und die Tiefe der Wüste nicht unbedingt als Gegensätze zu werten sind.
Der Einfluß des OSIRIS-Sohnes (mit der Göttin ISIS) HORUS ist immer wieder belegt.
Als Heres/Cheres ist er der Sonnengott und Namensgeber der Sonnenstadt Ir HaCheres (Heliopolis) in Ägypten.
Die Nebenbedeutung von Ausschlag, Krätze weist auf die Strahlenwirkung der Sonne hin, während der andere Name des Sonnengottes, RA, auf die sichtbare (und sehende) Gestalt am Himmel deutet.
Je nach Schreibweise - mit Aleph oder Ayin - hat RA/RAH im Hebräischen den Sinn von (sinnlich und geistig) sehen, wahrnehmen, erkennen; auch Seher, Prophet, Gesicht - oder aber einen negativen Wert von böse, schlecht, schlimm, übel, bösartig; freilich auch von: Gedanke, Dichten und Trachten.
Die ältere Ayin-Form ist ambivalent.
RA ist die Sonne als Wandernde, die sieht und gesehen wird.
Als CHERES/HORUS (vgl. Charisma) ist sie wirkende Kraft.
Als Heres ist HORUS die Zerstörung, nach andern der Löwe, oder ausdrücklich = CHERES (s.o.).
Heres hat die Bedeutung von: zerreißen, einreißen, brechen, zerstören, verwüsten, aus der Stelle treiben, durchbrechen, niederreißen.
Als Sonnenkraft und reißender Löwe konnte HORUS den OSIRIS vor dem Ertrinken retten, das Meer zu Wüste machen und ebensowohl dem SETH die Pfeiler, Säulen - den Staat des SETH - zerstören und verwüsten.
Dem Namen nach ist HORUS - nicht SETH - die wirkende, zerstörende, niederreißende und verwüstende, am Ende obsiegende Kraft des Sonnen-Löwen.
Bei den seßhaften Ackerbauern darf nie ihre Versklavung und Ausbeutung durch die Metropolen des Staates außer acht gelassen werden.
Gegen sie waren die Nomaden Freie.
Wo nichts zu holen ist, hat der Pharao sein Recht verloren.
Verhagen weist darauf hin, daß seßhafte Bauern sich in Dürrezeiten und bei Versteppung infolge von Naturkatastrophen auf den Weg machten, Nomaden wurden.
Hingegen führen die "Nomadologen" Sander und Oberlercher samt ihren zahllosen Epigonen (auch wieder in diesem Heft) solche Versteppungen und Verwüstungen auf das haltlose Abgrasen durch die Nomadenherden zurück.
Suevenar schreibt:
Die Menschenbrüder K-AIN (AIN - Auge), ein Ackermann wie die OSIRIS-Anhänger am Nil, und HA-BEL (BEL - babylonischer Tiergötze), ein Schäfer, wie die Herdentreiber zwischen Euphrat und Jordan, die in den Stiertoren Babels ihre Nomadenkultur versinnbildlicht sahen, traten mit Beweismitteln ihrer eigentümlichen Produktionsweisen in einen Warenwettbewerb.
Sie legten dem Gerichtsherrn zur Beurteilung Feldfrüchte und Herdenjungtiere vor.
Diese Güteprodukte wurden als Geschenk geopfert, um so die Gerichtskosten natural zu begleichen.
Die göttliche Jury verschmähte natürlich die Früchte des Feldes, da sie nicht dem Auge des OSIRIS-Gesetzes verpflichtet war, und sah und nahm erwartungsgemäß die Erstlinge der Viehherden des Schäfers gnädig an.
Über Extrafette, die HABEL als Schmierstoffe beigelegt hatte, mußte sich dieser Richter besonders gefreut haben.
So kann man es natürlich auch sehen; auch, daß der Habel mit seinen Viehherden dem Kain den Acker zertrampelte, so daß dieser zur Selbsthilfe griff.
