Nachzulesen im Sammelband:
1973 bis 2000 & unveröffentlichte Texte aus 40 Jahren Wüste. Die vielsandigen Vordenklichkeiten des Avram Kokhaviv.
Band 1. Die proletarischen Anfänge
© 2000 kokhaviv publications
1975
Indianer
Reaktion auf sie das wesentliche Moment
Daß ich in kuckuck 5 Hans Imhoff und Reimar Lenz zusammengerührt hatte ("Was für Erfahrungen denn?"), konnte denen, die die einander geradezu entgegenlaufenden politischen Auffassungen der zwei Autoren aus deren Schriften kennen, eigentlich nicht munden.
"die zusammenstellung reimar lenz - hans imhoff war ja bis zur unsinnigkeit putzig. gut, daß raschke und ich dem hans imhoff den euphorion verlag geschenkt haben, sonst müßte ich mich da noch einmischen", schrieb Heinz Jacobi, der in München den Martin-Greif-Boten herausgibt.
Die drei von Imhoff in kuckuck 6 zur Diskussion gestellten Gedichte könnten den Eindruck ein wenig verwischt haben. Reimar Lenz selber attestierte immerhin schon: "... überraschend diskutabler Text von Imhoff..."
Überraschend diskutabel?
"Die Oden von Imhoff haben mich wenig beeindruckt ... habe mir noch keine eigene Meinung dazu bilden können ... halte sie für keinen starken Beitrag", zögert Hans Josef Eisel.
Das ist wenig.
Leute wie Lenz reagieren da sensibler, abgesehen von der Wertung, die Lenz daran knüpft. Reimar Lenz hat jedenfalls verstanden, daß Imhoff etwas sehr Wichtiges gesagt hat.
"In der Tat ist es außerordentlich wichtig, daß die Diskussion um Hans Imhoff, die bisher im wesentlichen innerhalb der Parteispitzen geführt wurde, in die Massen getragen wird", so meint nun Hans Imhoff (II/7).
Die "Diskussion um Hans Imhoff" wurde bisher freilich keineswegs nur "im wesentlichen innerhalb der Parteispitzen geführt". Und Hans Imhoff legt Wert darauf, daß man auch davon Kenntnis nehme.
Nachdem er in kuckuck 5 die Rezension seines Hegel-Buches gelesen hatte (eigentlich gar keine Rezension, weil ich aus Gründen, die sich hier klarer herausstellen werden, eine "Intensivbehandlung", so schrieb ich, scheute), schickte er mir einen Packen Gedrucktes, in dem sein politischer Werdegang, von dem ich in Heft 5 schrieb, daß er "inzwischen ... bekannt" sei, dokumentiert ist. Imhoff meint nämlich auch, die "Rezension krankt leider an Deiner völligen Unkenntnis meines Entwicklungsganges als Adornoschüler. Zunächst war ich nämlich Anarchist".
Imhoff legte seinem freundlichen Brief - außer dem Dokumentationsmaterial - auch jene drei Oden bei.
Sie wurden nach Vorarbeiten, die bis in den März 74 zurückreichen (I - entstanden im November, II und III im Dezember schließlich), zwei Tage vor Jahresschluß für den Druck fertig. Man kann also davon ausgehen, daß sie das Ergebnis wohlüberlegten Schreibens sind.
Im November 74 auch schrieb Hans Imhoff (Was braucht die Alternativpresse?): "Es muß jedem Idioten klar sein, daß wir uns die Existenzberechtigung unterm Arsch wegziehen, sobald wir auf die Diskussion der Grundsatzfragen, die Klärung unserer Positionen und Ziele, verzichten."
Seinen ersten Beitrag zu dieser von ihm vorgeschlagenen "Diskussion der Grundsatzfragen" zur "Klärung unserer Positionen und Ziele" - jene 3 Oden in kuckuck 6 - versah ich mit der bissigen Anmerkung, sie "könnten ebensogut unter dem Motto stehen: Hans Imhoff testet die Zumutbarkeit und die Intelligenz seiner Leser".
In Publikumsversuchungen hatte Imhoff es schon in den sechziger Jahren zur Meisterschaft gebracht. Und da wurde, ich sagte es schon, die "Diskussion um Hans Imhoff" keineswegs nur "im wesentlichen innerhalb der Parteispitzen geführt". Es fällt auf: rege Publizität.
