free download kuckuck network archive NewCatch.com

Erkenntnistheorie und politische Praxis - Seit 1973 - Redaktion: Horst Lummert

Seite 01

Information (I)
für Mitarbeiter und Leser der
in Hamburg erscheinenden Wochenschrift
NEUE POLITIK

Berlin
April 1971

Hinweis: Der Inhalt dieser Informationsblätter gehört in die Neue Politik. Aber der Herausgeber und Chefredakteur der NP, Wolf Schenke, hat eine notwendige Diskussion abgebrochen. Hier finden Sie einige Erklärungen dafür. Lesen Sie bitte zuerst den "Rückblick" auf Seite 2.
Verantwortlich für den Inhalt: Horst Lummert, 1 Berlin 30, Luitpoldstr. 21

WISSEN, WAS IST,
GIBT DIR FREIHEIT ZUM RICHTIGEN HANDELN - WENN DU WILLST (aus einem Werbetext der NP)

"Und nun noch ganz allgemein ein Wort zu unseren marxistischen Dogmatikern: Sie sollten vom Dogma lassen. Sie sollten ehrlich werden..."

Wolf Schenke in der NP (15/71)

Alter Wein in neuen Schläuchen

"Unser Angriff kommt aus einem viel tieferen Bereich... von Menschen vorgetragen, ... die gesund geblieben sind und im Urgrund des Seins wurzeln. Sie sind keine Ideologen, sondern Wiederhersteller... Wiederhersteller nicht der äußeren Form, ganz im Gegenteil, Neuschaffer von neuen Formen, aber Bewahrer des Inhalts..." (67/68)

Wolf Schenke, Der Anti-Schlamm - Wie begegnet man dem Kommunismus? (Holsten, 1959), dem auch die folgenden Zitate entnommen sind. In Klammern jeweils die Seitenzahlen.

s. a. S. 09/10 dieser Information

Der völkische Dunstkreis

"Wir glauben, daß die Völker Geschöpfe Gottes... sind... Der Einzelne wird aus unerforschlichem Ratschluß in sie hineingeboren... Er erblickt als Deutscher, als Russe, als Chinese oder Franzose das Licht der Welt und muß es sein Leben lang bleiben... Volkspersönlichkeiten (sind) nach wie vor in der Wirklichkeit der Menschheit die entscheidenden Größen" (34).

"Die Völker sind in ihrem Charakter verschieden, darin liegt ihre Persönlichkeit, aber sie entziehen sich jeder moralischen Wertung des einen durch das andere. Läßt man die letzten paar Jahrzehnte beiseite, so haben sich Russen und Deutsche nichts vorzuwerfen..." (35).

"Die Verschiedenheiten im Charakter zwischen beiden Völkern sind groß, aber wiederum kleiner als die Unterschiede zwischen Russen und den Völkern, die westlich und südlich von Deutschland leben..." (35).

"Für den oberflächlichen Geist des Westens besitzen wir - eine dort meistens als unheimlich empfundene Tiefe, noch tiefer sind nach ihrer völkischen Veranlagung die Russen... Für die mystischen Russen besitzen wir Klarheit, unseren westlichen Nachbarn erscheinen wir dunkel..." (36)

"Das Gute liegt in der Mitte..." (61) "Deutschland ist Mitte" (37).

Der Unverbesserliche

"Die nachfünfundvierziger Deutschen... haben den Bruch mit der deutschen Vergangenheit auf eine Weise vollzogen, die in der Geschichte ohne Beispiel sein dürfte, nämlich total. Es gibt nichts Vergleichbares an geistiger Unterwerfung eines Volkes..." (15)

Irrationale Impulse

"Der Mensch ist nicht das Produkt seiner (ökonomischen) Umgebung... und entsprechend ist die Geschichte auch nicht eine Geschichte von Klassenkämpfen. Irrationale, immaterielle und altruistische Impulse haben die meisten großen geschichtlichen Veränderungen bewirkt" (48/49).

Aber:

"... nicht zuletzt unsere wirtschaftlichen Interessen lassen uns mit Aufmerksamkeit nach Ostasien schauen..." (6)

1937, Kampfplatz Ostasien

s. a. S. 09/10 dieser Information

Seite 02

RÜCKBLICK IN DIE NEUE POLITIK

Nummer 13 vom 27. März 1971:

Wolf Schenke, der Herausgeber und Chefredakteur der NP, teilt den "Lieben NP-Lesern" mit, daß eine weitere Zusammenarbeit mit Horst Lummert wegen dessen offenbar unmöglichen Umgangsformen nicht mehr zumutbar gewesen sei, "daß es zu einer Trennung kommen mußte", und kündigt zugleich weitere Mär an: "Eine geradezu unglaubliche Geschichte, auf die wir in der nächsten Ausgabe der NP noch ausführlich eingehen werden."

Nummer 14 vom 3. April 1971

Mein Beitrag Zur Diskussion gestellt: VDNV/AUD - Eine Erklärung und ihr ideologischer Hintergrund wird veröffentlicht. Er befaßt sich besonders mit der VDNV-Schrift Weltanschauliche Grundlagen für die Zukunft, deren primitiv-faschistischer Charakter sich bereits im Vokabular niederschlägt ("Vermischung und Entartung der Völker", "Tiermenschentum", "Bevölkerungskonglomerat", "Gifte aus dem Volkskörper", "Gemeinschaft gleicher Abstammung" u.ä.m..

