|
Erkenntnistheorie und politische Praxis - Seit 1973 - Redaktion: Horst Lummert
Seite 01
***
Merke:
Es macht immer einigen Krach, wenn man mit dem Gerümpel der Vergangenheit aufräumt.
Gotthart Ammerlahn (NP 13/70)
***
Das ist falsch. Es ist wenigstens das dritte!
Hier sind die andern:
Aus dem zweiten - Reise an der gelben Front (siehe hierzu auch Briefwechsel Rolf Peters/Wolf Schenke, S.04-07) - lesen Sie auf den Seiten 08 bis 16 einige Auszüge (in Klammern jeweils die Seitenzahlen). Wer davon weiß, versteht die NP-Weltsicht besser (und Schenkes Rolle in China), vermag auch Bücher wie etwa Mit China allein kritischer zu lesen.
Weitere Einzelheiten runden das Bild ein wenig ab - ein gewiß unzureichender Ersatz für das von Rolf Peters geforderte Selbstporträt Wolf Schenkes. Zu einer abschließenden Analyse des Falles sind die bekannten und z.T. vorab veröffentlichten Fakten wohl noch nicht umfassend genug. Wichtiges bitte wieder an die obige Anschrift.
Noch eines: Die politische Linke in der BRD und in Westberlin hat gegenüber der israelischen Politik im Nahen Osten klar Stellung bezogen. Die Springer-Presse versuchte immer wieder, diese Haltung als "antisemitisch" zu diffamieren. Dabei ist ihr die Luft ausgegangen. Solche Demagogie verfängt einfach nicht.
Im Falle Schenke stehen wir offensichtlich vor einer Demagogie ganz anderer, nämlich entgegengesetzter Art: daß hinter dem Schirm "linker" Kritik alter Antisemitismus als "Antizionismus" einen neuen Reigen tanzt. Dem haben wir sehr kräftig auf die Füße zu treten.
***
... gibt es genug Anhaltspunkte dafür, daß es mit dem deutschen Volke noch nicht so weit ist und es sich... aus dem Schlamm noch wieder herausreißen wird...
Schenke in Der Anti-Schlamm (1959, S.66)
***
Seite 02
Die bescheidenen Versuche, ein wenig Licht in das Schenke/VDNV/AUD-Dunkel zu bringen, haben bei einigen Verwirrten - wie zu erwarten - noch mehr Verwirrung gestiftet.
VDNV-Vorstandsmitglied und -Pressereferent Lorenz Held* schrieb in der NP (18/71): "Bei der 10. ordentlichen Generalversammlung der VDNV, Vereinigung für überparteiliche gesamtdeutsche Politik, am 17. und 18. April 1971 in Hannover, wirkten noch die Angriffe durch Herrn Lummert und den Berliner Extradienst nach..."
Das AUD-Vorstandsmitglied Dr. Klemens Döpp, beim Techtelmechtel mit den VDNV-Neofaschisten als einer der AUD-Partner hervorgetreten, erhielt väterliche Schützenhilfe aus Westfalen. Prof. Dr. H. Döpp-Vorwald schrieb mir auf einer Postkarte:
"Nach der Lektüre Ihrer Information für Mitarbeiter und Leser der in Hamburg erscheinenden Wochenschrift NEUE POLITIK, April 71 ersuche ich Sie, mich in Zukunft mit dergleichen emotional-ideologischen und ordinär-gehässigen Expectorationen zu verschonen."
Die ständige Mitarbeiterin in NP- und Holsten-Verlag und Ehefrau des Verlegers, Frau Schenke, schrieb auf den an sie gerichteten Umschlag die Worte "Annahme verweigert" und schickte ihn samt Inhalt an den Absender zurück; getrost, für die Lektüre stehen die an Boß und alle andern Mitarbeiter gelangten Exemplare zur Verfügung. Denn die kamen wohlweislich nicht wieder nach Berlin.
Die AUD scheute nicht die Kosten für eine Anzeige im Berliner Extra-Dienst (36/71): "Entgegen anderslautenden Gerüchten ist die AUD - Aktionsgemeinschaft Unabhängiger Deutscher - keine rechtsradikale Organisation."
Im Hintergrund hat sich unterdessen noch einiges abgespielt, was für Mitarbeiter und Leser der NP von Interesse sein müßte, wovon aber aus der NP nichts zu erfahren ist.
Peter van Spall übersandte mir die Kopie eines Schreibens:
Ich bat den NP-Herausgeber und VDNV-Mitbegründer Wolf Schenke am 21.4. telefonisch darum, sich klar und unmißverständlich von den in der VDNV-Schriftenreihe veröffentlichten faschistischen "Weltanschaulichen Grundlagen" des Vorstandsmitgliedes Langer zu distanzieren.
Er konnte meinem Wunsch nicht nachkommen, was ich nach dem Lesen von Lummerts Information für Mitarbeiter und Leser der NP verstehe.
Nach dem Abdruck meines Textes "Was versteht die NP und ihre Leserschaft unter Sozialismus?", der am 10. April zusammen mit einer Erwiderung Wolf Schenkes erschien und die mit keinem Wort auf den Langer-Text eingeht, aber dafür Ausfälle gegen die "parasitären Kommunen" enthält, wurden mir alle anderen Manuskripte zurückgeschickt.
Herr Schenke teilte mir dazu in seinem Schreiben vom 20.4. mit, daß "eine weitere Mitarbeit nicht in Frage kommt", denn ich hätte in Übereinstimmung mit Horst Lummert Mitarbeiter und Leser der NP gegen die Redaktion zusammenbringen wollen, damit sie "ins richtige sozialistische Fahrwasser und weg von der pseudolinken Linie käme".
Er bezieht sich dabei auf eine "Mitteilung (des) langjährigen Mitarbeiters Heinz Krüger", von dem diese Information stammen soll, verschweigt aber meine nach dem 10.4. eingereichten schriftlichen Vorschläge, nach denen die NP künftig etwa nach dem Vorbild des NEUEN FORUM in stärkerem Maße den Dialog zwischen marxistischen und nichtmarxistischen Sozialisten ermöglichen sollte.
Ich habe nur mit dem "langjährigen Mitarbeiter", DVZ-Korrespondenten und RC-Gründungsmitglied Heinz Krüger telefoniert und ihn dazu aufgefordert, als Naziverfolgter und Sozialist zu dem faschistischen Langer-Text und zur NP/VDNV-Cooperation Stellung zu nehmen und bei dieser
Forts. Seite 03
Seite 03
Forts.v. Seite 02
Gelegenheit auch von meinen Vorschlägen erzählt.
Da dieser Kollege meinem Vorschlag nicht entsprach, beendete ich das Gespräch mit den Worten: "Ich dachte, Sie wären ein ehrlicher Sozialist. Schade um meinen Anruf", die in Schenkes Brief überraschenderweise zitiert werden.
Vor vierzehn Tagen nahm ich noch an, daß Wolf Schenke wirklich ehrlich um den Dialog mit der Linken bemüht ist.
Heute weiß ich, daß er entgegen seinen Beteuerungen einen anderen Sozialismus meint, nämlich Otto Strassers völkischen "National-Sozialismus".
Schenke benutzt seine linken Mitarbeiter, um seine rechten Absichten zu kaschieren.
Diese Kollegen sollten der NP nicht mehr zu ihrem LINKS-Image verhelfen. Sie verdient es nicht!
Es war deshalb falsch (!), meine Kritik an der Informationspolitik des EXTRADIENSTES, zu der ich stehe, gerade in der NEUEN POLITIK zu veröffentlichen... (siehe hierzu NP Nr. 38, 41 u. 43/70 - H.L.)
Peter van Spall
*oder ist "H." Hans Herrschaft?
1. Peter van Spall selbst war es, der in seinem neuen Diskussionstext mit keinem Wort auf den Langer-Traktat usw. einging; warum hätte es also Schenke in seiner Erwiderung auf den Van-Spall-Text tun sollen?
2. Im Kritischen Forum (siehe NP 5-12/71) hatte ich einen Dialog zwischen marxistischen und nichtmarxistischen Sozialisten eingeleitet; dieser "Dialog" spitzte sich am Ende so zu, wie man weiß, daß ich am 19. März fristlos entlassen wurde.
Knallharte Faschismus-Vorwürfe liegen auf dem Tisch - da reicht der sehr ehrenwerte Kollege Peter van Spall "nach dem 10.4."! beim Verleger Wolf Schenke "schriftliche Vorschläge" ein, "nach denen die NP künftig etwa nach dem Vorbild des NEUEN FORUM (einer in Wien erscheinenden Monatsschrift - H.L.) in stärkerem Maße den Dialog zwischen marxistischen und nichtmarxistischen Sozialisten ermöglichen sollte"!
Also an den zur Diskussion gestellten ungeheuerlichen Tatsachen vorbei - möglichst gemeinsam mit Heinz Krüger - wollte van Spall unbekümmert weiterpokern.
Aber da wollten die andern nicht mehr.
Krüger pfiff auf bekannte Weise, Schenke reagierte prompt - am 20.4.!
Am 21.4. fordert ihn van Spall telefonisch auf, sich von dem Langer-Faschismus zu distanzieren.
Das ist doch wohl die Höhe!
Van Spall, zwischen den Stühlen hängend, rappelt sich flink hoch und stellt - mittlerweile wieder im Besitz seiner ihm von Schenke ins Haus geschickten Manuskripte - auf einmal fest:
Vor vierzehn Tagen nahm ich noch an, daß Wolf Schenke wirklich ehrlich um den Dialog mit der Linken bemüht ist.
