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Erkenntnistheorie und politische Praxis - Seit 1973 - Redaktion: Horst Lummert
1997-00-00
zum Thema
kuckuck
projekt YISHMAEL
BLÄTTER VOM ORIENT
ERKENNTNISTHEORIE & POLITISCHE PRAXIS
BEITRÄGE ZUR DEMOKRATISCHEN EROBERUNG
Horst Lummert ist eine Institution, für mich jedenfalls. Das vorliegende Heft - «AZ - Am Zeitstrand» Nr. 3, Herbst 1997 - kann nur eine kleine Kostprobe seines Schaffens bringen, das leider viel zu wenig bekannt ist.
Wenn die Zahl der gemeinsamen Ansichten ein Gradmesser für ein freundschaftliches Verhältnis ist, sieht es auf den ersten Blick bei Horst Lummert und mir übel aus.
Rolf Schütt referiert in diesem Heft über Lummerts politische und religiöse Überzeugungen.
Mir fällt auch bei längerem Nachdenken keine Position ein, der ich zustimmen könnte. Wozu also die Auseindersetzung?
Ich könnte mich rausreden damit, daß man von Andersdenkenden (ein seltsames Wort) am meisten lernen kann.
Auch die Tatsache, daß da ein Mann von 1973 bis heute eine Zeitschrift bastelt, die meist spannend und häufig provozierend in schlichtem Gewand, um es einmal frei nach dem Dichter Matthias Müller zu formulieren, daherkommt, verdient Beachtung.
Seit dieser Zeit arbeitete ich mit und korrespondierte mit Lummert gerne und häufig.
Begeistert haben mich von Anfang an zwei Besonderheiten: seine Offenheit und seine Methode.
Er liest genau, registriert, prüft und widerspricht, wenn er es für sinnvoll und notwenig erachtet, und das, obwohl er im Grunde Jounalist ist.
Fürwahr seltene Eigenschaften für diesen Berufsstand!
Anstatt über Leute zu reden, redet er mit ihnen, aber ohne Berührungsängste oder Scheuklappen.
Dazu muß man erst mal zuhören und hinsehen.
Wie sehr das wehtut, empfinde ich bei seiner Beschäftigung mit den Rechten.
Schon das sich Einlassen auf ihre Argumente quälte mich.
Lummert las aufmerksam die einschlägigen Schriften, erkannte in ihrer Arbeit ein berechtigtes Anliegen, stellte sich bei einem Strafprozeß als Entlastungszeuge zur Verfügung und publizierte Artikel in ihren Zeitschriften.
In seinem Artikel nimmt er dazu Stellung.
Mir ging das alles zu weit: war diese Zusammenarbeit nicht schon Kumpanei?
Eine schwierige Frage, aber eine, über die sich das Nachdenken lohnt.
Seine Arbeiten zwingen denjenigen, der sich die Mühe macht, eigene Positionen zu überprüfen, zu revidieren oder zu präzisieren.
Ein harter Job!
Und immer der Ärger, wenn in den Tabus rumgestochert wird!
Lummert bleibt gesprächsbereit, ohne ein Blatt oder sonst was vor den Mund zu nehmen.
Es fällt schwer, seinem Vorbild zu folgen, aber ich will es versuchen.
Ich glaube, es lohnt sich.
Aus: «AZ - Am Zeitstrand» Nr. 3, Herbst 1997
kuckuck
feder 25/26
I./II. quartal 1999
26. Feb. 1999
In der print-Ausgabe nicht enthalten
Aktualisierte online-Fassung
kokhaviv press:
Horst Lummert in kuckuck (kulikri)
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