Der Name KAIN wird in der Torah mit Qof geschrieben, woraus unser Q wurde, müßte also richtig mit QAIN wiedergegeben werden (Qof-Yod-Nun), geschrieben QIN, gesprochen Qain.
Die Wortbedeutung für QAIN ist: Schneide, Lanze, Speer.
Suevenars Erklärung als K-AIN (Ayin = Auge) ist demnach falsch.
QAIN ist also eine Waffe (Speer, Lanze, Schneide...).
HABEL/HAVEL, meist Abel genannt, heißt hingegen: verhauchen, verschwinden, vergehen; sich blenden, täuschen lassen.
Havel oder Hevel, der zweite Sohn Adams, ist ein Hauch, eine Nichtigkeit; Hauch, Wind, Atem, Dampf; Vergänglichkeit, ein Götze.
Das Fruchtopfer des Landmannes wurde nicht angenommen, das Tieropfer Havels jenem vorgezogen.
QAIN tötete - opferte - aber seinen Bruder HAVEL um Gottes willen!
Und der Herr rügte ihn dafür, wie er später Abraham zurückhält von der Opfertat an seinem Sohn Isaak.
Gott schilt den Qain, belegt ihn mit einem Fluch, einem schweren Schicksal, in dem wir das Schicksal der ganzen Menschheit wiedererkennen.
Aber er schützt ihn zugleich.
Das Qains-Mal, das angeblich bei den Chinesen noch heute eine Rolle spielt, war keine Markierung für die Verfolger und Mörder des Qain, sondern ein Zeichen der Lebensgarantie.
Der Erstgeborene hatte auf sein Recht gepocht und wurde dafür zum Geschützten des Herrn.
Nach dem Torah-Bericht, eine andere Quelle haben wir nicht, ist QAIN (!) - "flüchtig auf Erden" - der Urvater der - bewaffneten - Viehnomaden, die in Zelten wohnen, das Zither- und Flötenspiel erfinden, das Erz- und Eisenschmiede-Handwerk einführen.
Qains Sippe zog nach Nod, jenseits von Eden, mithin nach Zentralasien.
NOD heißt im Hebräischen: schweifen, flüchtig sein, umherirren, schwanken, klagen, bedauern, trösten; heißt Verbannung, Heimatlosigkeit, Elend; vertreiben, verjagen.
Aber sie bleiben am Leben und mehren sich.
Niemand soll es wagen, sie anzutasten.
Denn Qain soll siebenmal gerächt werden, aber Lamakh siebenundsiebzigmal (Genesis 4,24).
Das größte und älteste Volk auf Erden.
QAIN baut die erste Stadt und gibt ihr den Namen seines Erstgeborenen CHANOKH.
Der Eingeweihte.
Vater Methusalems.
In bezug auf Babylon sollten wir besser von Viehwirtschaft zur Versorgung der Stadtbewohner als von einer Nomadenkultur sprechen.
Suevenar führt - richtig - unseren Großbuchstaben A auf das hebräische Schriftzeichen Aleph zurück.
Unser A entspricht dem "toten, auf die Hörner gestellten Stierkopf".
ALEPH heißt Rind, auch unser Elefant wird davon abgeleitet, ist der erste Buchstabe im hebräischen Alphabet und zugleich das Zahlzeichen für 1 oder 1000 (je noch modifiziert).
Aleph laila wa laila (arabisch und hebräisch) wird gewöhnlich mit Tausendundeine Nacht übersetzt, kann aber auch mit Eine oder Erste Nacht und Nacht, im Sinne von: Nacht für Nacht, eine Nacht um die andere wiedergegeben werden.
Das heutige hebräische und antike phönizische - handschriftliche - Alephzeichen ist ein auf die Seite gelegter Rindskopf.
Lummert hat recht, wenn er Fremdeinflüsse in der nordischen Götterwelt feststellt.
Er geht aber zu weit, wenn er die gesamte Sagensammlung als hebräisch infiltriert hinstellt.
Der große Einfluß der Hunnen darf nicht verschwiegen werden!
Sein Hinweis auf den "hebräischen Odin" kann ohne Kenntnis bestimmter Handelsinteressen nicht verstanden werden.
