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Weltbühne
XIII. Jg. (1958), S. 991 f.

Ein zweigesichtiges Chinabuch

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Wolf Schenkes Neue Weltmacht China (Holsten-Verlag Hamburg) kann im Adenauer-Staat dazu beitragen, alte Vorurteile über Volkschina zu beseitigen; leider gibt sich der Autor jegliche Mühe, neue zu erzeugen.

Dies zur Begründung der Überschrift.

Es ist zu begrüßen, daß ein Mann bürgerlicher, wenn nicht rechtsbürgerlicher Weltanschauung den groben Lügen der Kalten Krieger warnend entgegentritt.

Das ist gut für die Sache des Friedens.

Wolf Schenke, ein fein beobachtender Chinakenner, verfügt über ungewöhnlich reiches Erfahrungsmaterial.

Es ist nützlich, wenn ein Autor, der den Krieg im anderen Lager miterlebt hat, dennoch eine im großen und ganzen korrekte Darstellung der chinesischen Revolution gibt.

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Es ist nützlich, wenn der westdeutsche Bürger aus dem Munde eines "unverdächtigen" Zeugen ein unverzerrtes und deshalb eindrucksvolles Bild von dem Wirtschaftsaufschwung Chinas erhält.

Der Autor gibt nicht nur wirtschaftliche Daten wieder, sondern begleitet sie mit einem verständnisvollen Kommentar.

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Aber warum muß ein Mann, der sich zu Konfuzius und Laotse bekennt (was ihm unbenommen bleiben soll), unbedingt Mao Tse-tung gegen Karl Marx ausspielen?

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Aber der Spaß hört auf, wo der Autor anfängt, geschmacklos zu werden.

Und das geschieht, wo er sich einfallen läßt, Vergleiche mit der NSDAP zu ziehen (die er offenbar besser kennt als die Schriften von Karl Marx).

Der Pferdefuß wird auch im letzten (wichtigsten und positivsten) Teil des Buches sichtbar.

Während der Autor die Rolle Chinas als neue Weltmacht überzeugend und eindrucksvoll darstellt, kann er es sich nicht versagen, von der antihitlerschen Koalition im zweiten Weltkrieg ein Bild zu zeichnen, das dem Völkischen Beobachter entnommen sein könnte.

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online-Fassung

kuckuck 8
1975, Sommer

kokhaviv press:
Horst Lummert in kuckuck (kulikri)

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