Ebenfalls abgedruckt wird meine Öffentliche Aufforderung an Wolf Schenke, sich von diesen neofaschistischen Kreisen zu distanzieren, bestehende Verbindungen abzubrechen "und die Leser der Neuen Politik über die Zusammenhänge und Hintergründe dieser Verbindungen aufzuklären".

Obwohl ich in meiner Aufforderung den Schritt an die Öffentlichkeit begründe ("Nachdem es mir in langwierigen, schweren persönlichen Auseinandersetzungen nicht gelungen ist, Sie in diesen prinzipiellen Fragen zu einer klaren Entscheidung zu bewegen"), spielt Schenke den Überraschten.

Immerhin hatte ich die kritisierten Weltanschaulichen Grundlagen von Wolf Schenke persönlich in Empfang genommen.

Das mir vorliegende Exemplar trägt den Eingangsstempel des NP-Verlages vom 22. Oktober 1970 sowie einen handschriftlichen Vermerk Schenkes: "H. Lummert bitte durchsehen".

Die Öffentliche Aufforderung an Wolf Schenke, sich und vor allem die Neue Politik von diesen neofaschistischen Kreisen loszusagen, beantwortete der Verleger mit meiner fristlosen Entlassung - wegen "Vertrauensbruchs".

Zu den Darstellungen in den Nummern 13 und 14 der NP schrieb ich eine Erwiderung, deren Veröffentlichung Schenke abgelehnt hat. Sie finden den Beitrag auf Seite 03 dieser Information.

Weitere Hinweise siehe S. 07

Den folgenden Aufsatz schrieb Wolf Schenke, kurz bevor er sich entschließen mußte, seinen redaktionellen Mitarbeiter H.L. fristlos zu feuern. Der Text erschien - in abgewandelter Form - bereits in Nummer 11 der Neuen Politik. Hier die Urfassung:

SELBSTMÖRDERISCHES IN DER NP / OHNE KLARE ENTSCHEIDUNG KEINE ZUKUNFT / EINE SELBSTPARODIE / VON WOLF SCHENKE

Die NP sieht sich in einer Zwickmühle. Ist sie für den Sozialismus? Die Antwort: "Jein!" Für den Kapitalismus? Abermals: "Jein!" Für die dauernde Stationierung eines marxistischen Mitarbeiters in der Redaktion? ...

Wenn das so weitergeht, geht es mit dem Herausgeber dieser Zeitung nicht mehr lange weiter und auch mit der Zeitung selbst nicht.

Die innerredaktionelle Opposition braucht kaum noch den Mund aufzutun, um die Glaubwürdigkeit des Herausgebers und Chefredakteurs zu erschüttern, sie kann still sitzen und Däumchen drehen. Sie kann die Erklärungen und Stellungnahmen, die Erklärungsversuche der Erklärungen und Stellungnahmen, die ganze verschlungene Wortakrobatik des Herausgebers auf die Öffentlichkeit wirken lassen. Das genügt. Kein besseres Abführmittel kann man sich denken.

Vielleicht Taktik; aber auch Beruhigungstaktik hat ihre Grenze, bei deren Überschreitung sie nur noch schadet. Die Grenze liegt da, wo

(Forts. S. 06)

Seite 03

Bezüge:

"Liebe NP-Leser" in Nummer 13 und Kritisches Forum in Nummer 14 der Neuen Politik

Materialismus

"... nicht zuletzt unsere wirtschaftlichen Interessen lassen uns mit Aufmerksamkeit nach Ostasien schauen und gebieten uns, uns ernstbaft um Verständnis der den meisten rätselhaften Vorgänge in jener entfernten Gegend unserer Mutter Erde zu bemühen." (1937)

"Und zweitens hat unser Volk durch sein tausendjähriges Schicksal, in die Mitte gestellt zu sein, noch eine Aufgabe zu erfüllen..." (1959)

Wolf Schenke

Zum Thema: VDNV/AUD/NP / EINE GEGENDARSTELIUNG

Von Horst Lummert

Eine öffentliche Aufforderung ist nun einmal eine öffentliche Aufforderung; das ist ihr schwerlich anzukreiden. Ich habe begründet, was mich zu diesem Schritt bewog. Er erweist sich im nachhinein als angemessen und richtig.

Unter dem Druck dieser "Öffentlichkeit" (Schenke: "hinter unserem Rücken von außerhalb mit einem Erpressungsversuch der NP-Redaktion seinen Willen aufzwingen") erfährt mittlerweile auch die NP-Leserschaft, was sich zugetragen hat - nachdem in dem Schenke-Brief an die "Lieben NP-Leser" in der Nummer 13 eben noch der Versuch unternommen ward, einen "Fall Lummert" anzurühren.

Der NP-Leser weiß peu à peu auch, daß ich nicht aus einem "früher nur gelegentlichen freien Mitarbeiter" zu einem möglicherweise ebensolchen wurde, der mit der Einrichtung des Kritischen Forums (das läuft mal gerade ein paar Wochen) eine "ständige Rubrik... als Experiment eingeräumt bekam", sondern daß ich seit sechs Monaten, genau: seit dem 1. September 1970 als Redakteur am Orte (Hamburg) tätig war - was zur Folge hatte, daß es (am 19. März) auch nicht zu einer diffusen "Trennung" kam, sondern zur fristlosen Entlassung.