Auch der Sieg der nomadischen Asenkultur asiatischer Steppenreiter über den bäuerlichen Wanen-Ahnen-Kult gotischer Siedler an der Donmündung hat große Bedeutung für die Kultverschiebungen im nordischen Raum.
Ich argumentiere und formuliere zwar nicht wie Suevenar ("hebräisch infiltriert", "hebräischer Odin"), gehe aber in der Sache, mehr oder weniger, mit ihm konform.
Einen interessanten Einwand macht Paul J. Muenzer in Sleipnir 2/96. Er schreibt:
Der Name des germanischen Gottes Odin kann schon deshalb nicht aus dem semitischen Adon hervorgegangen sein, weil im Russischen - bekanntlich eine indogermanische Sprache - das Wort für Eins "Odin" heißt.
Odin aber war die Nummer Eins in der germanischen Götterversammlung!
Deshalb ist mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit anzunehmen, daß Odin und russisch "odin" derselben Wurzel entstammen.
Ich stimme dem ausdrücklich zu.
Muenzers Hinweis ergänzt - und widerlegt nicht - die gleichzeitige Identität mit der hebräischen Wurzel.
Im russischen odin wie auch in den anderen slawischen Wörtern für Eins liegt ein weiterer Beweis dafür vor, daß der ODIN des Nordens wie der ADON der Hebräer als der Eine - Herrscher oder Gott - verstanden wurde und zu verstehen ist.
Bei Britta Verhagen* lesen wir:
Über nur wenige Göttergestalten der vorchristlichen Zeit liegt ein so reiches Überlieferungsmaterial vor, aber kaum eine ist auch so rätselhaft geblieben und soviel umrätselt worden wie Odin-Wodan.
Über seine Herkunft ist ebenfalls viel geschrieben worden.
Die erste uns zugängliche Nachricht darüber verdanken wir dem isländischen Gelehrten und Geschichtsschreiber Snorri Sturluson (1178 -1241), der in seinen beiden Hauptwerken, der Geschichte der norwegischen Könige, genannt Heimskringla (nach dem ersten Wort der Handschrift), und der sogenannten Prosa-Edda, eine längere Abhandlung über Wesen und Herkunft Odins vorangestellt hat (7 f.).
* Britta Verhagen: Kam Odin-Wodan aus dem Osten? Zur Religion der germanischen Frühzeit. Grabert, Tübingen 1994 - kkk
In der Einleitung zur Heimskringla des Snorri Sturluson (bei Verhagen nach der Übersetzung von Felix Niedner) heißt es (Zusätze in Klammern von Verhagen):
Der Weltkreis, den das Menschenvolk bewohnt, ist durch Meerbuchten mannigfach gegliedert.
Bekanntlich erstreckt sich vom Njörvasund (Straße von Gibraltar) ein Meer bis zum Heiligen Lande (wörtlich Jerusalems-Land).
Von diesem Meer (dem Mittelmeer) geht eine Bucht nach Nordosten.
Diese heißt das Schwarze Meer, und sie scheidet zwei Erdteile.
Der östliche heißt Asien, den westlichen nennt man bald Europa, bald Enea.
Aber nördlich vom Schwarzen Meer erstreckt sich Großschweden (Rußland, damals von den schwedischen Warägern beherrscht) oder Kaltschweden...
Aus dem äußersten Norden aber, von den Bergen, die jenseits jedes bewohnten Landes liegen, ergießt sich ein Strom über (Groß-) Schweden hin, dessen rechter Name Tanais (Don) ist.
Vordem aber nannte man ihn Tanakwisl oder auch Vanen-Kwisl (Kwisl = Flußarm oder -Mündung).
Das Land zwischen den Donmündungen nannte man Vanenland oder Vanenheim.
Dieser Strom trennt die beiden Erdteile, der östliche heißt Asien der westliche Europa...
Das Land in Asien östlich vom Tanakwisl nannte man Asenland oder Asenheim, und die Hauptstadt des Landes hieß Asgard.
