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Erkenntnistheorie und politische Praxis - Seit 1973 - Redaktion: Horst Lummert

1992-08-31
bis
1993-11-16
und zur
Jahreswende 93/94

Horst Lummert

Deutschland in Europa · Das neue alte Rußland · Konsequenzen und Perspektiven · Angewandte Geo-Politik · Anti-Deutschland-Koalition und das euro-islamische Denkmodell · Neue Fragen und historische Antworten · Right or wrong - my country? · Wahrheitsfindung als Tugend des Jüngsten Gerichts

Konfuzius sagt: Der Mensch hat drei Wege, klug zu handeln. Erstens durch Nachdenken: Das ist der edelste. Zweitens durch Nachahmen: Das ist der leichteste. Drittens durch Erfahrung: Das ist der bitterste.

In kaum überarbeiteten Auszügen: Aufzeichnungen vom 31. August 1992 bis zur Jahreswende 1993/94

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1993-05-22:

These: Die "Selbstschwächung" der Deutschen ist ein politisches Programm ihrer Feinde. Die seelische und charakterliche Entwaffnung ist nicht eingeleitet worden, um die Deutschen an einer neuen Aggression zu hindern, sondern um sie verteidigungsunfähig zu machen.

Entwerfen wir folgendes Szenario:

Polnische Truppen überschreiten die Grenze an der Oder - mit dem strategischen Ziel, deutsche Gebiete bis zur Elbe, also die Fläche der früheren DDR zu erobern und dem polnischen Staatsgebiet einzuverleiben.

Anlaß: "fremdenfeindliche" Unruhen in Deutschland, möglicherweise "Übergriffe" in Hoyerswerda, diesmal aber gegen die "sorbische Minderheit".

Polen kommt den Bedrängten zur Hilfe - und ist dazu gem. "Feindstaatenklauseln" (Artikel 53 und 107 der UNO-Satzung) berechtigt, wenn Deutschland seine "aggressive Politik" erneuert.

Militärische Interventionen dieser Art unterliegen nicht der UNO-Kontrolle.

Es würde genügen, daß aus Bundestagswahlen (Landtagswahlen?) eine Regierung hervorginge, deren Politik als "aggressiv" interpretiert werden könnte, weil sie etwa das bisherige politische Kontinuum aufkündigt oder korrigiert.

Schon bei bisherigen Unruhen wurde die Bonner Politik ausdrücklich damit belastet, nichts oder nicht genug dagegen zu unternehmen oder gar derartige Tendenzen zu fördern.

Niemand würde den Deutschen helfen, sie selbst würden sich kaum wehren.

Deutsche Selbstbezichtiger (und Selbstverstümmler) würden jedem Abwehrversuch in den Arm fallen.

Die Deutschen würden aus ihren Gebieten vertrieben, hinausmassakriert.

Da niemand sie haben wollte, würde man sie möglichst noch östlich der Elbe ausrotten.

Die Westdeutschen würden die Hände über den Köpfen zusammenschlagen, jedoch an einem Eingreifen sich gern durch alliierte Bündniserwägungen hindern lassen.

Unter Einsatz neuerer Vernichtungsmittel (vgl. Iraq im Golfkrieg) könnte die deutsche Bevölkerung insgesamt deutlich dezimiert werden.

Den Deutschen wären sämtliche Fluchtwege versperrt.

Um den "Ostelbiern" jede Selbstverteidigung unmöglich zu machen, würde der Sicherheitsrat der Vereinten Nationen ein Waffenembargo beschließen und jede Verletzung des Beschlusses unter Strafe stellen.

Endlich herrschte jetzt Frieden in Europa, und eine kleine deutsche Diaspora könnte ein Lied davon singen.

Mythen sind stärker als alle reale Geschichte, sie materialisieren sich gleichsam, inkarnieren sich in dieser und jener Gestalt.

Individuelle Mythen umgeben und krönen den Menschen. Sie verwandeln ihn schon zu Lebzeiten. Alles erscheint in einem besonderen, eigentlich unbeschreiblichen Licht.

Es wird jedesmal schwer, sich an Entmythisierungen (und Entmythologisierungen) zu gewöhnen. Aber es kommt eben immer wieder vor, daß ein Heiligenschein plötzlich verschwindet oder langsam vergeht.