Zu dem als Kündigungsgrund angeführten "Vertrauensbruch" ist zu sagen:

Bei der Schwere der Vorwürfe, die ich gegen die zur Diskussion gestellten Organisationen erhob, und den daraus folgenden politischen Konsequenzen, war es meine Pflicht, die Mitarbeiter, die ich immerhin für "linke Feigenblätter" hielt, jedenfalls für Antifaschisten, von dem Vorhaben rechtzeitig, d.h. mindestens gleichzeitig mit Wolf Schenke, in Kenntnis zu setzen.

Jacques Otto Grézer, Heinz Krüger und Peter van Spall erhielten Kopien der Öffentlichen Aufforderung und, später, der VDNV/AUD-Kritik.

Eine weitere Verbreitung der Texte erfolgte nach der fristlosen Entlassung.

"Öffentlichkeit" im eigentlichen Sinn wurde freilich erst mit einem Bericht im Berliner Extra-Dienst vom 24. März (!) hergestellt. Außerdem interessiert sich zunehmend die Frankfurter Rundschau für diesen Fall.

(Forts. S. 04)

Seite 04

(Forts. v. S. 03)

Wolf Schenke weiß das alles; er erwähnt es in einem Schreiben an mich (vom 25.3.) und kündigt zugleich an, daß er nunmehr "in der nächsten Ausgabe der NP", der Nummer 14 vom 3. April, die Öffentliche Aufforderung zusammen mit dem VDNV/AUD-Beitrag "in vollem Wortlaut" abdrucken werde. Das ist unterdes geschehen; wie gesagt: unter sanftem Druck einer, wenngleich noch begrenzten, Öffentlichkeit.

"Vertrauensbruch"... Dies ist eine politische - keine persönliche - Auseinandersetzung, wie auch dem Gutgläubigsten allmählich klarwerden dürfte. Und der vorerst noch vage "Schuß eines Redaktionsmitgliedes von außerhalb", nur mal so aus der Schrotflinte gleichsam, traf offenbar ins Schwarze.

Wie anders kann man sich die (versteht sich: "gewissenhaften journalistischen") Verrenkungen und Verdrehungen erklären, mit denen da versucht wird, den Fall NP/VDNV/AUD zu bagatellisieren, zu "privatisieren"?

Vorbemerkungen, Zwischenbemerkungen, Nachbemerkungen und etliche Erklärungen häuften Peinlichkeit auf Peinlichkeit; sie vermochten indessen nicht, die Fakten vom Tisch zu räumen, vermochten nicht, zufriedenstellende Antworten auf die öffentlich zur Diskussion stehenden Fragen zu geben.

Fakten:

Die "private Meinungsäußerung Herrn Langers" erschien in der offiziellen "Schriftenreihe der VDNV", für die die VDNV als Herausgeberin zeichnet.

Edgar Langer ist - das hat bei den in diesem Milieu üblichen Elitevorstellungen nicht geringe Bedeutung - kein x-beliebiges "Mitglied" der VDNV, sondern Mitglied ihres Bundesvorstandes, befugt, namens der VDNV verbindliche Erklärungen abzugeben; in öffentlichen Versammlungen der VDNV tritt er als deren offizieller Sprecher auf.

Edgar Langer ist nicht irgendwer, der im Kontaktbrief eine von "unterschiedlichen Meinungen zur Diskussion gestellt" hat (es wäre schlimm genug); das Impressum dieser ebenfalls von der VDNV offiziell herausgegebenen Publikation nennt ihn als einen der verantwortlichen Redakteure (neben Wolfram Bednarski).

Daß die Langersche Weltanschauungs-Schrift "für die VDNV nicht verbindlich sei und von ihr niemals gebilligt und verabschiedet worden sei!" - diese Erklärung der VDNV mag der AUD genügen, um den Privat-Faschisten Edgar Langer offiziell als "sozialistischen" und "demokratischen" VDNV-Vertreter und Unterschriftspartner für eine "gemeinsame Erklärung" zu akzeptieren. Der Scheincharakter dieses quasi interorganisatorischen Alibis wird hier evident.

Was der VDNV-Ideologe Edgar Langer unter "Sozialismus" versteht, haben wir herausgefunden; was er meint, wenn er von "Demokratie" spricht, erläutert er auch im neuesten Kontaktbrief (1/71) wieder, jetzt ("Treffender konnte dies niemand ausdrücken") mit den Worten des "deutschen Soziologen" C.E. Köhne vom "Selbstverständnis elitärer Denokratie - und nur eine solche steht ernstlich zur Debatte..."

Schenke schreibt, daß "die Neue Politik bei der Gründung der Vereinigung vor 10 Jahren Pate gestanden hat und seit ihrem Bestehen laufend über die Aktivität der Vereinigung berichtete". Aber was interessiert die Vereinigung, wie sie vielleicht einmal war (oder wie sie gern scheinen möchte), wenn das aus ihr geworden ist! (Schenke in einem Gespräch: "Das sind die Geister, die ich rief.")