In der Burg aber lebte ein Häuptling namens Odin.
Dort war eine große Opferstätte...
Odin war ein großer Kriegsmann und wanderte weit umher.
Er war so siegreich, daß er in jedem Kampfe die Oberhand gewann.
Daher kam es, daß die Menschen glaubten, er müsse seiner Natur nach in jeder Schlacht den Sieg gewinnen (10 ff.).
In Kapitel 5 von Snorris Bericht heißt es:
Ein hoher Bergwall (Kaukasus) zieht sich von Nordosten nach Südwesten, der Großschweden (Rußland) von anderen Reichen scheidet.
Südlich des Gebirges ist es nicht weit bis zum Türkenlande.
Dort hatte Odin große Besitzungen (wohl nicht im Türkenlande, sondern im Kaukasus).
In jener Zeit zogen die Römerhäuptlinge weit in der Welt umher und unterwarfen sich alle Völker.
Viele Häuptlinge aber flüchteten vor diesen Kriegsunruhen von ihren Besitzungen.
Da aber Odin zukunfts- und zauberkundig war, wußte er, daß seine Nachkommen im nördlichen Teil der Erde herrschen würden.
Da setzte er seine Brüder Ve und Vili über Asgard, und er zog fort mit allen Diar und vielem anderen Männervolk.
Zuerst zog er westwärts nach Rußland und dann südwärts nach Sachsenland (Norddeutschland).
Er hatte viele Söhne.
Er eroberte Reiche weithin im Sachsenland und setzte dort seine Söhne zum Schutz der Länder ein.
Dann zog er nordwärts zur See und nahm seinen Wohnsitz auf einer Insel.
Der Ort heißt jetzt Odensee auf Fünen.
Dann sandte er die Gefion (Gabe. Im Asenkreis erscheint sie als Göttin) über den Sund aus, um neues Land zu suchen (13 f.).
An anderer Stelle heißt es:
Als der Asen-Odin mit den Diar in das Nordland kam, wird als wahr versichert, daß sie zuerst die Künste und Fertigkeiten ins Land brachten und lehrten, die die Menschen später ausübten.
Odin war der vornehmste von allen, und von ihm lernten sie alle Künste und Fertigkeiten, denn er war der erste, der sie kannte, und überdies mehr als die anderen (16).
Über vornehmen Männern sollte ein Grabhügel errichtet werden zu ihrem Gedächtnis.
Aber zur Erinnerung an besonders namhafte Männer sollte man Bautasteine errichten... (18).
Britta Verhagen schreibt:
Manche sprechen vorsichtig von "Einfluß", aber mir scheint es unmöglich, daß ein bloßer Einfluß derartige Veränderungen in Kultur und Wesen eines Volkes hätte hervorbringen können.
Es muß sich hier schon um einen kompakten Einfall und ein Ansässigwerden einer wenn auch dünnen Erobererschicht handeln (57).
Verhagen beruhigt sich damit, daß es wahrscheinlich blonde und blauäugige Skythen waren, die nur von ihren früheren Auswanderungen zurückkehrten.
Der vorsichtige Hinweis, es handle sich dabei wohl nur um eine "dünne Erobererschicht", läßt bei Verhagen immerhin gewisse Zweifel vermuten.
Sollte, zudem, diese herrschende Schicht ihre Kampfreiter-Scharen nach Hause, nach Asien, geschickt haben, wo sie eigentlich in ihre frühere germanische bzw. deutsche Heimat zurückgekehrt waren?
Dagegen hat Suevenar überhaupt keine Scheu, von einfallenden Hunnen zu sprechen.
Einig sind sich beide Autoren darin, daß es asiatische Steppenreiter waren, die Deutschland und Europa heimsuchten.
Diese reitenden und rasenden Steppennomaden aus Asien machten aus den behäbigen, seßhaften Kelten und Germanen unruhige Wandervölker.
Es ist etwas Unruhiges in ihr Wesen gekommen, etwas außerordentlich Wanderlustiges und Kämpferisches.