Im Spiegel: "Es war schon einer auf der Bühne, als die Abendgäste des Suhrkamp Verlages das Frankfurter Theater am Turm betraten, um Günter Eich, Martin Walser und den Vietnam-Arzt Alsheimer zu hören. Ein langer bleicher Kommune-Typ wohl männlichen Geschlechts streifte dort mit pompöser Grazie Damenjacke, Damenschuhe, Strümpfe von sich und vollführte Harlekin-Sprünge, die zum Konzept des Suhrkamp-Verlegers Unseld wenig paßten", so Peter Brügge (Ein Narr und das linke Establishment). "Der sogenannte Narr allerdings legte kreischend Wert auf die Feststellung, ein normaler Schüler Professor Adornos zu sein."
Der "Narr" war Hans Imhoff. Und Peter Brügge nahm dessen Störung ("Zofenzierlich nannte er einen Grund für die Störung: Der Suhrkamp Verlag ist der beste! Es lohnt sich, ihn kaputtzumachen!") zum Anlaß für eine kleine gezielte Attacke auf die, damals ja noch aufklärerische Linke: Die Revolution bekommt Warencharakter. 1968!
In der Frankfurter Rundschau: "Schließlich überträgt er ja die Techniken der studentischen Provokation auf eine Institution, die selbst sich als Stachel der Gesellschaft versteht."
In der Zeit: "Günter Eichs Lesung aus den Maulwürfen ging in Imhoffs Auftritts- und Kommentierlust unter."
Imhoffs Strategie: "Laßt doch den Springer, Unseld ist schlimmer."
Frankfurter Neue Presse: "Zur Diskussion mit Peter Handke war geladen, vier Aufführungen seines jüngsten Stückes Kaspar waren im Frankfurter Theater am Turm angesetzt gewesen. ... Statt dessen... Hans Imhoff, der schon die Aufführung des so wichtigen Werkes zu stören versucht hatte. Er ernannte sich zum Thema des Abends, zum Einzigen und Größten, zur Inkarnation des Publikums. Und sprach, einzig und monoman, 105 Minuten lang."
Darmstädter Echo: "Unartikuliert blieb der Protest, den ein gewisser Hans Imhoff gestern abend dadurch auszudrücken versuchte, daß er vor vollem Auditorium im großen E-Technik-Hörsaal der TH auf dem Tisch auf und ab ging. Der Sozialdemokratische Hochschulbund hatte Günter Grass zu Vortrag und Diskussion über den Radikalismus von rechts und links in der Bundesrepublik eingeladen."
Frankfurter Allgemeine Zeitung: "... während des Vorabends also zu diesem vom Fernsehen und dem Frankfurter Entertainer Hans Imhoff besuchten Festakt las Golo Mann - nicht etwas Aktuelles, etwas Relevantes, sondern er las ein Stück aus seinem noch unveröffentlichten neuen Werk, einer Biographie Wallensteins ... gab Mann ... zu bedenken, daß es immer die Entscheidung gebe zwischen der aufklärerischen und der hegelianischen Revolution." Also doch etwas "Aktuelles", doch etwas "Relevantes". Aber Imhoff hatte sich ja schon entschieden. Er verstand auch sehr früh; früher als die meisten andern.
Wie stand's in des von Imhoff lieb verschonten Springers Welt: "Die eigentliche Eröffnung platzte avantgardegerecht durch die Intervention eines einzigen jungen Mannes. Als Bingel ans Mikrophon ging, war der junge Mann schneller und begann: Ich begrüße Sie, ich heiße Hans Imhoff, ich bin durch Bingels Literarisches Forum berühmt geworden, und ich sage Ihnen, Sie gefallen mir alle nicht. Am besten gehen Sie nach Hause, es sei denn, Sie wollen mich hören; etwas anderes lohnt sich sowieso nicht." Wer da nicht mitlacht, versteht keinen Spaß. Was sag' ich, früher als die meisten andern verstand Hans Imhoff? Die meisten andern haben's ja bis heut' nicht kapiert.
