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Erkenntnistheorie und politische Praxis - Seit 1973 - Redaktion: Horst Lummert
1996-00-00
* Vgl. Horst Lummert: Germar Rudolf und der Remer-Kreis. Hypothese von der Kriminalisierungsstrategie, die den Revisionismus vermasselt - kkk
"Gegen die Feinde gilt keine Verpflichtung zur Wahrheit", schreiben Sie auf Seite 7.**
** alle Seitenangaben zu kkk-feder 9 beziehen sich auf die print-Ausgabe
So hat sich das Stuttgarter Landgericht (AZ 17 KLs 83/94) mir gegenüber verhalten.
Es hat Beweismittel einseitig bewertet, Entlastungsbeweise gar nicht berücksichtigt und Beweismittel gefälscht.
Ich habe dies in den Staatsbriefen 1/96 (S. 4-8) an wenigen Beispielen ausgeführt.
Man könnte die Liste spielend verlängern.
Es darf mich daher wundern, daß Sie, der Sie, so nehme ich an, besagten Artikel und die Praxis der bundesdeutschen Justiz kennen, die in dem Urteil gegen mich gemachten Ausführungen scheinbar für bare Münze nehmen.
Sie nennen auf Seite 9 den Revisionsantrag der Verteidigung stümperhaft, da darin den Beweishäufungen des Gerichts nicht widersprochen wird.
Ich nenne diese Ihre Äußerung stümperhaft, da Sie offensichtlich nicht wissen, daß die Revisionsinstanz die in der Urteilsbegründung gemachten tatsächlichen Äußerungen des erkennenden Gerichtes nicht in Frage stellen darf!
Sie hat lediglich über Formfehler und Verstöße gegen das Strafgesetzbuch und die Strafprozeßordnung zu entscheiden.
Sachfeststellungen der Vorinstanz gelten als wahr.
Vor der Revisionsinstanz wird kein Beweis mehr erhoben.
Insofern ist Deutschland kein Rechtsstaat, da es dort, wie an meinem Fall demonstriert, möglich ist, einem Angeklagten eine zweite Tatsacheninstanz zu verweigern.
Auch das habe ich übrigens im oben genannten Artikel ausgeführt, und es wäre Ihnen sicher ein leichtes gewesen, dies von einem Sachkundigen bestätigt zu sehen.
Daß im Revisionsantrag auf die Wissenschaftlichkeit gepocht wird, ist nicht nutzlos, denn wenn wissenschaftlich richtige Aussagen politisch richtig interpretiert werden, kann diese Interpretation kein Straftatbestand sein.
Sollte es also irgendwann zu einer Situation kommen, in der die Wissenschaft den "Holocaust" anders sieht, so wäre gleichzeitig der Fall eingetreten, daß das Verfahren gegen mich entsprechend dem Revisionsantrag wegen Art. 5 Abs. 3 Grundgesetz (Wissenschaftsfreiheit) hätte eingestellt werden müssen.
Somit habe ich später die Möglichkeit, das Urteil gegen mich aufheben und das Verfahren von Anfang an für unrechtmäßig erklären zu lassen.
Bei diesen Ihren Äußerungen handelt es sich also um jene Kompetenzüberschreitung, die Sie mir vorwerfen (Ihre Seite 2). Wir sind eben alle davor nicht gefeit.
Zur Einleitung des Strategiepapiers, das ich laut Urteil im Jahr 1990 verfaßt haben soll (Sie zitieren diese Urteilspassage auf Ihrer Seite 10 teilweise), schreiben Sie, ich hätte darin bezüglich der Gaskammern von Auschwitz bereits einen Sachverhalt vorausgesetzt, den ich erst 1991 nach meiner Auschwitzreise und den daraus hervorgegangenen Forschungsergebnissen hätte kennen können.
Zunächst einmal darf ich richtigstellen, daß dieses Papier 1991 und nicht schon 1990 entstand, was dem Gericht auch bekannt war.
Ich kann dies deshalb mit Bestimmtheit sagen, weil mir Klaus Ewald sein Manuskript zur Übersetzung des Lenski-Buches The Holocaust on Trial - nach dessen Lektüre verfaßte ich dieses Strategiepapier - erst im Frühjahr 1991 zukommen ließ, nachdem ich wenige Monate in Stuttgart gewohnt hatte, wohin ich erst im Oktober 1990 zwecks Promotion gezogen war.
Ich sehe mich noch heute genau, wie ich auf meinem Bett in meiner Studentenbude in Stuttgart sitze und Ewalds Übersetzungsmanuskript sowie das englische Original durcharbeite.
Der Zeitpunkt läßt sich noch weiter eingrenzen, und zwar aus dem Umstand, daß ich diese Gedanken damals handschriftlich niederlegte.
Diese mühsame handschriftliche Niederlegung meiner Kritik an Ewalds Übersetzung, die von ihm etwa zum gleichen Zeitpunkt erhaltenen Anschriften von Personen und Institutionen, die möglicherweise an meiner Forschung interessiert waren, sowie meine parallel dazu erworbenen ersten Erkenntnisse aus den Literaturrecherchen zum Thema Bildung und Stabilität von Eisenblau bewogen mich damals, mir einen Rechner zuzulegen, den ich meiner Erinnerung nach im März oder April 1991 erwarb.
Also entstand das Strategiepapier wenige Wochen oder gar nur Tage davor.
Nun zu Ihrem Vorwurf, ich sei in dem Strategiepapier von Kenntnissen ausgegangen, die ich erst nach meiner Auschwitzreise im Sommer 1991 hätte wissen können.
1.
Glauben Sie, daß man nur durch Wissenschaftsreisen nach Auschwitz zu wissenschaftlich haltbaren Forschungsergebnissen gelangen kann? Wenn ja, dann wären 99,9999% aller Untersuchungen zum Thema unwissenschaftlich, weil so gut wie kein Forscher Auschwitz selbst materiell wissenschaftlich untersucht hat, wenn man von Leuten wie Faurisson, Leuchter, Felderer, Mattogno und wenigen anderen absieht (vielleicht stimmt diese These sogar).
2.
Ich habe im Sommer 1989 angefangen, einige zentrale Arbeiten der wissenschaftlichen Auschwitz-Literatur zu kaufen bzw. auszuleihen, wie etwa Stäglichs Auschwitz-Mythos und Kogons NS-Massentötungen durch Giftgas.
Ferner habe ich den Leuchter Report (Ausgabe Irving) bezogen und übersetzt, habe über den Zündelprozeß alle möglichen Informationen versucht einzuholen.
Bereits 1990 habe ich in Frankfurt von Klaus Ewald Publikationen von Jean-Claude Pressac gegen den Leuchter Report (u.a. J.-C. Pressac, Jour J, 12. Dezember 1988, I-X) erhalten, diese durchgearbeitet und dazu Stellung bezogen, ebenso die Ausführungen von Werner Wegner im von den Herren Backes, Jesse und Zitelmann herausgegebenen Buch Die Schatten der Vergangenheit.
