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Erkenntnistheorie und politische Praxis - Seit 1973 - Redaktion: Horst Lummert

1997-00-00

Rolf F. Schütt

Über einige Gedankenflüge proletarischer Vogelfedern

Vierteljahreshefte für Kunst, Literatur, Kritik

Der Berliner «kuckuck»

Der «kuckuck» war Anfang der 70er Jahre das Produkt «schöpferischer Resignation», der Utopie eines «proletarischen Individualisten», der dem Engagement die Einsicht vorzieht und der Gesellschaft die (kinderreiche) Familie.

Das «animal rationale» übersetzt er mit «erleuchtetes Arbeitstier».

Eher Adlerauge als Maulwurf, verstrickt er sich nicht ins politische Tagesgeschäft, sondern begleitet es kritisch von seinem fliegenden Gebetsteppich aus.

Moscheen liebt er mehr als Kirchen, und Synagogen und Kirchen waren einmal die wahren Volkshochschulen.

Geist hat er als Ersatz für die südliche Sonne, aber auch die Todessehnsucht des Großstadtbeduinen nach der strengen Wahrheit der Wüste.

Geistesadel der heiligen Armut:

Seinen Bedarf läßt er nicht von der Industrie wecken, sondern lieber vom «Luxus Gottes» decken.

Arnold Gehlens Institutionen braucht sein «lebensfähiger Anarchismus»* nicht.

* nach Ludwig Marcuse. H.L./kkk

Ein Außenseiter, der lieber in Gottes Sonnensystem als in den besten Gesellschaftssystemen lebt, ein Kosmopolit, der die «goldene Mischung» der Rassen für gottgewollt hält und die deutsche Nation gegen ihre linken Verleumder verteidigt, ein beschnittener Hebräer, der das Judentum darin sieht, sich selber messianisch aufzuheben, ein Demokrat, dem unser Verhältniswahlrecht nicht demokratisch genug ist, ein Philosoph, der in philosophischer Weisheitsliebe vor allem die Unwissenheit über die «Stellung des Menschen im Kosmos» (Max Scheler) sieht.

Mit Kurt Schumacher entdeckte er in «Moskauer Fraktionen» vor allem «rotlackierte Nazis», und im Feminismus von heute diagnostizierte er den Antisemitismus von heute, den Rassenkampf deutschvölkischer Amazonen gegen das jüdische Patriarchat.

Gegen die unheilige Dreieinigkeit von sozialistischem Krebs, nationalsozialistischer Schizophrenie und ökologistischer Immunschwäche AIDS, die nur Kinderspiele seien vor dem drohenden naturwissenschafllichen Totalitarismus des 21. Jahrhunderts, bietet dieser proletarische lntellektuelle den dreifaltigen Monotheismus von Torah, Evangelium und Quran auf, die er aus ihren historischen «Zäunen» befreien möchte.

Sein «Fundamentalismus der Aufklärung» will mit dem proletarischen «projekt YISHMAEL» die real existierende «islamische Renaissance» demokratisch erobern und umgekehrt die Deutschen islamisieren.

Die revolutionären Wurzeln der Religion:

Sklavenselbstbefreiung im Namen Gottes und mit Seiner Hilfe als Sinn der Weltgeschichte.

Die «Torah Left» sei heute die politische Rechte (? - H.L./kkk), aber die Deutschvölkischen seien zugleich die Feinde des Volkes:

In diesem Spannungsfeld denkt der «kuckuck» Horst Lummert - mit dem nom de guerre Avram Kokhaviv - alttestamentarisch, handelt islamisch - und fühlt christlich.

Deutschland solle mit beiden Beinen fest auf der Erde stehen, die Gott gehört, und stehe doch nur auf dem linken Bein, das rechte sei amputiert, sagt er.

«Das Paradies ist gleich nebenan», neben dem Wissen von Babel, und Lummert sieht den Garten Eden wie Jesaja in der afrikanischen Savanna, wo eher gedacht als geackert wird.

Solche Sätze Kants könnten auch von L. stammen:

«Der Mensch will Frieden, aber die Natur weiß es besser und sät Zwietracht» wie ihr Schöpfer.

Seine Ästhetik steckt im biblischen Bilderverbot Dtn 5, 8-9.

Künstler sind schöpferische Geschöpfe, aber verstelle dir durch keine Kopie den Blick aufs göttliche Original.

Die bürgerliche Kunst ist tot, es lebe die minimal-art des proletarischen Künstlers und seine Selbstbe(s)tätigung, die «Verfeinerung der Klasse in ihren Individuen».

Kunstwerke seien Rätsel, die entschlüsselt und in die Sprache lichter Erkenntnis übersetzt werden wollen, Spiele von Erwachsenen, die es besser wissen sollten.

«ENTSAGUNG. Das autonome Werk verdankt sich einem Zugeständnis der Ratio an jene Wirklichkeit, die sich ihr entziehen möchte. Vielleicht aus Liebe» (kuckuck 1, 1973, print S. 54).

Der reife Mensch lasse Kunst hinter sich und suche Wahrheit.