Der Verfall einer Aura, die Erosion einer Fotoplatte künden weniger vom Sterben und Vergehen als von einer Entsegnung. Die Engel sind davongeflogen.

Goldene Mischungen spiegeln wider: den Sternenhimmel in Silber, die strahlende Sommerbläue des Tags. Auf ihnen ist der Segen Allahs.

Was wir einen Mythos nennen, ist eine im Schöpfungszusammenhang verstandene Geschichte.

Im Mythos ist das Erdengeschehen wieder mit dem Götterhimmel verbunden.

Das Rätsel des Menschen löst sich auf als im Willen des Herrn. (22.5.93)

1993-05-23:

Auch geistige "Mischungen" sind relevant.

In Deutschland haben wir ursprünglich vier, inzwischen fünf und vielleicht auch mehr religiöse oder quasi religiöse Strömungen, die obendrein einander ausschließen.

Katholisches, Heidnisches, Jüdisches und Protestantisches, mittlerweile auch der Islam treffen hier aufeinander, und es ist nicht zu übersehen, daß ein alle betreffender Konflikt wenn nicht periodisch, so doch von Zeit zu Zeit an die Oberfläche durchbricht.

Abgesehen von politisch-weltanschaulichen Kampagnen, die bewußt vorhandene Gegensätze zu verschärfen suchen, haben wir es in Deutschland mit eigenständigen Faktoren zu tun, die zu den inneren Querelen ("querelle d'Allemand") ständig beitragen, unter günstigen Umständen jedoch sich gegenseitig befruchten und insgesamt zu außerordentlichen Hochleistungen führen können.

Was hier zusammenkommt, ist ebenso zerstörerisch, wie es schöpferisch werden kann.

Vielleicht waren diese Kräfte nur durch starke Politik zu bändigen und in geschlossene Energie umzuwandeln.

In der Weimarer Republik arbeiteten diese Kräfte gegeneinander, und unsere Bundesrepublik hatte so lange Bestand, weil sie von Besatzungsmächten und mit ihnen verkettenden Bündnissystemen zusammengehalten wurde.

Wie es um dieses Volk wirklich bestellt ist, merken wir spätestens dann, wenn es eigentlich heilsam und schöpferisch zusammenstehen müßte.

Die großen Enttäuschungen, die die neue Wiedervereinigung mit sich brachte, haben in diesen schwer zu bindenden Antagonismen ihre Ursache.

Die Kulturkämpfe und -kriege kamen immer wieder zum Stillstand.

Mit Macht wurde ihr Austrag und wurde damit eine gültige Entscheidung verhindert.

Jede der tätigen Kräfte strebt zumindest tendenziell die Alleinherrschaft an.

Der Katholizismus möchte die Evangelisierung und Christianisierung weiter voranbringen, die in der Neuzeit unterbrochene Geschichte fortführen.

Der Protestantismus sieht seinen Hauptfeind in der Katholischen Kirche und hat sich gegen sie mit Neuheiden und Atheisten verbündet.

Das Judentum steht momentan eher auf der antikatholischen als auf der antiheidnischen Seite.

Es sieht wohl in der Römischen Kirche ein historisches Pendant zum Islam, mit dem es wegen Israel praktisch im Krieg ist.

Sieht man aufs Wesentliche, so erkennt man einen Grundkonflikt zwischen Partikularisten und Universalisten.

Unter den ersten finden sich Nationalisten, Protestanten, Atheisten, Regionalisten, Neuheiden und überhaupt alle Separatisten.

Es ist bemerkenswert, daß die europäische Einigung nicht ausschließlich unter dem christlichen Kreuz der Römisch-Katholischen Kirche sich vollzieht und vorangetrieben wird.

Denn nur unter diesem Zeichen hätte sie eine Chance der - Restitution und Restauration samt eigner und einigender Sprache, dem guten alten Latein.

Europa ist Vergangenheit.

Es war das Heilige Römische Reich Deutscher Nation.

Wer Europa als eine Einheit will, muß die Einigung im Glauben, muß die Große Kirche Roms wollen.