Anfang 1991 schließlich begann die Zusammenarbeit mit einem Ingenieur auf diesem Gebiet, die recht schnell zu fruchtbaren Ergebnissen führte, insbesondere da wir in der bayerischen Staatsbibliothek das Buch von Jean-Claude Pressac, Auschwitz: Technique and Operation of the Gas Chambers ausfindig machen konnten.
3.
Wäre ich im Sommer 1991 ohne jede Vorkenntnis zum Thema nach Auschwitz gereist, so müßte man mir zu Recht Dilettantismus vorwerfen.
Eine derart wichtige Forschungsreise bedarf intensiver Vorbereitungen, insbesondere was die bisher auf diesem Feld gemachten Arbeiten anbelangt (vor allem Leuchter und Pressac) als auch bezüglich der Fragen, was man dort wo finden kann (Beschaffung und Studium von Lagerplänen, Informationen über den jetzigen Zustand sowie über die Originalität der auffindbaren Gebäude) und wo es sinnreich ist, Proben zu nehmen (angebliche Benutzung nach offizieller Geschichtsschreibung, Geschichte der Gebäude seit 1945, Chemie der einzelnen Bausubstanzen bezüglich Blausäure, (Ver-)Witterungsverhalten).***
*** Vgl. kkk-feder 23/24: Horst Lummert, Hermann Schaber und der Heilige Krieg in der Demokratie - kkk
4.
Sie dürfen mir also ruhig zugestehen, daß auch das Studium der Zündel-Prozesse (vor allem an Hand der von Lenski publizierten Protokollauszüge und einiger Artikel in der Zeitschrift Code), des Leuchter Reports und seiner Kritik daran, erste eigene chemische und ingenieurtechnische Untersuchungen sowie das Studium von Teilen der bestehenden Literatur zum Holocaust einen naturwissenschaftlich-technisch denkenden Menschen bereits zu einigen Schlußfolgerungen befähigen, die einem gleichwohl noch nicht "Gewißheit" verschafft haben mögen (die, wissenschaftlich verstanden, ohnehin nie vollkommen erreicht werden kann).
Das Annehmen einer bereits fundierten These in der Mitte fortschreitender Forschungen ist mithin nichts Ungewöhnliches noch Verwerfliches.
5.
Eine an Gewißheit grenzende Sicherheit kann man nur erlangen, wenn man die zuvor von anderen gemachten Untersuchungen selbst nachvollzieht und offene Fragen selbst zu beantworten sucht.
Diese offenen Fragen bestanden für mich damals vor allem darin, in welchem Zustand die Krematorien in Birkenau heute tatsächlich sind (Aussetzung an die Witterung), und ob es in den noch heute zu findenden Decken der angeblichen Gaskammern Löcher gibt oder nicht (Pressac ist diesbezüglich merkwürdig unklar und Leuchter widersprüchlich).
Ansonsten erschienen mir bereits im Frühjahr 1991, eineinhalb Jahre nach Beginn meiner Untersuchungen, die damals bekannten, von den Revisionisten vorgebrachten Argumente im wesentlichen schlüssiger zu sein als diejenigen der Exterminationisten.
Schließlich darf ich anmerken, daß Sie keinerlei Ahnung haben, in welchem Zusammenhang dieses Strategiepapier entstand.
Ich habe dies dem Gericht zwar dargelegt und durch Zeugenaussagen zu untermauern versucht, aber das Gericht hat dies in seiner Beweisführung unterschlagen - wie so vieles andere auch, von dem Sie schlicht und falsch behaupten: "von der Verteidigung unwidersprochen" (kkk-feder 9, S.11, S.15).
Die Kammer gibt in der Urteilsbegründung nämlich nur wieder, was einer Verurteilung nicht widerspricht.
Wie Sie selbst schreiben, versuche ich seit einigen Jahren einen Balance-Akt zwischen Politik und Wissenschaft.
Das bringt das Thema Revisionismus praktisch unweigerlich mit sich.
Als mir Klaus Ewald seine Übersetzung des Lenski-Buches zum Zündel-Prozeß zeigte - er wußte von meinem Interesse an diesem Prozeß -, merkte ich an, daß das Buch einige wenige leicht polemische Seitenhiebe oder zu wenig fundierte Äußerungen gegenüber bestimmten Juden enthalte, die unbedingt eliminiert oder sachlich fundiert gehörten.****
**** enthält der Satz eine Freudsche Fehlleistung? Vgl. hierzu kkk-feder 10, S.3, Germar Rudolf: Assimilation oder Ausweisung. Eine gemeingefährliche Pseudo-Elite - kkk
Klaus Ewald empfand es nicht so, sei's drum.
Ich würde wetten, daß auch Sie dieses Buch angenehm sachlich empfänden, würden Sie es lesen, mit Ausnahme vielleicht von ganz wenigen Abschweifungen.
Da Ernst Zündel derjenige war, von dem ich ausging, daß unter anderem auch er über eventuelle Änderungen zu befinden hatte, habe ich versucht, in einem Schreiben darzulegen, warum auch diejenigen Personen mit Zündels politischen Auffassungen sich zu der Ansicht durchringen müßten, ihre politischen Absichten und ethnischen Präferenzen zurückzustellen.
Das Ergebnis ist das sogenannte Strategiepapier.
Es hat Zündel selbst wohl nie erreicht, obwohl Klaus Ewald es abgetippt hatte, um es womöglich zu verbreiten.
Ich selbst habe Zündel in ähnlichem Sinne 1995 angeschrieben mit etwa folgendem Inhalt:
Zündels Verdienste seien unwidersprochen. Jedoch sollte man sich folgender Tatsachen bewußt sein:
Hätte Hitler 1933 versucht, mit den Methoden, den Symbolen und der Programmatik eines Bismarck Erfolg zu haben, so hätte er sich höchstens lächerlich gemacht.
Dies wäre geschehen, obwohl Bismarck damals ein Held war, und zwar deshalb, weil sich die Zeiten, die Menschen und ihre Probleme einfach geändert hatten und man es 1933 schlicht mit anderen Problemen, anderen Sitten und anderen Menschen zu tun hatte als 1870/71.
Die Schlußfolgerung für heute müsse daher lauten, daß selbst dann, wenn Hitler heute ein Held wäre, man ihn, seine Symbole, Methoden und Programme nicht kopieren könne, wolle man sich nicht lächerlich machen.
Um wieviel mehr müsse dies aber angesichts der Tatsache gelten, daß Hitler und seine Methoden, Symbole und Programmatik heute für 99,9% der Weltbevölkerung - insbesondere für die zu gewinnende Jugend - das Teuflische schlechthin repräsentieren.
Man könne daher nicht erwarten, mit NS-Symbolen und -Programmen Erfolg zu haben.