Sie lieben weit mehr als früher den Krieg und die Ortsveränderung... (67).
Tatsächlich ist zu dieser Zeit kaum einer der Stämme mehr in seinem alten Sitz, wie es Tacitus beschrieben hat.
"Gemeinsam ist allen", sagt Strabo von den transelbischen Germanen, "die innere Bereitschaft zum Wechsel des Wohnsitzes."
Dies alles hat sich aber noch vor der - in der Geschichte so genannten - "Völkerwanderung" abgespielt (68).
Ninck schreibt, so Verhagen:
Dem Leser isländischer Sagas oder eddischer oder skaldischer Lieder muß bald ins Auge fallen, wie ungemein häufig das Verbum fara-fahren, gehen, kommen mit seinen Stammverwandten vorkommt.
Götter und Helden sind beständig auf der Fahrt.
"Mir ist in allen meinen Tagen zu reisen auferlegt, zu reisen und zu fechten, bis auf meine Hinfahrt", sagt der alte Hildebrand im Hildebrandslied.
Der Häufigkeit, mit der des Fernhinziehens und des Schweifens gedacht ist, entspricht die im Norden geliebte Betrachtung des Raumes als einer Straße und eines in die Ferne weisenden Weges.
Ninck führt hier das Rätsel an, das Odin in der Edda dem König Heidrek aufgibt:
"Von Hause ging ich / Von Hause ging mein Pfad / Ich sah Wege auf dem Weg / Weg war unten / Weg war oben / Weg überall."
Ninck setzt diesen Hang zum Wandern und Schweifen in unmittelbaren Bezug zu Wodan-Odin, dem ewig Wandernden und Schweifenden.
Er spricht von der "merkwürdigen Schweifensunruhe" des Gottes.
Er ist ja auch scheinbar ein Gott des Sturms.
Aber "die Sturmbedeutung ist anscheinend nur eine Seite seiner allgemeinen Schweifensnatur. Diese ist nicht nur naturmythisch, sondern als seelischer Wesenszug, als das Kennzeichen seiner inneren Wesensbeschaffenheit zu verstehen" (69f.).
Odins "Rätsel" ist in Wahrheit eine klare Aussage.
Er war auf dem Weg und sah Wege, und zwar unten und oben, "Weg überall", auf der Erde, über die er ritt, am Firmament, in der Konstellation, im göttlichen Willen.
Auch die Mongolen verstanden sich auf ihren Wegen als im Einklang mit den kosmischen Bestimmungen.
Es war mehr als der Ausdruck einer Seele.
In den Seelen der wilden Reiter offenbarte sich vielmehr ein Falterschlag in der Geschichte der Menschheit, der Vorsehung Gottes.
Nach Verhagen sind die
Ähnlichkeiten zwischen gewissen Bräuchen der Steppenvölker und denen der Nordgermanen so zahlreich, daß an schon frühere Berührungen der Völkerschaften gedacht werden muß.
Sollte wirklich auch der Norden Europas den Einbruch eines Steppenvolkes in sein Gebiet erlebt haben und sollten diese Krieger aus dem Osten geblieben sein und sich mit der ansässigen Bevölkerung vermischt haben, so müßte sich das wohl auch in der Sprache des betreffenden Raumes zeigen (93).
Britta Verhagen kommt zu dem Schluß,
daß der Snorri-Bericht über die Herkunft Odins aus dem Dongebiet es verdient, ernster genommen werden, als dies bisher geschehen ist...
Er kam aus einer andersartigen Welt, das ist sicher, und dennoch ist er zum prominentesten Vertreter des Germanentums überhaupt geworden.
Die Heldensagen, die ganze Literatur der Völkerwanderungszeit wie des mittelalterlichen Island sind ohne ihn nicht denkbar.
Im Bauernglauben der alemannischen Gebiete hat er noch bis in die jüngste Zeit hinein das Wilde Heer angeführt.
Alle Versuche, die Bedeutung anderer germanischer Götter, vor allem die Donar-Thors, gegen die seine auszuspielen, mußten scheitern.