Ich könnte das alles auch ganz anders zäumen, sagen, es ist gut; es ist gut, daß Christa jetzt in Flensburg ein kleines Antiquariat aufgemacht hat, wo ich immer mal ein bißchen stöbern kann.
Neulich fand ich einen dicken Wälzer, wo das alles breit und lang dargelegt ist, das mit dem alternativen Bewußtsein. Das geht von der religiösen Erneuerung über die Einheit von Mensch und Kosmos bis zum Vorrecht der Frauen; von Hopis und Pueblo-Indianern ist die Rede und von Yorubas, in Afrika denen, auch von Libyern. Ja, von Polynesiern und selbst von den alten Sumerern. Und so schöne Postkarten von Pieper ("& die Grüne Kraft"). Und Imhoffs Oden.
Eine alte Angewohnheit von mir, parallel zu lesen, ein bißchen kreuz, ein bißchen quer; das könnte - Imhoff-Ode, Kosmos-Wälzer, Piepers Postkartentexte. Runen aus der Kriegsmühle. Tyr & Sig. Lenz und Imhoff, und nun sowas - durchaus, das könnte einem zum mystischen Erlebnis gerinnen, bei Talent, so diese, da, Zusammenschau.
Für Indianer hab' ich ja was übrig. Bloß, in diesem deutschen Panorama, von dem die Rede geht, stören sie mich; ich will das erklären. Jener Wälzer, den ich fand, ist von einem gewissen Herman Wirth geschrieben worden und heißt schlicht: Der Aufgang der Menschheit. Das klingt optimistisch, besagt aber nicht viel. Mehr sagt schon der Untertitel: Untersuchungen zur Geschichte der Religion, Symbolik und Schrift der atlantisch-nordischen Rasse. Es wurde 1928 bei Diederichs in Jena verlegt. Was im heutigen irrationalen Untergrund als letzter Schrei sich offeriert, das steht da drinnen, und natürlich noch 'ne schöne Ecke mehr.
Was ich mich frage, ist dies: Die Zukunft, die heute aus der Welt der Gegenentwürfe angeboten wird - sei's als religiöse Erneuerung aus der religiösen Subkultur (gibt sie's oder gibt sie's nicht), sei's als Mutter-Erde-Hymnus oder Indianer-Kult in den Landkommunen -, sie hätte die unideologischen Züge nicht, nicht das offene Gesicht, nicht das offene Herz, nicht die offene Sprache der Befreiung aus jahrhundertelanger Unterdrückung, sondern trüge die Runen der Unterdrücker, der "Herren- und Kulturbringerrasse"?
Auf der Suche nach der reinen urnordischen Rasse hatten Rassisten vom Schlage Wirths mit Hilfe blutserologischer Forschung Erfreuliches entdeckt: "es sind die reinblütigen, nordamerikanischen Indianer!"
Aber diese Opfer jahrhundertelanger Unterdrückungs- und Ausrottungspolitik werden sich bei den Nachkommen der rasseherrlichen Täter aus dem alten Europa bedanken dafür, daß die sich jetzt in ihnen endlich wiederentdeckt haben.
So eine Kollektivprojektion ist schon ein beachtliches Phänomen. Was Reinrassiges muß es wohl sein. Und spätatlantische Amazonenkämpfe... Doch das rühren wir heute nicht noch einmal auf.
Ein Marxist, wie er im Buche steht, dieser Imhoff, wäre beinah in Vergessenheit geraten. Was der mit den Atlantern zu tun hat...
Libyen. Pakistan. Aber "schließlich haben wir nicht das gemeinsame Gespräch (Heuchler Hübsch) auf unsere Fahnen geschrieben", sagt Imhoff (Was braucht die Alternativpresse? / November 74). Der von Imhoff so unfreundlich bedachte Hübsch ist einer, der sich einst im Drogenrausch verlor und als Moslem wiederfand. Release. Seinen "progressiven Islam", was immer darunter zu verstehen sein mag, sieht Hübsch übrigens am besten bei dem politischen Fallensteller Bhutto in Pakistan aufgehoben.