Heute weiß ich, daß er entgegen seinen Beteuerungen einen anderen Sozialismus meint, nämlich Otto Strassers völkischen "National-Sozialismus".
Nichts weiß er, wie die Lektüre der folgenden Seiten klarwerden läßt.
Im übrigen plappert er nach, was in meiner Öffentlichen Aufforderung an Wolf Schenke zu lesen stand, und der er sich - rechtzeitig - hätte anschließen können.
Insofern war auch
3. van Spalls Kritik am Extra-Dienst in der Neuen Politik nicht "falsch", sondern der "linken" Position Peter van Spalls sehr wohl angemessen.
Er "kritisiert" den ED, seit dieser mit ihm nichts mehr zu tun haben will.
Als der ED der Kritik bedurfte, nannte van Spall die Kritiker "Spinner", heute, da sich der ED zu einer kritischen Publikation gemausert hat, mäkelt van Spall an ihm herum.
Peters Basis: ein äußerst konsequenter - Kassenstandpunkt.
Oder?
Schenkes Brief an van Spall: Seite 07
Dr. Klemens Döpp, Dozent an der Universität Hannover und Vorstandsmitglied der AUD, ist zugleich Vorstandsmitglied der VDNV. Dies ist aus den bisherigen Informationen nicht so klar hervorgegangen.
Hinweis: Auf den folgenden Seiten 04-07 finden Sie einen Schriftwechsel, bestehend aus unveröffentlichten Leserbriefen und ihrer postalischen Behandlung durch Wolf Schenke.
Seite 04
Betrifft: Beitrag für die NP zur Rubrik: Leserbriefe.
Seit vielen Jahren bin ich aufmerksamer Leser der NP, wobei mein Hauptinteresse der China-Berichterstattung gilt, vor allem jenen Beiträgen, die direkt aus Peking kommen.
Bei allen Veröffentlichungen der NP stand bisher für mich ein unbedingt integrer Charakter des Herausgebers und verantwortlichen Chefredakteurs Wolf Schenke außer jedem Zweifel, auch noch, als kürzlich Bekannte von mir aufgrund des NP-Beitrags in der Nr. 19 dieses Jahres (1970 - H.L.) Wie uns andere sehen meinten: "Was für ein Chamäleon, dieser Schenke!"
Doch nun macht gegenwärtig folgendes im Jahre 1943 in der Gerhard Stalling Verlagsbuchhandlung erschienene Buch von Wolf Schenke die Runde: Reise an der gelben Front - Beobachtungen eines deutschen Kriegsberichterstatters in China, und ich bin angesichts des Inhalts, gelinde ausgedrückt, einfach sprach- und fassungslos: NS-SS in höchster Potenz!
Als Berichterstatter des Völkischen Beobachters auf chinesischer Seite (Fürst Urach war das Pendant auf japanischer Seite) macht der Verfasser keinerlei Hehl aus seinem Stürmer-Antisemitismus und aus seiner Begeisterung am Kriegsgeschehen weitab der eigenen Heimat, das grenzenloses menschliches Leid und Elend mit sich bringt, und er ist voll des Lobes über den "Führer" des NS-Reiches sowie über den "Generalissimus" Tschiang Kai-schek und andere bekannte hohe chinesische Offiziere, von denen die meisten im NS-Deutschland ihre militärische Ausbildung erhielten und die dem Verfasser persönlich die Ehre erwiesen, ihn zu Gesprächen unter vier Augen einzuladen... usw. usf..
Meine ehrlich besorgte Frage als langjähriger Leser der NP an den Herausgeber und verantwortlichen Chefredakteur dieses Blattes lautet: Wie verstehen Sie selbst Ihren Weg von 1943 bis zu den Aussagen des Frankfurter Informationsdienstes Studien von Zeitfragen, Aprilausgabe dieses Jahres, die Sie - wie schon erwähnt - in der NP-Nr.19/1970 abdrucken ließen?
Es wäre allgemein wünschenswert, darüber in der NP möglichst bald eine klärende Antwort zu erhalten; denn das besagte Buch hat die Runde angetreten.
9. Juni 1970
Rolf Peters, Hamburg
Ich danke Ihnen für Ihren Brief vom 9. Juni 1970 und teile Ihnen dazu folgendes mit:
Das von Ihnen erwähnte Buch Reise an der gelben Front ist nicht im Jahre 1943, sondern im Jahre 1939 erschienen.
Es mag sein, daß der Verlag noch einmal eine zweite Auflage herausgebracht hat, was sich bis heute meiner Kenntnis entzog, da ich in diesen Jahren nicht in Deutschland war.
Geschrieben ist das Buch in den ersten Monaten des Jahres 1939 und es schildert die beiden ersten Jahre des chinesisch-japanischen Krieges, den ich ab Herbst 1937 an Ort und Stelle miterlebte.
Nicht uninteressant dürfte für Sie sein, daß ich, als ich das Buch schrieb, noch nicht 25 Jahre alt war.
Was die Berichterstattung für den Völkischen Beobachter betraf, so kam sie, nachdem schon ab Ende 1937 zwischen mir und der Redaktion in Berlin dauernder Krach herrschte, im Frühjahr 1939 zu Ende.
Der VB druckte von meinen Artikeln, weil sie pro-chinesisch eingestellt waren, etwa nur ein Zehntel ab, von meinen telegrafischen Berichten vielleicht ein Drittel und diese wurden zum Teil auch noch in der Redaktion verändert.
Ich war schon in sehr frühen Jahren, nämlich mit 17, ab 1931, Nationalsozialist; machte dann aber nach 1933 eine Entwicklung durch, die an Hand des Geschehens in China schließlich zu meinem Bruch mit dem System führte.
Ich habe nicht den geringsten Grund, meine jugendliche Begeisterung für den
Forts. Seite 05
Seite 05
Forts.v. Seite 04
Nationalsozialismus, wobei ich immer Wert auf den zweiten Wortteil legte, zu verheimlichen und habe das auch nie getan.
Über Verschiedenes, was ich in dem oben erwähnten Buch geschrieben habe, hat übrigens im vergangenen Jahr im Rahmen einer Porträt-Sendung über mich eine Fernsehdiskussion stattgefunden, bei der man mir einige Stellen, die ich selbstverständlich heute für falsche Ansichten halte, vorgehalten hat.
Ich habe dabei ganz offen meinen Werdegang erklärt.
Wenn es Sie näher interessiert, will ich Ihnen, damit Sie etwas über die Jahre 1939 bis Kriegsende erfahren, gerne mein 1949 erschienenes Buch China im Sturm einmal zur Verfügung stellen.
Sie werden verstehen, daß Ihre Bitte, Näheres zu erfahren, den Rahmen eines Briefes sprengt.
Wolf Schenke
Besten Dank für Ihre Antwort auf meinen Brief vom 9. Juni 1970, die aber - offen gesagt - weder mich noch meinen Freundeskreis, in dem Ihr NS/SS-Gelbe Front-China-Buch kursiert, zu überzeugen vermag.
Im Gegenteil: Ihre Antwort macht die Angelegenheit erst ausgesprochen suspekt.
Erstens ist es nicht wahr, daß das besagte Buch in den ersten Monaten des Jahres 1939 geschrieben wurde, wie Sie behaupten; denn es schließt mit dem Beginn des Zweiten Weltkriegs ab, also mit September 1939.
Zweitens wollen Sie immer auf den zweiten Wortteil des Nationalsozialismus Wert gelegt haben:
Wie ist dann Ihre große Vorliebe in dem Buch für den Prototyp des chinesischen Nicht-Sozialisten Tschiang Kai-schek (S.176-S.l86, dazu das Lieblingsfoto von Ihnen zwischen S.128/129) und alle die anderen nicht-sozialistischen hohen chinesischen Offiziere zu verstehen, während Sie den Sozialisten Sun Yat-sen in hämischer, überheblicher Weise abkanzelten (S.182) und von den bedeutenden kommunistischen Führern allein Tschou En-lai gerade so eben gelten ließen, Mao Tsetung und Tschou Te hingegen einfach als Minderwertige abstempelten (S.259)?
Das ist doch alles merkwürdig widerspruchsvoll!
Ja, pro-chinesisch - wie Sie betonen - mögen Sie durchaus gewesen sein: eben für ein Tschiang-Kai-schek-China.
Drittens vermisse ich eine Stellungnahme von Ihnen zu meinem Vorwurf eines Stürmer-Antisemitismus in Ihrem Buch: Auf S.80, wo eine alte Wirtin erwähnt wird, die hinter dem Bartisch "hervorgewatschelt" kam, "um uns in einem Deutsch anzureden, das seine jiddische Herkunft nicht verleugnen konnte. Nun war es aus, schleunigste Flucht war die einzige Lösung".
Und auf S.285/286, wo von einem "Judenzwerg Epstein", einem "Giftspritzer", die Rede ist usw..
Übrigens gibt es ja auch sonst so allerlei Rassismus folgender Art in Ihrem Buch: "fremdartige Menschen mit gelber Haut und geschlitzten Augen" auf S.7, "gelbe Gesichter" auf S.131, um nur einiges zu nennen.
Ebenso geben Sie in Ihrer Antwort keine Erklärung für Ihr Sichweiden am Kriegsgeschehen weitab der eigenen Heimat, das ja stellenweise in glatten Sadismus ausartet, wie z.B. auf S.183, Mitte:
Am interessantesten ist das Verhältnis zu den Kommunisten.
