Nachzulesen im Sammelband:
1973 bis 2000 & unveröffentlichte Texte aus 40 Jahren Wüste. Die vielsandigen Vordenklichkeiten des Avram Kokhaviv.
Band 1. Die proletarischen Anfänge
© 2000 kokhaviv publications
1965
Aus einem Bewußtseinsprotokoll
Die Distanz, aus der es zu diesen Aufzeichnungen kommt, entsteht auf der Flucht aus der Realität des Seins in die des Bewußtseins.
Was deine Sinne dir signalisieren, schreib es auf. Vertrau auf die Immanenz deiner Gedanken in dem, was du sagst. Mach dich von den Begriffen frei. Begriffe sind Grabsteine des Denkens.
Eine ihrer Dialektik bewußte Rationalität bereitet einem neuen Tag lautere Selbstverständlichkeiten. Erst eine versenkte Wahrheit ist vor der Zerstörung sicher.
Der in Betriebsklima eingehüllte Gedankenapparat, der sich eine über diesen Dunst hinausreichende Eigenständigkeit zu bewahren trachtet, bringt seinen Haushalt leicht auch in vereinfachende Ideologiegefahr.
In Vereinsamung aufgespaltenes Bewußtsein bedarf der ununterbrochenen Reflexion, der wachen Erfahrung dieser Arbeitswirklichkeit und der Korrespondenz der gebrochenen Bewußtseinsebenen miteinander.
Die Verselbständigung des Denkens transzendiert zur Einsetzung, Wiedereinsetzung, eines Über-Ichs, zu einem Zufluchtsort vor dem betriebstäglich gedrängten, aufgefüllten Unbewußten, das über die Ufer zu treten droht.
Ich glaube zu wissen, daß meine Schreibe nur synthetischer Gedanke sein kann, Gedankensynthese nach dem Fall...
Geh! es wird Abend, dein Weg führt voran.
Soll man Kinder von kleinauf die Einsamkeit lehren; daß der Umgang mit Menschen, die nicht Freund sind (oder Feinde), daß solcher Umgang zu meiden sei?
Welcher Zusammenhang besteht zwischen Wetterbericht und politischer Nachricht, zwischen Breitengrad und historischer Entwicklung?
Der Aufbau in Permanenz, die unaufhörliche Veränderung der Welt um der Veränderung willen, dieser fieberhafte technische Fortschritt ist eine ununterbrochene Vergewaltigung menschlichen Bewußtseins. Freiheit ist nicht zuletzt eine Bildungsfrage, deren Lösung vorzeitig blockiert zu werden droht durch umweltlich angeschlagene, verhunzte Seelen. Der Nervenhaushalt einer Industriezivilisation zerrüttet unter Hämmern und Rädern und der schleichenden Tortur medizinischer Anaesthesie.
Arbeiten, auf den Morgen verzichten, einsehen, daß nach dieser Vergangenheit jede Zukunft scheitern muß. Ich bezähme mich im Lande der beamteten, uniformierten Verbrechen. Die Grenze ist überschritten. Die Betrogenen sind schuldig geworden.
Jawohl, ich will sie beleidigen, die Arbeitssklaven, die die Brotarbeit zum alleinigen Lebenszweck erhoben haben.
Fortschritt heißt dieser Bremsvorgang, Aufbau der Verschleiß.
Die Vornehmen vertuschen das große Verbrechen, um sich zu fein sein zu dürfen. Die letzten Menschen werden abgeführt. Der Unmensch hat sich und seine Welt entdeckt. Ein für allemal!
Ich hatte das Getriebe verdrängt. Ich muß, angenehm oder nicht, mir das Erlebte, Empfundene und Vergessene noch einmal durch den Kopf jagen, um etwas Klarheit zu erlangen. Klarheit auch darüber, daß Klarheit mitunter verdunkelt.
Wenn ich mittags zur Spätschicht gehe, kommt die Sonne hinter den Wolken hervor. Gestern, heute wieder; wie es vorgestern war, habe ich vergessen.