Das moralische Problem Nr. 1 in der heutigen Welt seien die weltweit 50 Mio Abtreibungen jährlich, der größte Massenmord der Weltgeschichte und doch vom ökofeministischen Zeitgeist gefeiert als die Emanzipation der Frau.

Die Nazis versteckten ihre Euthanasien noch, ihre Gegner heute praktizieren sie offen.

Dem «ökosozialistischen Ökofaschismus» gilt Lummerts ideologiekritische Energie.

Den «Heiligen Geist menschlicher Beziehungen» sieht er zerrüttet, und für ihn ist Gott eher der Herr der Heerscharen als das liebe Jesulein.

Der fundamentalistische Papst Johannes Paul II., US-Präsident Reagan und der Ayatollah Khomeini sind seine Männer, um das Gesetz Gottes dagegenzusetzen.

Weiterführen will er die Sache des Ur-Arabers Ismael, Sohn der Magd und des Herrn, alle bekämpfend und von allen bekämpft.

An ihm scheiden sich die Geister, und doch ist der «kuckuck» Lummert seit einem Vierteljahrhundert einer der verkanntesten deutschen Publizisten.

Das liegt nicht nur an den unter proletarischen Produktionsbedingungen im Einmannbetrieb entstehenden Selbstverlagsheften, die den Widerspruch zwischen intellektuellem Gehalt und unscheinbarer Aufmachung zum Gütesiegel machen.

Diese «Vierteljahreshefte» wirken als Spurenelemente oder überhaupt nicht.

Den modernen A(nti)theisten sind sie zu religiös, den Institutionsfrommen zu ketzerisch, den Juden und Christen zu islamisch, den Muslimen zu hebräisch, den Laien zu anspruchsvoll, den Wissenschaftlern zu dilettantisch.

Nationalismus ohne Rassismus, Klassenkampf ohne Sozialismus, und talmudische Juden, demokratische Christen und theokratische Muslime müssen die Torah erst lesen lernen, meint Lummert.

Hier beginnt Lessings edler Wettstreit - auf deutschem Boden?

Der Baum der Erkenntnis trägt beschriebene «Blätter vom Orient».

«Der Christ glaubt, der Jude weiß.»

Der Kalte Krieg ist zu Ende, Ost und West haben nur einen gemeinsamen Gegner, die islamische Renaissance, die zur europäischen Kulturrevolution werden solle und zum Aufstand der Minderwertigen, die den Mehrwert schaffen, den andere abschöpfen.

Gott ist Naturgesetzgeber und Moral nur praktische Konsequenz aus seiner theoretischen Erkenntnis.

Ein Judentum, das sich nicht auserwählt fühlt, das Gesetz Gottes weltweit unter Nichtjuden zu verbreiten, sei ein Same, der nicht aufgeht, und ein Christ, der nicht das Gottes-Gesetz kenne und nicht jedes Menschenkind als Gotteskind verstehe, fällt noch hinter die Religion der Väter zurück, die er ödipal attackiert.

Aber ist die vom kuckuck projektierte Islamisierung der Deutschen geschichtslogisch nicht so unrealistisch wie eine Christianisierung der Moslems?

Um einem Dritten Weltkrieg vorzubeugen, plädiert Lummert für Vereinigte Staaten von Europa, aber dieses Vielvölkerreich, wenn es denn kommt, wird - leider - weder christliches Abendland noch islamisches Morgenland sein, fürchte ich, sondern nur das Schlachtteld für Samuel Huntingtons «Clash of Civilizations».

In den 70er und 80er Jahren warnte der kuckuck vor «linksgetarntem Faschismus» der neuen feministisch ökopazifistischen Alternativen.

Wer seine heutige Auseinandersetzung mit den neuen Rechtskonservativen diskutieren möchte, sollte erst einmal in Ruhe die Buchempfehlungen in kuckuck feder 3 sorgfältig studieren.

Eine Diskussion mit Kritikern, die sich an dieser Lektüre vorbeimogeln wollen, wäre nur unfruchtbar.

Hegel war der letzte Philosoph von Rang, der noch vom biblischen Gott sprach, ohne in ihm einen Superdiktator zu stürzen.

Nach Hegels Tod wurde die Philosophie Abfall - von Gott.

Seit seine Unabhängigkeit nicht mehr abhängt von Kants monotheistischem Universalprinzip individueller Selbstgesetzgebung, ist jedermann materialistisch und soziohistorisch gefesselt.

Sollte eines Tages der Rechtsstaat zerfallen, auf den Europa zu Recht stolz ist, dann trifft nur noch Tells Geschoß:

Nein, eine Grenze hat Tyrannenmacht: / Wenn der Gedrückte nirgends Recht kann finden, / Wenn unerträglich wird die Last - greift er / Hinauf getrosten Mutes in den Himmel / Und holt herunter seine ew'gen Rechte,/ die droben hangen unveräußerlich / Und unzerbrechlich, wie die Sterne selbst -...