Ich machte Zündel klar, daß ich ihm nicht seine politischen Ansichten ausreden wolle oder diese zu bewerten trachtete, da ich mir ein kompetentes Urteil über die damalige Zeit und Ideologie nicht erlauben konne.
Ich schlug Zündel aber vor, von seiner Symbolik und Politisierung des Themas abzusehen, um der Wissenschaft damit nicht zu schaden.
Zündel rief mich daraufhin an und frug mich etwas unwirsch, was wir denn in unserem verhockten Deutschland (was auch immer das ist) mit unseren angeblich wissenschaftlichen Methoden erreicht hätten.
Er dagegen hätte mit seinen Methoden einen ungeheuren Erfolg.
Er lasse sich von mir nicht vorschreiben, welche Methoden er verwende.
Außerdem könne ich gar nicht beurteilen, was richtig und falsch sei, da ich die Freiheit Nordamerikas gar nicht beurteilen könne.
Ich habe danach jede weitere Initiative unterlassen und beschlossen, mich einfach nicht mehr auf solche Fragen einzulassen.
Das Strategiepapier ist ein ähnlicher Versuch gewesen, allen im Revisionismus Engagierten, egal welcher politischen Couleur, klarzumachen, daß eine Politisierung revisionistischer Publikationen tödlich ist, selbst wenn man sich allgemein einig darüber ist, daß eine Revision der Geschichtsschreibung wahrscheinlich auf viele politische Probleme entscheidende Auswirkungen haben würde.
Es war ein Appell zur Depolitisierung.
Das Gericht hat das Gegenteil daraus gemacht.
Such is live.
Daß am Anfang meines Engagements eine politische Strategie stand, wie Sie in kkk-feder 9, Seite 11, schreiben, ist also schlicht falsch.
Näheres dazu habe ich auch in einem Papier ausgeführt, das dem Gericht bei der dritten Hausdurchsuchung in die Hände fiel und das es natürlich in der Urteilsbegründung überging.
Der Artikel wird leicht modifiziert demnächst publiziert, so daß ich auf ihn verweise (in: Kardinalfragen zur Zeitgeschichte, Vrij Historisch Onderzoek, Postbus 60, B-2600 Berchem 2).
Wie vorhin schon angedeutet, ist das Thema Holocaust das politikträchtigste, das es überhaupt gibt.
Wer sich darauf naiverweise einläßt, läuft wie Fred A. Leuchter Gefahr, darin unerwartet vernichtet und zermalmt zu werden.
Ich habe mir seit 1985 meine politischen Gedanken zum Thema gemacht und war mir der Schlüsselstellung des Themas seither bewußt, ohne daraus allerdings Konsequenzen gezogen zu haben bezüglich der Realität der etablierten Darstellung.
Die war für mich über jeden Zweifel erhaben.
Zweifel kamen mir erst mit der Lektüre von Rassiniers Was ist Wahrheit im Frühsommer 1989 und dem Leuchter Report im Spätsanner 1989.
Wäre ich ein unpolitisch denkender Mensch, der sich der Brisanz des Themas bewußt war - und wer in DeutschJand weiß nicht, daß man am besten die Finger vom Thema läßt, wenn man sich nicht dieselben verbrennen will -, so hätte ich eben die Finger vom Thema gelassen.
So reagieren 99,9% aller Menschen - ein Grund, warum sich nichts bewegt.
Der Grund dafür ist ganz einfach in unseren Genen verankert: Der menschliche Neugiertrieb ist in der Regel kleiner als der Lebenserhaltungstrieb (vgl. dazu meine Ausführungen "Wissenschaft und ethische Verantwortung", in: Andreas Molau (Hg.), Opposition für Deutschland, Druffel-Verlag, Berg am Starnberger See 1995, S.260-288).
Und es geht hier um nicht mehr und nicht weniger als um Lebenserhaltung, wie z.B. die Überfälle auf Faurisson zeigen.
Oder wie Irving auf die Frage einst antwortete, warum kein deutscher Historiker bezüglich des Holocaust ähnliche Thesen vertrete wie Irving: "Der Unterschied liegt zwischen Freiheit und 5 Jahren Gefängnis" und Existenzvernichtung, möchte ich hinzufügen.
Wenn ich nun sowohl um die politische Bedeutung des Themas wußte als auch um die gefährlichen Auswirkungen eines Engagements für den Fall, daß die Forschungsergebnisse nicht "stimmen", und dann nach den ersten anfänglichen Zweifeln und den ersten "abweichenden" Erkenntnissen, die ich bereits im Sommer 1989 hatte, dennoch weitermachte: Was ist das dann, ethisch betrachtet?
Es ist meines Erachtens ein verantwortungsbewußtes und verantwortungsvolles Handeln eines Wissenschaftlers, der ein Thema auch dann auf wissenschaftliche Weise versucht aufzugreifen bzw. fortzuführen, wenn es für ihn außerordentlich gefährlich sein kann, und zwar eben gerade deshalb, weil er erkannt hat, daß die Wahrheit über dieses Thema auf die Grundsatzentscheidungen vieler menschlicher Gemeinwesen von so außerordentlich hoher Wichtigkeit ist.
Oder wollen Sie etwa den Standpunkt vertreten, der Wissenschaftler habe keine ethische Verantwortung der Polis gegenüber, insbesondere auf solchen Feldern, die gegen unbeliebte Erkenntnisse vermint sind?
Gerade dort ist das wissenschaftliche Ethos gefragt!
Gerade dort, wo die Politik massiv manipuliert, ist der Wissenschaftler gefragt, sich zu engagieren:
Gegen die Manipulationen der Wissenschaft durch die Politik und gegen die Instrumentalisierung der Wissenschaft für die Politik.
Insofern ist es wahr:
Es gibt einen metapolitischen Grund für das Engagement jedes kritisch wiederbetrachtenden Geschichtsforschers, sei er Laie oder Profi (meta deshalb, um hier den partei- und ideologieverseuchten Politikbegriff außen vor zu lassen).
Und mehr noch:
Wer - wie im Fall der Revisionisten - mit der Vernichtung seiner Existenz bedroht wird, der kann anfänglich keinen anderen Grund mehr anführen für ein Festhalten an seinem selbstmörderischen Engagement als den metapolitischen, zumal der "Lustgewinn" durch die Befriedigung des Neugiertriebes (Eros der Erkenntnis) und den Statuszuwachs (Profilwünsche gibt's eben auch bei Revisionisten) den zu erwartenden bzw. den erfahrenen Schaden an Ansehen, Hab, Gut, Leib und Leben eben nicht ausgleichen können.
Dieser politischen Bedrohung der Freiheit der Wissenschaft und der freien Entscheidungsfindung menschlicher Gemeinschaften in Grundsatzfragen muß ein Ende bereitet werden.
Es ist der altruistische Einsatz für das Gemeinwesen, der hier besonders zum Vorschein kommt und den Egoismus für sich und die eigene Familie (Kleingruppen-Altruismus) überspielt.