"Daß die VDNV von überzeugten Demokraten... gegründet wurde, steht außer Zweifel", schreibt Haußleiter und fügt hinzu: "Aus der gemeinsamen Erklärung von AUD und VDNV geht eindeutig hervor, daß die AUD an späteren Entwicklungen innerhalb der VDNV

(Forts. S. 05)

Seite 05

(Forts. v. S. 04)

Kritik geübt hat." Das geht zwar keineswegs "eindeutig" hervor, aber Haußleiter sagt es wenigstens jetzt.

Er läßt durchblicken, daß man auf seiten der AUD sich der, sagen wir einmal: Fragwürdigkeit des Langerschen Weltanschauungs-Papiers bewußt war. Oder hatte das nur taktische Gründe? (Im übrigen wurde der "Aufsatz des Herrn Langer..., der damals schon etwa ein Jahr zurücklag", in derselben Kontaktbrief-Ausgabe, die die gemeinsame Erklärung brachte, weiterhin zur Lektüre empfohlen; aber das stand alles schon in meiner ersten Kritik.)

Für den VDNV-Kern gibt es indes überhaupt "keinerlei Grundlage" für die "erhobenen Vorwürfe". Und Schenke tut so, als gehe ihn die Sache gar nichts an, als sei die Angelegenheit mit dem Abdruck der Erklärungen beider Organisationen für ihn ausgestanden.

Als vor längerer Zeit im DDR-Rundfunk einmal von einer rechtsradikalen VDNV gesprochen wurde, glaubte ich, es gebe noch eine zweite. Das möchte man in VDNV/NP-Kreisen heute wohl am liebsten selber glauben.

In den sechs Monaten NP-Redaktion (Schenke: "ein ausreichender Zeitraum, um sich mit Thema wie der VDNV... bekannt zu machen") habe ich genug gehört und gesehen, um mir ein Bild machen zu können; zuviel, um die Öffentlichkeit davon weiterhin ausschließen zu dürfen.

"Weitere Schritte behält sich die VDNV vor" - nicht gegen den Faschisten im eigenen Bundesvorstand, nicht gegen den verantwortlichen Redakteur ihrer Kontaktbriefe, Edgar Langer, sondern gegen den "politischen Rufmörder", der das Kind beim Namen nannte.

Ich habe Faschisten Faschisten, Rassisten Rassisten genannt; als ich davon auch nicht abgehen wollte, als "sich dogmatische Enge und Verstocktheit schließlich doch als chronisch erwiesen, die Polemik jeden realen Boden wie auch jedes Maß verlor und damit ins Unmenschliche abglitt, war klar, daß es zu einer Trennung kommen mußte" (Schenke). Das ist der Talbestand.

"... wenn diejenigen, die sich im Ziel eines freiheitlichen Sozialismus einig sind, über Wege und Methoden dazu nicht mehr sachlich diskutieren" (Schenke)...

So liest es sich schön. Aber dies ist kein Methodenstreit, keine Strategiediskussion, hier klaffen die Zielvorstellungen auseinander, unvereinbar! Da gibt es nichts zu vermitteln, nichts zu diskutieren. Langer und Bednarski haben das in ihrer Feind-Bestimmung der Marxisten sehr realistisch erkannt.

Wo Schenke, der nun nicht mehr umhinkann, "im Hintergrund der Auseinandersetzung mit Horst Lummert... Meinungsverschiedenheiten in der Sache" zu konzedieren, diese "Meinungsverschiedenheiten" als einen Streit "um die Frage..., ob ein freiheitlicher Sozialismus in der Industrie-Gesellschaft durchgesetzt werden kann", darzustellen versucht; wo ein engagierter Antifaschist und Sozialist wie Helmut Gollwitzer als Kronzeuge für diesen, Schenkes, "freiheitlichen Sozialismus" herhalten soll: da wird die Methode "tarnen und täuschen" zur zynischen Herausforderung!

GENERALVERSAMMLUNG DER VDNV

17./18. APRIL IN HANNOVER

"In den Studien von Zeitfragen. Informationen zum nationalen Nonkonformismus findet sich hierzu die Mitteilung, daß Hannover deshalb als Tagungsort gewählt wurde, weil sich dort die zahlenmäßig stärkste und organisatorisch regsamste Gruppe (um Bednarski und Langer - H.L.) befindet. Die Gruppe stehe nicht nur zu APO-Leuten und Jungdemokraten, sondern auch zu den Jungen Nationaldemokraten, der Jugendorganisation der NPD, in Kontakt und habe von dorther Eintritte vor allem jüngerer Mitglieder zu verzeichnen."

Extra-Dienst 27/28 vom 8. April 1971

Seite 06

DIE LINKEN FEIGENBLÄTTER

EIN KAPITEL FÜR SICH

In meiner Öffentlichen Aufforderung an Wolf Schenke schrieb ich u.a.:

"Insbesondere den Mitarbeitern, die der Neuen Politik zu einem eher nach links tendierenden Image verhelfen, ist glaubhaft zu machen, daß sie nicht nur als linke Feigenblätter zur Tarnung einer im verborgenen rechtsextremen Politik fungieren."