Tschiang Kai-schek hat sie seit 1927 mit Energie bekämpft, ja, ihre Ausrottung als seine erste politische innere Aufgabe angesehen.
Aus den Schädeln der unter seiner Führung erschlagenen Kommunisten könnte man eine ansehnliche Pyramide aufrichten.
Und dann die Begeisterung am Töten von Menschen auf S.230/231!
Sie bitten, ich möge bedenken, daß Sie noch nicht 25 Jahre alt waren, als Sie das Buch schrieben.
Dazu kann ich nur sagen:
Ich selbst war zu der Zeit noch keine 20 Jahre alt und nahm aber als Sozialist schon eine völlig andere Haltung ein als Sie; auch - so ganz nebenbei - im Hinblick auf den NS-Einmarsch in die Tschechoslowakei 1938, den Sie ja mächtig priesen (S.296/297).
Die von Ihnen erwähnte Porträt-Sendung über Sie im Fernsehen kenne ich nicht und ebenso nicht Ihr China-Buch von 1949.
Sie müssen schon verstehen: Aufgrund der verschiedenen Ungereimtheiten in Ihrem Antwort-Brief ist beides für mich uninteressant.
Forts. Seite 06
Seite 06
Forts.v. Seite 05
Nach 1945 waren plötzlich viele Nazis angeblich keine Nazis gewesen und wenn doch, dann keineswegs mehr zum Schluß des 1000jährigen Reichs.
Imponiert hätte mir und meinem Freundeskreis eine eindeutige Klärung von Ihnen in Ihrer Wochenzeitung Neue Politik, auf die ich seit Jahren abonniert bin und an der ich bisher neben meinem Interesse für die China-Beiträge immer wieder den Mut bewunderte, fragwürdige Politiker wie Adenauer, Strauß, Gerstenmaier, Ahlers u.a.m. unter die Lupe zu nehmen, sie zu sezieren und die Bundesbürger vor ihnen zu warnen.
Warum haben Sie nun, lieber Herr Schenke, nicht den Mut zu einem klärenden Selbstporträt in Ihrer Neuen Politik?
Ich fasse kurz zusammen:
Meine Freunde und ich sind maßlos enttäuscht von Ihrer widersprüchlichen Antwort, die uns leider dazu zwingt, an Ihrer und der Glaubwürdigkeit der von Ihnen herausgegebenen Neuen Politik zu zweifeln und diesen Zweifel im Interesse der Wahrheit bei allen gegebenen Gelegenheiten kundzutun.
Rolf Peters
P.S.
Apropos:
I. Ihre Betonung von Sozialismus
II. Antisemitismus
Im Freundeskreis, dem ich gestern abend diesen Brief vorlas, machte man mich noch auf folgendes aufmerksam:
Auffallend oft tauchen in der Neuen Politik auf:
I. der ausgesprochene Anti-Sozialist Bismarck sowie der begeisterte NS-Anhänger Oswald Spengler und
II. antizionistische Beiträge (wir sind ebenfalls Gegner des Zionismus!), worin man - wegen der Häufigkeit und angesichts der antisemitischen Äußerungen in Ihrem Gelbe Front-Buch - glaubt ein Feigenblatt für einen Antisemitismus sehen zu müssen.
Also: Widersprüche über Widersprüche, die wahrhaftig offen geklärt werden sollten!
R.P.
Ich danke Ihnen für Ihren Brief vom 24. Juni und ersehe daraus, daß mit einem Brief meinerseits diese Dinge nicht ausgeräumt werden können.
Deshalb mein Vorschlag:
Ich bin gern bereit zu einer Zusammenkunft zu kommen, in der Ihre Freunde und Sie mich über alle die Dinge, die Sie hier widersprüchlich finden und an denen Sie Zweifel haben, auf Herz und Nieren ausfragen können.
Einen Abend in der Zeit zwischen dem 1. und dem 18. Juli, an dem ich für vier Wochen verreise, will ich gern dafür reservieren, wenn Sie mir einen Terminvorschlag machen können, über den wir uns einigen.
Andernfalls sollte die Sache nach dem 20. August stattfinden.
Ich meine wohl, daß ich Ihnen einen besseren Vorschlag kaum machen könnte und hoffe, daß Sie darauf eingehen.
Wolf Schenke
Besten Dank für Ihren Brief vom 27. Juni.
Sie haben durchaus recht: Mit einem Brief können Sie die Dinge um das Gelbe Front-Buch nicht ausräumen, weshalb ich Ihnen ja ein offenes Selbstporträt in Ihrer Wochenschrift vorschlug, gewissermaßen als eine chronologische Ergänzung - nämlich bis 1945 - des NP-Beitrags in der Nr. 19 dieses Jahres Wie uns andere sehen, der sich ja ausschließlich mit der Zeit nach 1945 befaßt.
Warum Sie eine solche vorgeschlagene Ergänzung mit aller Macht zu umgehen versuchen, ist mir einfach unverständlich.
Natürlich können Sie einmal in meinen Freundes- und Bekanntenkreis kommen, in dem das Gelbe Front-Buch hellste Empörung ausgelöst hat.
Aber wozu nur 15 bis 20 Menschen Rede und Antwort stehen und nicht dem größeren Kreis aller NP-Leser, dem ja sozusagen bereits Ihr halbes Porträt vorgesetzt worden ist?
Falls Sie diesen Mut - Vollendung Ihres Porträts in der NP - nun absolut nicht aufbringen wollen, werden wir Sie zu einer China-Veranstaltung einladen, die für Ende
Forts. Seite 07
Seite 07
Forts.v. Seite 06
August vorgesehen ist und in deren Rahmen Ihnen dann die Möglichkeit gegeben wird, ausführlich Stellung zu nehmen zu den genannten verschiedenen Widersprüchen bei Ihnen.
Rolf Peters
Haben Sie vielen Dank für Ihre Zeilen vom 2.7..
Ich komme am 20.8. aus den Ferien zurück.
Vielleicht rufen Sie danach einmal an, falls Sie Ihren Plan einer Zusammenkunft durchführen, an der ich teilnehmen will.
Sie haben vor einigen Tagen nachgefragt, wer der Verfasser des Beitrages "Husak setzte sich durch" in Nr. 28 der Neuen Politik ist.
Für diesen Beitrag, eine redaktionelle Arbeit, gibt es keinen besonderen Verfasser.
Wie Sie aus dem Beitrag selbst ersehen, ist er eine Inhaltsangabe eines ausführlichen Berichts des Korrespondenten der Sunday Times in Prag, Edward Dean.
Ich hoffe, Ihnen mit dieser Auskunft gedient zu haben...
Wolf Schenke (n.Dikt.verreist)
f.d.R.
gez. G. Ammerlahn
Rolf Peters merkt dazu an, daß, wie von Schenke vorgeschlagen, zwischen dem 21.8. und dem 25.8. mehrmals in der NP-Redaktion angerufen wurde - "und als der Name Rolf Peters genannt wurde, war W.Sch. angeblich jedes Mal nicht anwesend".
In dem fraglichen Husak-Artikel stand u.a. der Satz: "Ihr Anführer ist Jodas - ein zufälliger Name? Wohl kaum, wenn nomen, wie die Lateiner sagten, omen ist."
Dazu Peters: "Dies wurde nicht von Edward Dean in der Sunday Times gebracht!"
"Ich bitte Sie, mir einige Exemplare (10) Ihres... Informationsblattes zu schicken... wir werden evtl. anhand Ihrer Stellungnahme zum Thema Wolf Schenke hier eine Grundsatzdiskussion einleiten..."
W.S., Hamburg
"Ich bitte Sie, die Bedeutung dieses Falles nicht zu überschätzen."
R.K., Berlin
"Ich finde es sehr wichtig, diesen linken Trittbrettfahrer und Gaukler zu entlarven..."
H.B., Köln
"Was soll diese ideologisch/fanatische Hetze und in wessen Auftrag erfolgt sie?"
F.N., Ludwigsburg
Von Herrn Heinz Krüger erhielt ich einen Brief, daß Sie ihn anriefen und ihm mitteilten, daß Herr Lummert in Berlin sei und, daß Sie eine Zusammenarbeit im Sinne Lummerts mit ihm arrangieren wollten, damit die NP ins richtige sozialistische Fahrwasser und weg von der pseudo-linken Linie käme.
Als Herr Krüger ablehnte, dabei mitzuspielen, hätten Sie bedauernd bemerkt: "Ich dachte, Sie wären ein ehrlicher Sozialist. Schade um meinen Anruf..."
Herr Krüger schrieb weiter, daß er mit Ihnen niemals persönliche Differenzen gehabt habe, aber ein solches Vorgehen menschlich und politisch ablehne.
Ich muß mich dieser Auffassung anschließen und bin enttäuscht.
Nicht genug, daß Herr Lummert versucht hat, (sogar schon vor seinem Ausscheiden und später erst recht) Mitarbeiter der NP und Leser gegen die Redaktion zusammenzubringen, beteiligen Sie sich nunmehr auch daran und, wie ich aus der Mitteilung unseres langjährigen Mitarbeiters Heinz Krüger entnehme, auch noch unter ausdrücklicher Bezugnahme auf Herrn Lummert.
Ich bin darüber sehr enttäuscht und Sie werden Verständnis haben, daß unter solchen Bedingungen eine weitere Mitarbeit von Ihnen in der NP nicht in Frage kommt, obwohl ich Ihre Beiträge sachlich sehr schätze.
Die noch hier befindlichen werde ich Ihnen zurückschicken.