Diese Göttergestalt ist sichtlich mit ihrer neuen Heimat untrennbar verwachsen, sie hat ihn und er hat sie geprägt...
Der Anstoß aus dem Osten aber brachte Bewegung in diese ruhige Abgeschiedenheit... (168 f.).
So konnten die Völker germanischer Zunge - und nicht nur das deutsche - zu Völkern von Erfindern, Dichtern und Denkern, von Romantikern und Träumern, aber auch von scharf rechnenden Handelsleuten, Eroberern und Kolonisatoren werden (170).
Was hat es auf sich mit ihnen?
Sind sie ein Volk, eine Sammlung ethnisch verwandter Stämme?
Die volkskundliche Konvention sagt uns, es handle sich um nordische, also blonde und blauäugige Menschen, mithin um eine Rasse.
Woher kommt der Name "Germanen"?
Es seien "Ger-Männer" gewesen, die mit dem Ger, der Lanze, dem Speer kämpften.
Ein rheinischer Stamm trug angeblich diesen Namen.
Andere sagen, die Kelten hätten die "Germanen" so genannt.
Das ist alles ungesichert.
Gesichert ist die römische Überlieferung, und daß die "Germanen" selbst sich nicht "Germanen" nannten.
Der Name ist ihnen von außen auferlegt worden.
Wir finden ihn zuerst bei Poseidonius, der - im 1. Jahrhundert vor unserer Zeitrechnung - "Germanen" von Kelten und Skythen unterscheidet.
Dreihundert Jahre vorher war die Bezeichnung "Germanen" noch ein Sammelbegriff.
Den heute üblichen Gebrauch haben wir von Julius Caesar und Tacitus übernommen.
Wenn die Römer die Eingeborenen nördlich der Alpen "Germanen" nannten, müssen wir fragen, wieso sie es taten, was der Name bedeutet.
Es ist eine lateinische Bezeichnung.
Die heute geläufigen Erklärungen sind später hinzugekommen.
Ursprünglich haben wir GERMANITAS, das ist: Bruderschaft, Schwesterschaft, Verbrüderung.
Alles nach Langenscheidt.
GERMANUS ist "Bruder von denselben Eltern".
Es heißt auch: echt, wahr, wirklich, aufrichtig; aber das sind spätere Charakterbeigaben, wie wir sie etwa bei Tacitus finden.
Das einfache Wort GERMEN heißt: Keim, Sproß, Sprößling, Stamm.
GERMINARE heißt: keimen, sprießen.
Der Jahrhunderte vor Tacitus übliche Allgemeinbegriff war offenbar der authentische.
GERMANEN sind STÄMME, einfach so, Stämme, und zwar namenlose, noch nicht benannte, nicht näher identifizierte Stämme.
Bis heute ist - vergleichbar - in der deutschen Literatur von "Nomadenstämmen", "wilden Stämmen", "afrikanischen Stämmen", "Indianerstämmen" die Rede, ohne daß sich jemand die Mühe machte (und macht), diese "Stämme", vor allem ihre Menschen, näher kennenzulernen.
Das änderte sich, so daß aus den "Germanen" schließlich Sueven, Alemannen, Cherusker, Kimbern, Teutonen, Wandalen usw. wurden.
Man kam sich also näher.
Der gewissermaßen vorgeschichtliche "Name" GERMANEN war der einfachste gemeinsame Nenner für die "primitiven Wilden", dem ein Schuß Verachtung innewohnte.
Die "Germanen" machten am Ende einen Ehrennamen aus dem Begriff.
Die germanistische Wissenschaft bezieht GERMANISCH vor allem auf die germanischen und "indogermanischen" Sprachen.
Ich halte dies für eine Konstruktion - an der Geschichte vorbei.
Die Typisierung ist akademisch hergeholt.
In dieser "Wissenschaft" spielen sogenannte "Lautverschiebungen" eine große Rolle.