Oder er muß sie im Zeichen einer anderen Konfession anstreben.

"Ost-Rom", also die Orthodoxe Kirche, eigentlich ja eine Mehrzahl Orthodoxer Kirchen, oder - scheinbar völlig neu - der Islam böte sich an.

Eine Gegenbewegung - als Sozialismus und Protestantismus und Atheismus - hat mit dem Untergang des Sowjetreiches an Kraft verloren, darf aber nicht unterschätzt werden.

"Europa" läßt sich im herkömmlichen Sinne nur römisch-katholisch denken. Alle anderen Bewegungen sind imgrunde anti-europäisch.

Eine Restauration des Glaubens hat Feinde - nicht nur in Deutschland, anderswo vielleicht viel mehr als hier.

Das anglikanische Britannien und das republikanische Frankreich entstanden gegen Rom.

Die skandinavischen Länder haben sich nie mit der römischen Kirche und ihrem Glaubensverständnis anfreunden können.

Die mittelländische Religiosität wird im nördlichen Europa als fremd empfunden.

Eine europäische Einigung im Glauben würde Glaubens-Krieg (!) bedeuten, und ob da nicht der Islam sich einmischen wollte, ist als Frage sicherlich zu bejahen.

Wahrscheinlich ist das Projekt Yishmael gar nicht anders als durch Krieg bzw. aus sehr vielfältigen kriegerischen Ereignissen hervorgehend, sich im Krieg und aus Kriegen verwirklichend vorstellbar.

Wobei der Krieg als anti-islamischer Krieg seinen Anfang nimmt resp. - in Nordafrika, Nahost, auf dem Balkan, in Indien, in Mittelasien und in China (!) - bereits begonnen hat und an Schärfe zunimmt.

Wir dürfen nicht vergessen, daß die anti-islamischen Operationen in aller Welt psychologisch ("wissenschaftlich") wohlüberlegt inszeniert werden.

Bei aller Wissenschaftlichkeit und technologischen Überlegenheit hat die westliche "Perfektion" einen entscheidenden Defekt: Es liegt ihr nämlich eine ganz und gar "imperfekte", unzulängliche Gesellschaft zugrunde.

Diese allgemeine Insuffizienz ist aber die Formel, der Schlüssel zum Verständnis und zur Einschätzung der Möglichkeiten, Fähigkeiten und Grenzen eines Landes.

Zuletzt wird Gott über Sieg und Niederlage entscheiden. (23.5.93)

1993-06-02:

Die islamischen Pilger, die aus Libyen nach Israel kamen, um ihre heiligen Stätten zu besuchen, und von den Israelis als Boten einer politischen Annäherung oder zumindest Entspannung ihrer Nichtbeziehung zu Ghaddafi offiziell in Israel empfangen wurden (man bewirtete sie am Flughafen mit kühlen Orangensäften), haben einen Eklat verursacht, indem sie die Freigabe der islamischen Heiligtümer und die Auflösung des Staates Israel forderten.

Nun sind sie nach Ägypten weitergereist.

Auch gegenüber der PLO sollen sie sich geäußert haben: daß jegliche Verhandlungen mit Israel unsinnig seien, weil Israel niemals anerkannt werde.

Dabei hatte Ghaddafi neulich zur Ermordung islamischer "Extremisten" aufgerufen.

Offenbar haben sich beide, der libysche Diktator und die israelische Regierung, von den "Fundamentalisten" an der Nase herumführen lassen.

Auch die nach Südlibanon ausgewiesenen Hamas-Leute hatten gegen jegliche Annäherung ihren Protest demonstriert.

Anlaß: das islamische Opferfest. (2.6.93)

1993-06-06:

Deutschland vergibt in dem (scheinbaren) europäischen Einigungsprozeß lediglich seine Souveränitätsreste (sic!), seine Lasten wird niemand mit ihm teilen.

Ich fürchte (?), daß Helmut Kohl die Flucht nach Europa nicht gelingt, daß die Ereignisse ihn einholen und überholen. (6.6.93)

1993-06-13:

Elektronische "Überwachung", "Steuerung", "Kontrolle"... ist Möglichkeit und Wirklichkeit einer totalen Weltherrschaft.