Wolf Schenke*
*Siehe hierzu das Schreiben van Spalls an den ED und meine Stellungnahme (S. 02/03)
Auszüge aus Wolf Schenkes Buch: Reise an der gelben Front 1940: Seite 07 dieser Information
Seite 08
März 1971
Schrieb NP-Leser Neumann (11/71):
Dreimal wehte fremder Wind über Europa; es war: Das Christentum des Saulus (der nie ein Paulus wurde und der den alten Sinai-Haß wieder hochjagte: "Das Weib schweige in der Gemeinde."); der Sozialismus des Mardochai, genannt Karl Marx; die Psychoanalyse des Sigmund Freud.
Und dreimal kam der Wind aus der gleichen Ecke. Wer sich von dort anblasen läßt... Mir wäre es lieber, wir fänden uns gemeinsam in der Aufgabe, einen neuen Weg mit NEUER POLITIK zu gehen...
"... den des alten Antisemitismus?" fragte ich (H.L.) in einer kurzen Nachbemerkung. "Aber da wird es nichts Gemeinsames zwischen uns geben."
Diesmal werde es, meinte Schenke daraufhin, "nicht nur mit dem Holzhammer, sondern mit dem Eisenhammer" zurückkommen. "Es gibt nun mal Leute, die das Jüdische für etwas dem Deutschen Fremdes halten."
Unterdes versuchte Schenkes Chefsekretär Gotthart Ammerlahn, mir den "Unterschied" zwischen Antisemitismus und "Antijudaismus" klarzumachen; von "Antisemitismus" könne in besagtem Fall überhaupt nicht die Rede sein.
Eben, eben.
NP-Leser Neumann (12/71):
Echtem sozialistischem Denken ist... jedes "Anti" fern... das ist aus deutschem Wesen selbstverständlich, was nicht ausschließt, daß es auch bei uns schwarze Schafe gibt, die sprechen aber nur zufällig deutsch.
Derselbe in einem (unveröffentlichten) Brief (vom 14.3.71) an Schenke:
Gestern hatte ich Geburtstag und ich wünsche mir dazu, daß sich keiner von uns Lesern noch einmal in Sachen Horst Lummert bemühen muß. Ihnen aber in alter Verbundenheit die herzlichsten Grüße!
Der Brief trägt das Eingangsdatum: 18.3.71.
Am selben Tag erhält Schenke von mir den Beitrag Zur Diskussion gestellt: VDNV/AUD - Eine Erklärung und ihr ideologischer Hintergrund zur Veröffentlichung im Kritischen Forum; nach der Lektüre, einen Tag darauf, die Öffentliche Aufforderung, sich von jenen neofaschistischen Kreisen zu distanzieren usw..
Daraufhin werde ich fristlos entlassen.
Schenke in einem späteren Schreiben an mich:
Sie haben die Geduld unserer Leser... übermäßig strapaziert...
Bauern, die uns am Rande der Straße gehend entgegenkamen, ergriffen beim Anblick unserer wie ein Schneepflug meterweit nach beiden Seiten dreckspritzenden Kolonne Hals über Kopf die Flucht in die Felder. (31)
Dann wühlten sich Huldermann und ich durch die Scharen von Flüchtlingen, die jedes Deck verstopften, nach oben durch... (37)
Hinunter ins Boot, mit Vollgas hinüber zur Whang-poo. (37)
Als ich mit dem letzten ziemlich schweren Koffer ankam, entfiel er mir und stürzte auf eine Frau mit einem Säugling, die direkt unter der Stiege lagen, zu. Im letzten Augenblick konnte ich ihn noch wieder fassen, bevor das Kind zerschmettert wurde. (38)
Amüsant war es immer, wenn die Leute sein Chinesisch nicht ganz verstanden und er sie dann ganz unwillkürlich weiter in Deutsch anredete und meistens ganz kräftig anschnauzte. (42)
Mir fiel ein alter Freund ein, der in solchen Fällen die Praxis verfolgte, eine Pistole zu ziehen und nach dem Rückspiegel des vor ihm fahrenden Lastwagens zu schießen, was dann meistens durchschlagenden Erfolg hatte! Leider, leider konnten wir das hier nicht machen! (66)
So sind die Chinesen: leichtsinnig bis dorthinaus... (68)
Wir waren noch ganz in den Anblick der Verwundeten versunken, als plötzlich aus der Ferne ein gewaltiges "Wummm" zu hören ist... Da werden irgendwo Bomben geworfen! Jetzt sind wir in der richtigen Stimmung! (44)
Ich rufe nach Lorenz. Keine Antwort. "Lorenz!" brülle ich... in die Nacht hinein. (38)
Seite 09
Von der deutschen Botschaft und der Ortsgruppe der NSDAP war ein Ausschuß gegründet worden, der unter Leitung des Ortsgruppenleiters, Gesandtschaftsrat Lautenschlager, die Evakuierung vorbereitete...
Fast alle Deutschen hatten Häuser, mindestens Wohnungen in Nanking.
Den größten Teil ihrer Habe mußten sie zurücklassen, denn auf der Kutwo konnte nur verhältnismäßig wenig mitgenommen werden. (60)
Wo eigentlich die vielen Chinesen herkämen, fragte ich einen Bekannten.
Das ganze Zwischendeck war voll von ihnen.
Daß die Nankingdeutschen ihre Diener mitgenommen hatten, war anzunehmen, aber die konnten doch nicht nach Hunderten zählen!
Die Kutwo war doch von der deutschen Botschaft gechartert, wie kamen da bloß diese Massen von Flüchtlingen an Bord?
Man erzählte mir, daß sie in Nanking einfach das Schiff gestürmt hätten.
Es war unmöglich, sie abzuwehren, an allen Seiten enterten sie aus Sampans wie die Seeräuber das Schiff.
Einmal an Bord in Sicherheit, benahmen sie sich anständig.
Aber es war unmöglich, noch mehr aufzunehmen.
Wir hatten kaum Wuhu verlassen, als ein Herr der deutschen Botschaft zu mir kam, um sich nach meinem Alter zu erkundigen.
Auch ich sollte in die Streitmacht der Kutwo eingegliedert werden, die aus allen Deutschen unter 35 Jahren bestand und von Major a.D. Bründel befehligt wurde.
Zu zweit wurde ständig Wache gegangen, um die Chinesen zu beaufsichtigen.
In den Häfen wurde die ganze Belegschaft alarmiert, und "Rollkommandos" standen überall bereit, um herankommende Sampans oder Dschunken, deren Insassen auf die Kutwo entern wollten, abzuschlagen.
Ein seltsamer Vorfall ereignete sich dabei in Kiukiang, wo wir am nächsten Abend nach der Abfahrt von Wuhu in der Dunkelheit anlangten und für einige Minuten stoppten, um einen Deutschen an Land zu lassen.
Ein Sampan näherte sich von hinten in verräterischer Absicht dem Dampfer und war schon so nah herangekommen, daß einige seiner Insassen auf die Kutwo heraufzuklettern im Begriff waren.
Das "Rollkommando" erschien gerade zur rechten Zeit, um sie mit Erfolg zurückzuschlagen.
Sie mußten im Sampan bleiben, der von der Strömung einige Meter abgetrieben wurde.
Plötzlich schießt aus ihm eine hohe Stichflamme hervor, es gibt einen gewaltigen Knall, und der Luftdruck einer Explosion wirft die Männer des "Rollkommandos" zurück gegen die eiserne Wand.
Ein oder mehrere Fässer Benzin müssen in dem Sampan in die Luft gegangen sein.
Als die Männer des "Rollkommandos" wieder einigermaßen zu sich kommen und nach dem Sampan schauen, ist er schon in der Dunkelheit verschwunden, abgetrieben von der reißenden Strömung, wenn ihn nicht überhaupt schon samt Insassen mit Haut und Haar der Fluß verschlungen hat, wie so viele vor ihm. (70/71)
Nanking war natürlich das Gesprächsthema.
Fast alle, die auf der Kutwo waren, hatten den größten Teil ihres wertvollen Besitzes, vor allem ihre ganzen Wohnungseinrichtungen, viele auch wertvolle, im Laufe der Jahre gesammelte Kunstschätze, die meisten ihre Autos zurücklassen müssen. (73/74)
Der Fremdenhaß, besonders seinerzeit gegen England gerichtet und damals durch verstärkte Propaganda aufgeputscht, hatte sich in der Folgezeit stark gelegt.
Schlummerte er aber nicht seit den Zeiten des Boxerkrieges oder auch schon seit früher immer gegenwärtig auf dem Grunde der Seele eines jeden Chinesen?
Dieses Volk ist so schwer zu beurteilen, so unberechenbar, daß man immer wieder vor völligen Rätseln steht.
Plötzlich bricht aus seiner Tiefe etwas hervor, das niemand erwartet hat, das kein Ausländer kommen sah und das doch in Wirklichkeit sich schon lange unter der nach außen hin stillen Oberfläche vorbereitete. (61)
Er liebt dieses Land... Doch vor allem zielen seine Fragen auf die Menschen dieses Landes.
Seite 10
Mit hoher Stimme trug der alte Laoye seine wimmernden Troubadourlieder vor, begleitet von dem Gejammer der einsaitigen Geige und den tiefen Tönen der Laute.
Ostasiatische Musik und Gesang sind ein Greuel für europäische Ohren.
Ich weiß nicht, ob es den Ostasiaten umgekehrt mit unserer Musik genau so geht, jedenfalls ist die Verschiedenheit dessen, was man als Musik schön empfindet, meiner Auffassung nach ein Beweis für die Weite der Welten, die uns rassenmäßig von diesen Völkern trennen.
