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Erkenntnistheorie und politische Praxis - Seit 1973 - Redaktion: Horst Lummert
1982-03-23
bis
1984-08-24
* kkk - Die Briefe - in Auszügen abgedruckt - wurden unterschiedlich bewertet. Erich Knapp verstand sie als eher privat und vertraulich. Horst Lummert hat Briefe an den kuckuck als potentiell öffentlich - als per se für die Öffentlichkeit bestimmt - angesehen.
Das war eine Besonderheit des kuckuck von Anfang an, ein Gründungsprinzip dieser offenen proletarischen Alternative zur bürgerlichen und kleinbürgerlichen Verschlossenheit.
Der Verlauf der Korrespondenz zeigt, daß eine anders auszulegende redaktionelle Zusicherung nicht gegeben wurde und daß darüber letztlich Einvernehmen bestand.
Lummerts Fragen an Knapp waren ganz offensichtlich journalistisch-investigativer Natur.
Wer an den kuckuck schrieb, wußte, an wen er schrieb. Privatbriefe an den kuckuck gab es nicht.
Hinzu kam, daß der Briefautor den Empfänger wiederholt der Lüge zieh, was nur mit der Veröffentlichung der Briefe ausgeräumt werden konnte.
Der Abdruck in kuckuck 47 diente einer notwendigen Aufklärung. Die dokumentarische Wiedergabe seiner kkk-Beiträge im Internet
- siehe kkk-review:
setzt sich mit aktuellen Arbeiten Knapps fort:
NewCatch Strategien:
1982-03-23:
Meine Artikel in NEUE POLITIK, in denen ich die Friedensbewegung kritisiere - genauer: die "linken" Völkischen in ihr - wurden in mehreren der letzten Ausgaben publiziert. Teilweise habe ich sie nicht mehr, weil dummer Weise weitergegeben.
Nun habe ich gestern im kuckuck Ihre Geschichte über/mit Wolf Schenke und die Geheimdienstrivalitäten gelesen, mit Gewinn. Einiges ahnte ich, vieles war mir neu.
Das halbe Fundament der BRD, das Bündnis der Nazi und der Naziförderer (zwischen 1932 und 1944) mit den Kreisen der USA, die 1947 das Ruder zugunsten einer antisowjetisch-prodoitschen Politik herumwarfen, müßte ausgeleuchtet werden.
Ich glaube nicht, nachdem ich einigemale in den GRÜNEN und der Friedensbewegung mit Völkischen unwillentlich zusammengetroffen und aufeinandergestoßen bin, daß man diesen Dreck vermeiden kann; er ist überall wie die Metastasen eines nicht gründlich ausgeschnittenen Krebsherdes.
Aber die Tatsache, daß ich überhaupt in NEUE POLITIK meine antivölkische Meinung publizieren kann, gegen die Proteste von Leuten wie dem Inhaber des Strasser-Archivs beispielsweise, zeigt mir, daß diese Metastasen teilweise lebensschwach geworden sind.
Die größere Gefahr liegt m.E. in den nichtideologischen Machtnazis des Bonner Establishments und in den "linken" Neo-Völkischen (P. Brandt, Ammon, die "KPD"-Kader in den GRÜNEN, die Brüder Röhl, R. Havemann etc.pp.)...
Denn gegen diese "linken" Völkischen, die stalinistischen wie die demokratisch-sohzjalistischen, kann man ja nirgends voll angehen.
Es gibt offenkundig Verschwörungen, wenn auch nicht immer abgesprochene.
Aber das doitsche Staatsvieh, zu dem die meisten Demokraten seit 1848 bereits gehören, hat Witterung für seine Gegner und hält gegen sie zusammen, Nazi wie Sozi, Angepaßte wie "Nonkonformisten".
Es stimmt völlig: erst wenn wir mit diesem Problem fertig werden - und das können wir erst, wenn wir es erkannt haben -, werden wir für Frankreich bündnisfähig.
Dann aber hätten wir auch Einfluß auf die französische Innenpolitik.
Denn wenn der doitsche Rhein potentiell wieder rheinbündisch ist, hört es in Paris auf mit der verständlichen Dauerreaktion, daß von dort nichts Gutes zu erwarten ist und daß man auf die Dortigen keine Rücksicht zu nehmen braucht.
1982-04-16:
Ihre Fragen verlangen mir viel ab, vor allem Verzicht auf "taktische" Teildarstellung.