Ich wünsche dem kuckuck und seinen federn noch ein langes Leben und viele erfolgreiche Aufklärungsflüge als proletarisches Frühwarnsystem.

Wer Lummert liest, weiß mehr und hat eine hervorragende Kostprobe der Möglichkeiten, die in der arbeitenden Klasse schlummern.

Numinose Namen, nomadische Monaden

Der Herausgeber des kuckuck lebt in Berlin nicht als Viehnomade, der mit den Sternen zieht, aber denkt als Intelligenznomade in Konstellationen nach festen Prinzipien.

Die Arbeitszeit des Seßhaften sei eine bloße Abstraktion vom Weg, den der Nomade nimmt.

Ich weiß Lummerts «nomadisches Denken», das ständig das Wüsten-Wissen der hebräischen Torah prüft, nicht besser zu würdigen als durch Erinnerung an einen Versuch Immanuel Kants vor über 200 Jahren, die ersten Kapitel der Genesis philosophisch auszulegen.

Aus Anlaß seiner Kritik an Herders «Ideen zur Philosophie der Geschichte der Menschheit» (1785) entwickelte Kant 1786 in einem kleinen Aufsatz seine eigenen Ideen über den «Mutmaßlichen Anfang der Menschengeschichte».

Kant wagte die «Lustreise» einer philosophischen Exegese der ersten Kapitel der Torah:

«Der Leser wird die Blätter jener Urkunde (1. Mose Kap. II bis VI) aufschlagen, und Schritt vor Schritt nachsehen, ob der Weg, den Philosophie nach Begriffen nimmt, mit dem, welchen die Geschichte angibt, zusammentreffe.» («Von den Träumen der Vernunft. Kleine Schriften zur Kunst, Philosophie, Geschichte und Politik», Wiesbaden 1979, Seite 268).

Friedrich Schiller war von dieser transzendentalphilosophischen Auslegung der religiösen Transzendenz so inspiriert, daß er 1790 in ähnlichem Geist «Etwas über die erste Menschengesellschaft» schrieb.

Kant sagt über den ersten Menschen:

«Der Instinkt, diese Stimme Gottes, der alle Tiere gehorchen, mußte den Neuling anfänglich allein leiten. Dieser erlaubte ihm einige Dinge zur Nahrung, andere verbot er ihm (III,2,3)» (269).

«So lange der unerfahrene Mensch diesem Rufe der Natur gehorchte, so befand er sich gut dabei. Allein die Vernunft fing bald an sich zu regen...» (270).

«Er entdeckte in sich ein Vermögen, sich selbst eine Lebensweise auszuwählen, und nicht gleich den Tieren an eine einzige gebunden zu sein... Er stand gleichsam am Rande eines Abgrundes» (271).

Macht euch die Erde, aber nicht einander untertan.

Kant sieht in der Genesis auch die des Sittengesetzes:

«Und so war der Mensch in eine Gleichheit mit allen vernünftigen Wesen, von welchem Range sie auch sein mögen, getreten (Genesis III,22): nämlich, in Ansehung des Anspruchs, selbst Zweck zu sein, von jedem anderen auch als solcher geschätzt, und von keinem bloß als Mittel zu anderen Zwecken gebraucht zu werden... Dieser Schritt ist daher zugleich mit Entlassung desselben aus dem Mutterschoße der Natur verbunden» (273 f.).

«Indessen ist dieser Gang, der für die Gattung ein Fortschritt vom Schlechteren zum Besseren ist, nicht eben das nämliche für das Individuum... Die Geschichte der Natur fängt also vom Guten an, denn sie ist ein Werk Gottes; die Geschichte der Freiheit vom Bösen, denn sie ist Menschenwerk. Für das Individuum, welches im Gebrauche seiner Freiheit bloß auf sich selbst sieht, war, bei einer solchen Veränderung, Verlust; für die Natur, die ihren Zweck mit dem Menschen auf die Gattung richtet, war sie Gewinn» (275),

die Paradiesvertreibung.

Was für menschliche Gattung und Gesellschaft ein unbestreitbarer Fortschritt sei, bilde für jeden einzelnen Menschen eine fortschreitende Verfallsgeschichte.

Auch Kant entscheidet sich für den Fortschritt durch «ungesellige Geselligkeit» und gegen die glückliche Freiheit des autonomen Individuums, also gegen «Gemächlichkeit und Frieden» und für «Arbeit und Zwietracht».

Er gibt zu, daß dieser Prozeß der Vergesellschaftung eine Denaturierung mit sich bringe, hofft aber mit Rousseau auf einen utopischen Zustand, «bis vollkommene Kultur wieder Natur wird» (278), und wenn nicht für das jeweilige Individuum, so doch für die menschliche Gattung.

Niemand teilt heute mehr diese Hoffnung, und doch kann niemand mehr ins Naturparadies Gottes zurück.

Die «Dialektik der Aufklärung» hat inzwischen die höllischen Züge dieser bürgerlichen Utopie aufgedeckt, ohne deshalb zum goldenen Zeitalter im Reich Gottes zurückzuwollen.