Wenn eine Frau singt, ist der Vergleich mit dem angestrengten lauten Miauen einer Katze nicht übertrieben, bei den Männern könnte man meinen, es handle sich um das Stöhnen und Wimmern eines Schwächlings unter der Hand eines brutalen Zahnarztes, der den Patienten zu betäuben vergaß.
Wir fanden, daß sich diese Honanmusik in diesem Grundcharakter in keiner Weise von anderer chinesischer Musik unterschied, Francis Yao mochte die feineren Unterschiede bemerken.
Es war lehrreich zu sehen, wie dieser sonst so völlig verwestlichte Chinese den Darbietungen mit unverhohlener Begeisterung lauschte, ein Beweis dafür, wie doch auch diese Leute noch innerlich im alten Chinesentum verwurzelt sind.
Jetzt trat eines der Mädchen vor und sang.
Während die anderen wartend im Hintergrund saßen, spuckten sie ab und zu rechts und links auf den Fußboden.
Und jetzt, du lieber Himmel, machte sogar die Sängerin in ihrem Gesang eine Pause, räusperte sich laut und spuckte auf die Erde.
Als sie den Gesang geendet hatte, ein Beifallssturm des Publikums.
Während zur Abwechslung der Geschichtenerzähler wieder seine alten Troubadoursagen zum besten gab, alte Geschichten, die jeder Zuhörer schon hundertmal gehört hatte, denen er aber doch immer wieder mit Begeisterung lauschte, entspann sich unter uns drei Ausländern eine Diskussion über die Mädchen.
Man konnte sich eine zum Vorsingen aussuchen und auch das Lied aus dem Verzeichnis bestimmen, das der Teeausschenker Francis Yao überreicht hatte.
Ich war für die in der linken Ecke.
Farmer war mit mir einer Meinung. Victor Keen fand eine andere hübscher.
Keen behauptete, mein Girl spucke.
"Alle spucken!" entgegnete ich.
"Meine nicht", sagte er.
Darauf bestimmten wir, daß seine zuerst singen sollte.
"Ich wette mit Ihnen", sagte er zu mir, "daß sie während des Singens nicht spuckt, zehn Cents!"
"Ich halte zwanzig dagegen!" war meine Antwort.
Sie spuckte tatsächlich ausnahmsweise nicht, und ich hatte meine Wette verloren.
Jedenfalls verging der Abend bis zur Abfahrt des Zuges unter herzlichem Lachen, die Honanmusik machte uns mächtigen Spaß.
Noch als der Zug nach Hsüchowfu über die vielgeprüfte Lunghaistrecke durch die Nacht eilte, schüttelten wir uns immer wieder vor Lachen im Gedanken an die amüsanten Erlebnisse dieses Abends.
Frontfahrten konnten auch ihre angenehme und heitere Seite haben. (222/223/224)
Hatten die Mädchen vielleicht vor diesen "Gästen" ausgespuckt?
Über zehn Jahre habe ich unter einem asiatischen Volk, den Chinesen, gelebt, viele Reisen in viele Länder in den verschiedensten Erdteilen gemacht, und mit Menschen aller Rassen und vieler Nationen verbinden mich Freundschaften.
Daß rassische Vorurteile für mich nicht existieren, habe ich viele Male in der Tat bewiesen. (NP 6/70, S.2)
Solange der Mensch lebt, lebt er mit seinem Widerspruch. (NP 1/2/71, S.2)
...der Judenzwerg Epstein, ein Giftspritzer von United Press, der sich mit Lügenmeldungen über das deutsch-chinesische Verhältnis hervortat, wo er nur konnte. (285)
Ich darf mich wohl bei äußerster Gewissenserforschung frei von rassischen oder religiösen Vorurteilen halten. (NP 6/70, S.2)
"Es gibt nun mal Leute, die das Jüdische für etwas dem Deutschen Fremdes halten." Schenke gesprächsweise zum Verfasser dieser Blätter im März 71.
Seite 11
Shanghai!... Eine große Menschenmenge stand an der Pier...
Vergeblich suchte ich nach einem bekannten deutschen Gesicht, nach jemandem, der uns abholen sollte.
Sollte mein Telegramm an das deutsche Generalkonsulat, das ich heute morgen an Bord aufgegeben hatte, nicht angekommen sein?
Ich hatte einen großen Umschlag Post mit aus Tokio.
In diesen wilden Kriegszeiten stand es mit der Postbestellung schlecht.
Endlich entdeckte ich in der Menge meinen alten Freund Füllgraf, Lehrer an der deutschen Schule in Shanghai und Landesjugendführer der HJ China, mit dem ich herrliche Stunden im Tsingtaulager der HJ, in Shanghai und in Erlangen und Nürnberg verlebt hatte.
Da unten stand er in alter Frische, um seinen alten Kameraden zu begrüßen, und neben ihm Vizekonsul Betz vom deutschen Generalkonsulat. (13)
Als neutraler Kriegsberichterstatter, der manchmal sich auf der einen, manchmal auf der anderen Seite befindet, mußte ich ein gutes Verhältnis zu beiden kämpfenden Parteien anstreben.
So hatte ich in meiner linken Brusttasche Einführungsschreiben des chinesischen Botschafters in Berlin an die chinesische Regierung in Nanking, in meiner rechten Brusttasche trug ich ein Schreiben des japanischen Generalstabs in Tokio an den damaligen Militärattaché, später Chef des politischen Sonderdienstes der japanischen Armee in China, Generalmajor Harada. (14)
Als wir den Steg zur Kutwo hinübergingen, standen einige Nankinger Deutsche an der Reeling, die Hürter mit einem erstaunten "Hallo, wo kommen Sie denn auf einmal her?" begrüßten.
Ich sehe noch das Gesicht von Gesandtschaftsrat Lautenschlager vor mir, als Hürter mit Huldermann und mir erscheint.
Bestürzt, weil er Hürter sieht, der doch eigentlich in Nanking sein sollte.
Man sieht ihm richtig das "Was ist denn nun schon wieder passiert?" an der Stirne an, und erstaunt, mich hier zu sehen, nachdem wir uns zuletzt in Erlangen, Nürnberg und Berlin vor einem Jahr getroffen hatten.
Nun plötzlich hier in Wuhu, mitten in China, wie vom Himmel gefallen.
Denn das Schreiben des Auswärtigen Amtes an die deutsche Bolschaft in Nanking, daß ich als Sonderberichterstatter für den Völkischen Beobachter wieder herauskomme, das liegt wahrscheinlich in dem Briefumschlag, den ich selbst mithabe und der die uralte Post aus der Zeit vor einigen Monaten birgt, die nun endlich an die richtige Adresse gelangt ist. (67)
In Shanghai hatte ich Berichte erhalten, die mich mit einem großen Interesse, aber auch mit einer gewissen Besorgnis der kommenden Zeit in Hankau entgegensehen ließen.
Zuerst kam eine Meldung, daß in Hankau eine kommunistische Zeitung gegründet worden sei.
Das Blatt trug den Namen Hsin Hua Jih Pao (Neue chinesische Tageszeitung).
Deutete das nicht darauf hin, daß der kommunistische Einfluß sehr im Ansteigen war?
Bisher war es den Kommunisten verboten, in der Öffentlichkeit ihre Ideen zu vertreten.
Nun konnten sie sogar am Sitz der chinesischen Regierung eine Tageszeitung gründen.
Wenn noch irgendwelche Zweifel bestanden hätten, wenige Tage später wurden sie behoben.
Als ich gerade beim Mittagessen saß, brachte mir der Rundfunk die erfreuliche Nachricht, daß Agnes Smedley in Hankau aufgetaucht sei.
Agnes Smedley, das konnte ja interessant werden!
Seit einigen Jahren war sie bei den chinesischen Kommunisten tätig.
Als Chiang Kai-shek seinerzeit in Sian gefangengesetzt wurde, hielt sie über den Radiosender Sian kommunistische, antijapanische Propagandareden in Deutsch und Englisch.
Das rote Element schien mir in Hankau gewaltig im Anwachsen. (134)
Forts. Seite 12
***
25.11.36 - Abschluß des Antikominternpaktes zwischen Deutschland und Japan.
7.7.37 - Beginn des japanisch-chinesischen Krieges.
Zweck des Paktes: Gegenseitige Unterrichtung über Tätigkeit der kommunistischen Internationale sowie aktives Einschreiten dagegen.
***
Seite 12
(Forts.v. Seite 11)
Und meine Abreise hatte sich dann doch so überstürzt, daß sogar ein Vortrag, den ich vor der deutschen Kolonie halten sollte, ausfallen mußte. (135)
Wu Teh-chen hatte mir nicht nur einen Brief mitgegeben, in dem alle Behörden aufgefordert wurden, mir zu helfen... (149)
Das war also Hankau. Der erste Eindruck... war deutsch.
Ein Schwarm von in Hankau ansässigen deutschen Volksgenossen drängte herauf an Bord.
Alte Bekannte wurden begrüßt.
Im Rauchsalon der Kutwo entfaltete sich sofort eine fieberhafte Tätigkeit.
Konsul von Saucken und Ortsgruppenleiter Sachse saßen mit einigen Herren aus Nanking über lange Listen gebeugt, um die Nankingflüchtlinge auf Quartiere zu verteilen.
Mit deutscher Gründlichkeit war alles vorbereitet und in einer halben Stunde die Unterbringungsfrage für die meisten erledigt. (77)
Als ich endlich zum Fragen kam, stellte ich an Wang Ching-wei die Frage:
"Wie stellen Sie sich zu der Behauptung, daß die chinesische Regierung mehr und mehr unter kommunistischen Einfluß gerät?"