Ich muß also ganz offen sein, d.h. den Leser überbürden mit scheinbar gegensätzlichen Aussagen.
Das war schon immer meine Crux, ich habe mir deshalb, um überhaupt politisch wirken zu können, angewöhnt, stets nur Details für eine bestimmte Periode zu artikulieren; waren damit Zwischenziele erreicht, kam das nächste Detail usw..
Das kotzt mich an, drängt mich zu immer größeren Rückzügen aus der Politik.
"Sollen sie doch verrecken, wenn sie nicht anders wollen, warum sich für DIE dreckig machen?!".
Wenn ich Ihnen nun so antworte, wie es sich nach Ihrem Brief gehört, muß ich Sie bitten, unsere Korrespondenz vertraulich zu behandeln.
Auch ohne Ihre Zusage gehe ich jetzt schon davon aus, daß Sie das tun werden.
Zugleich fürchte ich, daß Sie alsbald sagen: Ach laß mich in Ruh' mit Deinem Sowohlalsauch und den Sätzen in Klammern!
Bin ich denn in der Friedensbewegung wirklich drin?
Wohl ja, denn ich habe, damals im BuVo - Bundesvorstand - der GRÜNEN, an ihrem Start mitgebastelt, mit positiven Vorschlägen, Fehlern und alsbaldiger Selbstkritik/Kritik.
Wie müßte ich dann aus ihr austreten?
Durch schweigenden Rückzug?
Ich bin ja eh keiner ihrer Sprecher.
Oder durch weitere verstreute Kritik, z.B. in Studien von Zeitfragen?
Die werde ich leisten, wohl auch aus den GRÜNEN austreten.
Aber den Krieg werde ich auch danach verhindern wollen.
Nun glaube ich nicht, daß es anti-amerikanisch ist, wenn man die Raketeninstallation verhindern will.
Die Leute in Utah, die die MX verhinderten, sind auch nicht anti-amerikanisch.
Ich als früherer Fulbright-Stipendiat, als von der US-Army von den Nazis Befreiter liebe die Amerikaner, liebe und achte sie, was ich beides für die Doitschen (Tucholsky) nicht fühlen kann.
Die amerikanische Revolution, Unabhängigkeitserklärung, Verfassung, Jefferson, Lincoln: meine Leit- und Vorbilder.
Aber die Rassisten, Ku-Klux-Klaner, die korrupten Politiker, die Macht und Korruptionsgewalt des großen Kapitals, den US-Imperialismus habe ich schon, zusammen mit meinen amerikanischen Freunden gehaßt, als ich noch drüben war.
Und die Bonner Nazimischpoke hasse ich noch mehr.
Wenn man der Ansicht ist, wie ich, daß die Raketeninstallation eine sowjetische Aggression provozieren muß und daß sie unser Land zerstören wird, dann sind die USA, so wie sie außenpolitisch geworden sind, der Feind unseres Lebens...
Und warum sollte ich, selbst wenn die Doitschen 98% der hiesigen Bevölkerung ausmachen, mein Land in Schutt und Asche versinken lassen wollen, nur damit ich DIE endlich los werde?
Daß Sie und einige wenige weitere Köpfe so schnell, sofort den Teufel in der Friedensbewegung erkannt und Alarm geschlagen haben, ehrt Sie, Ihre Sensibilität und - eigentlich ein Synonym - Intelligenz.
Mich haben Sie dadurch bestärkt.
Ich stimme Ihnen auch darin zu, daß die Furcht vor der Neutronenbombe tiefenpsychologisch ein Angezogensein durch menschenvernichtende, sachenschonende Mechanismen ist - bei allen Völkern, die die technologischen Fortschritte der letzten beiden Jahrhunderte zustande brachten, also bei den Doitschen zuvörderst.
Ihr Hinweis auf die evangelischen Pastoren war mir ebenfalls sehr wertvoll.
Dieser Sofort- und Radikalpazifismus wird doch gar nichts bewirken, keine graduelle Abrüstung und Entspannung und kein Nachdenken bei Bundeswehrleuten, wird also der Entfaltung des nächsten Holocaust höchst dienlich geworden sein.
Die unpolitische Haltung der lutherischen Obrigkeitskonfession, die sich in die Politik begibt, bleibt blind.