Nach Kant ist es die göttliche Stimme der Natur selber, die dazu aufrufe, sich von der bloß rohen Natur zu befreien mit Hilfe der Vernunft, aber er muß zugeben, daß die Vernunft Menschenwerk sei und im Naturinstinkt die Stimme Gottes ihr widerspricht.

Kant verfolgt diese Dialektik zwischen dem Wort Gottes und der Stimme der menschlichen Vernunft im historischen Kampf zwischen Nomaden und Seßhaften.

Er gibt zu, daß die Nomaden der menschlichen Obrigkeit so opponieren wie seine Seßhaften dem Willen Gottes:

«So lange nun noch die nomadischen Hirtenvölker, welche allein Gott für ihren Herrn erkennen, die Städtebewohner und Ackerleute, welche einen Menschen (Obrigkeit) zum Herrn haben (Genesis VI,4), umschwärmten, und als abgesagte Feinde alles Landeigentums diese anfeindeten und von diesen wieder angefeindet wurden, war zwar kontinuierlicher Krieg zwischen beiden, wenigstens unaufhörliche Kriegsgefahr, und beiderseitige Völker konnten daher im Inneren wenigstens des unschätzbaren Guts der Freiheit froh werden - (denn Kriegsgefahr ist auch jetzt noch das einzige, was den Despotismus mäßigt;...» (280 f.).

In einer Fußnote erläutert Kant das freie «patriarchalische» Verhältnis des Scheichs zu den nomadischen Beduinen:

«Dieser ist keineswegs Herr über sie, und kann nach seinem Kopfe keine Gewalt an ihnen ausüben. Denn in einem Hirtenvolke, da niemand liegendes Eigentum hat, welches er zurücklassen müßte, kann jede Familie, der es da mißfällt, sich sehr leicht vom Stamme absondern, um einen andern zu verstärken» (281).

Die ehelichen Vereinigungen zwischen Göttersöhnen und Menschentöchtern in Genesis VI deutet Kant als verbotene Vermischungen der von Gott begünstigten Nomaden, die auf seiner Erde umherziehen, und der von Gott abgefallenen Seßhaften, die den nach der Paradiesvertreibung verfluchten Acker bestellen.

Der Friede zwischen besitzlos müßigem Nomadentum und seßhaftem «Ackern» beende ihren freien Wettkampf und führe zu einer sintflutwürdig himmelschreienden Tyrannei der Laster.

Wer keinen Feind mehr zu fürchten habe, entarte auf unserer niedrigen Kulturstufe und gehe naturgesetzmäßig an sich selbst zu Grunde.

«Auf der Stufe der Kultur also, worauf das menschliche Geschlecht noch steht, ist der Krieg ein unentbehrliches Mittel, diese noch weiter zu bringen... und die heilige Urkunde hat ganz recht, die Zusammenschmelzung der Völker in eine Gesellschaft, und ihre völlige Befreiung von äußerer Gefahr, da ihre Kultur kaum angefangen hat, als eine Hemmung aller ferneren Kultur und eine Versenkung in unheilbare Verderbnis vorzustellen» (283).

Heute, über zwei Jahrhunderte nach der Niederschrift dieser Sätze, sind die Nomaden und die Seßhaften zwar nicht verschmolzen, aber die Seßhaften haben sich an allen Fronten zu Tode gesiegt, und die Nomaden sind praktisch vom Erdboden verschwunden, abgedrängt in unwirtliche Reservate, die jeder Bürger freiwillig meidet.

Kant erinnert daran, daß die Nomaden in Einzelfamilien verstreut und die Seßhaften in Kollektiven zusammengeschlossen leben, die den Beginn von Kunst und Kultur, «Geselligkeit und bürgerlicher Sicherheit» bedeuten.

Wenn Kant auch den «Übergang aus der Rohigkeit eines bloß tierischen Geschöpfes in die Menschheit, aus dem Gängelwagen des Instinkts zur Leitung der Vernunft, mit einem Wort: aus der Vormundschaft der Natur in den Stand der Freiheit» (275) favorisiert, so muß er doch einräumen, daß Gott dem Menschen die paradiesische Naturunmittelbarkeit erhalten will und daß die rationalisierte Welt Babels ursprünglich Teufelswerk sei.

Obwohl Kant gegen Herder an der strikten Herrschaft von Vernunft über Natur als Freiheit vom Instinkt festhält, hilft er sich mit der dialektischen Konstruktion, daß die göttliche Stimme der Kultur gerade dazu aufrufe, sich von dieser «rohen» Natur so lange zu befreien, bis die Kultur uns zur zweiten Natur geworden sei - auch und gerade gegen Gottes ausdrückliche Warnung.

Der Nomade Abel war von Gott nicht begünstigt, weil er vom Bauern Qain ermordet wurde, sondern wurde umgekehrt von Qain ermordet, weil er Gottes Favorit war.

Ein Nachklang bei Jesus:

«Sehet die Vögel unter dem Himmel an: sie säen nicht, sie ernten nicht, sie sammeln nicht in die Scheunen; und euer himmlischer Vater nähret sie doch. Seid ihr denn nicht viel mehr denn sie?» (Mt. 6,26).