Der Klügere, der nachgibt, ist immer der Dumme. So sitze ich am Vormittag in meiner Wohnung, ärgere mich ein wenig übers Wetter und versuche mein Bestes.
Wochenlang ging mein Sinnen darauf, den einen, den neuralgischen Punkt im Getriebe zu finden, das verborgene Nervenzentrum.
Die Überlegungen gehen weiter. Revolution. Der Gedanke geistert in mir wie die Delphine in den Betonbassins der Marineforschung bei Florida (oder wo sonst das sein mag). Ich möchte den kompletten Laden umstürzen; das hat jedoch so langsam zu geschehen, daß die Herrschenden auf absehbare Zeit verantwortlich bleiben. Die permanente Revolution (nicht die vollzogene und damit gestorbene) ist ein unbequemer, langwieriger, immer wieder auch entmutigender Vorgang – eine Versuchung des Intellekts.
Bereits kleinere Störungen bringen den Arbeitern angenehme Verschnaufpausen.
Schluß für heute.
Seit Tagen nagt sich eine Ratte durch die Decke des Großen Zimmers der vor fünf Jahren errichteten Neubauwohnung.
Wir werden sie nicht töten.
Tina will sie vertreiben. Tina streichelt und beklatscht die Tapete, daß der Ratte es unheimlich werde. Tina, die Maus, verbreitet Schrecken unterm Rattenvolk.
Am Geschehen nehme ich teil, ich jäte mich frei. Ohnmacht wird einsichtig.
Das Verlogene legt sich bloß.
Mieske harrt aus, bis eine Maschine entzwei sei. Sein psychosomatisches Gleichgewicht benötigt den Maschinendefekt. Ratten zernagen den Neubau. Wenn die Maschine nicht draufgeht, kann Mieske heute nacht nicht schlafen. Er steht unter dem Zwang des innig ersehnten Maschinenschadens.
An manchen Tagen bedrängt mich das System besonders stark, weniger das System als die Bewegung, der eintönige Betrieb, alles was mich zwingt, mitzufahren. Ich bleibe als der übrig, der zum Feierabend froh ist, daß er sich tagsüber an den andern hat vorbeischlängeln können, ohne anzustoßen, und der außerdem hundemüde ist. Zum Aufschreiben muß ich mich antreiben, als hätte ich eine Pflicht zu erfüllen. Es ist reine Flucht in einen Traum. Für die tägliche Wirklichkeit, für den Industrieprozeß ist es gleichgültig, ob ich das hier notiere.
Ich bin müde. Ich möchte schlafen. Das Gewebe ist in Bewegung. Uns ist die Ruhe nicht vergönnt. Wie kann ich im Dunkeln schreiben. Ich schlafe bald ein. Das ist die Ruhe nicht. Ein riesiges Rindvieh kommt auf uns zu. Das ist ein Quatsch. Habe ich soeben einen Gedanken – ich habe doch einen Gedanken in Worte… Wumm geht es nicht waiterrh!
Das Treppenhaus ist schmal, die Stiegen sind steil.
Was für ein Hoch sei dabei, was für ein Tief zu verdrängen?
Von Jeremia* weiß ich, daß dereinst dem die Zähne stumpf werden sollen, der die saueren Trauben aß, und nicht seinen Kindern. Die Dinge, denen ich tagsüber meine Aufmerksamkeit zu widmen habe, verschleißen Intelligenz und Denkvermögen. Ich kann mich nicht mehr konzentrieren. Das Getriebe hat mich okkupiert. Ich spüre es von Tag zu Tag intensiver, ohne mich dagegen wehren zu können. Es fehlen mir die Kräfte.
Ich assoziiere Selbstmitleid des meuchlerischen und verlogenen Odysseus. Ich glaube nicht an die Ungeheuerlichkeit des Zyklopen. Odysseus bezeugte nach seiner Rückkehr, was für ein Schinder und Schlächter er war, an den Knechten und Mägden. In zwanzig Jahren hatte er nichts hinzugelernt.
Dieser Sommer rächt den miesen Winter.