Aber deshalb werde ich ums Verrecken nicht ins Katholenlager, zu den Kriegschristen, zu den Ideologen des "gerechten" und des "ungerechten" Krieges, zu den Kreuzzüglern, Ketzer- und Hexenverbrennern, zu den Macht- und Gewalthierarchen, zu den Indizierern zurückkehren.
Ecrasez l'infame!
Das was ich will als wirkliche Res publica auf dem Boden des preußisch-kleindeutsch okkupierten Landes, soll Bayern nicht umfassen!
Bayern den Bayern, Preußen-Sachsen-Mecklenburg den Ostelbiern - und, wenn sie es wollen, Niederdeutschland dazu.
Der doitsche Arbeiter heute, verkleinbürgert, ist eine fremdenfeindliche Nazisau...
Das Proletariat bei uns befreien, das kann nur heißen, es von seiner Nazihaftigkeit, die ihm unter den Nazis noch nicht zueigen war, befreien...
Wenn das doitsche Proletariat aber nazihaft gemacht worden ist, dann wird es sich als Klasse auch nicht befreien können, muß es befreit, d.h. in der ersten Etappe umerzogen werden.
Stellvertreter-Bürokratie also?
Ich weiß es nicht.
Es ist nichts mit dem ML-Rezept, aber auch nichts mit dem "demokratischen", das zwar ein gutes Ziel bezeichnet, aber keinen gangbaren Weg zeigt.
Deshalb adoptierte der Selbstverwaltungssozialist und Antileninist Dutschke ja, unabhängig von den Stalinisten der "KPD", 1976 den doitschen Ethnochauvinismus, gesamtdoitsch Rudi Deutschke.
Wolf Schenke: Ich habe als Vorbehalte, wenn auch ohne Ihre detaillierten Kenntnisse, Distanz zu ihm bewahrt.
Er hat mich 1980 kontaktiert, nicht umgekehrt.
Nun, da ich ihn persönlich etwas näher kennenlernte, zweimal auch einige aus seinem (früheren?) Freundeskreis, ist die Skepsis nicht gewichen.
Eine politische Zusammenarbeit kann immer wieder enden...
Aber: Kann ein Mensch sich nie ändern, nie dazulernen?
Immerhin fordert die BI - Bürgerinitiative - "Frieden durch Neutralität", deren einer Sprecher Schenke, deren beide andere mein Freund Fondermann und ich sind, Neutralität - nur für die BRD, und kein Wort von gleichgewichtiger Neutralisierung beider deutscher Staaten oder gar deren Wieder- oder Neuvereinigung!
Mag man das als eine Begünstigung der DDR oder des Warschauer Pakt-Systems verleumden, lieber das, als ins doitsche Horn stoßen!
Und dann hat der Holsten-Verlag immerhin die Schmidt-Biografie von H. W. Kahn publiziert, die makellos ist, und die Werke des Philosophen Nikolaus Koch (Vgl. kuckuck 42e-h, S. 141 ff. - kkk).
1982-04-22:
Unsere Hoffnung: daß sich Niederdeutschland (mit oder ohne Westfalen) und Nordhessen (Hessen-Kassel) einerseits, die DDR andrerseits über die Form ihres Zusammenlebens einigen; daß Bayern unabhängig wird; daß der rheinische Rest (das meint natürlich nicht nur die ehemalige Rheinprovinz, sondern auch die Kurpfalz, Kurmainz, Kurtrier, Südbaden, Württemberg, Saarland, Nassau) mit Frankreich und BeNeLux eine Föderation bildet...
Wenn die Hintermänner der Reagan-Administration so klug und geschichtskundig wären, hierfür mit aberwitziger Ausdrucksweise über den Werbeschauspieler die Initialzündung geben zu wollen, dann könnten sie nur im Council on Foreign Relations sitzen und würden das mit Leuten wie Carrington absprechen.
Es wäre genial!
Dann müßte man aber in der BRD in die Friedensbewegung hineingehen und gleichzeitig ihre ethnochauvinistische Superstruktur, die ihr aufgebuckelt wurde, bekämpfen.
Genau das habe ich getan; und Sie haben mir argumentativ geholfen, wobei ich bedaure, Sie erst so spät kennengelernt zu haben (Ausgangspunkt war ja der 10.10., den ich mit herbeigeführt und schon im Entstehen kritisiert hatte)...
