Horst Lummert an den Spiegel
7.3.95
Zu Rafael Seligmann: "Wie in der Judenschul" (SPIEGEL 10/95. Essay)
"Wohlan denn, laßt uns miteinander streiten...!"
Na gut, aber dem Streit muß die jüdische Aufforderung an den Gesetzgeber vorausgehen, die Rechtsgleichheit von Juden und Nichtjuden in Deutschland wiederherstellen, ebenso die von Ausländern und Deutschen.
Bei der momentanen "Rechts"lage ist jeder deutsche Versuch, "zur Sache" zu reden, unter Strafe gestellt.
Schon wer öffentlich Fragen stellt, läuft Gefahr, wegen "Volksverhetzung" angeklagt zu werden.
Hetze gegen Deutschland und Deutsche (etwa "Deutschland verrecke!", "Nie wieder Deutschland", "Deutschland halt's Maul!", "Deutsche raus aus Deutschland") ist hingegen gang und gäbe und ohne jedes strafrechtliche Risiko.
Unter den gegebenen Umständen kann sich Seligmanns Aufruf, "die Hebräer zu provozieren", als eine tückische Falle erweisen.
Ich sage nicht, daß man das Risiko scheuen solle, aber als Aufforderung "an alle" sind die Verhältnisse zunächst nicht so.
Hat daran noch niemand gedacht?
"Fremd in eigenen Land"?
Das kann man wohl sagen...
Fast wie in Feindes Land, nimmt man nur alles in allem.
online-Fassung
kuckuck
feder 13
II. quartal 1997
7. März 1997
12. Mai 1998
kokhaviv press:
Horst Lummert in kuckuck (kulikri)