Dazu bemerkte der Berliner Extra-Dienst in seinem ersten Bericht (Rechtsextremismus mit Links-Image):

"Nachdem die Fakten jetzt öffentlich bekannt sind, darf man auf die Reaktion solcher linken Mitarbeiter in der Neuen Politik gespannt sein."

Peter van Spall meint es sicherlich gut, wenn er - ohne freilich auch nur mit einem Wort die VDNV-Hintergründe zu erwähnen und auf die Widersprüche einzugehen, in die Schenke/VDNV/AUD sich inzwischen verwickelt haben - eine neue Diskussion mit dem NP-Herausgeber über dessen "Sozialismus"-Vorstellungen beginnt.

Jacques Otto Grézer alias Helmut Grassmann hat seine NP-Mitarbeit eher noch verstärkt. Sonstige Reaktion: keine.

Heinz Krüger teilte mir in einem Schreiben vom 23.3. freundlicherweise mit, daß er zwischen Schenke und mir "vermitteln" wollte. "Da es sich nun leider erübrigt, möchte ich mich in die persönlich gewordenen Auseinandersetzungen nicht einmischen." Seine Mitarbeit bei der NP geht unvermindert weiter.

Wie immer dem sei: sie haben es - rechtzeitig! - gewußt.

Die Mitte

"Die Mitte nun müßte sich eigentlich entschließen, auf der einen oder der anderen Seite mitzumachen; aber sie entscheidet sich nicht gern, zieht sich lieber zurück ins Unbestimmte, Diffuse. Die Mitte ist äußerst ideologieanfällig."

Aus meiner Auseinandersetzung mit dem "Sozialismus des Dr. Klemens Döpp" (NP 40/70). H.L.

SELBSTMÖRDERISCHES IN DER NP

(Forts. v. S. 02)

die Taktik, statt die strategische Absicht zu fördern, diese und gar die Existenz selbst gefährdet. Widersprüchliche Erklärungen, Wortsalat, Tohuwabohu! Wem glaubt man noch, wen kann man noch ernst nehmen?

Was hat man sich eigentlich vorgestellt? Den kleinen Betrug, zwar ein richtiges Ziel anstrebend, es den Verbündeten aber nicht sagend, in der Hoffnung, sie merkten es nicht, was wirklich dahintersteckt - bis man sie vor vollendete Tatsachen stellt? Da sei Marx vor! Der paßt da auf...

Denen, die eine Antwort in der einen Richtung befürchten, redet die NP nach dem Munde, wodurch sie die anderen auf den Plan ruft; dann werden die wiederum beschwichtigt, und das ganze Spiel beginnt wieder von vorn. Wer weder Fisch noch Fleisch ist, hat keine Chance, Menschen zu gewinnen. Und schließlich hat man unvermeidlich mit der chamäleonhaften Image-Pflege nach außen die Verschärfung der Auseinandersetzung in die eigenen Reihen getragen.

Diese wiederum läßt außerhalb noch mehr Vertrauen verlieren; das setzt sich, wenn man die innere Auseinandersetzung vertagt, fort und fort, bis von der Lesersubstanz nur noch wenig übrig sein wird.

Die NP muß erkennen, daß sie in einer Krise ist. Diese Krise ist noch in ihrem Anfang.

Die Widersprüche jetzt austragen, bis zum letzten, könnte die NP wieder für die Umwelt "fit" machen. Das Vertagen des Austragens der Widersprüche macht sie zu einer - wenn auch heute noch großen - Sekte, an der und über welche die Entwicklung hinwegschreitet.

Krisen können tödlich ausgehen oder aber heilsam sein. Wenn man sich ihnen stellt.

(Bis hierher Schenke)

Linkes Vokabular aus Schenkes rechter Feder wirkt nun einmal linkisch. - Aber die Freudsche Fehlleistung (Schenke befaßte sich in dem zitierten Text mit der SPD - statt der NP, mit der "Wählersubstanz" - statt der "Lesersubstanz" usw.) ist geradezu beispielhaft.

Seite 07

VERÖFFENTLICHUNG IN DER NEUEN POLITIK VOM HERAUSGEBER ABGELEHNT

Mit Schreiben vom 13. April teilte Wolf Schenke dem Verfasser mit, daß er nicht bereit sei, die Replik (S.3) Zum Thema: VDNV/AUD/NP - Eine Gegendarstellung in der Neuen Politik zu veröffentlichen - "und zwar aus mehreren Gründen:

1. Wie ich durch ein Telefongespräch von Frau Bollinger (einer freien Mitarbeiterin der NP - H.L.) erfuhr, betreiben Sie weiter eine Kampagne gegen die NP mit dem Vorwurf, daß wir ein faschistisches Tarnblatt seien.
2. In Ihrer Gegendarstellung finden sich wiederum einige Beschimpfungen, die man nicht drucken sollte und die Ihnen höchstens von den Betroffenen Strafverfahren eintragen dürften. Um nur einen Fall zu nennen: Der Privat-Faschist Edgar Langer.
3. Sie haben die Geduld unserer Leser schon übermäßig strapaziert, und ich habe eine Menge Briefe hier - auch Anrufe - erhalten, die alle dafür eintreten, daß diese Diskussion, soweit sie Ihre Person und Ihr Verhältnis zur NP betrifft, nicht weiter fortgesetzt wird.