Aber wenn hier Köpfe wach werden, beginnt die zweite Phase.
... Wir alle aber können nicht in gesamtdeutsch machen, erstens weil das sowieso der zweite vor dem ersten Schritt wäre, zweitens weil man nicht von Nation sprechen kann, ohne den Begriff endlich demokratisch verstanden zu haben, statt traditionell romantisch-deutsch, nämlich ethnisch.
1982-04-24:
Und das "Völkerrecht", das immer nur nach staatlichen Rechtstiteln fragt, also aus der Vergangenheit Rechtstitel zusammenklaubt, hat sich doch nun wieder als inhumane Pseudowissenschaft entlarvt:
Niemand anderes hat das Recht, über Territorien zu bestimmen als die Menschen, die auf ihnen leben.
Nicht die Staaten, nicht die Toten, nicht die Tonscherben.
Nur die Lebenden!
Das ist ein revolutionärer Grundsatz, der gegen alle Etatismen und ihre Amtsanmaßungen durchgesetzt werden muß.
Je älter ich werde, je dringender mein Wunsch, noch die Anfänge einer menschheitlichen Revolution zu sehen, desto militärischer denke ich.
Weil die Gewalt sich seit 1917 immer als stärker erwiesen hat als der emanzipierende Drang, weil Mittelwesteuropa an der Gewalt fett wurde, hoffe ich nur noch auf dosierte Zusammenpralle von Gewaltinstitutionen.
Nur sie erzeugen den Schmerz, der die Fettleibigen zum Denken und befreienden Handeln treiben kann, ohne sie auszulöschen.
Der begrenzte Krieg, also, daß Krieg überhaupt anachronistisch ist, der anachronistischere Anachronismus, kann, da die gesellschaftliche Vernunft der Gewaltlosen sich nicht politisch auskristallisiert, den Ursachen der Kriege zu Leibe rücken.
Südamerika oder Teile von ihm außerhalb des einen der beiden Gewaltblöcke, bedeutet ein Schritt weg vom alles vernichtenden Krieg der Größten.
Ich schreibe Ihnen das nicht nur, weil es aktuell ist, sondern mich beschreibt im zögernden Absprung vom versumpfenden Ufer der Linken.
1982-05-03:
Die Nazifamilien - höchst scharfsinnig, für mich ganz neu.
Fast zufällig bekam ich dieser Tage das April-82-Heft von DIAGNOSEN, das ich Ihnen wegen der Inhalte (Verschwörungstheorien mit teilweise echten Fakten, aber das "Weltjudentum" nicht ein Mal genannt und doch als Zentrum der "Verschwörung" aus den einzelnen Artikeln bestimmbar) und dem Namen des Herausgebers (Ekkehard Franke-Gricksch; da gab es doch in den 50ern einen ähnlichen Namen?, und der gehört nicht vielen Familien) empfehle...
Das, was wir Hitler-Opfer und Feinde "der Hitler" (die hießen nur selten "Nazi" bei uns und nie "Faschisten" - einer der blödesten Ausdrücke nebenbei, aber bei uns gut benutzbar: ein Völkischer wie Bahro, Stalinisten wie die "KPD"ler, Rassisten wie die "Solidaristen" brauchen keine "Faschisten" zu sein und können doch mit dem Nazismus fortfahren) wollten, das ist nichts geworden.
Ich kenne den deutschen Hofhundcharakter.
Er möchte köpfen, und der GG-Artikel 102 steht dem entgegen...
Daß man den Artikel 102 nicht ändert, damit man uns köpfen kann, veranlaßt mich nicht, an dem Lappen GG - Grundgesetz - zu hängen.
Weg mit ihm und dem Bonner Staat!
Und wenn dann die Westdeutschen offen zeigen, wer sie sind - Nazi nämlich -, dann wacht vielleicht der Westen rechtzeitig auf und der Osten auch.