«Das Hirtenleben ist nicht allein gemächlich, sondern gibt auch, weil es in einem weit und breit unbewohnten Boden an Futter nicht mangeln kann, den sichersten Unterhalt. Dagegen ist der Ackerbau, oder die Pflanzung, sehr mühsam, vom Unbestande der Witterung abhangend, mithin unsicher, erfordert auch bleibende Behausung, Eigentum des Bodens, und hinreichende Gewalt, ihn zu verteidigen; der Hirte aber haßte dieses Eigentum, welches seine Freiheit der Weiden einschränkt... so konnte der Ackersmann den Hirten als vom Himmel mehr begünstigt zu beneiden scheinen (1. Mose 4)» (Kant a.a.O., S. 279).

«Mit dieser Epoche fing auch die Ungleichheit unter Menschen, diese reiche Quelle so vieles Bösen, aber auch alles Guten an, und nahm fernerhin zu» (280).

kuckuck feder 2 (1992, S.8 f.) notiert eine Reihe von Widersprüchen.

Sind das Widersprüche nur in der «kuckuck»brust oder auch in der Sache, sind sie stehenzulassen oder zu lösen?

Staat und Religion sind zu trennen, aber Gott allein solle herrschen.

Er ist nur Einer, aber Demokratie ist christlich-trinitarische balance of powers.

Lummerts These, die christliche Dreifaltigkeit realisiere sich in der republikanischen Gewaltenteilung,** nahm Kant schon 1794 vorweg in: «Die Religion innerhalb der Grenzen der bloßen Vernunft». Stuttgart 1987, S.186.

** Siehe aber auch Avram Kokhaviv: Was zusammen gehört und was nicht... Der Islam ist die Synthese - H.L./kkk

Nur wer sich isoliert, kann überleben, aber Israel solle allen Bürgern gleiche Rechte geben.

Ismael ist der Erstgeborene und doch Isaak der legitime Erbe.

Gnade ist Ungerechtigkeit und doch auch Gesetz Gottes.

Abtreibung ist «pränataler Megamord», aber vielleicht auch gottgewolltes Aussterben der Mörder.

Lummert gibt «dem Islam den historischen Vorzug vor dem Christentum», aber «philosophisch ziehe ich den Katholizismus dem Islam vor, weil hier, im Islam, die Philosophie eigentlich gar keinen Platz beanspruchen darf» (feder 2, 8).

Er sieht den Protestantismus a(nti)theistisch verrottet.

Das ist richtig, vergißt man nicht hinzuzufügen, daß es im Deutschen Idealismus aus der Gottesidee eine reiche protestantische Philosophie gab, die Deutschlands Weltmeisterschaft begründete.

Leibniz, Kant, Fichte, Schelling und Hegel dachten eben nicht katholisch.

Wiederanzuknüpfen wäre bei der Blütezeit islamischer Philosophie in den 400 Jahren bis zum 12. Jahrhundert.

Wer kennt noch die Mu'taziliten oder al-Kindi, den «ersten arabischen Philosophen», den neuplatonischen Ibn Sina (Avicenna) und den aristotelischen Ibn Rushd (Averroes), al-Farabi und al-Charun, den ersten Geschichtsphilosophen überhaupt?

Der jüdische Maimonides, der katholische Thomas von Aquin und der islamische Al-Ghazali sollten wieder Lessings edlen Wettstreit austragen.

«Schillers größtes dramatisches Verdienst war zweifellos die Bearbeitung von Lessings Nathan der Weise.» (Friedrich Burschell: «Friedrich Schiller», Hamburg 1993, Seite 152).

Eine Ausnahme war vielleicht der frühromantische deutsche Idealist Friedrich Schlegel, ein Protestant, der katholisch konvertierte, zeitlebens jeden Antisemitismus bekämpfte und um 1800 den Orient für die preußische Kultur entdeckte.

Aber dieser große Aphoristiker wurde eben ein großer «Reaktionär».

Auf einen weiteren wichtigen kuckuck-Gedanken soll noch hingewiesen werden.

Lummert versteht unter Demokratie die Herrschaft nicht der Straßendemonstrationen («Demos»), sondern der Volksmehrheit.

Also hält er unser «Verhältniswahlrecht», das arithmetische Koalitionen aus lauter Minderheiten begünstigt, für ein undemokratisches Mittel, den Willen der Mehrheit nicht ausführen zu müssen.

Wo das Volk nicht herrschen soll, da herrschen linke und rechte Demokraten, Minderheiten, die durch ihre wechselnden Bündnisse die heutigen Widerstandskämpfer gegen die Alleinherrschafl des Volkes sind.

Intellektuelle schlagen Bundeskanzler Kohl und meinen das Volk, das ihn wählt.

Es sind Leute, die die Demokratie ständig in Gefahr sehen durch den Willen der Mehrheit und deshalb das «Mehrheitswahlrecht» nicht wollen, das sie überflüssig machen könnte.