Man sieht: Schenke macht es einem schwer genug, der Wahrheit ans Licht zu helfen. So bleibt der eine Weg, die "Kampagne gegen die NP" - d.h. für die Aufhellung der in der NP lediglich andiskutierten und gleich wieder verschleierten Zusammenhänge und Hintergründe - fortzusetzen.

Auf den ersten Blick erscheint es unbegreiflich, daß ausgerechnet ein Publizist die Öffentlichkeit zu meiden trachtet. Aber kann er denn anders?

Schenkes Reaktion auf diese "Kampagne" hat den Verdacht, die NP sei womöglich in der Tat weiter nichts als ein "faschistisches Tarnblatt", diesen ungeheuerlichen Verdacht! - jedenfalls noch verstärkt.

Und es scheint nur auf den ersten Blick so, als würden die NP-Leser "alle dafür eintreten", daß die anstehende Sache eiligst zu den Akten gelegt werde. Dieser erste Blick täuscht.

Die bei der NP-Leserbrief-Selektion übliche Eliminierung "störender" Meinungsäußerungen kann nicht verhindern, daß der eine oder andere NP-Leser Kopien seiner NP-Zuschriften zum Thema Schenke pp. jetzt an den Verfasser dieser Informationsblätter sendet.

Höchst lesenswert: ein auf Seite 8 wiedergegebenes Schreiben aus London - gerichtet an den

"ehemaligen Mitarbeiter des Völkischen Beobachter", man sollte ergänzen:

den HJ-Bannführer,

den Schriftleiter des von der "Reichsjugendführung" herausgegebenen NS-Weltanschanungsblattes Wille und Macht,

den (nach eigenen Angaben in "Konspiration" ausgebildeten) Abwehr-Agenten* des Dritten Reiches, Wolf Schenke.

Der Nachkriegs-"Demokrat":

"Als Willy Brandt vor dem Mahnmal der beim Warschauer Ghetto-Aufstand Gefallenen niederkniete, hat er noch einmal durch eine, man möchte sagen abschließende Geste einen schrecklichen Abschnitt der deutschen Geschichte zu Ende bringen wollen. Aber dieser war 1945 vorbei, er selbst hatte an dem, was damals geschah, weder Schuld noch teil." Im Gegensatz zu Schenke (hier zitiert nach NP 51/52/70).

*Wolf Schenke, in einem anderen Zusammenhang, gesprächsweise: "Wer einmal für einen Geheimdienst gearbeitet hat", der bleibe auch dabei.

Seite 08

cc: Horst Lummert, cc: "Die Zeit", Hbg., cc: "Der Spiegel", Hbg., cc: "Frankfurter Rundschau", Ffm., cc: "AZ", Wien, cc: "Peking Rundschau", Peking, cc: "Hsinhua", Bad Godesberg, cc: "NZZ", Zürich, cc: "Zeitdienst", Zürich, cc: "Radio Bremen" etc.

K.H. Friedrich
z.Zt.: London/England
c/o Hotel Mount Royal

Herrn
Wolf Schenke
Herausgeber der "unabhängigen Wochenschrift"
Neue-Politik
Mitbegründer und Mitglied der "Deutschen
China-Gesellschaft", Hbg.,
ehemaliger Mitarbeiter des Völkischen
Beobachter
und
Frontberichterstatter desselben in China
heutiger China-"Experte" und "Demokrat"

2000 Hamburg 20
Geschwister-Scholl-Str. 142

Sehr geehrter Herr Schenke!

In der Nummer 13 Ihrer Zeitschrift Neue Politik vom 27.3.1971 spielen Sie sich als der ganz große Demokrat und liberale Hausvater gegnüber Ihrem ehemaligen Mitarbeiter Horst Lummert auf.

Woher Sie diese Güte und Nachsicht eigentlich haben, ist mir nicht ganz klar, nachdem ich Ihr Buch: "Reise an der gelben Front" (Untertitel: "Beobachtungen eines deutschen Kriegsberichterstatters in China")* eingehend gelesen habe.

Was Sie sich in diesem Buch und auch in Ihren gelegentlichen Äußerungen über China erlauben, ist nicht nur Frechheit und Zynismus gegenüber einem anderen Volk, sondern dieses Buch spricht eindeutig die Sprache des Faschismus und des Imperialismus, daß es auch wie eine ungeheuerliche Beleidigung des chinesischen wie des deutschen Volkes klingen muß, wenn man hört, daß Sie Mitgründer und Mitglied der "Deutschen China-Gesellschaft" sind.

In der Neuen Politik versuchen Sie sich anscheinend hinter der Maske des China-Freundes zu tarnen, und wie aus eingeweihten Kreisen zu erfahren ist, haben Sie auch versucht, das China von heute zu bereisen, und es ist wohl nur der Feinfühligkeit der Chinesen zu verdanken, daß Sie dem chinesischen Volk ein weiteres Mal erspart blieben.

Vor dem chinesischen Volk schäme ich mich für Sie als Deutscher und muß es bitten, alle aufrechten Freunde Chinas nicht mit Ihnen in einen Topf zu werfen.

Sie sollten sich schämen und Ihre Finger von der Politik und jeglicher Art von Publikation lassen.

Pfui Teufel!

Siehe hierzu den Text auf Seite 07 dieser Information

*Ausgabe des Gerh.Stalling-Verlages,
Oldenburg 1943.