Der ehemalige Ministerpräsident wurde lebhaft:
"Davon ist gar keine Rede. Die Kommunisten sind zugelassen worden unter der Bedingung, daß sie keine politische Propaganda betreiben. Bei dem Kampfe gegen die Japaner nach außen konnten wir, die wir sowieso schon unterlegen sind, es uns nicht leisten, auch noch nach innen Krieg zu führen.
"Auf die Regierung haben die Kommunisten nicht den geringsten Einfluß."
"Aber im Lande wächst ihr Anhang?"
"Es stimmt", antwortete Wang Ching-wei, "daß die Kommunisten wieder zu einer Gefahr werden können, wenn dieser Krieg noch lange weitergeht. Die Japaner haben es sich dann selbst zuzuschreiben." (97)
Chiang Kai-sheks Größe liegt auf politischem Gebiet...
Unter ihm hat sich ein System autoritärer Staatsführung herausgebildet...
Am interessantesten ist das Verhältnis zu den Kommunisten.
Chiang Kai-shek hat sie seit 1927 mit Energie bekämpft, ja, ihre Ausrottung als seine erste innerpolitische Aufgabe angesehen.
Aus den Schädeln der unter seiner Führung erschlagenen Kommunisten könnte man eine ansehnliche Pyramide aufrichten.
Es besteht kein Zweifel, daß er auch heute noch die Kommunisten haßt und sie am liebsten vom Erdboden vertilgen möchte. (183)
***
Edgar Snow über Chiang Kai-sheks antikommunistischen Ausrottungsfeldzüge (in Roter Stern über China):
Es herrscht erhebliche Verwirrung über die Zahl der von Nanking geführten größeren "Vernichtungsfeldzüge" gegen die Sowjetgebiete.
Einige Autoren zählen bis zu acht solcher "Vernichtungs-" oder "Ausrottungsfeldzüge", aber einige von diesen Truppenmobilisationen hatten rein defensiven Charakter. (225)
Die fünfte Kampagne ist Berichten zufolge hauptsächlich von Chiang Kai-sheks deutschen Beratern, insbesondere von General von Falkenhausen, geplant worden. (ebenda S.246)
Mao Tse-tung in einem Interview mit Snow:
Schon in der vierten Kampagne hatte Chiang auf Empfehlung seiner deutschen Berater begonnen, Blockhäuser und Befestigungssysteme zu verwenden.
Während der fünften Kampagne vertraute er vollständig auf diese Anlagen. (Ebenda S.226)
***
Die Chinesen bauten zu oft Luftschlösser und jagten Phantomen nach.
Von Chiang Kai-shek und von jüngeren Offizieren konnte man das allerdings nicht sagen.
Während die anderen redeten und schrieben, wie es bei Demokraten üblich ist, handelten sie, handelten schnell und mit einer Zielbewußtheit und Energie, wie man sie bisher in China nicht feststellen konnte! (202)
Wie sollte man es vereinen, daß auf der einen Seite sowjetrussische Flieger für China kämpften, auf der anderen Seite chinesische Kommunisten, die das Maul etwas zu weit aufrissen, von Chiang Kai-shek hingerichtet wurden? (282)
(Forts. Seite 13)
Seite 13
(Forts.v. Seite 12)
Seltsamerweise unterdrückte Hollington Tongs Büro alle Nachrichten, die ausländische Berichterstatter über den Krach zwischen Chiang Kai-shek und den Kommunisten wegsenden wollten. Man mußte wieder einmal wie so oft verständnislos den Kopf schütteln, denn auf der einen Seite wehrten sie sich dagegen, daß China rot oder auch nur rötlich genannt wurde, auf der anderen Seite unterdrückte man Nachrichten, die das Gegenteil bewiesen.
Groß war Wut und Enttäuschung über die schlechte Behandlung der chinesischen Kommunisten durch die Regierung bei den ausländischen Kommunisten und Kommunistenfreunden, die in hellen Scharen in Hankau zusammengeströmt waren.
Der Navy Y.M.C.A., wo früher die amerikanischen Flieger gewohnt hatten, war oft ihr Treffpunkt. An der Spitze stand Edgar Snow, ein Amerikaner, Berichterstatter für den Londoner Daily Herald, weiter war in dem bunten Reigen ein Australier namens Rewi Alley, der früher beim Shanghaier Stadtrat beschäftigt war und jetzt Einfluß in der chinesischen Wirtschaft suchte, die er zu sozialisieren gedachte, Miss Freda Utley, eine rosarote englische Schriftstellerin, von den anderen Korrespondenten gewöhnlich Miss "Ugly" genannt, der Judenzwerg Epstein, ein Giftspritzer von United Press, der sich mit Lügenmeldungen über das deutsch-chinesische Verhältnis hervortat, wo er nur konnte.
Am Rande des Kreises war auch Fränkel Wang, eine Berliner Jüdin, die mit einem chinesischen Arzt Dr. Wang verheiratet war und jetzt in der Uniform eines chinesischen Majors gestiefelt und gespornt einherstolzierte. (286)
Die Forderung nach der Bewaffnung der Massen zur Verteidigung Wuhans, die besonders den Ausländern in Erinnerung an die Tage der roten Herrschaft von 1927 nicht sehr angenehm in den Ohren klang, fand auch vielfach in nichtkommunistischen, besonders chinesischen Pressekreisen Widerhall, so daß die Regierung es nicht mehr so weitertreiben lassen konnte und ernstlich etwas unternehmen mußte. (284/285)
Die chinesischen Zeitungen konnten sich in ihrem Patriotismus gar nicht genug tun. Dabei kam es manchmal zu bedauerlicher Hetze und zu Entgleisungen gegenüber Deutschland. Gerade als ich in Kanton weilte, ereignete sich die erfreuliche Tatsache, daß der Schriftleiter einer Kantoner Zeitung, der einen wüsten Hetzartikel gegen Deutschland geschrieben hatte, von der Zentralregierung in Hankau schwer gemaßregelt wurde. (147)
***
Wir haben im V.B. schon mehrfach auf die verschlagene Taktik der chinesischen Kommunisten hingewiesen... Inzwischen hat diese Taktik ein äußerlich noch gefährlicheres Gesicht bekommen... An die Seite der spanischen und französischen soll nun auch eine chinesische Volksfront treten... Volksfronten mit internationalem Charakter scheinen eine Einmischung geradezu hervorzurufen.
Wolf Schenke - in: Völkischer Beobachter vom 5.3.37
***
Den Herdentrieb zu bekämpfen, ist eine der Hauptaufgaben des Unteroffiziers... Bei den Chinesen, überhaupt bei den asiatischen Völkern, ist der Herdentrieb noch viel ausgeprägter als bei uns. (194)
Ein Unteroffizier ließ den Lehrgang im Hof antreten... prachtvoll, wie von der deutschen Armee kopiert... nur war noch nicht soviel Disziplin in ihnen. (238)
Das chinesische Heer mußte noch lernen, daß all die Kleinigkeiten des Dienstanzuges... von großer Bedeutung sind... (49)
Tee schlürfend sitzen wir lässig auf Korbstühlen auf der Kuppe des Hügels und schauen hinunter auf die in jungem Grün stehenden Felder... Über allem steht der ewig blaue Himmel Nordchinas.
Aber gerade bei diesem herrlichen Bild des Friedens, so sehr ich es genieße, kann ich mich doch einer gewissen Enttäuschung nicht erwehren, denn ich bin hierhergekommen, ins Hauptquartier der Tsinpufront, um den Krieg zu sehen.
(Forts. Seite 14)
***
***
Seite 14
(Forts.v. Seite 13)
Das Sprichwort vom Teufel, der kommt, wenn man ihn an die Wand malt, bestätigte sich wunderbar in diesem Augenblick.
Niemals hätte ich einen so unmittelbaren Wechsel von der Stimmung friedlicher Gelöstheit zu Grauen, Tod und Vernichtung für möglich gehalten. (229/230)
Es ist schwierig, die Stimmung zu analysieren, mit der ich so oft nach Bombenangriffen über die Trümmerstätten ging und mein Auge über zerstörte Güter und zerfetzte Menschenleiber schweifen ließ.
Es war ein tödlicher Ernst dabei, vielleicht aus dem im Unterbewußtsein wachen Gedanken geboren, daß man genau so hier liegen könnte, im übrigen aber mußte ich mich frei bekennen von jeder humanitären Mitleidsanwandlung. (230)
Agnes Smedley war in Hankau die eigentliche Propagandistin des Kommunismus...
Es gelang ihr nicht nur, sich selbst in der Hankauer Gesellschaft dadurch zu legitimieren, daß sie als Gast in das Haus des amerikanischen Missionsbischofs Roots aufgenommen wurde, sie führte auch Chow En-lai (Schreibweise bei Schenke - H.L.) dort ein...
Die gemeinsame Plattform, auf der man sich traf, war der Humanitätskomplex...(260)
***
In einem solchen Geiste, und nicht in der Theorie, sondern in der Praxis - und diese Praxis hat Blut gekostet in 23 Jahren Bürgerkrieg - ist die chinesische Revolution gemacht worden.
Wolf Schenke in einem VDNV-Vortrag in Bremen am 17. März 1971 zum Thema: Die Revolution Mao Tse-tungs und die Aussichten eines sozialistischen Humanismus.