Schauspieler Imhoff faßt zusammen: "Die A-Presse ist so stark wie das Interesse, mit dem die drei Hauptfraktionen - Mystiker, Anarchisten, Marxisten - ihre Positionen vertreten. Und die Interessen werden desto bewußter und klarer vorgetragen, je lebendiger der Kampf zwischen ihnen ist. Wir, die wir uns für die sozialistische A-Presse einsetzen, fordern deshalb die offene Auseinandersetzung und bekämpfen den Betrug am Kunden, Verseuchung der Jugend, schwarzen Markt der Ideen, der nur deshalb so einreißen konnte, weil die Afterideen, die in der Szene verhökert werden, das Tageslicht scheuen. Wir scheuen das Tageslicht nicht..."
"Weil nämlich nicht denkbar ist, daß Natur sich/Widerstreitet, sondern sie baut wie der Mensch/ Kommunismus ist angeboren/ Liebe aber ist diese Mitte" (Ode I). Exakt.
Hans Imhoff weiß mehr: "Wo die Liebe tief ist, ist sie am regressivsten, weil die frühen Erfahrungen tief ambivalenter Liebe das liebste Bild bleiben" (I/17). "Sie ist nicht die Liebe von Emanzipierten; sie ist der Genuß einer absoluten Aussöhnung von Regression und Repression."
Darunter fällt zwangsläufig auch der Klassenkampf. "Weil nämlich nicht denkbar, daß Natur sich/Widerstreitet..." Denn wisse: "Klassenkampf, Logik und Natur haben Zusammenhang..." (Ode II). Bei Marx.
Jawohl, "... Drei/Heimaten habe ich, das hessische Blut, die schwäbischen/Dialektiker, den sozialistischen Staat..." Da ist Marx untern Tisch gefallen. "Wir Kommunisten..." (Ode III).
"Der Plan schafft die Bedingungen" (Ode II). Was für ein Plan? "Die Partei ist der Kopf..." (Ode III). Welche Partei? Wir wollen dem nicht zuviel Gewicht beimessen. Aber die Arbeiterklasse!
"Das Nötigste ist die Disziplin in der Weltarmee der/Klassenbrüder..." (Ode III). Selbstredend. Eines: Welche Klasse ist gemeint?
"Frankfurt ist ein Greuel" (Ode III). Es war zu erwarten. "... Warum aber/Ist mir die Atmosphäre das Liebste?" (Ode II).
Und was für eine!
"Am hellblauen Himmel über/Alaska, Atlantik, Sibirien die kämpfenden Wolken schweben/Das Auge des Nordens, die Treueflamme..."
Häuptling Hans Imhoff träumte seinen Adlertraum: "... Von uns/Müssen die Wüsten lernen, ehe wir genug/Von ihnen gelernt."
Dem Kulturbringer "blühen längst/Noch andere Bahnen, meine Wässer/Glänzen in die tiefste Zukunft" (Ode III).
Gern würde ich dem "höheren Jäger" weiter nachgehen auf diesem Wege, den ihm "aus dem Innern eine Botin" gewiesen. Auf die ist Verlaß. Auch "zurück an/Den Sender" mit dem "erfüllten Auftrag" - dem "Gelernten" - "zu Fleisch und Blut" (Ode I). Aber die Zeit ist nicht. Doch auch so kann man's begreifen, sein "psychosomatisches Interesse"
In kuckuck 5 (S.52) schrieb ich: "Hans Imhoff hatte sich (in einem Brief an den kuckuck) als Adornos letzter Lieblingsschüler vorgestellt. Unwillkürlich kam der Gedanke an den Freud-Lieblingsschüler C.G.Jung, der abtrünnig wurde, um es milde zu sagen, und später bereute. Mit diesem Vergleich will ich Imhoff nicht verletzen." Ist Imhoff mit solchem Vergleich zu verletzen?
Wenn ein intelligenter, talentierter Mann sich in politischem Kitsch verliert, steckt Methode dahinter: er meint es nicht ernst. Er macht Spaß.