Ach nein, ich erzähle jetzt nicht die story, wie ich dem Ahlers, damals im BPA - Bundespresseamt -, in die Parade fuhr wegen eines Artikels (so im Ton: das ewige Rußland, Tauroggen, Graf Brockdorff-Rantzau, Hitler-Stalin-Pakt, mit deutlicher Spitze gegen Polen), 1970 war das, wie dann Hansen eine Kleine Anfrage stellte, Ahlers log, ich das wieder aufdeckte, aber Hansen das Thema für abgegriffen hielt und nicht nachstieß, Ahlers meine Entlassung prüfen ließ, bei linken Juristen auf Sand lief, und Wehner Ahlers grob empfahl, "die Hände von" mir zu lassen, was er tat... (Vgl. kuckuck 42a-d - kkk)
... es gibt Übervölkerung, und sie hat zunächst nichts zu tun mit der Nahrungsmittelverknappung durch den Kapitalismus, wohl aber mit der westlichen Medizin, die eine Gesellschaft wohltätig traf, die diese nicht selbst entwickelt hatte.
Nicht DER Westen hat hier zu helfen, schon gar nicht der Genozid-Westen, aber wir im Westen müssen schon mithelfen.
Die Pille ist dabei ein vorläufiger Notbehelf, besser als Hunger und Krieg.
Aber auf Dauer nützt nur die soziale Revolution, weltweit, und dann eine andere, nichtantagonistische Ethik, die der Marxismus bestimmt nicht liefern kann.
1982-05-06:
Mir platzt der Kragen, die SPD muß vernichtet werden, weil sie die Agentur ist, die die Humanisierung der Deutschen am wirksamsten verhindert...
1963 schlüpfte ich ins AA - Auswärtige Amt -, ohne meine Mitgliedschaft in der SPD bei den Einstellungsgesprächen zu entdecken, erst zwei Monate später und in Fort Lamy/Tschad, wenn auch noch in der halbjährigen Probezeit, machte ich kein Hehl mehr daraus.
Allmählich erfuhr ich, in was für einer Nazibehörde ich war...
Gut, das GG - Grundgesetz - könnte mit demokratischem Leben erfüllt werden, zugegeben.
Nur, letzteres gibt es einfach nicht!
Infolgedessen ist das GG und unsere relative Bewegungsfreiheit - Theresienstadt war doch objektiv ertragbarer als Auschwitz, nicht wahr, und deshalb auch vorzeigbar - nichts als eine gute Verkleidung des Ewigen Nazismus.
Auch mit Theater-Dekorationen kann man den eisigen Nordwind notdürftig abhalten, wenn man das Glück hat, direkt hinter ihnen kauern zu können; aber die Eiszeit ist mit ihnen keine Sekunde aufzubalten.
Also die Klamotten runter, auch wenns scheußlich wird!
Wir könnten uns die Lungenentzündung holen?
Wahrscheinlich.
Da muß jeder für sich Bilanz machen.
Ich bin 50, mein Leben ist gelaufen, meine politischen Hoffnungen - ich hätte nur "glücklich" werden können in einer Demokratie - ohne Aussicht auf Erfüllung in diesem Land, das ich als Landschaft liebe.
... Beide, die Raketennazis und die Antiraketennazis werden diese Spottgeburt einer Nazidemokratie (was ja auch das Dritte Reich war, das keine Diktatur gegen die Mehrheit gewesen ist) zerreißen.
Ich habe mich entschieden.
Jetzt kenne ich wenigstens zwei Menschen, die sehen können, daß Schmidt Hitlers Sohn ist.
Die Locke, der miese Mund, der Kasernenton, die Teppichbeißerei, die Kälte und Härte, die blitzschnellen Entschlüsse, die vor der Scham gefalteten Hände, die künstlerische Begabung, die Schildermütze - wie der Papi aus Braunau.
Schade, daß der seinen Dialekt und seine Schreistimme dem Strauß vermacht hat.
Naja, Adolf war gerecht, wollte keinen Alleinerben.
Was fällt Ihnen zu Wischnewskis Visage ein?
Daß jeder Mensch ab 30 für sein Gesicht verantwortlich ist?
Verbrecheralbum?
Und Genscher?
Kreisleiter der NSDAP!
Von dieser sächsischen Familie hört man überhaupt nichts.
Ich wette, das waren dicke Nazi.
... Und Frankreich ist westlich dank der Katharer, der Hugenotten und Waldenser, der politiques und Michel de Montaignes, Henri IV, Richelieus, Mazarins...
Meine Gründe, keinen Krieg bei uns zu wollen, sind rein egoistisch-familien- und freundespolitische...
Eher, das ist meine ultima ratio, rate ich Frankreich, mit Plutonraketen die BRD zu perforieren, als daß eine Vereinigung deutscher Staaten stattfindet!