Der Westen frohlockt: sich liberalisierende, nationalisierende Kommunismen im östlichen Europa. Es ergreift sie der Wohlstand. Der Kapitalismus hat wieder eine Zukunft.
Man wird sich noch wundern – ob der Veränderungen und der verpaßten Chancen: was in zwei Jahrzehnten mit liederleichter Hand wieder mal verspielt worden ist.
Sozialismus? Eine Krise wird eine Krise der Demokratie, ein Kriterium für das Ende der Rekonvaleszenz des Faschismus' sein.
Ich möchte es mit Fingernägeln in alle Türen und Wände kratzen, daß sie sich haben zu Wanzen machen lassen. Knechte, die nur im dunkeln murren; und wo sie murren, da schnurren sie noch. Die Arbeits- und Lebenssittlichkeit dieser Sklaven sichert ihren Herren auch die nächste und übernächste Zukunft.
Ich stehe an der Pforte zu meinem Privatleben, unbarmherzig gegen jeden Eindringling und jede Störung. Ich mache es dem Fließband nach. Dem Fließband nach? Es ist nicht wieder gutzumachen. Die Straße leuchtet mir die Wohnung aus. Warum habt ihr das getan?
Die Schulkinder kürzen ihre Zeit. Ich habe ihre Lehrer belauscht, wie sie ahnungslos Wahrheit zerspellten. Es ist über mich gekommen, und ich sah, daß es zu spät war, als ich sah.
Ist freie Luft zum Atmen nur bei sozialem Untergang zu erhoffen? Gewöhnt euch nicht. Noch seid ihr nicht daheim. Haltet die Stühle kühl.
Als die Frau mit dem Arm in die Maschine geriet, wurden die Zyniker blaß.
Als der Meister zwei Frauen die fristlose Entlassung ins Gesicht schnauzte, krochen sie zu Kreuze.
Die Unternehmerverbände haben ganze Arbeit geleistet. Haben das Fürchten gelehrt.
Ich habe sie getäuscht. Niemand glaubt mehr, daß mir die Fabrikation unerträglich sei. Die Geschichte schiebt sich Scheibe für Scheibe aus der Wahrheit heraus, bis sie abfällt. Ich höre Sirenengekreisch. Hilflose Person liegt am Rinnstein. Polizei ist unterwegs nicht aufgehalten worden. Eine miese Norm praktiziert Jüngstes Gericht. Jegliche Besonderheit wird ausgerottet. Mit Gemeinheit beginnt ein neuer Tag.
September 1964.
Ich weiß nicht, ob Geduld meine Wahrheit sei. Die Menschen lehren mich das ihnen Entgangene. Meine Weisheit beruhigt die Nacht. Morgen hat Zeit. Ich habe diesen Tag überstanden. Regnerisches Wetter und technische Klimaanlage schlagen sich durch mein Befinden. Gestern kamen alle zu spät in der Früh; den Abend zuvor hatte es im Fernsehen den Film da.
Aber wie, wenn anders der Frieden nicht zu retten? Oder ist solcher Friede ein Fetisch?
Es regnet. Ich komme, ohne naß zu werden, nicht auf die Straße.
Ich nehme den Maschinen die Subjektivität. Ich liebe diesen Wettstreit nicht.
Starker Wind, heiter bis wolkig, Regenschauer, tags 16°, nachts 8°, Sonne 5.47-18.12. Jetzt: 13.30, ungefähr.
Gestern: Unruhe.
Blutdruck, Kreislauf, Herzrhythmus.
Ich glaube, gesund zu sein.
Ich mag Rückenwind nicht.
Ich fürchte den Schlag ins Wasser.
Lohnt es, gegen Winde anzukämpfen?
Schreiben ist ein Notbehelf. Wo geschrieben wird, ist der Mangel gewaltig. Wer schreibt, macht ihn zur Tugend.
Ich sitze dabei. Ich höre zu. Ich sage mal was und ermüde. Ein Uhr ist es geworden. Die Wirtin will den Laden schließen. Als würde das Volumen des Großhirns schrumpfen. Der Komplex der Kanäle und Windungen wird zu Leim, falls ich die Fabrik nicht verlasse.