Der Übermittler der Kopie (Rolf Peters, Hamburg) vermerkt handschriftlich: "Das genannte Buch - Stürmer und Völkischer Beobachter waren nichts dagegen! - kann in der Hamburger Staatsbibliothek ausgeliehen werden." Der Verlag vermag darüber keine Auskunft mehr zu geben.

Auszug aus zwei anderen Büchern Schenkes: S. 09f. dieser Information

Seite 09

WOLF SCHENKE - WIE ER SCHREIBT UND SCHRIEB

1937: Von Europa aus über das europäisierte Rußland erfolgte die große Kolonisation und machtpolitische Beherrschung der ganzen nördlichen Hälfte des asiatischen Kontinents bis zu den Ufern des Pazifik. Heute ist aus den Urgründen Asiens wieder eine Flut hervorgebrochen im Bolschewismus, die an die Gestade der europäischen Ordnung und Gesittung brandet. (6,8)

China versank nun in einem Chaos, das in der Geschichte kaum seinesgleichen hat. (54)

Bei alledem aber gaben viele Vertreter der weißen Rasse draußen ein sehr jämmerliches Beispiel. (55)

Nur in der nationalen Volkspartei, Kuomintang, Dr. Sun Yat-sens, die ihren Schwerpunkt in Kanton hatte, bestand eine Ordnungszelle. Man kann an vielem, was Dr. Sun lehrte, Kritik üben, man kann vor allem sagen, daß manches nicht aus einer inneren ungebrochenen, artgemäß chinesischen Entwicklung stammt, sondern rein rational aus einer anderen Welt übernommen ist. Man kann auch Dr. Sun bezeichnen als den großen Theoretiker, während der Mann der Tat Chiang Kai-shek der eigentliche Schöpfer des modernen chinesischen Staates ist. (55)

Zwangsläufig ergaben sich aus der nationalistischen Grundeinstellung der Partei die praktischen Forderungen für die Innenpolitik: Staatsreform nach westlichem Muster, Industrialisierung und verkehrsmäßige Erschließung, Eingliederung Chinas in die Weltwirtschaft und für die Außenpolitik. Abschaffung der ungleichen Verträge, Gleichberechtigung Chinas neben den anderen Mächten. (57)

Bevor man aber an die Verwirklichung des Programms gehen konnte, mußte erst einmal die Macht im Staate errungen sein. Das war nicht möglich auf dem Wege der Überzeugung... Der Mann, der das erkannte und mit Zielbewußtsein an die Lösung dieser schwierigen Aufgabe heranging, ist der heutige Führer Chinas: Chiang Kai-shek.

Bevor aber Chiang Kai-shek zu seinem Zug nach Nanking aufbrechen konnte, ging die Kuomintang noch durch eine gefahrvolle Periode. Sie hatte ein verhängnisvolles Bündnis mit dem Bolschewismus geschlossen. Überall in der Welt, wo revolutionäre Stimmung herrschte, ob in Industriestaaten oder in verarmten Agrarländern oder auch in Kolonialgebieten, erschienen bald... die Emissäre der kommunistischen Internationale... (57)

Die eigentliche kommunistische Bewegung in China begann unter Intellektuellen. Sie waren es, die den Bruch mit den alten Grundlagen des Chinesentums vollzogen hatten. Bei der Beschäftigung mit dem westlichen Liberalismus mußte für nicht unbedingt gefestigte Charaktere der Übergang zu dessen konsequenter Fortsetzung, dem Kommunismus, leicht sein... Die große Masse war für diese Blüte westllcher Herkunft unzugänglich, sie lebte noch in alten überkommenen Vorstellungen und ihr fehlte der Sinn zum Erfassen derartiger Dinge, der bei vielen Intellektuellen auf Kosten ihrer Verwurzelung im Heimatboden allzu stark ausgebildet war. (58)

In den Jahren von 1924-1927 fand die kommunistische Partei die Gelegenheit, aus dem Stadium des intellektuellen Zirkels zur Massenbewegung überzugehen, und es fand sie dank der Zusammenarbeit mit Kuomintang. Sah Sun Yat-sen, als er die von den Sowjets hingehaltene Hand zum Bündnis gegen die kapitalistischen Mächte ergriff, nicht die Gefahr, die von dieser anderen Seite drohte? (58/59)

Es war ein Verbündeter, aber ein sehr gefährlicher. (59)

Waren es in den dauernden Bürgerkriegen die Vertreter des weißen Kapitalismus, die kurzsichtig die Leiden Chinas vergrößern halfen, so waren es in den Jahren der ersten Entwicklung der neuen Nationalbewegung die Vertreter des westlichen Kommunismus aus aller Herren Länder, die eine große Gefahr für die neue Bewegung heraufbeschworen. Chiang Kai-shek ist es zu verdanken, daß alle diese Gefahren glücklich überwunden wurden. (59)

Von Bedeutung... ist sein Bruch mit den Roten, der mitten in der Expedition nach Norden erfolgte. (59)

(Forts. S. 10)

Seite 10

(Forts. v. S. 09)

Während Chiang Kai-shek von Nanking aus das weitere Vordringen nach Norden vorbereitete, denn noch galt es den mächtigsten Kriegsherren Chang Tso-lin aus dem Norden und der Hauptstadt Peking zu vertreiben, wühlten die roten Kreise in Wuhan immer mehr gegen ihn. Instinktiv ahnten sie wohl, daß in diesem Mann die Kraft zur Ordnung des ihnen so liebgewordenen Chaos steckte.