... Was liegt mir an deutschen Mordhöhlen.
Ich bin ihr glimpflich entkommen.
Für wen sollte ich noch mehr riskieren?
Die Deutschen lieben und achten einen Wischnewski, weil er gezeigt hat, daß er betrügen kann und viele Menschenleben riskiert.
Sollen sie den Becher austrinken, ich warne sie nicht!...
Es gibt über die Kapitalismuskritik, über die Aufdeckung der Absichten rassistischer Malthusianer hinaus einen objektiv wahren Kern in der Übervölkerungsproblematik und überhaupt im Thema der Ökologie.
Er wird in der Tat den Rechten und Malthusianern überlassen.
Die Linke, die es bei uns nicht gibt, ist draußen schlicht dumm geworden.
Also wird auch sie verschwinden wie alles Überholte.
... Ich spreche von der Konkurrenzbourgeoisie.
Sowie von den Bauern, in denen, anders als bei den total domestizierten Fabrikheloten, zwar Naturknechtschaft tief ins Unterbewußte gesenkt ist, aber auch Unabhängigkeit von dar Diktatur des Sekundenzeigers...
Nur zu, nur weiter mit der Begünstigung der Monopolisierung und Zentralisierung durch die Sozis!
Je weniger (miefige, zugegeben) Unabhängigkeit im selbständigen Kleinbetrieb, desto manipulierbarer die von Großkapital und Staatsmaschine Abhängigen.
1982-05-12:
Ich jedenfalls verdanke meinen Gefühlen immer den ersten richtigen, wegweisenden Impuls...
Ich habe fast lebenslang über Katholizismus und Protestantismus nachgedacht.
Hier Lebensfülle und Genußfähigkeit, dort Kahlheit und eine für uns Proleten lächerliche Überdrehtheit.
Hier Heimtücke, dort eine größere Offenheit und Fairness, Lüge nicht derart bewußt und als Waffe benutzt.
Hier der schwarze Verleumder, dort der Pastor Scriba, der auch in SS-Uniform auf die Kanzel trat...
Aber fraglich ist, ob ich vergeben darf, was mir, einem damals ganz anderen Menschen, ohne alle Fähigkeiten des Begreifens und Verarbeitens und ohne schützende Schalen, geschah.
Ich bin heute ein anderer.
Und vielleicht gibt es einen kleinen Bub, der heute das ist, was ich damals war?
Er könnte ja ein kleiner Türke in Altötting sein...
... - Ich denke, daß der, dessen Mame als Matreya neulich angegeben worden ist, wirklich kommen wird.
Nicht als metaphysisch Hereinbrechender, sondern als Logik für eine ratlos gewordene Menschheit.
Der Traum von drei Rabbinern vor ca. 3 Jahren, der Messias sei auf der Erde angekommen - diese Zeitungsmeldung war mir eine der wichtigsten.
Nicht eine mystische Erwartung drücke ich damit aus, sondern die Einsicht, daß ein menschlicher Kristallisationskern binnen kurzem auftreten wird, der alle Erwartungen an sich bündeln wird, weil drei Rabbiner sowie einige andere Menschen davon sprachen.
Die Zeit ist reif, die sensiblen Menschen sind ratlos, was offen bedeutet, vor dem Abgrund von Krieg und ökologischer Katastrophe retten wir uns mit unserer Kleinkleinpolitik nicht mehr.
Ich greife DIE GRÜNEN jetzt immer stärker an.
Das zu können, verdanke ich auch Ihren Arbeiten.
Ich schicke Ihnen demnächst den ersten Schlag zu.
Sie werden nicht alles billigen.
Der zweite Schlag wird aber gerade von denen nicht mehr mitgetragen werden, die auch Sie im Visier haben.
1982-06-29:
An dieser Katastrophe - die Endlösung der Palästinenserfrage ist ja nur ein Teil der ganzen Weltkatastrophe - trägt Europa die Schuld samt allen Christentümern und jedem Aufstand gegen diese, der nicht radikal sich von diesen unterschied.
Marx war nicht radikal genug.
Mag sein, daß er's für sein Jahrhundert gewesen ist.
Der Marxismus ist auf alle Fälle ein europäisches Kirchenchristentum.
... Ziemlich klar ist dennoch, daß Schenke und ich eines gemeinsam wollen: den Tod dieser Nazirepublik (so nenne nur ich sie)...