Schenke, einleitend:
In der Einführung zu meinem Vortrag wurde die Frage gestellt, warum in den Thema von einem sozialistischen Humanismus und nicht von einem humanen Sozialismus gesprochen werde.
Ich würde sie zuerst einmal so beantworten, daß in meiner Sicht zwischen einem sozialistischen Humanismus und einem humanen Sozialismus kein Unterschied besteht. (NP 18/71)
***
Wir waren uns klar, daß die mechanische Übernahme dessen, was die Chinesen tun... gar nichts besagt. Zwei Dinge jedoch, die entscheidenden, wären zu übernehmen: der moralische Appell und das Beispiel, sich nur auf die eigene Kraft zu verlassen. (NP 37/69)
Ähnliches hatte Schenke bereits anno 37 geschrieben - in bezug auf Chiang Kai-sheks Anwendung der Theorien Sun Yat-sens:
Auf den Sinn der Gedanken Dr. Suns und der Bewegung kam es ihm an - und der lag letzten Endes im Nationalismus - nicht auf die Form der Regierung. (Kampfplatz Ostasien, Berlin 1937; s.a. Info (I) vom April 71).
So modelt sich's der Schenke für den nationalistischen Hausgebrauch.
Und siehe da:
In Pisa sah ich die Wände bemalt mit faschistischen und antifaschistischen Sprüchen: Fascismo e Liberta! Faschismus und Freiheit! Vielleicht des Nachdenkens wert, warum die Menschen, die solches schreiben, Faschismus und Freiheit zusammen sehen im Gleichklang. Ist da nicht irgend etwas verdreht? (NP 37/69)
Alles ist da verdreht:
1969
Die Beherrschung der südlichen Hälfte des Landes durch Chiang Kai-shek und der nördlichen durch die Kommunisten erschien den Moskauer Theoretikern, die längst keine Berührung mehr mit der Realität eines revolutionären Volkskriegs hatten, als wahrscheinlich.
Die für andere, sogar nichtmarxistische Beobachter der chinesischen Szene mindestens seit 1941 vorausgesehene an Sicherheit grenzende Wahrscheinlichkeit der Durchsetzung Maos in ganz China war nicht in ihre konventionell erstarrten Gehirne gedrungen. (NP 50/69)
Das allerdings läßt sich in Jahrzehnten unverändert nachweisen: Schenkes Animosität gegenüber den Theoretikern (auch "Dogmatikern"), gegenüber Intellektuellen, Studenten, gegenüber der Rationalität.
Seite 15
Wer im Auslande lebte und die Augen in den letzten Jahren offenhielt, der wußte besser als jeder andere Deutsche, daß es eine internationale Verschwörung gibt mit dem Ziel, Deutschland zu vernichten...
... die selbstverständliche und natürliche Kampfgemeinschaft aller Mächte des Zerfalls, der Destruktion und der Anarchie, die eine starke Macht der Ordnung heraufkommen sehen in einer Welt, die bisher ihnen unbewehrt ein aussichtsreiches Betätigungsfeld war.
So erlebten wir die Hetze und Verleumdung gleich von Jahresbeginn an in der Frage des Anschlusses Österreichs, aber so schlimm, wie es jetzt über die tschechische Frage kam, war es noch nie gewesen. (295)
Der schlimmste Gedanke aber war, in der Stunde der Not der Heimat hier in der Ferne weilen zu müssen.
Unerträglich war mir der Gedanke, den vielleicht morgen entbrennenden Kampf um die Existenz unseres Volkes vielleicht in einem feindlichen Internierungslager zubringen zu müssen.
So wurden Vorbereitungen für beschleunigte Abreise getroffen, die wichtigsten Papiere, die ich nicht verlieren wollte, brachte ich zum deutschen Generalkonsulat.
Ein Plan war bereits fertig, wie ich mich in die belagerte Festung Deutschland durchschlagen wollte.
Der Versuch mußte gemacht werden! (296)
Jetzt wurde es wirklich ernst! Der Krieg schien unvermeidlich. Der Krieg schien sicher! Morgen würde die Welt für uns ganz anders aussehen!
In diesem Augenblick gab es auch unter unseren Volksgenossen im Ausland kleine Zweifler, die für einen Augenblick die Nerven verloren.
Es war doch bereits von den Mächten zugestanden, daß die Sudetendeutschen zum Reich kommen sollten!
Warum konnte man denn nicht noch ein paar Wochen warten?
Mußte denn absolut am ersten Oktober einmarschiert werden?
Gewiß, die Unterdrückung unserer Volksgenossen durch die Tschechen war unerträglich geworden.
Sollte man aber die ganze Existenz des deutschen Volkes, den ganzen großartigen Aufbau der letzten Jahre wegen der Sudetendeutschen aufs Spiel setzen, die doch ohnehin zum Reiche kommen würden?
So argumentierten kleine Geister, und sie vergaßen dabei, daß es in der letzten schweren Krise nicht mehr um die Frage der Sudetendeutschen ging, sondern um viel, viel mehr. (297)
Es war eine Frage des Prestiges! Sollte es wegen Fragen des Prestiges in unserer Zeit noch zu blutigen Auseinandersetzungen zwischen den Völkern kommen?
War ein derartiger Einsatz zu verantworten, bloß um seinen Willen durchzusetzen, um sein Prestige zu wahren?
Ja, und tausendmal ja, sagte ich mir.
Denn am Prestige hing in diesem Falle die Zukunft unseres Volkes.
Jetzt kam es darauf an, zu zeigen, wer in Europa bestimmte.
In jenen Stunden stand ganz groß und allein aus allem hervorragend die Gestalt des Führers, in dessen Hand das Schicksal die Entscheidung gelegt hatte, von manchem in diesem Augenblick unverstanden, weil er die Tragweite dessen nicht ahnte, worum es ging.
Wie schwarz es auch aussah, die anderen hatten schon einmal nachgegeben, sie würden auch noch ein zweites Mal nachgeben.
Ihr Widerstand mußte zusammenbrechen vor der unendlichen Entschlossenheit des Mannes, der in dieser Stunde nicht nur der bestimmende in Europa war, sondern das Schicksal der Welt in seinen Händen hielt. (298/299)
Ist es die ohnmächtige Erkenntnis von der Überlegenheit deutscher Arbeit, die sie zu unseren Feinden macht? Fs muß wohl so sein. (331)
Und dann kam der denkwürdige 1. September...
Es war eine seltsame Fügung, daß wir, gerade als wir nach dem Antennenbau den Empfänger zum ersten Mal anschalteten, mitten in den Anfang der Rede des Führers im Reichstag kamen.
Niemand wußte ja, daß der Führer sprechen würde.
Nach einigen Worten hatten wir Gewißheit.
Ein befreites Aufatmen ging durch die meisten...
(Forts. Seite 16)
Seite 16
(Forts.v. Seite 15)
Besonders die Engländer und Amerikaner stellten praktisch die naive Forderung, daß sich die japanischen Operationspläne der Verteilung des ausländischen Eigentums in China anpaßten.
Das kann ein Herrenstandpunkt sein, der mir sehr sympathisch ist und den ich für unbedingt zu vertreten halte, wenn man auch bis zur letzten Konsequenz dafür eintritt und Verstöße dagegen mit dem einzigen angebrachten Mittel, nämlich mit Gewalt, zu ahnden vermag. (290)
Der Chinakrieg, so wenig Beziehungen er auch zuerst zu den europäischen Dingen zu haben scheint, ist nur ein Vorspiel. (336)
Heute denke ich nur an eins, an das Ziel meines Fluges, an Deutschland. (336)
Wenn die Japaner den Krieg in China jetzt beenden würden, um sich auf Französisch-Indochina, Hongkong und andere britische Besitzungen im Fernen Osten zu werfen, dann würden sie die volle Rückendeckung Rußlands und Chinas haben.
Indochina, dreimal so groß wie Deutschland, ist reich an Agrarprodukten und Rohstoffen.
Es wird nur von vierzigtausend Mann verteidigt, und die Eingeborenen empören sich nicht so leicht.
Japan könnte es leicht zu einer Dauerkolonie machen...
Eine große Möglichkeit, für Japan vielleicht die letzte Möglichkeit, sich eine Weltmachtstellung zu begründen. (335)
***
Während der Jahre 1938 und 1941 war die nationalistische Regierung in Faktionen geteilt, die sich entweder für Fortsetzung des Widerstandes gegen die Japaner oder Verhandlungen mit ihnen, die zur Kapitulation führen sollten, aussprachen.
Deutschland, das einerseits die Ausdehnung der japanischen Macht, andererseits die Gefahren einer Verwicklung Japans in einen endlosen Krieg mit China fürchtete, versuchte Chiang zu einem Friedensschluß zu überreden, und erreichte so, daß Japan seine Forderungen beträchtlich verringerte.
Man muß es Chiang Kai-shek zugutehalten, daß er diese verführerischen Angebote ablehnte und den scheinbar bequemen Ausweg nicht einschlug. (87/88)
C.P. Fitzgerald, Revolution in China; deutsch 1956, Europäische Verlagsanstalt
***
1937:
Die eigentliche kommunistische Bewegung in China begann unter Intellektuellen. (58)
1940:
Intellektuelle und vor allem die größten Schreier, die Studenten... (139)
Sie waren immer die Hauptschreier gewesen, aber wo es galt, sich einzusetzen, fand man sie nie.