Linke z.B. wollen immer «mehr Demokratie wagen», d.h. mehr als das Volk herrschen.

Mit jüdischen Sowjets oder anti-orientalischen Russen?

Der Anarchist Bakunin schrieb 1851:

«Der Haß gegen die Deutschen ist die wichtigste Voraussetzung der Einheit und Verständigung der Slawen untereinander.»

Karl Marx sah nur die Alternative:

«Unterjochung durch die Slawen oder Zerstörung für immer des Zentrums ihrer Offensivkraft - Rußland.»

Die folgende Darstellung möchte die Aufmerksamkeit auf einige Gedanken Lummerts lenken, deren Diskussion längst fällig wäre.

Der Bosnienkrieg hatte die Mächtekonstellationen des 1. und 2. Weltkriegs wiederholt und ist nur von daher zu verstehen.

Wenn Deutschlands ehemalige Kriegsgegner nach der «Wende» jahrelang in auffälliger Einmütigkeit nichts gegen die serbischen Aggressoren unternommen haben, dann vielleicht nicht aus militärischer Unfähigkeit, sondern aus politischem Kalkül.

Als das wiedervereinigte Deutschland vermeintlich zu mächtig geworden war, setzten sie ihre Balkanpolitik fort, und diese Balkanpolitik ist gestern wie heute gegen Deutschlands Vormacht in Europa gerichtet.

Die Deutschen wollen die Gefahr nicht sehen, warnt der kuckuck.

Die Europäer haben den Bosnienkrieg nicht beendet, aber nicht deshalb, weil sie es nicht konnten, sondern weil sie es vielleicht gar nicht wollten.

Lummert gibt zu denken:

Wollten die Engländer, Franzosen und Russen in den bosnischen Moslems und katholischen Kroaten ihren alten Kriegsgegner Deutschland vielleicht noch einmal schlagen, weil sie die deutsche Wiedervereinigung 1989 nicht hatten verhindern können?

Die Medien werfen UNO und NATO dauerndes Versagen vor, damit der Gedanke vermieden wird, daß deren Politik im Gegenteil wie geplant gelingt und dafür gern den Ruf auf sich nimmt, ständig zu scheitern.

Die deutschen Linken und Rechten stehen auf Seiten Rußlands, Kommunismus hin, Sozialismus her.

Sie sind so wenig Pazifisten, daß sie die russische Reichspolitik bedingungslos unterstützen, indem sie versprechen, deren imperialistische Balkanpolitik nicht zu stören.

Die Linken trauern dem sozialistischen Rußland nach, und die Rechten begrüßen das nationalistische Rußland.

Die preußisch-russische Freundschaft hat deutsche Tradition, aber Rußland duldet keine gleichberechtigten Freunde.

Ein «neutrales» Deutschland ohne Westbindung wäre von Rußland auch schon verschlungen, und wer Deutschland hat, hat Europa, wußte Lenin.

Auch die Nazis bekämpften im Bolchewismus nur die moderne Maske eines viel älteren russischen Imperialismus.

Der Kommunist Wilhelm Liebknecht mußte es wissen:

«Wer ist es, der die Balkanhalbinsel zum Herde revolutionärer Bewegungen gemacht hat? Gewiß nicht die Türkei. Es ist nachweisbar, daß die russische Regierung es ist, welche alle die Unruhen dort hervorgerufen hat» (19.2.1878 im Deutschen Reichstag).

Immer liebedienern deutsche Linke und Rechte vor Rußland, gleichgültig, von wem Rußland gerade regiert wird.

Deutsche Antidemokraten machen sich in Moskau stets lieb Kind und freuen sich über jedes Lob von dort.

Die katholische Donaumonarchie war immer Europas einziger Prellbock gegen den russischen Imperialismus.

Für die orthodoxen Russen sind die norddeutschen Protestanten stets anfälliger als die süddeutschen Katholiken.

Die lutherischen Preußen verfallen den orthodoxen Reußen; die Bayern haben nie vergessen, daß nur die weströmische vor der oströmischen Kirche schützt, daß das päpstliche Rom und das Osmanische Reich die einzigen historisch haltbaren Bollwerke waren gegen das Byzantinische Reich und die griechisch-orthodoxen Ikonen Moskaus, des «Dritten Roms».

Jeder Blick auf den Globus zeigt, daß der Schwanz nicht mit dem Hund wedelt:

Europa ist ein kleiner Zipfel Asiens, gegen das es sich nur mühsam behaupten kann.

Europa dreht sich um Deutschland, das von Rußlands Gnaden existiert.

Die Eliten der deutschen Linken und Rechten träumen von Bündnissen gegen die Dekadenz der westlichen Volksherrschaften.

In einem reformierten Rußland sei Deutschland hegelisch gut «aufgeboben»: aufbewahrt, vernichtet und von etwas Größerem hochgehoben.

Deutschland wird von links und von rechts den Russen gratis angeboten, die bedingungslose Kapitulation wird verewigt.