Da ich von mir selber Lernprozesse kenne, muß ich meinen Mitmenschen dasselbe unterstellen.
Ich kann mir vorstellen, wie junge Leute in den 20er und 30er Jahren, beeinflußt vom damals publizierten Informationsstand, so dumm "Nationalsozialisten" wurden wie ich einmal Sozi.
Nazi und Sozi ist man, falls nicht selbst an Verbrechen beteiligt, immer erst, nachdem der Betrug offenkundig wurde.
Der junge Schenke, ein Deutscher in Deutschland, ohne Berührung mit kontradiktorischer Information (und die der SPD war so dünnschissig wie seit 1912 und bis heute, die der KPD stalinistisch-verlogen), wahrscheinlich so angeekelt vom Weimarer Parlamentarismus wie ich vom Bonner, ging in die NSDAP und machte eine Art von Karriere.
Ich bin nicht mehr imstande, puristisch den Stab über Menschen zu brechen, die politisch irrten, solange sie keine Verbrechen begingen.
Ich habe selbst geirrt, wenn auch in anderer Weise.
Ich habe für die Bonner Republik gearbeitet, und diese mag in einem größeren und ebenfalls bewußt verursachten Holocaust enden als das Nazireich.
Daß ich Abstand zu Bonn gewann, könnte ungenügend sein.
Könnte zur Entlastung nicht hinreichen, wenn das Ausmaß des Unglücks eine kompromißlosere Distanzierung, also z.B. einen Tyrannenmord an Bonner Volkslieblingen erfordert haben würde.
Zudem: Seit ich lebe, von einigen Monaten nach meiner Geburt und denen in den USA, als ich kaum einen Deutschen getroffen habe, abgesehen, habe ich immer unter (zuerst wirklich ganz unten!) Nazis gelebt, als Naziverfolgter, als SPD-Mitglied, als AA-Typ.
Die schlimmsten Nazis, auch im AA, waren übrigens die, die nie einer NS-Formation angehört hatten.
Die brauchten ja keine Angst zu haben vor immerhin unbequemen Entlarvungen der Vergangenheit.
Der katholische und sozialdemokratische Antifaschist war oft der härteste Mentalitätsnazi.
Vergleiche ich aber die Ehemaligen in Staat und Partei mit denen, die ab 1949 draußen vor blieben, dann sind mir die letzteren, mit Ausnahme von SRP, DRP, NPD usw., lieber.
Die SS-Visage von Schmidt, die Gauleitervisagen von Strauß, Genscher, Kohl sagen deutlich, wo die ungebrochenen Nazis sind.
Sie fragten mich nach meiner Meinung zu Velikovsky...
Als Nichtfachmann kann ich nicht beurteilen, ob seine kosmologischen und althistorischen Theorien Wirkliches beschreiben.
Mir wär nur recht, wenn es so wäre.
Denn eine möglichst radikale Revolution, Ruptur unserer kosmologischen und menschheitsgeschichtlichen Meinungen schüfe einige Voraussetzungen für die dringend nötige politische Revolution.
Daß dabei die monotheistischen Religionen endgültig unglaubwürdig würden, mir kanns recht sein.
Sie machen sich verdienstvoll durch die Publikation der Briefe und Schriften Christoph Marx'.
Der Widerstand, gegen den er offenbar seit langer Zeit angeht, ist erstaunlich stark und weitverbreitet.
Eigentlich eine Weltdiktatur des Schweigens.
Dänikens Blödsinn zu publizieren erlauben dieselben Kreise, die Velikovskys Werke sabotieren.
Für einen Nichtfachmann ist das ein Beweis der Gültigkeit seiner Theorien.
Sie können sich denken, daß mir als GRÜNEM von Zeit zu Zeit Schriften der Ludendorffer auf den Tisch kommen.
"Induziertes Irresein", Priesterherrschaft als letzte Gründe politischer Katastrophen werden gerade von ihnen angegeben.
Der nazistische Holocaust als letztlich zurückführbar auf die faschistisch-nazistischen Agenten der Venuspriesterschaft in Rom, diese Aussage von Velikovsky und Chr. Marx wird die Ludendorffer interessieren.
online-Fassung
kuckuck 47
I/85
18. Feb. 1985
kokhaviv press:
Horst Lummert in kuckuck (kulikri)
kokhaviv publications > kuckuck network > archive
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