Eine Anlage, die vor allem bei Männern anzutreffen ist, weshalb es so wenige Frauen bei den Revisionisten geben mag und so viele Scheidungen unter ihnen (durchgesetzt von Frauen, die den Kleingruppen-Altruismus - sich und die Kinder - über das Wohl der Großgruppe - Gesellschaft, Nation, Kulturkreis oder was auch immer - stellen).
Oder etwas banaler ausgedrückt:
Es dürfte kaum "linke" Revisionisten geben.
Wer links ist und von Revisionismus überzeugt wird, dürfte früher oder später links gewesen sein.
Wobei ich hier unter "links" egoistisch orientiert und unter "rechts" altruistisch orientiert verstehe, zwei notwendige, sich im Idealfall im Gleichgewicht befindliche Pole menschlicher Existenz, wobei der altruistische heute in der westlichen Welt extrem an Unterbewertung leidet (von Philosophen übrigens vielfach anerkannt; vgl. dazu meinen Beitrag bei A. Molau, a.a.O.).
Damit wären wir bei der politischen Gesäßgeographie angelangt, einem weiten Feld...
Im übrigen glaube ich, daß diese metapolitische, Großgruppen-altruistische Antriebsfeder nur dazu dient, die Revisionisten anfangs bei der Stange zu halten.
Wenn man erst einmal einen gewissen Standard der politischen Verfolgung erreicht hat, gibt es ohnehin kein Zurück mehr, gibt es ohnehin nichts mehr, weshalb es sich lohnen würde aufzuhören:
Es ist schon alles zerstört: Ansehen, Hab, Gut, Karriere, ja vielleicht sogar die Familie.
Dann ist man wie gehetztes Wild, das sich in seinem Kampf nur noch an Argumenten und an Beweisen, an Paragraphen und Gesetzen festklammert.
Fortgeschrittene Revisionisten sind wie Wissenschaftler in einem belagerten und ständig unter schwerem Beschuß befindlichen Elfenbeinturm:
Sie sehen nur noch ihre Materie, abgehoben vielfach sogar von einstigen ebenfalls vorhandenen metapolitischen Triebfedern.
Hier bleiben nur noch der reine Erkenntnistrieb und der Trotz übrig, der einen vorwärts treibt.
Bei mir war und ist letzteres übrigens sehr stark ausgebildet, eine reine Charakterfrage, die aber auf viele Revisionisten zutrifft, da man zum Ankämpfen gegen den quantitativ (aber Gott sei Dank nicht qualitativ) übermächtigen Gegner schon eine gehörige Portion Durchhaltevermögen, Trotz und Dickköpfigkeit braucht.
Über meine eigenen Triebfedern habe ich in dem zu publizierenden Beitrag Näheres ausgeführt, so daß ich auf ihn verweisen darf (Kardinalfragen..., a.a.O.).
Metapolitische Ziele verfolgt im übrigen auch die Gegenseite ganz offen, frei nach dem Motto: "Wehret den Anfängen!"
Sie hat ihre Überzeugung von der Wahrheit über den Holocaust - wie die Revisionisten auch - und meint, daß diese Wahrheitsauffassung gegen Angriffe verteidigt werden muß, weil man weiß, daß eine Verschiebung der Wahrheitsauffassung für viele Entscheidungen in gesellschaftlichen Grundsatzfragen von eminenter Wichtigkeit ist.
Allerdings sind die Grundmotive hier etwas anders, es handelt sich nämlich um egoistische, "linke" Antriebe:
Der Schutz des Individuums vor der Gruppe ("Du und die Menschheit, eine allumfassende und damit zu nichts verpflichtende Größe, Ihr seid alles, Deine Familie, Dein Stamm, Dein Volk, Dein Kulturkreis, die sind nichts"), ein Extrem, das genauso abzulehnen ist wie das andere ("Du bist nichts, Dein Volk... ist alles").
Es gibt allerdings einen großen Unterschied zwischen dem revisionistischen metapolitischen Grundgefühl und dem exterminationistischen:
Während man bei den Revisionisten meines Wissens nicht finden wird, daß sie sich öffentlich zu der Aussage hinreißen lassen, der Holocaust müsse deshalb widerlegt werden, weil man nur so den Bolschewismus oder die Linke im allgemeinen bekämpfen könne (man findet maximal, daß sich die Erkenntnisse dazu eignen, dies zu tun, was ja sachlich auch korrekt ist), so findet man genau solche Aussagen auf der Gegenseite, stellenweise sogar als Banner über allem:
Der Holocaust müsse deshalb bewiesen bzw. die "Wahrheit" darüber deshalb verteidigt werden, weil man nur so den Rechtsextremismus und Neonazismus bekämpfen könne.
Daß die "andere" Seite politischen Vorgaben folgt, ist einfach zu beweisen.
Als eines der Hauptargumente gegen den Revisionismus führt sie nämlich fast immer an:
Der Revisionismus wolle nur den Nationalsozialismus reinwaschen, um einer neuen autoritären Staatsform den Weg zu bereiten. (Ob das richtig ist, kann ich nicht beurteilen, da ich noch niemanden gefragt habe, ob dies sein Ziel ist. Meines jedenfalls ist es nicht.)
Diese Unterstellung aber setzt voraus, daß die "andere" Seite es als verwerflich ansieht, daß die Ergebnisse des Revisionismus zur Folge haben, den Nationalsozialismus ganz oder teilweise reinzuwaschen.
Einen Wissenschaftler aber hat nicht die Reinheit oder Schmutzigkeit der Wäsche irgendwelcher längst untergegangener Regime zu interessieren, sondern die Richtigkeit von Argumenten.
Indem die "andere" Seite also ein politisches Argument gegen den Revisionismus ins Feld führt, hat sie selbst zugegeben, daß eines ihrer Hauptziele nicht etwa die Auffindung der Wahrheit ist, sondern die Aufrechterhaltung des Dritten Reiches als Sinnbild des Teuflischen.
Ich möchte hier als konkrete Beispiele Prof. Wolfgang Benz, Antisemitismusforscher in Berlin, Wolfgang Neugebauer und Brigitte Bailer Galanda, beide tätig an Österreichs letzter "Stalinorgel", dem Dokumentationsarchiv des Österreichischen Widerstandes, erwähnen.
Daß alle drei zumindest auch andere Beweggründe haben als die Annäherung an die geschichtliche Wahrheit, beweist eine im letzten Jahr erschienene Streitschrift gegen den Revisionismus, in der es heißt:
Motive und Anliegen der Autor/inn/en und Herausgeber/in lassen sich in zwei Punkten zusammenfassen:
- die Inschutznahme der Opfer des Nationalsozalismus vor Verunglimpfung und Beleidigung, wie sie die "revisionistische" Leugnung der NS-Verbrechen darstellt, und
- die Immunisierung der jüngeren Generation gegen rechtsextreme Propaganda und Verhetzung.
SIC!!!