Die linken und die rechten Deutschen hoffen, von Rußland besser behandelt zu werden als die heldenhaften Tschetschenen, obwohl es für diese Hoffnung nicht den geringsten rationalen Grund gibt.

Als Rußland gegen die Kaukasusvölker sein wahres Gesicht zeigte, pfiffen die Reagan-Republikaner den allzu umarmungsseligen demokratischen Präsidenten Clinton zurück und beendeten den Bosnien-Krieg gegen den Islam.

Mit anderen Worten:

Der Kalte Krieg war noch nie so nötig wie heute, denn er ist nicht nur gegen den Kommunismus zu führen, sondern auch und gerade gegen ein postkommunistisches Rußland.

Der Sowjetsozialismus mit mehr oder weniger menschlichem Antlitz war nur ein vorübergehendes ideologisches Instrument des russischen Imperialismus.

Die heutigen Rechten werden nützliche Idioten der Russen, wie die Linken nützliche Idioten der Sowjets waren.

Diesmal wird der «Eiserne Vorhang» nicht von Rußland herabgelassen, diesmal wird der Eiserne Vorhang gebraucht gegen Rußlands tödlichen Einfluß auf Europa.

Der heutige Zeitgeist will alles andere lieber, als andere «auszugrenzen», aber Rußland müßte von Europa mit allen Mitteln ausgegrenzt werden.

Rußland müßte aufhören, eine Großmacht zu spielen, und anfangen, sich seinen wahren Aufgaben endlich zuzuwenden.

Man gebe sich keinen Illusionen hin:

Wie Russen heute gegen Tschetschenen vorgehen, so werden sie morgen gegen Letten und Polen durchgreifen.

Um solche Schlüsse zu ziehen, muß man Rußland nicht so verteufeln, wie Hitler und das deutsche Volk dämonisiert werden.

Rußland war vor der Wende und ist nach der Wende der wahre Hauptfeind des Weltfriedens und der europäischen Einheit.

Solange die Großmannssucht seines Minderwertigkeitskomplexes nicht geheilt ist, wird es die Gefahr Nr. 1 für seine engeren und weiteren Nachbarn bleiben.

Sein imperialer Größenwahn versteckt sich notdürftig hinter legitimen Sicherheitsforderungen, aber die wird man erst einem Rußland erfüllen können, das sich auf sich selbst beschränkt und an seinem Aufbau arbeitet.

Rußland ist nicht erst seit 1917, sondern war immer eine unkultivierte Bedrohung für jede Kultur.

Rußland, diese neueste Demokratie von Antidemokraten, läßt sein Volk ungerührt hungern und seine Nachbarvölker systematisch vernichten.

Je schwächer es ist, desto großmächtiger spielt es sich auf, ein Bankrotteur und gefährlicher Irrer, der nichts mehr zu verlieren hat und mit Atomwaffen in der Hand große Wodka-Reden schwingt.

Die Nazis bekämpften Russen und Juden, die sie für fast identisch hielten.

Heute kämpfen Deutschvölkische zusammen mit nachkommunistischen Russen gegen Juden und Moslems, statt zusammen mit Juden und Moslems gegen oströmisch orthodoxe Russen zu kämpfen.

Die westlichen Linken waren prosowjetisch, die westlichen Rechten sind prorussisch.

Linke und Rechte bekämpfen einander wie Feuer und Wasser, aber wo es gegen die demokratische Volksherrschaft geht, begraben sie ihr Kriegsbeil.

Sozialisten und Nationalsozialisten sind feindliche Waffenbrüder, sie waren und sind nur Rivalen um die Gunst des Volkes, das von ihnen gar nichts wissen will.

Lummert will nicht wählen müssen zwischen braunem Regen und roter Traufe.

Um gegen ihre Nazi-Eltern zu kontestieren, verbündeten sich zu viele bürgerliche Linke mit kommunistischen Massenmördern und merkten weniger als jeder Arbeiter, daß sie den nationalsozialistischen Teufel mit dem GULAG-sozialistischen Beelzebub austrieben.

Sozialismus steht unter Ideologieverdacht, das alte Arbeiterkind Lummert war immer Proletarist und nie Sozialist.

Der Stalinismus war die wahre Verwirklichung der sozialistischen Idee, wie der Kapitalismus die wahre Verwirklichung des Industrialismus ist.

Es werden die republikanische USA, die katholische Kirche und der islamische Fundamentalismus sein, die auch das postkommunistische Rußland aus Europa heraushalten müssen, wenn Europa nicht auf dem Rücken des russischen Bären in den sibirischen Wäldern verschwinden soll.

Deutscher «Neutralismus» ist ein bloßer Euphemismus für bedingungslose Kapitulation vor Rußland.

Die Kriege in Bosnien und Tschetschenien waren der Test, ob die gemeinsame russische Gefahr eine europäische Einigung beschleunigen könne.

Die Europäer haben die Probe nicht bestanden, weil sie in Bosnien die beiden Weltkriege dieses Jahrhunderts weiterführten, was für Deutschland lebensgefährlich ist.

Rußland fürchtete einst die deutsche und fürchtet heute die europäische Einheit, es fühlt sich von Europa bedroht, weil es Europa selber bedroht.