Der historische Sachverhalt: Die Abschaffung - durch Vernichtung und Selbstvernichtung - "totalitärer" Herrschaftssysteme - nationalsozialistischer, faschistischer und sozialistischer bzw. kommunistischer Observanzen - war die Bedingung für einen Totalitarismus, der erstmals seinen Namen verdient.

Der totalitäre Gedanke nährt sich aus der "modernen" Naturwissenschaft.

Die menschliche Ethik ist den Versuchungen des Wissens offensichtlich nicht gewachsen.

Es erscheint bereits sinnlos, mit ethischen Beweisführungen und moralischen Argumenten gegen sittlich ungebundene "Wissenschaften", ihre Hervorbringungen und Rechtfertigungen (Selbstrechtfertigungen) anzugehen.

Eher läßt sich beobachten, daß die "wissenschaftlichen" Faktizitäten ihre "normative Kraft" verändernd auch auf das sittliche Verhalten und, daraus hervorgehend, ethische Verständnis, mithin auf die Ethik in Praxis und Theorie ausüben.

Die Heilung der wissenschaftlich geschlagenen Wunden durch Wissenschaft ist eine Glaubensfrage, fast wie ein Aberglaube. (13.6.93)

1993-06-16:

In Bosnien leisten die "Vereinten Nationen" Sterbehilfe.

Als Weltkriegsverbrechensorganisation stellt sich die UNO von Tag zu Tag mehr bloß.

Nicht nur "Kriegs"verbrechen, auch Verbrechen anderer Art wie z.B. wissenschaftlicher Völkermord, getarnt als Umweltschutzpolitik, als sogenannte humanitäre Maßnahmen, Bevölkerungspolitik (= Geburtenverhütung, Abtreibung, Sterilisation...), "Weltgesundheitspolitik" als kaum verhülltes Seuchenverbreitungsprogramm sind Sinn und Zweck und Praxis der sogenannten Vereinten Nationen.

Die Weltorganisation des Verbrechens gegen die Menschheit heißt "UNO" (Unterorganisationen inclusive).

Die "ethnische Säuberung" (in jeder Hinsicht) ist ein UNO-Verbrechen (nicht erst seit gestern).

Der Kulturen- und Rassenmord ist Programm.

Die aktuelle Balkanpolitik ist ein UNO-Projekt.

Die offizielle Auslegung dieser Politik ist eine programmatische Lüge.

Die "Internationalisierung" jeglicher Politik ist eine international abgesegnete Öffnung aller nationalen Grenzen für die US-amerikanische Intervention, auf welche Weise auch immer.

Nicht einmal die offizielle Regierung der USA ist souverän.

Das Souveränitätszentrum läßt sich kaum personalisieren.

Eine babylonische Zeit des zentrierenden Turmbaus, um in alten Bildern und Zungen zu reden, stellt uns eine ebenso zentrale Aufgabe. (16.6.93)

1993-06-17:

Ein Berater Semjonows, des damaligen sowjetischen Hochkommissars in Deutschland, sagte gestern im Fernsehen:

Mit dem 17. Juni 1953, dem ersten "unterirdischen" Aufstand, begann der Zusammenbruch des Sowjetimperiums.

Nach vierzig Jahren ist nun alles vorbei.

Die nächsten vierzig Jahre - also bis zum Jahr 2033 - müssen und werden wir die andere Weltmacht (und mit ihr das projektierte übernationale Neue Weltimperium) zum Thema haben.

Vielleicht kommt auch noch einiges hinzu.

Der hundertjährige Krieg wird am Ende die Welt verwandelt haben.

Als Zeitplan sollen die Daten natürlich nicht so genau genommen werden, inhaltlich ist dies aber eine Orientierung.

US-Außenminister Warren Christopher gibt Deutschland Mitschuld am Serbienkrieg.

Verstanden. (17.6.93)

1993-06-19:

Wer das Recht und die Wahrheit auf seiner Seite hat, geht schweren Zeiten entgegen. (19.6.93)

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kuckuck
feder 3 ### projekt YISHMAEL
situation
analyse
Frühjahr 1994

kokhaviv press:
Horst Lummert in kuckuck (kulikri)

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