Haben Sie, Herr Lummert, schon einmal so etwas in Büchern von Revisionisten gelesen:
"Motive und Anliegen der Autoren und Herausgeber lassen sich in zwei Punkten zusammenfassen:
- die Inschutznahme der Opfer der alliierten Umerziehung vor Verunglimpfung und Beleidigung, wie sie die zionistische Propagierung der Auschwitz-Lüge darstellt, und
- die Immunisierung der jüngeren Generation gegen linksextreme Propaganda und Verhetzung.
?
Prof. Eberhard Jäckel wurde im Sommer 1994 im Zusammenhang mit dem Meinungsprozeß gegen Günter Deckert deutlich.
Er äußerte sich in einer Fernsehsendung dahingehend, daß der Nazismus in Anbetracht seiner Greueltaten (bzw. die von Jäckel vertretene Sichtweise derselben) eine wunderbare Waffe gegen die politische Rechte sei, so daß von dort keine Gefahr drohen könne.
Haben Sie, Herr Lummert, so etwas schon einmal von einem Revisionisten gehört?:
"Der Revisionismus ist eine wunderbare Waffe gegen die politische Linke, so daß von dort in Zukunft keine Gefahr mehr drohen kann."
?
Nicht minder deutlich wurde die amerikanische Professorin Deborah Lipstadt:
Wenn das Land (Deutschland) selbst einem "Verrohungsprozeß" zum Opfer fiel und sich der Holocaust nicht von anderen tragischen Ereignissen abhebt, schwindet Deutschlands moralische Verpflichtung, alle aufzunehmen, die innerhalb seiner Grenzen Zuflucht suchen.
Was - außer politischen Motiven - könnte eine amerikanische Geschichtsprofessorin dazu veranlassen, in einem Buch über den Revisionismus ohne Zusammenhang mit dem Thema offenbar davon auszugehen, Deutschland sei moralisch verpflichtet, jeden Flüchtling aufzunehmen?
Und was schließlich veranlaßt diese Akademikerin angesichts der These z.B. eines Prof. Ernst Nolte, daß auch der Nationalsozialismus historisiert, d.h. ohne moralische Vorbehalte wissenschaftlich untersucht werden müsse, diese Thesen nicht nur zu verwerfen, sondern sich zu einer Aufseherin über die deutsche Geschichtswissenschaft aufschwingen zu wollen, die solche Thesen zu unterdrücken trachtet, indem sie ausführt:
Wir haben nicht studiert und geforscht, um Wachfrauen und -männern gleich am Rhein zu stehen. Doch uns bleibt nichts anderes übrig.
In der Tat: ein seltsames Verständnis von Wissenschaftsfreiheit!
Suchen Sie, Herr Lummert, so etwas doch mal in öffentlichen wissenschaftlichen Äußerungen von Revisionisten!
Noch nicht einmal in meinem vertraulichen und unter taktischen Gesichtspunkten geschriebenen Strategiepapier steht etwas von der Bekämpfung der politischen Linken, die nur durch die Widerlegung des Holocaust möglich sei.
Dort findet man zwar Ausführungen über die Tabuisierung vieler gesellschaftlicher Problemfelder durch den Holocaust (eine weiß Gott triviale Tatsache, vom Gericht allerdings nicht zitiert) und von der Taktik und der Didaktik, wie man revisionistische Inhalte an den Mann bringen kann (eine weiß Gott notwendige Überlegung), jedoch nichts darüber, daß das oberste oder ein hohes Ziel der Kampf bzw. die Wacht gegen "Links" sei!
Die Gegenseite allerdings macht genau dies!
Urteilen Sie jetzt, Herr Lummert!*****
***** Vgl. ab kkk-feder 8 antisemitische Hasspost an den kuckuck - kkk
Wir haben also das Problem, daß aus dem, was man bezüglich des Holocaust für wahr hält, extrem unterschiedliche politische Schlußfolgerungen gezogen werden können und gezogen werden.
Das an sich ist noch nicht verwerflich, denn kein Mensch, auch kein Wissenschaftler, kann, ja darf sich völlig von seiner sozialen Umwelt abstrahieren.
Ich halte es daher, um dies mit aller Deutlichkeit festzuhalten, für unsachgemäß, von einem Wissenschaftler auch und gerade bei diesem extrem politikträchtigen Thema zu verlangen, er habe frei zu sein von politischen Wünschen und Meinungen.
Das kann man von keinem Menschen verlangen, ja man darf es nicht, da es seiner Natur als politischem Wesen zuwiderläuft.
Die Frage ist nur, wie man mit diesen seinen Erkenntnissen umgeht.
Der Ex-Präsident der Organisation amerikanischer Historiker (OAH) Carl Degler gab diesbezüglich laut Prof. Lipstadt
"zu bedenken, daß... wir alles gefährden, für das Historiker sich engagieren", wenn nach den "Beweggründen" hinter historischer Forschung und geschichtlichen Abhandlungen gefragt werde.
Dieser Auffassung tritt sogar Frau Prof. Lipstadt, wahrscheinlich die bekannteste Revisionismus-Gegnerin, bei.
Demnach ist es schnurzpiepe, was ein Revisionist oder ein Exterminationist politisch möchte oder nicht.
Es kommt darauf an, daß bei all dem das wissenschaftliche Ethos nicht leidet, daß man also den ErkenntnisprozeB auf keinen Fall politischen Wunschvorstellungen unterordnen darf, und daß die wissenschaftlichen Arbeiten den Regeln gemäß erstellt und verfaßt werden.
Dazu können Sie in der bereits erwähnten anstehenden Publikation mehr lesen (Kardinalfragen zur Zeitgeschichte, vgl. auch "Wissenschaft und ethische Verantwortung" in: Andreas Molau, a.a.O.).
Diese Trennung scheint mir bei der Gegenseite, wie obige Bekundungen andeuten, nicht selbstverständlich zu sein.
Hier wird das Gegenargument ausgeblendet, die gegnerische Schule verfolgt und vernichtet und eine Offenkundigkeit zur Abwehr einer Sachauseinandersetzung aufgebaut.******
****** Vgl. hierzu Horst Lummert: Der Revisionismus zeigt Schwächen - kkk
Ein plakatives Beispiel gefällig? Bitte sehr: 34 französische Historiker am 21.2.79 in Le Monde:
Man darf sich nicht fragen, wie ein Massenmord möglich war. Er war technisch möglich, weil er stattgetunden hat. Dies ist der obligatorische Ausgangspunkt jeder historischen Untersuchung zu diesem Thema. Diese Wahrheit wollen wir einfach in Erinnerung rufen: Es gibt keine Debatte über die Existenz der Gaskammern, und es darf auch keine geben.
Das sind vorgegebene Ergebnisse, das ist Dogmatismus!
Gibt es so etwas bei Revisionisten, Herr Lummert?