Die Kenntnis der Sprachen beruht jedoch auf der weitreichenden Konstanz von Wortwurzeln, die sich eben nicht "verschieben", allenfalls einen Umtausch der Zeichenelemente, vergleichbar den atomaren Teilchen im Molekül, vornehmen, um Analogien - sozusagen molekular - zu benennen.
Dem Worte nach sind "Indo-Germanen" - Hindu-Stämme.
Da wir mittlerweile ziemlich genau wissen, daß sich hinter den "Indo-Germanen" in - geschichtlicher - Wahrheit Hunno-Germanen verbergen, dürfen wir diese nun auch ganz schlicht - dennoch erregend - als Hunnen-Stämme identifizieren.
Die sogenannten "Indogermanen" sind Hunnogermanen, und das heißt: es sind die hunnischen, asiatischen Steppen-Nomaden-Reiter-Stämme, die hier Farbe hereingebracht haben.
Sie sind das europäische Urvolk, es gibt gar kein anderes.
Wir sind also alle Brüder und Schwestern, heißt "Germanen" (siehe oben), nämlich, weil wir von denselben eurasischen, kaukasischen Ureltern abstammen, vielleicht von jenen, die beim Zurückgehen der Flut ihre Arche auf den Berg Ararat im früheren Armenischen Hochland setzten.
Der Cheruskerfürst ARMINIUS ließe sich ohne weiteres, d.h. ohne etymologische Hindernisse, auch ARMENIUS nennen.
Die GERMANEN wären den ARMENIERN verwandt?
Interessant ist, daß in der hebräischen Forschung die ASCHKENASIM einmal als ARMENIER, ein andermal als GERMANEN interpretiert werden.
Ich denke, beides ist richtig.
Die rassische Gleichsetzung der Deutschen mit sogenannten ARIERN, es soll einen indischen ("indogermanischen") Stamm des Namens gegeben haben, verschleiert womöglich - sprachideologisch - den urhistorischen Zusammenhang mit den ARmenIERN.
Einigen wir uns freilich auf ASCHKENAS, den Erstgeborenen GOMERS, der der Erstgeborene Japhets war, eines der drei Söhne des Noah, so winkt den GERMANEN eine Bestätigung ihrer namentlichen Identität.
GOMER (GMR) gilt als ein nördliches Volk: Kappadokier oder/und Kimmerier, die mit den germanischen Kimbern identifiziert werden.
Mit GOMER (GMR) erhalten die "Germanen" unverhofft ihren ursprünglichen Eigennamen zurück, der von den viel späteren Römern aus Unverständnis oder Bosheit nur verbalhornt wurde (nach dem Lübecker Buchdrucker Johann Balhorn, 1528-1603).
Mit der "Entbalhornung" - aus GRM zurück in GMR - bescheinigen wir den "Germanen" - wiederum - eine hebräische Sprachwurzel.
Wir können also wählen: zwischen dem lateinischen Sammelbegriff und dem hebräischen Eigennamen.
ARMENTUM ist übrigens die Viehherde, ARMENTARIUS der Hirte; ARMENTALIS: in Herden weidend.
Wir kommen von der Steppe und den Viehnomaden nicht weg.
Die Germanen, Armanen, Armentarii scheinen tatsächlich mit dem Kaukasus dichter als etwa mit Skandinavien verwoben zu sein.
An der konkreten Geschichte scheiden sich die Geister von den Dämonen.
Suevenar schildert sehr anschaulich den Einfall der hunnischen Steppenreiter.
Auch in Norddeutschland kann man heute noch verdeckte hunnische Einflüsse bemerken: zwei Holzpferdeköpfe auf gekreuzten Dachgiebelstangen angebracht" (Sleipnir 1/96, S.37).
Die hölzernen Pferdeköpfe auf gekreuzten Latten am Dachgiebel galten in der NS-Zeit als typisch germanische Symbolik.
Die dieser Annahme immanente Wahrheit war allerdings nicht gemeint.