Chiang sagte sich darauf von der Regierung los. Mit den anständigen Elementen gründete er in Nanking eine Gegenregierung. (61)

Nun hieß es, an die Aufgabe des inneren Aufbaues gehen. Wer nicht einmal einen Begriff von der ungeheuren Ausdehnung des verkehrsmäßig kaum erschlossenen China bekommen hat und wer nicht die Folgen der unendlichen Bürgerkriege, die unbeschreibliche Korruption, die Verwilderung, das Räuberunwesen der Besitzlosen und die Willkürherrschaft der Generale etwas aus der Nähe betrachten konnte, der kann sich kein Bild machen von den ungeheuren Schwierigkeiten, vor die die chinesische Zentralregierung gestellt war. (61/62)

... und nicht zu vergessen die unausgesetzte Kommunistenplage, deren Bekämpfung immer einen großen Teil der Nationalarmee in Anspruch nahm. (62)

Das waren die Umstände, unter denen die Nationalregierung in Nanking an die Arbeit gehen mußte. Die erste Aufgabe, der sie sich zuwandte als der Voraussetzung für eine Gesundung des chinesischen Volkskörpers, war der wirtschaftliche Wiederaufhau der in den Wirren der letzten Jahrzehnte völlig zusammengebrochenen und chaotischen Volkswirtschaft. Im Jahre 1932 wurde der nationale Wirtschaftsrat gegründet und erhielt als Hauptaufgaben die Hebung der Landwirtschaft, den Aufbau des Verkehrswesens und die Flußregulierung zugewiesen. Alle drei Aufgaben stehen miteinander in ursächlichem Zusammenhang und sind kaum voneinander zu trennen. Sie sind in der Tat die Grundlage für eine spätere Gesundung. Nur die unhaltbaren Agrarzustände ermöglichten den Räuberkommunismus, und die unzureichenden Verkehrsmöglichkeiten erschwerten seine Bekämpfung. (65)

Straßenbau... da ohne Straßen die Bekämpfung des Kommunisten- und Räuberunwesens unmöglich war. (67)

1934 wurden die Kommunisten aus Kiangsi vertrieben... (67)

Chiang Kai-shek hatte in Nanking bald erkannt, daß die Meisterung der Macht nicht nach so rein rational ausgedachten Grundsätzen zu bewerkstelligen war... Auf den Sinn der Gedanken Dr. Suns und der Bewegung kam es ihm an - und der lag letzten Endes im Nationalismus - nicht auf die Form der Regierung. Es war ganz selbstverständlich, daß die geforderte Demokratie vor den Notwendigkeiten einer starken Staatsführung zurücktreten mußte, wenn überhaupt jemals aus dem Chaos wieder ein geordnetes Land werden sollte. (68)

... müssen wir im Zeitalter des Nationalsozialismus... zu einer Zusammmenschau der Dinge kommen, die uns Antwort gibt auf die Fragen "wofür" und "warum" und uns in die Lage versetzt, Schlüsse für den Lebenskampf des eigenen Volkes zu ziehen. (6)

Aus: Wolf Schenke: Kampfplatz Ostasien. Verlagsanstalt Otto Stollberg, Berlin 1937.

1959: Es bestünde heute eigentlich wenig Grund, den Marxismus als Ideologie zu fürchten, denn er ist geistig längst überholt: Seine philosophische Grundlage ist falsch. Der Mensch ist nicht nur ein materiell-biologisches Wesen, sondern in seinem Sein mit jener außermenschlichen Kraft verbunden, welche den Kosmos bewegt, und er erhält aus ihr seelische Antriebe. ... Irrationale, immaterielle und altruistische Impulse haben die meisten großen geschichtlichen Veränderungen bewirkt. (49)

Voraussetzung dazu aber ist die Überwindung dessen, was sich angesichts des gestrigen Marxismus bei uns als Vorgestriges wieder restauriert hat... Wir sind gerade deshalb zuversichtlich, weil unser Angriff auf das Vorgestern nicht aus dem Gestern, sondern aus dem Heute kommt, weil es auch das Gestern schon hinter sich gelassen hat... von Menschen vorangetragen, ... die gesund geblieben sind und im Urgrund des Seins wurzeln. Sie sind keine Ideologen, sondern Wiederhersteller in dem Sinne, wie Konfuzius es war, der in einer nicht weniger chaotischen (!) Zeit als der unseren durch Aufzeigen der Werte eine Ordnung begründete, die 2000 Jahre überdauerte (Hitler brachte es nur auf 1000 - H.L.).

... Neuschaffer von neuen Formen, ... Bewahrer des Inhalts... (67/68)

Aus: Wolf Schenke, Wie begegnet man dem Kommunismus? Holsten, 1959.

online-Fassung

info np I
April 1971

kokhaviv press:
Horst Lummert in kuckuck (kulikri)

kokhaviv publications > kuckuck network > archive

© Copyright 1999 - 2002 kuckuck · kokhaviv publications