Für die Revisionisten ist die Einhaltung wissenschaftlicher Regeln nicht nur selbstverständlich, sondern das ist gerade das, wofür die Revisionisten kämpfen:
Die Unterordnung der Geschichtsschreibung unter politische und moralische bzw. pseudomoralische Vorgaben muß aufgehoben werden.
Ich bin mir der Tatsache bewußt, daß man in der Lage, in der sich der Revisionismus befindet, der Gefahr ausgesetzt ist, im Übereifer nur die eine politische Vorgabe gegen die andere auszutauschen, den Teufel quasi mit dem Beelzebub auszutreiben.
Und ich habe mittlerweile gelernt, daß man sich diesbezüglich erst um den Stachel im eigenen Auge kümmern soll, bevor man den Balken anderer kritisiert.
Also achte ich auf meine wissenschaftliche Redlichkeit.
Und erzähle mir niemand, diese sei bei irgend jemandem lupenrein, denn wir sind schließlich alle Menschen.
So muß man sich ständig selbst streng prüfen und sogar um die Kritik Dritter bitten.
Auf Ihrer Seite 20 schreiben Sie: "Der 'Revisionismus' als Wissenschaft ist tot."
Da wird sich die Gemeinde der Exterminationisten freuen, daß da endlich einer das Ei des Kolumbus gegen den Revisionismus gefunden hat:
Revisionismus ist keine Wissenschaft, also kann man die Revisionisten weiterhin ignorieren und in Gefängnisse sperren.
Aber erlauben Sie mir angesichts meiner obigen Ausführungen die Anmerkung, daß Sie, Herr Lummert, offenbar keine Ahnung haben, was Wissenschaft ist, insbesondere was den Fall Revisionismus/Exterminationismus anbelangt.
Noch eine Kompetenzüberschreitung Ihrerseits also...
Ein Nachtrag dazu: Ihrem kuckuck, feder 10/1996, entnehme ich, daß Sie weder die Revision verwerfen noch die Ergebnisse derselben, sondern das ideologisch interpretierte Anhängsel "-ismus".
Darauf kann man sich einigen: wo Revision zum Selbstzweck wird, zu einer neuen Ideologie, verliert die Sache die Wissenschaftlichkeit.
Zurück zu Ihren Ausführungen: Die Angaben des Gerichtes über meine Mitgliedschaft bei den Republikanern ist falsch (Ihre S.11/kkk-feder 9).
Der Zeuge, der meine Mitgliedschaft bekundete, wurde auf meine Initiative hin zu einem frühen Zeitpunkt des Prozesses geladen, und zwar zu keinem anderen Zweck als dem, zu meinem Engagement bei den Republikanern auszusagen.
Ich habe in den Verhandlungstagen davor nicht etwa meine Mitgliedschaft verschwiegen, sondern ich bin von meinem Verteidiger lediglich befragt worden, ob ich jemals in einer als verfassungsfeindlich eingestuften Partei oder Organisation Mitglied war.
Und zum Zeitpunkt meiner Mitgliedschaft waren die Republikaner nicht als verfassungsfeindlich eingestuft gewesen, so daß ich dies mit Nein beantwortet habe.
Ansonsten bin ich von niemandem im Gericht zu politischen Dingen befragt worden.
Außerdem bin ich nicht bei den Republikanern ausgetreten, weil diese mir zu wenig radikal waren, wie Sie die entsprechende falsche Stelle des Urteils zitieren.
Ich habe meine Beweggründe in jenem oben genannten und in Kürze zu publizierenden Artikel dargelegt (Kardinalfragen zur Zeitgeschichte).
Dem Gericht lagen diese Ausführungen vor.
Es hat sie ignoriert und statt dessen Lügen erfunden.
Sie, Herr Lummert, wiederholen die Lügen und Verdrehungen des Gerichtes.
Ich kann mich gegen das Gericht nicht wehren, verwahre mich aber gegen Ihr unkritisches Nachplappern amtlicher Lügen.
Die von Ihnen zitierten Ausführungen des Gerichts, ich hätte seit spätestens Mitte 1990 an Publikationen zu NS-Verbrechen Stellung genommen, sind irreführend.
Meine erste Beteiligung war die an der nach wie vor zeitlos guten und zudem wissenschaftlichen Broschüre "Die Zeit lügt!", und die erschien im Herbst 1992.
Ich habe allerdings seit dem Jahre 1990 versucht, mit anderen am Thema Interessierten in Kontakt zu kommen.
Dazu zählten allerdings nicht nur die Revisionisten, wie Sie es fälschlich darstellten.
Tatsache ist, daß ich mich in einem Leserbrief an die Junge Freiheit im Winter 1989/90 das erste Mal geäußert habe, und zwar in Reaktion auf einen Artikel von Prof. Ernst Nolte.
Darin habe ich mich kritisch gegenüber dem Leuchter Report geäußert und die Ansätze weitergehender Forschungen skizziert.
Wem es nicht gefällt, daß dieser Brief an die JF gerichtet war, dem sei die Frage gestellt, wo sonst dieses Thema aufgegriffen worden ist: In der FAZ, dem Spiegel oder der Zeit etwa?
Daß auf diesen Leserbrief nur ein Mensch reagierte, ist nicht mir anzurechnen.
Daß dieser Herr ein Revisionist und ehemaliges Mitglied der Waffen-SS war, war mir damals nicht bekannt und spielt auch gar keine Rolle, denn ich habe als Wissenschaftler die Menschen nicht nach dem zu beurteilen, was sie sind oder waren oder welche Meinung sie haben, sondern welche Argumente sie anführen können.
Dieser Herr stellte mir später Adressen zur Verfügung, die an meinen eventuell zu erwartenden Ergebnissen interessiert sein könnten.
Diese Adressaten waren mir damals fast alle unbekannt und beinhalteten u.a. auch das Institut für Zeitgeschichte und diejenige (Adresse - kkk) Günter Deckerts, dessen Name mir damals allerdings noch nichts sagte (erst seit seinen berühmt-berüchtigten Prozessen seit 1993 ist er jedermann bekannt).
Und wenn das Gericht meint, als Republikaner müsse man Deckert gekannt haben (Urteil S.162), so beweist dies nur die völlige Unfähigkeit des Gerichts, das ignoriert, daß sich die Republikaner immer vom rechten Narrensaum (NPD, DVU u.a.) distanziert haben und mit diesen nichts zu tun haben wollten (wobei ich hier offen lasse, ob ich das heute für intelligent halte).
Ein kleiner Soft-Neu-Rechter und Republikaner muß also mitnichten den damaligen Vorsitzenden der damals in die politische Bedeutungslosigkeit abgerutschten NPD gekannt haben.
Während sich z.B. Günter Deckert und viele andere "rechtsradikale Personen" an eventuell zukünftig zu erwartenden Forschungsergebnissen interessiert zeigten, hat das Institut für Zeitgeschichte nie reagiert - wie im übrigen mit Ausnahme von Dr. Zitelmann und Prof. Nolte alle "etablierten" Personen und Institutionen sich durch eisiges Schweigen auszeichneten.