Und hier war ein Lehrgang von hundertachtzig freiwilligen Studenten, die für den Guerillakrieg ausgebildet wurden, und es war schon der zweite Lehrgang! (237)
Das Übergewicht der kommunistischen Propaganda wurde auch darin wieder offenbar, daß in kurzer Zeit die ganze chinesische Intelligenz außer den Armeeoffizieren, die es besser wußten, sie nachbeteten und im Guerillakrieg das Allheilmittel für Chinas Schwierigkeiten sah...
Aber Chiang Kai-shek und seine Generale dachten nicht daran, derartig törichten Vorschlägen ihr Ohr zu leihen... (239)
Manchen Abend, wenn wir so im Hause Günther zusammensitzen, fallen witzige Bemerkungen über die weisen Leute, die sich im chinesisch-japanischen Krieg so gründlich verprophezeit haben. (326)
1959:
... weil man klar die Dekadenz des westlichen Geistes erkennt...
Gemeint sind, W.S. Schlamm wird zitiert,
die Picassos und die Sartres, die Faulkners und die Millers, die Osbornes und die Tynans...
Einfluß dieser modischen intellektuellen Perversionen... (Der Anti-Schlamm, S.17)
1971:
... Geschichte und Erfahrung vor Phantasterei oder gar intellektueller Spielerei bewahren. (NP 1/2/71)
Seite 17
Ich bestätige Ihren Brief mit dem Postdatum vom 6. April 1971 ohne Unterschrift (Wortlaut des Briefes siehe Info (I) vom April 71 - H.L.).
Zu dem Buch Reise an der gelben Front darf ich Ihnen sagen, daß dieses Buch schon vor zwei Jahren im Deutschen Fernsehen Gegenstand eines Interviews mit mir war.
Das Buch habe ich Ende 1938 und Anfang 1939 (?! - H.L.) geschrieben, die Ihnen vorliegende Ausgabe von 1943 ist eine dritte Auflage. (?! - H.L.)
Für die von Ihnen beanstandeten Stellen gibt es zwei Erklärungen:
1. meine verhältnismäßige Jugend und Unerfahrenheit, die sich im Laufe der 11 Jahre, die ich in China von 1937 ab verbrachte, geändert hat;
2. wenn man in der einseitigen projapanischen Einstellung in Deutschland etwas für China Positives sagen wollte, mußte man es in eine gewisse Sprache kleiden.
Es ist erwiesen, daß dieses Buch für China entgegen dem herrschenden Japan-Wahn positiv gewirkt hat.
Mein Einsatz für China während der Kriegszeit ist historisch und dokumentarisch erwiesen und auch das große Risiko, das ich dabei persönlich auf mich nahm.
Ich brauche mich also für nichts zu entschuldigen und kann Ihnen nur raten, sich näher mit den Tatsachen (! - H.L.) bekannt zu machen, bevor Sie solche Briefe in die Welt schreiben.
Den Zeitungen, denen Sie Durchschläge Ihres Briefes schickten, sende ich ebenfalls Kopien von diesem, meinen Brief.
Wolf Schenke
***
a) mit Schenkes Angaben in seinen Briefen an Rolf Peters,
b) mit den Tatsachen.
***
Auch "Entlastungsmaterial" und "mildernde Umstände" gehören ins Gesamtbild.
Wer dazu beitragen kann - bitte.
So macht es wirklich keinen Spaß.
***
Im Jahre 1946 tagte in Shanghai ein amerikanisches Militärgericht.
Einer der 27 (lt. mit China allein, S. 262) oder 28 (lt. NP 51/52/69) Angeklagten war Wolf Schenke (ein Hinweis darauf fehlt in dem NP-Artikel); sie alle wurden beschuldigt, in der Zeit zwischen der deutschen und der japanischen Kapitulation weiter "Krieg gegen die Vereinigten Staaten und ihre Verbündeten geführt" zu haben.
Schenke wurde - neben fünf weiteren Angeklagten - freigesprochen,* jedoch weiterhin in Haft gehalten und später nach Deutschland abgeschoben ("repatriiert").
* oder das Verfahren gegen ihn wurde eingestellt. Gewisse Indizien sprechen für eine ausländische Intervention zu Schenkes Gunsten. H.L.
Dieser "Freispruch" durch das US-Militärgericht - selbst der Rundfunkpropagandist Hans Fritzsche wurde in Nürnberg "freigesprochen" - besagt ebensowenig wie die z.T. äußerst harte "Bestrafung" (lebenslänglich, 30, 20, 10, 5 Jahre Zuchthaus) der übrigen Mitangeklagten - auch wenn man davon absieht, daß, wie Schenke schreibt, das "Kriegsverbrechen" laut Anklageschrift darin bestand, "daß sie die japanischen Streitkräfte mit militärisch wichtigen Nachrichten unterstützt hätten" (NP), was in dem hier erörterten Zusammenhang ja ganz interessant, aber als Gegenstand eines solchen Prozesses gewiß lächerlich ist.
Das Gericht der Sieger war vor allem unzuständig.
Mithin...?
Schenke hat wenig Grund, "die ganze Rechnung für diesen Prozeß noch einmal zu präsentieren", wie er in dem NP-Aufsatz glaubt erinnern zu müssen.
Leute wie Schenke haben es nicht zuletzt den Alliierten zu verdanken, daß sie nach "45" ungeschoren geblieben sind.
Die Zeit war reif.
Der große "Prozeß" des Volkes stand auf der Tagesordnung.
Diesen Prozeß haben die Alliierten durch ihre Anwesenheit ja gerade verhindert!
Die Frage ist, ob die Nachkriegschance genutzt worden ist - umzulernen, umzudenken.
Doch nun sehen wir uns bisweilen vor der üblen Farce, daß die "Führer" - auch Wort-Führer! - und Täter von damals sich heute nachgerade als Opfer aufspielen; ein Gefühl stellt sich ein: daß sie nur die
(Forts. Seite 18)
Seite 18
(Forts.v. Seite 17)
Zeit abwarten, um eines Tages ihr ranziges Süppchen wieder aufzuwärmen.
Wie steht es damit - die Vergangenheit interessiert hier allein in ihrer Beziehung zur politischen Gegenwart - bei dem Verleger Wolf Schenke?
***
Heute meine ich, daß er nicht lange genug im Gefängnis gesessen hat, um nachdenken zu lernen.
Wolf Schenke über Conrad Ahlers, der gelegentlich der sogenannten Spiegel-Affäre in Spanien verhaftet worden war. (NP 7/70)
***
Ein für die Deutschen in ihrem Selbstverständnis wichtiger Punkt ist das Wissen um die Herkunft und Abstammung und ihr dadurch bestimmtes gemeinsames Schicksal als Volk.
Die Deutschen erfuhren im Jahre 843 mit der Teilung des fränkischen Reiches ihre Geburtsstunde als aus den germanischen Stämmen der Völkerwanderung entstandene Nation.
Als Heiliges römisches Reich deutscher Nation mit seiner Aufgabe als europäischer Ordnungsfaktor hoben sie sich gegen andere Völker ab und handelten in einem gemeinsamen Bewußtsein.
Durch die spätere Wandlung vom Universalstaat zum Volksstaat erfuhren die Deutschen ihre Aufgabe als kultureller und geistiger Mittler zwischen Ost und West.
Sie empfanden sich als gemeinsame durch Art und Schicksal miteinander verbundene Gemeinschaft im Bewußtsein als aktiv handelnde Nation in ihrer Abgehobenheit.
Aus diesem Bewußtsein heraus leitet sich für jene Menschen, die das Krankheitsstadium dieser Zeit mit seinen Siechtumserscheinungen erkennen, die Kraft ab, für die Heilung zu wirken.
Wolfram Bednarski - wie Edgar Langer VDNV-Vorstandsmitglied und verantwortlicher Redakteur der VDNV-Kontaktbriefe, hier zitiert nach Nr. 2 - März/April 1971
1940 -
Wer im Auslande lebte und die Augen in den letzten Jahren offenhielt, der wußte besser als jeder andere Deutsche, daß es eine internationale Verschwörung gibt mit dem Ziel, Deutschland zu vernichten... (295)
1970
... Adenauer, des erzkatholischen Österreichers Hitler legitime(r) Nachfolger bei dem in Rom seit der Reformation beschlossenen Werk der Zerstörung Deutschlands. (NP 14/70)
Warum werden die Archive nicht geöffnet? Warum wird dem Volke nicht reiner Wein eingeschenkt? Warum läßt man die Diebe "Haltet den Dieb" rufen?
Schenke über die CDU/CSU (NP 8/70)
... läßt die Unverschämtheit seines Auftretens den Zuschauer und Zuhörer atemlos. Der bisherige Gipfel der Heuchelei wurde erreicht.
Wolf Schenke über Rainer Barzel (NP 13/70)
Ich meine, er wird allmählich unerträglich...
Wolf Schenke über Franz Josef Strauß (NP 8/70)
Langmütig erlaubt sie den Menschen, Fehler zu widerrufen und zu korrigieren, auf falschen Wegen innezuhalten, umzukehren oder eine andere Richtung einzuschlagen, doch unerschöpflich ist ihre Geduld nicht...
Irgendwann ist eine Grenze überschritten und der Punkt erreicht, von dem aus es keine Rückkehr mehr gibt.
Wolf Schenke (NP 9/70)
... die Spuren zu verwischen und den dabei aufgewirbelten Sand dem Volk erneut in die Augen zu streuen.
Gotthart Ammerlahn über CDU/CSU (NP 16/70)
online-Fassung
info np II
Mai/Juni 1971
kokhaviv press:
Horst Lummert in kuckuck (kulikri)
kokhaviv publications > kuckuck network > archive
© Copyright 1999 - 2002 kuckuck · kokhaviv publications