Bei Suevenar lesen wir (a.a.O.):
Der dänische Forscher Dan Hemming beschreibt in seinem Buch Die Rede der Goldhörner den ODIN der Edda als "finster und gefährlich, eine durch und durch unnordische Gestalt; er ist zwar sowohl überlegen wie weise, aber er ist falsch, treulos, ein Wüterich, Zauberer, ein gewissenloser Frauenverführer, blutdürstig, er will Krieg um des Krieges willen, er genießt Hinrichtungen, er ist der Gott der Gehenkten; Galgenvogel und Aasfresser folgen seiner Spur.
Aber er ist nicht nordisch, er ist das, was wir unter einer sehr groben Vorstellung als asiatisch verstehen möchten.
Wert sich zu merken ist auch, daß Snorri (also der Verfasser der Jüngeren Edda) ihn zum Asiaten macht, genauer bezeichnet: zum Türken.
Snorri meinte damit aber nur einen turktatarischen Nomadenhäuptling, der große Ländereien am östlichen Rand des Schwarzen Meeres besaß, sich als ODIN-Gott verehren ließ und dann, auf genau beschriebenen Anmarschwegen, seinen Kult in den Norden brachte.
Dan Hemming stellte auch etliche Parallelen zwischen Attila und Odin fest: die charakterliche Ähnlichkeit beider, ODIN auf seinem achtbeinigen Sleipnir und Attila, wie alle Hunnen, untrennbar von seinem Pferd, Odins Raben und Attilas Sperber...
Was Hemming nicht bemerkte und Lummert als "Doppelgespann mit Wagen" interpretierte: der achtbeinige Sleipnir symbolisierte eindeutig den hunnischen Kriegerbrauch, auf "acht Pferdebeinen" den Raum pausenlos und schnell überwinden zu können, durch das immer mitgeführte Ersatzpferd!
Der hunnische Odinkult führte zur Verrohung der nordischen Sitten...
Während Suevenar "die böse Gulvig" als "Goldgier" erklärt, mit all ihren Folgen (vgl. Völuspa 25-26), verweist Verhagen auf J.W. Hauer.
Hauer meint: "Die einzelnen Anspielungen der Strophen sind nicht mehr alle aufzuhellen.
Soviel aber ist aus ihnen zu erkennen, daß die Asen Gullweig (hinter der sich Freya als Seherin verbirgt) schlecht behandelten, daß man sie als eine böse Frau betrachtete" (134).
Obwohl ODIN "ein gewissenloser Frauenverführer" war, verwendet Suevenar, anders als Verhagen, keinen Gedanken auf die ethnisch-biologischen Folgen.
Er sagt unverblümt, daß damals Hunnen hier einfielen, finster-gefährliche Asiaten, denkt aber nicht daran, ob sie vielleicht hierblieben und sich mit den Einheimischen legierten.
Verhagen und Suevenar ergänzen einander.
Wir dürfen und müssen also annehmen, daß die Hunnen - wie ihre nomadischen Vorreiter und Nachfolger - bei uns ein- und ausgaloppierten, während die deutschen Historiker ihre Probleme damit haben, ohne sie freilich lösen zu wollen, weil das gesamte nordisch-germanische Rasseweltbild urplötzlich zusammenstürzen würde.
Der Rassismus verschweigt, was jedermann, der sich nicht blind macht, ohnehin weiß: daß die Hunnen und andere Steppennomadenreiter in uns sind, genetisch, daß sie zu unseren Vorfahren gehören.
Für diese Erörterung ist noch wichtig, was Suevenar angemerkt hat:
Der Hunnenhäuptling Attila hatte dann auch "die Inseln im Ozean" seiner Herrschaft einverleibt.
Attila beanspruchte überirdische Verehrung und ließ sich "Gott der Götter" nennen.
Aus Nordpersien hatten die Reiternomaden eine aramäische Handelssprache mitgebracht, was Lummerts Beobachtung von den hebräischen Einflüssen in der nordischen Götterwelt bestätigt (Sleipnir 1/96, S. 36).
online-Fassung
kuckuck
feder 8
III. quartal 1996
28. Juni 1996
1. Juli 1996
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Horst Lummert in kuckuck (kulikri)
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