Dabei bestand meine erste Aussendung nur aus einer Kopie eines Abstracts einer fachwissenschaftlichen britischen Publikation über die Stabilität von Eisenblau.
All das weiß das Gericht, aber es schweigt es tot.
All das hätte Horst Lumert wissen können, wenn er nur gefragt hätte.
Aber er wollte es offenbar nicht wissen.
Man möge mir verzeihen, aber ich laufe niemandem hinterher, auch nicht den etablierten Wissenschaftlern und Institutionen, die sich nicht nur mir gegenüber, sondern jeder kritischen Anfrage gegenüber extrem arrogant und ignorant verhalten, wie Sie, Herr Lummert, es ja selbst auch spüren durften z.B in Ihrer Korrespondenz mit Prof. Yehuda Bauer, der den Kontakt mit Ihnen abbrach, als er merkte, daß Sie revisionistenfreundlich argumentierten.
Ich habe zu allen Seiten versucht, Kontakt aufzunehmen, aber wenn nur die Revisionisten und "Rechten" Interesse haben, so beweist dies nur, daß die andere Seite kein Interesse an einer sachlichen Auseinandersetzung hat.*******
******* Vgl. kkk-feder 15/16: Horst Lummert, Auf der Suche nach dem richtigen Titel - kkk
Übrigens: Haben Sie sich schon einmal gefragt, warum die Gegenseite fast nie versucht, mit den Revisionisten Kontakt aufzunehmen, obwohl es gerade die Revisionisten sind, die das Feld beherrschen (R. Redeker in Les temps modernes, 12/93)?
Wie wäre es, wenn Sie, Herr Lummert, hier einmal Vorwürfe machen würden?********
******** Vgl. kkk-feder 4/5 - kkk
Außerdem habe ich nicht, wie das Gericht schreibt, zu rechtsradikalen Kreisen Kontakt gesucht und gehalten, sondern zu solchen Personen, die mit mir ein Interesse an einer tabu- und schrankenlosen Diskussion des Themas wünschen und fördern.
Deren politische Meinung war mir damals nicht bekannt, und sie ist mir bei vielen bis heute unbekannt.
Es interessiert mich auch nicht, weil es mich als Wissenschaftler nicht zu interessieren hat!!!
Daß diese Menschen als "rechtsradikal" etikettiert werden, liegt in der Natur der Sache, da per definitionem jeder, der Zweifel oder mehr an "Auschwitz" äußert, dermaßen etikettiert wird.
Außerdem: Ich als Wissenschaftler muß nach dem Motto "audiatur et altera pars"********* alle Seiten anhören.
********* auch ein kuckucksprinzip - kkk
Dementsprechend war es meine Pflicht zu versuchen, zu den Revisionisten Kontakt aufzunehmen (hierzu war Zündel als der einzige, dessen Adresse ich anfangs besaß, die Eingangspforte), genauso wie es meine Pflicht war zu versuchen, zu der etablierten Zunft Kontakte aufzunehmen (wozu das IfZ meine Eingangspforte hätte sein können).
Daß letzteres mißlang, lag nicht an mir, sondern an der arroganten Ignoranz dieser Antiwissenschaftler des IfZ.
Ihr auf Seite 15 angeführter Vorwurf, ich hätte selbst Kontakt zu den Revisionisten gesucht, geht daher ins Leere.
Ich finde es nicht erstaunlich, daß die bundesdeutsche Gesinnungsjustiz mich wegen meines Umgangs mit Leuten mit "verbotenen Auffassungen" zu einer Gefängnisstrafe verurteilt.
Von einer Hure der Politik erwarte ich nichts anderes.
Ich finde es aber sehr bedauerlich, daß Sie sich, Herr Lummert, dieser Methode anschließen und mich danach zu beurteilen trachten, mit wem ich angeblich oder tatsächlich Umgang pflege, und das auch noch an Hand von vermeintlichen "Informationen", die Sie der Urteilsbegründung in meinem Fall entnehmen können (Lügen und Vorurteile sind bessere Worte dafür).
"Spiel nicht mit den Schmuddelkindern, sing nicht ihre Lieder..."**********
Diese Einstellung ist geradezu ekelerregend.
Kollektivhaftende Vorverurteilung pur.
********** Vgl. kkk-feder 6, Seite 27: Horst Lummert, Siegeszüge des Kleinkarierten oder Der Tellerrand als Horizont - kkk
Ich darf hier noch einmal darauf hinweisen, daß meine Forschungstätigkeit nicht 1991 mit meinem Besuch in Auschwitz begann, sondern bereits zwei Jahre vorher.
Jegliche vorherige Kontakte mit anderen auf diesem Gebiet tätigen Menschen - egal welcher Couleur - haben daher rein gar nichts Verwerfliches an sich - ganz abgesehen davon, daß ich, wie oben geschildert, mich nicht deshalb von Leuten fernhalten darf, weil sie tatsächlich oder nur vermeintlich eine verwerfliche politische Meinung haben, die mir zudem zu Anfang zumeist unbekannter war (und zum Teil heute noch ist).
Außerdem ist die Aussage des Gerichts, ich hätte bereits vor Mitte 1991 zu Günter Deckert Kontakt gehabt und gepflegt, falsch:
Ich erhielt die Anschrift von Klaus Ewald, auch wenn der sich bei seiner Zeugenaussage 4 Jahre später daran nicht erinnern konnte (oder ich irre mich hier, wer weiß das schon so genau).
Ich hatte nie einen persönlichen Briefverkehr mit Deckert und traf ihn zum ersten Mal erst im Sommer 1995 nach meiner Verurteilung, um ihm Literatur über bzw. von Prof. Wolfgang de Boor zu bringen und mit ihm über seinen möglichen Besuch bei ihm zu sprechen.
Sie kennen de Boors Ausfälle gegenüber Deckert und möglicherweise auch meinen Offenen Brief an ihn.***********
*********** siehe hierzu kkk-feder 17/18, Seite 6: Horst Lummert, Wie die Freiheit verteidigen? Die Gesetzlosen oder Das Mißverständnis der Revolution - kkk
Die Ausführungen des Gerichts im Urteil sind also schlicht falsch.
Der vom Gericht angeführte Beweis (ein Brief Dills vom Sommer 1991, in dem dieser meint, ich würde Deckert persönlich kennen, weil Deckert ihm gegenüber von mir sprach) ist kein Beweis, denn was Dill, der mich damals selbst nicht persönlich kannte (sic!), fälschlicherweise glaubte, über meine Bekanntschaften zu wissen, kann nichts beweisen, und was Deckert Dill gegenüber gesagt haben soll, wurde in der Verhandlung noch nicht einmal versucht zu klären.
Dies wurde von der Verteidigung im übrigen auch klargestellt - und vom Gericht ignoriert.