Ruhe zum Nachdenken. Zum Schreiben. Mozart sendet über den Rundfunk ein Friedenssurrogat.
Ich führe stille Monologe. Einmal werde ich frei sein.
Ich ging über die Straße. Ich sah den kleinen Wagen am Rinnstein. Den Rest des Weges gehe ich allein.
Der Zug verläßt den Bahnhof nicht. Die Türen bleiben verschlossen. Niemand darf den Zug verlassen. Der Zug fährt nicht ab.
Morgens um halbdrei, wenn die Milchkannen klappern.
Ich sei mutlos. Ich fummele mit den Fingern der rechten Hand an der Unterlippe, weil ich mutlos sei. Die Nerven seien es.
Tina greift sich unterm Pullover zwischen die Brüste. Die Ratte in der Zimmerdecke hat sich zur Ruhe gelegt. Alle sind müde. Die Kinder schlafen.
Bis in mein neuntes Lebensjahrzehnt möchte ich zeugungsfähig bleiben. Ich weiß nicht mehr, warum.
Oktober. Lied der Befreiung?
Im Anfang war das Gerücht, und das Gerücht war bei Gott, und Gott war das Gerücht.
Joel, der Prophet. Ich werde ihn befragen.
Permanente Revolution wäre der Weg von Nord in den Süden, ohne ihn je zu erreichen. Es wäre eine geistige Revolution. Es wäre gar nicht der Süden, sondern der Gedanke an ihn und die Tugend, sich ihn zu versagen.
Ich bewahre das Licht mir für die totale Finsternis.
Die Atempest bekümmert die wenigsten. Die Täter sollen wieder Wortführer werden. Man ist wieder indolent. Ihrer Sache sicher sind die Analphabeten.
Fragen Sie nicht, geben Sie Zunder! befahl der Delinquent.
Die Opfer vergelten’s ihren Tröstern. Schwer.
Schrift und Zeichen sind undeutlich geworden. Ich laufe Gefahr, das Vertrauen meiner Kollegen zu verlieren, weil ich kein Fernsehgerät besitze. Nichtsahnend verriet ich mich eines Morgens.
Ich einverleibe mich dem Prozeß. Das bedeutet, das bedeutet – alles.
Nachtschicht.
Ich hoffe, um präziser denken zu können, daß sich meine Rolle in diesem Drama allmählich einspiele, abhebe vom Medium der Umwelt und diese deutlich objektiviere. Niemand hat mir aufgetragen, daß ich heute abend denken möge; und doch bin ich hier, um es zu tun. Einem Tun, nämlich mit physischer Mühe verbunden, kommt Denken in der nächtlichen Fabrik nahe.
Ich sehe nichts, das der Beachtung würdig wäre. Im übrigen kann ich schalten und walten. Dieses armselige Handwerk übe ich bis zum Einschlafen.
Ich halte mich wach.
Warum sitze ich wie ein gefangener Vollaffe in diesem Käfig? Ich sollte nach Hause gehen. Ich bleibe.
Ich sehe in eiligen Handschriften Spuren gestörten Geistes. Ich höre, wie sie sprechen, als seien die letzten Worte noch zu sagen vor ihrem Verlust.
Ich habe mein Lachen noch nicht erreicht, Ich weiß aber auch, daß mein Lachen euch nicht zu töten vermöchte. Es wird mein Ghetto sein.
Reichen Sie mir das Mauerwerk, damit ich mit der Faust dranschlage: aufmachen! aufmachen! Rücken Sie die Wände auseinander!
Die andern sind sprachlose Zeugen geworden.
Bis in diese Stunde reicht, und weiter, weiter, der Sühnefaden. Bis in den Abend.
Handschriftliche Notizen aus der Nacht zum 21. Oktober; akkurat 2.15 morgens.
Ruhe, wie vorausgesehen; zunehmende Müdigkeit.
Ich laufe, dem ich entweichen will, in die Arme.