Solange es kein einiges Europa gegen Rußland und GUSland gibt, braucht es die Mandatsmacht USA auch weiterhin.

Solange Rußland sich nicht in seine natürlichen Bestandteile aufgelöst hat, die vom russischen Kommunismus gewaltsam zusammengehalten waren und heute vom russischen Imperialismus wieder nur mit Gewalt integriert werden, bedeutet jede reußisch-preußische Bündnispolitik eine freiwillige Selbstaufgabe Europas.

Davor immer zu warnen, ist Lummerts großes Verdienst.

Die heute zugegebenen Zahlen der Opfer des Sowjetsozialismus darf man in Gedanken getrost potenzieren, um der historischen Wahrheit näher zu kommen, die unsere antifaschistischen Linken im Westen, die ideologischen Trittbrettfahrer der Sowjetdiktatur, bis heute nicht wahrhaben wollen.

Im Westen verrieten sie den Westen, der sie üppig alimentierte, an einen Osten, der sie keine Woche lang geduldet hätte.

1991 haben zu viele Linke nicht begriffen, daß die Amerikaner Saddam Hussein sagten und den Islam meinten, der mit unverhältnismäßigen Mitteln einen Jahrhundertdenkzettel bekommen sollte, um die Dritte Welt endgültig abzuschrecken.

1995 verstand die Linke nicht, daß im Bosnienkrieg der zweite Weltkrieg fast fortgesetzt worden wäre, um die Deutschen für ihre Wiedervereinigung zu strafen.

Als die Serben gestoppt waren, war das ein später Sieg der Deutschen über die Russen, Engländer und Franzosen, die zähneknirschend nachgaben.

Weder die Links- noch die Rechtsaußen wollen das deutsche Volk von der NS-Klasse unterscheiden.

Wer immer wieder den alten Nazi in jedem heutigen Bundesdeutschen entdeckt, spricht aber die Nazis kollektiv frei.

Wichtig ist Lummerts Beobachtung, daß die neuen Rechten und der US-Historiker Daniel Goldhagen wie Feuer und Wasser sind, aber doch in der These übereinstimmen, die Nazis hätten nur den freien Willen des ganzen deutschen Volkes ausgeführt und dieses Volk also nicht erst durch Staatsterror zu seinem Glück zwingen müssen.

Wer sich schmeicheln darf, im Auftrag der Mehrheit gehandelt zu haben, ist demokratisch entschuldigt.

Sozialistisch tönt es von links wie von rechts:

Die Basis ist immer schuld an allem.

Ex oriente lux.

Ich orientiere mich wie Lummert am Orient.

Er nennt mich einen bloßen «Voluntaristen», aber ist seine «revolutionäre» Forderung nach einer Islamisierung Deutschlands weniger voluntaristisch als mein Plädoyer für die Koalition eines re-christianisierten Europas und eines re-islamisierten Orients gegen die «Neue Weltordnung» von Ost und West?

Wir stimmen beide überein, daß die islamische Renaissance die Erniedrigten und Beleidigten der Welt zu großen Hoffnungen berechtigt.

Die Deutschen sollen auf das Gesetz Gottes verpflichtet werden, um ihre Unschuld zu verlieren, gut, aber wenn Lummerts großartige «euro-islamische Strategie» des «Projekts Yishmael» mehr sein soll als klassenkämpferisches Wunschdenken, kann er nur erwarten, daß Moslems eines Tages, so Gott will, vor Berlin stehen werden wie damals die Türken vor Wien.

Dann aber wird sich wieder ein Prinz Eugen finden, der das Abendland vor den «wilden Horden» rettet - diesmal mit Atomwaffen.

«Bevölkerungsexplosion» der Armen?

Die Reichen schießen zurück.

Wenn Deutsche keine Christen mehr sein wollen, dann leider nicht deshalb, weil sie beschnittene Moslems sein wollen.

Ich fürchte, sowohl sein als auch mein Projekt sind Kopfgeburten, die nicht auf den Flügeln der realen Geschichte sitzen.

Hat Gott Daudsland-Davidsland wiedervereinigt und den Islam wiederbelebt, damit ein moderner Staufer Friedrich II. dem islamischen Stier den Stempel eines «mittelländischen Reiches» aufdrückt?

Warum soll ein moderner Lessing-Nathan nicht lieber anknüpfen beim jüdisch-christlich-islamischen Zeitalter des maurischen Spanien vor der «Reconquista»?

Nach «AZ - Am Zeitstrand» Nr. 3, Herbst 1997

kuckuck
feder 25/26
I./II. quartal 1999
26. Feb. 1999

In der print-Ausgabe nicht enthalten
Aktualisierte online-Fassung

Abweichende Schreibweisen - etwa Thora statt Torah, Koran statt Quran, Kain statt Qain - wurden kkk-redaktionell angeglichen.

Siehe auch:

Horst Lummert: Irgendwie, irgendwie...

kokhaviv press:
Horst Lummert in kuckuck (kulikri)

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