Und selbst wenn ich Deckert zuvor schon gekannt hätte, weil dieser an meinen Forschungen Interesse gezeigt hatte: Was wäre daran verwerflich?
Ist es einem Bundesbürger verboten, einen Günter Deckert zu kennen?
Sind wir so weit?
Wollen Sie mich, Herr Lummert, jetzt orletisieren?
Ich lasse mir nicht vorschreiben, mit wem ich Umgang zu pflegen habe und mit wem nicht.
Auch nicht von einem Herrn Lummert.
Und ich möchte hinzufügen, daß die Meinungsverschiedenheiten, die ich mit bestimmten Personen und Persönlichkeiten über einzelne Punkte haben mag, nichts ändern können an meiner Verbundenheit mit diesen aufgrund von Übereinstimmungen in für mich wichtigeren Fragen.
Auch in der von Ihnen auf Seite 12 beschriebenen Tatsache, daß ich die mir bedingungslos zur Verfügung gestellte infrastrukturelle Hilfe von revisionistischer Seite angenommen habe, kann ich nichts Fragwürdiges erkennen.
Wie steht es denn mit den Hunderten und Tausenden staats- oder stiftungsfinanzierter Forscher, die aus der öffentlichen Hand oder von bestimmten, häufig auserwählten Stiftungen mit Millionen und Milliarden subventioniert werden in der Erwartung, "Auschwitz" zu zementieren - mit einer kräftigen Strafandrohung oder zumindest gesellschaftlicher Ächtungsdrohung im Hintergrund bei Zuwiderhandlung?
Wie sieht es hier aus mit den Erwartungen, denen sich die etablierte Zunft gegenüber sieht?
Die "Rechten" oder "Revisionisten" haben mich nie mit Strafe oder Ächtung bedroht, wenn ich ihren angeblichen Erwartungen zuwiderhandle (zumindest bis heute nicht).
Der bundesdeutsche Staat (und nicht nur dieser) tut dies gleichwohl massiv gegenüber seinen Untertanen.
Bei wem liegt hier also die Fragwürdigkeit?
Auch Ihre Übernahme der Ausführungen des Gerichts über das Zustandekommen meines Gutachtenauftrages durch RA Hajo Herrmann ist falsch (Ihre S. 15f.).
Ob zwischen dem Brief Zündels, in dem er mich um ein Gutachten mit Copyright bei Zündel bat (was ich ihm im übrigen verweigerte, was dem Gericht auch bekannt war), und meiner Anfrage bei Herrmann, mir einen schriftlichen Auftrag zu erteilen, ein Zusamenhang besteht, kann ich mangels Erinnerung beim besten Willen nicht mehr sagen.
Tatsache ist, daß Herrmann mir diesen Gutachtensauftrag irgendwann im Juli 1991 mündlich erteilte.
Daß ich bei der Brisanz des Themas einen schriftlichen Auftrag haben wollte, mögen Sie nachvollziehen können.
Daß er terminlich deckungsgleich sein sollte mit dem tatsächlich mündlich erteilten Auftrag im Sommer 1991, war meine Überzeugung.
Herrmann hat das alles aus mir nicht nachvollziehbaren Gründen bis zuletzt abgelehnt, so daß ich bis heute keinen schriftlichen Auftrag habe.
Gleichwohl hat er vor Gericht bestätigt, daß er mich im Sommer 199l mündlich beauftragt hat, und daß ich an ihn herantrat, diese Beauftragung mit dem mündlichen Beauftragungstermin nachträglich schriftlich zu fixieren.
Wenn das Gericht darüber in der Urteilsbegründung schweigt, so wäre zu fragen, warum es das tut.
Daß Karl Philipp mir letztlich die Infrastruktur selbstlos zur Verfügung stellte, die ich für meine weiteren Untersuchungen vor allem in Auschwitz brauchte, ist sein großes Verdienst.
Alles andere stelle ich hinten an.
Das ist eine Sache ausschließlich zwischen mir und Karl.
Daß ich Karl Philipp das erste Mal bei einer Großveranstaltung im Raum Nürnberg getroffen haben soll (Ihre S.17), ist eine Lüge des Gerichts, deren Entlarvung Sie meinem oben zitierten Staatsbriefe-Artikel entnehmen können.
Daß mich Philipp bei allen "Formulierungen" des Gutachtens beraten haben soll, ist eine freie, falsche und unfundierte Erfindung des Gerichts.
Er hat an keinem Buchstaben des Gutachtens herumgedreht.
Auf Ihren Seiten 18f. führen Sie dann aus, das Gericht hätte mir Stück für Stück die Beteiligung an verschiedenen Publikationen und die Verwendung von Pseudonymen nachgewiesen.
Ich werde hierzu wahrscheinlich später noch anderswo die Gelegenheit wahrnehmen, dazu Stellung zu beziehen (Sleipnir), so daß ich mich hier auf ganz wenige Bemerkungen beschränken will.
- Das Gericht hat keinerlei handfeste Beweise vorgelegt, sondern nur Indizien, die es sich z.T. gegen die Beweislage zurechtgezimmert hat.
- Ich kann nicht erkennen, wo das Problem bei der Verwendung von Pseudonymen in revisionistischen Publikationen liegen soll.
Ich habe mich zu den vom Gericht vorgeworfenen Publikationen nicht geäußert, weil sie gar nicht Thema der Anklage waren.
Diese wissenschaftlich in jeder Hinsicht vertretbaren Publikationen dienten dem Gericht dazu, aus mir einen "Überzeugungstäter", also einen "Gesinnungsverbrecher" zu machen, um so einen Grund zu haben, mir die Bewährung vorzuenthalten.
- Das Gericht hat in einem Anflug blindwütiger Rachsucht die Autorenschaft aller Schriften, die es in Kopie oder Original in meinen Unterlagen fand, mir zugeschrieben.
Das alleine ist schon eine Farce, als gäbe es in ganz Deutschland nur mich im revisionistischen bzw. sogenannten rechten Lager.
Ich hätte mich gegen diese Flut unberechtigter Vorwürfe möglicherweise nur wehren können, wenn ich die tatsächlichen Autoren verraten hätte (aber auch das halte ich für unsicher).
Verrat aber kommt nicht in Frage, egal, ob man mit dem Inhalt einer Schrift konform geht oder nicht.
Mein Verfahren war widersinnig, da haben Sie recht (Ihre Seite 19).
Aber das Gericht war kein moralisch erfolgreicher Rechercheur, sondern ein kriminell erfolgreicher Fälscher und Betrüger.
Sie stützen sich auf diese höchst fragwürdige Quelle, so daß ich zu dem Schluß kommen darf, daß Sie auch bezüglich des Falles Rudolf erstaunlich wenig Sachkenntnis besitzen.
Die dritte Kompetenzüberschreitung also...
online-Fassung
kuckuck
feder 11
IV. quartal 1996 (3)
7. Nov. 1996
kokhaviv press:
Horst Lummert in kuckuck (kulikri)
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