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Erkenntnistheorie und politische Praxis - Seit 1973 - Redaktion: Horst Lummert
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1. Ohne die Emanzipation des bürgerlichen Citoyen vom absolutistischen Obrigkeitsstaat, ohne die Selbstkonstituierung von Nationen als Selbstbestimmungsgesellschaften, ohne den gesellschaftlichen, staatlichen und psychischen Bruch (Revolution) mit allen feudalen, absolutistischen, territorialstaatlichen und kirchlich-hierarchischen Verhältnissen, Institutionen und Verhaltensweisen aus jenem Mittelalter zwischen dem Jahr 1000 nach Jesus und heute, ohne die Einübung der Selbstverwaltung auf allen Ebenen und im täglichen Leben - können Demokratie und Sozialismus trotz aller redlichen Versuche und revolutionärer Aufschwünge nicht anders, als im Sumpf jahrtausendealter Gewohnheiten des Helotentums zu versacken.
Deshalb müssen unabhängig von den Bedingungen der jeweiligen Produktionsverhältnisse alle Schritte der Emanzipation, die nicht früher erfolgt sind, nachgeholt werden.
In Deutschland, in dem weder eine bürgerliche noch eine proletarische Emanzipation politisch je gelungen sind, muß immer noch die eine vor der anderen erfolgen.
Emanzipation ist Überwindung nutzlos gewordener gesellschaftlicher Zwänge, ist Aufhebung überflüssig gewordener Herrschaft, ist Separation von monströsen Institutionen.
2. Vom Staat Deutschland, der immer und bis heute Haupthindernis der bürgerlichen wie proletarischen Selbstbefreiungen war sowie Hauptkorruptionsinstrument für die Verhausschweinung beider Klassen, ist Emanzipation nur möglich durch den Rückgriff auf gesellschaftliche und staatliche Erinnerungen, die sich den Staatlichkeiten Deutschland (Einzahl bitte!) und der Tradition von Obrigkeiten und Untertänigkeiten entziehen konnten: die Mainzer Republik und der Rheinbund.
3. Da die Installation der Enthauptungs-, Erstschlags- und Selbstmordraketen der USA auf unserem Boden erfolgen wird und alle Opponenten gegen diese erfolglos blieben, weil sie im Kontext Deutschland - hier und heute vertreten durch die BR Deutschland - verblieben, kann uns nur noch der kollektive Austritt aus diesem Staat vor den allerschlimmsten Folgen dieser Staatlichkeit retten, falls es nicht für jede Rettung zu spät sein sollte.
Deshalb wollen wir folgende Ökorepubliken gründen, frei von Deutschland, frei vom ungezügelten Industriekapitalismus, frei von den USA und allen Imperialismen: Baden, Württemberg, Hessen, Pfalz, Saarland, Rheinland.
Diese sollen sich zu einem freien und unabhängigen Rheinbund föderieren, der seinerseits loyaler und gleichberechtigter Teil einer zunächst west-, später gesamteuropäischen Konföderation wird, die wiederum Teil der vereinten Menschheit werden muß, damit durch Entfernung des souveränen Staates Frieden möglich wird.
Die Menschen in Bayern und Niederdeutschland sind aufgefordert, ihre Befreiungen entsprechend ihren je eigenen Bedürfnissen zu vollziehen.
4. Als Demokraten und Ökologen werden wir unser Wirtschaften unter die demokratisch zustandegekommene gesellschaftliche Rahmengesetzgebung und Kontrolle der Investitionen, der Produktionsziele und -mengen stellen.
Leitziele sind Ökologie und Bedarfsdeckung.
Ökologie ist nicht möglich, wenn sie nicht den gesamten Erdball und die gesamte Menschheit in ihre Vorsorge und Planung einbezieht.
5. Solange die Vereinigung der Menschheit noch nicht erfolgt ist, wird unsere Weise der Selbstverteidigung - föderal und/oder konföderativ - in Struktur und Bewaffnung streng und glaubwürdig defensiv sein.
Dem Milizsystem ist der Vorzug zu geben vor einem längerdienenden und spezialisierteren Freiwilligenheer; in einem Mischsystem wird die zweite Komponente allmählich und je nach den Fortschritten des Volkes in Bildung und Selbsterziehung zur Eigenverantwortung abgebaut werden.
6. Volle geistige Freiheit ist die Voraussetzung des demokratischen Plurilogs, dessen gesellschaftliche Vernunft alles öffentliche Handeln, zu dem auch das Wirtschaften gehört, bestimmt.
Geistige Freiheit wird nur begrenzt durch die naturgegebenen Menschen- und Bürgerrechte.
Jede Vorherrschaft muß auch auf diesem Feld beseitigt werden, und sei sie auch "geistlicher" Art und 2000 Jahre alt.
Jede Glaubensgemeinschaft finanziert sich selbst, die öffentliche Verwaltung ist nicht länger Eintreiber kirchlicher Steuern.
Jede Glaubensgemeinschaft finanziert selber ihre Schulen, deren Lerninhalte und -ziele allerdings den Prinzipien der Bürger- und Menschenrechte sowie des Rheinbundes nicht widersprechen dürfen.
7. Die Selbstverwaltung der Arbeitenden wird allmählich eingeführt je nach dem Stand der Bildung und Eigenverantwortung der Kollegialitäten.
Auch sie findet ihren Rahmen in den Menschen- und Bürgerrechten sowie den Prinzipien des Rheinbundes und den Rahmengesetzen des (kon-)föderativen Wirtschaftsrates.
8. Mit der Befreiung des Rheinbundes wird die Revision der Ergebnisse des Wiener Kongresses (1814/15) auf staatlicher Ebene abgeschlossen sein, jedoch die Geisteshaltung der "Heiligen Allianz" noch immer überwunden werden müssen.
9. Die Partei der Befreiung des Rheinbundes und folglich später auch der Rheinbund rufen die Juden aus Palästina zurück in ihre Heimat, in der sie bereits vor dem römischen Reich gelebt haben.
Hier sollen sie in voller und garantierter Freiheit, Gleichberechtigung und Achtung wieder ein europäisches Element der Emanzipation sein.
Das Zeitalter der Gettos, ob städtisch oder territorialstaatlich, muß beendet werden.
Der rassistische Ethnozentrismus Europas, der zuletzt auch auf die Juden und schließlich auf die ganze Menschheit übergegriffen hat, muß dort überwunden werden, wo er begann: im Gebiet des ehemaligen Heiligen Römischen Reiches.
10. Jeder Mensch - gleich welchen Geschlechts, welcher Rasse, Herkunft, Religion, Klasse -, der sich existentiell für die Befreiung und das Gedeihen des Rheinbundes einbringt, erhält das volle Bürgerrecht. Eher würden die Altun Mitbürger als die Zimmermann.
11. Die Partei der Befreiung des Rheinbundes wird streng im Rahmen der Gesetze der BRD arbeiten, auch wenn sie undemokratisch und ungerecht sind.
Sie strebt einen menschheitlichen Zustand der Freiheit von Furcht, Not und Gewalt an.
Sie stellt die Übermacht der gesellschaftlichen und staatlichen Gewalttätigkeit in das Zentrum ihres Verhaltens, ohne die Begriffe "Gegengewalt" und "Gewaltfreiheit" je zu ideologisieren.
Selbstbefreiung ist ein Naturrecht, dessen positivrechtliche Definitionen staatlicherseits illegitim sind.
online-Fassung
kuckuck 42e-h
(für kkk 19/20/21/22)
25. Dezember 1983
kokhaviv press:
Horst Lummert in kuckuck (kulikri)
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