So ein Spaßvogel ist Imhoff. Monatelang hatten sich also bürgerliche Feuilleton-Schreiber an ihm ergötzt. Es lag, so müßte Imhoff, wär's ihm ernst, doch sagen, in ihrem Klasseninteresse. "Die Imhoffschen Produktionen in der Sphäre der Darstellung wiesen sich von Anfang an in ihrem Bereich dadurch als die progressivsten Resultate des zuendegehenden bürgerlichen Zeitalters aus, daß die Reaktion auf sie das wesentliche Moment an ihnen war; daß sie sich selbst zum bloßen Moment der von ihnen hervorgerufenen Reaktion herabsetzten; daß sie eine massenhafte Bewegung schufen, in der sie als individuelle Produktion negiert sind" (Hans Imhoff antwortet Inge, Theaterwissenschaftlerin in Wien/ Juli 71).
So ein "progressivstes Resultat", kurz, war sicherlich auch die "massenhafte Bewegung" gegen die Frankfurter Schule: zentrales Ziel Imhoffscher Schaustellerei.
Imhoff hatte Instinkt. Er spürte, wo die Gefahr entstand, daß sich etwas ändern könnte. Er hatte den Finger am Puls derer, die die Aktivsten, die politisch Relevantesten, die im Denken Radikalsten waren; die, wir sollten uns erinnern, das Denken wieder gesellschaftsfähig machten, es ein wenig schon wieder gesellschaftsfähig gemacht hatten. Ja, darin war Imhoff ein Optimum. Trickreich.
Sein schönster Trick: daß er als "Kommunist" auftrat. Er sei es, seit er 1956 in der DDR gewesen. Die Vermeidung der Alternative durch Wissenschaft - wovon in einem Suhrkampbuch Kritisches zu lesen stand - bewegte ihn weniger als Problem denn als Projekt. Imhoff, dialektisch geschult, schlüpfte ein, spitzte zu, bog um.
Was immer er tat, es waren Beispiele für sein Kunst- und Realitäts-Verständnis, modernes Theater. "Der Schaffensprozeß des intensiv arbeitenden Künstlers und die fortgeschrittenste Technik politischer Revolution haben dasselbe Prinzip" (I/19). "Moderne Stücke sind Techniken gegen den Zwang der Identifikation" (I/13). Damit hatte er Erfolg; zuletzt, als er die DKP als "revolutionäre" Organisation anempfahl.
Wo Imhoff endlich keine Miene mehr verzieht, wird das große Lachen über Imhoff fällig. Erst wer über diesen Imhoff lachen kann, versteht Imhoff. Sogleich vergeht ihm das Lachen.
Imhoff spielt durch, was er später bekämpft. Heute zertrümmert er seine Identität von gestern. Er kennt sich gut. Er ist wie einer jener Steinewerfer aus dem Hintergrund, die frühzeitig zur Kriminalisierung der Linken beigetragen haben, um sie hernach um so gezielter bezichtigen zu können.
"Nehmen wir doch einmal das Zeugnis eines Extremisten aus den Anfängen der Neuen Linken. Da können wir lesen: Denn jetzt ist die Realität für uns schon die Wohltat, kein Inhalt zu sein. Oder: Eine Technik des Verbrechens ist die Logik dieser Epoche und ihre Politik. Sie ist die totale Vermittlung von Theorie und Realität. Freilich, so unmaskiert schreiben die heute nicht mehr..." (Hans Imhoff: "Gegen den Terrorismus der Neuen Linken")
Der von Imhoff 1972 zitierte Text stammt von Imhoff selbst (1968) und hat mit der Neuen Linken und ihren Theorien zwar nichts zu tun - vermochte allerdings auch damals schon zur systematischen Diffamierung der Neuen Linken beizutragen und von ihren Theorien abzulenken. Solche Gedanken wurden gedacht, gewiß...
Konterrevolution, psychosomatisch organisiert? Man täusche sich nicht ob der roten Kleider. Die Maskerade spielt in vielen Farben.
Die Habermas-Kritiker haben schon recht: es gibt keinen linken Faschismus. Ein neogermanischer Demagoge, dieser Hans Imhoff? Subtil, ganz schön subtil. Und doch.
Ich sehe auch Trauer in seinen Augen.
Hans Imhoff, 20 Aufsätze 1967/68 (I) - Die Aufsätze von 1969-1972 (II) - Hans Imhoff produziert sich (Pressestimmen)
kuckuck 7
1975, Frühjahr
kokhaviv press:
Horst Lummert in kuckuck (kulikri)