Sie zeigen, was sie haben, und sagen nicht, was sie denken. Sie ziehen die Hose über den Kopf.
Am Fenster sitzend, hatte ich vorgelesen bis zum Dunkelwerden. Bis zum Dunkelgeworden.
Klar, daß ich am Montag früh viertel nach 4 werde aufstehen müssen.
Der Apfel liegt auf dem Tablett. Die Tischdecke ist zurückgeschlagen. Futsch der Gedanke.
Die Welt der Ambosse hat Bestand.
Sorgt die Medizin für ein Gegengewicht zu den Dampfhammerseelen? Bricht Medizin biologischen Widerstand? Muß die biologische Substanz verdorben werden, damit der Mensch lebe von neuem?
La valse trumpft noch einmal auf. Dem Saal sind die Wände eingerissen. Man holt das Konzert auf die Straße. Salto mortale.
Der Mann bleibt liegen. La valse kurbelt im Dienste, im Dienste.
Verhinderte Wahrheit wird, ihren Schändern entzogen, doch wieder nur Rache sein.
Ich lasse den Honig im Glas. Tina liest Enzensbergers Spiegel-Analyse. Es ist novemberischer Herbst. Zwanzig Minuten nach 22 Uhr. Der Sonntagmorgen soll nicht wieder so ein beschissen-langweilig langer Sonntagmorgen werden.
Ich fürchte, die materielle Besserung schafft mit der Schippe weg, was ich teelöffelweis angelegt habe.
Lassen Sie das Kind nicht sterben! Lassen Sie es nicht zu!
Ist eine Angst denkbar, sich vom Wahnsinn zu weit entfernt zu haben?
Weißt du, wo die Füße derer stehen, die über den Tag sich neigen, um die Zukunft zu fassen? Wer die Sonne verfinstert?
Du wirst lange unterwegs sein. Vernachlässige das Denken nicht. Denken ist schon von morgen. Nein: übermorgen. Morgen wird wieder gestern sein.
Gestern tanzten sie vor meinen Augen.
Sobald die künstliche Zeit antreibt, gibt die innere Signal. Wahrheit will ihren Preis.
Schreiben ist verklammertes Denken. Wie kann ich den Morgen erreichen, so ich Rast halte am Ausgang des Abends vor den Toren zur Nacht!
Ich sehe sie zittern, die Zivilisierten, ich sehe sie aufgeben Künste und Machenschaften, ich sehe sie Barbaren werden.
Kinder spielen auf abgewrackten Schiffen.
Sie fürchten die Dunkelheit ein wenig, ein wenig auch mit Behagen. Was sie sicher macht, ist der gedeckte Abendbrottisch.
Im Anfang war der geile, der steile Gedanke. Kein Wort vom Wort. Jener aber ward von Helios gezeugt.
Gottes Sohn steht hinter dem Pfeiler und belauscht meinen böse gewordenen Mund. In seinen Augen meine Angst. Daß einer zuviel am Tische saß.
Ich schwimme. Ich schwimme gierig. Aber er! Das gröbste Stück Arbeit hat er noch vor sich. Vierzig Tage noch hat er zu atmen. Staub. Die Nacht geht vorüber.
Ostersonntag. Auferstehung wovon?
Das Licht verlischt nicht. Das Licht leuchtet nicht. Diese Hölle ist nicht Tag und nicht Nacht.
Im Aquarium frißt ein Krake sich selber auf.
Nie wird es vollbracht sein.
Ein nacktes Mädchen reißt die Vorhänge herunter. Es ist nun nicht mehr weit. Sie nehmen wieder Namen an. Nach und nach nehmen sie Namen wieder an.
Vernunft sei das Gesetz des Vaters. Eine weite Vernunft, eine liebende, die der Unvernunft ihre Spiele läßt?
Sie bereitet den Sommer.
Die Maschinen stehen still. Es ist Nacht. Die ersten Eindrücke verwittern. Die Dinge wandeln sich.
kuckuck 1
1973
*Urfassung
kokhaviv press:
Horst Lummert in kuckuck (kulikri)