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Erkenntnistheorie und politische Praxis - Seit 1973 - Redaktion: Horst Lummert
1997-11-00
Zu «AZ» Nummer 3*
* Am Zeitstrand. Herausgegeben von Hans J. Eisel, Stuttgart. Heft Nr. 3 erschien im Herbst 1997
Irgendwie sehe ich mich in die siebziger Jahre versetzt.
Nicht nur der Titel (der in Stuttgart erscheinenden Zeitschrift) Am Zeitstrand vermittelt das Gefühl: da ist Zeit stehengeblieben.
So suche ich auch vergebens nach den Ereignissen der viel jüngeren Vergangenheit.
Selbst die Kämpfe der Achtziger sind ausgeblendet, von den Neunzigern zu schweigen.
Das sind Worte, ich Institution und mein Schaffen.
So etwas wie ein Denkmal, vielleicht.
Denk mal am Denkmal vorbei:
«Wenn die Zahl der gemeinsamen Ansichten ein Gradmesser für ein freundschaftliches Verhältnis ist, sieht es auf den ersten Blick bei Horst Lummert und mir übel aus» -
schreibt Hans J. Eisel.
Und:
Eben drum!
Von mir lernen, daß ich «genau lese, registriere, prüfe und widerspreche»?
Das wollen wir prüfen, auch, woran es liegt, daß ihm, Eisel, «keine Position einfällt, der (er) zustimmen könnte».
Er begründet es nicht näher, hält sich eigentlich aus allem heraus.
Gut, er reflektiert auf meine «Beschäftigung mit den Rechten», darauf, daß ich mich «bei einem Strafprozeß als Entlastungszeuge zur Verfügung stellte» und «in ihren Zeitschriften Artikel publizierte»...
Ihm «ging das alles zu weit: war diese Zusammenarbeit nicht schon Kumpanei? Eine schwierige Frage...»
Eine ganz leichte, auch leicht zu beantwortende Frage!
Ich setzte mich mit der politischen Rechten kritisch auseinander, wurde im Prozeß gegen Germar Rudolf als Zeuge geladen, also verpflichtet.
Ich kam dieser Pflicht nach, indem ich vehement für die Wahrnehmung der Grundrechte, des verbrieften Rechts auf Meinungs- und Pressefreiheit, Freiheit für Wissenschaft, Forschung und Lehre - und zwar ohne Ansehen der Person - eintrat.
Ich forderte das Gericht sogar auf, das Verfahren einzustellen und sein Interesse dem Organisierten Verbrechen zuzuwenden.
Kumpanei?
Ja, ich war eine Kumpanei mit dem Rechtsstaat eingegangen.
Bedarf es solchen Nachhilfeunterrichts in Sachen praktizierter Demokratie?
Noch nie von Voltaire was gehört?
Und meine Artikel in ihren Zeitschriften?
Ja, was für Artikel!
Es waren stille Herausforderungen, die als unerhörte Provokationen verstanden und entsprechend beantwortet wurden.
Aber wer die letzten kuckuck federn 6 bis 16, also insgesamt 11 Nummern meines «Schaffens» mit keiner Silbe erwähnt, kann nicht oder will nicht verstehen (offenbar nicht eingestehen), was da eigentlich ablief.
Ich habe das in meinem Brief an Schütt (AZ 3, S. 19 f.) bereits anklingen lassen.
Die unglückliche Veröffentlichung ohne genauere Hinweise auf die Sachhintergründe muß dem AZ-Leser dunkel bleiben.
Woher soll er wissen, was gemeint ist, wenn ich schreibe: «Ich kann von feder 3 nicht abrücken»?
Was ist «feder 3», worum geht es da überhaupt?
Hier wären vielleicht ein paar Textbeispiele angebracht, um zu zeigen, was Eisel meint mit dem «Ärger, wenn in den Tabus rumgestochert wird».
Es reicht nicht aus, «gesprächsbereit» zu sein, wenn man nicht fähig oder willens ist, auch genau (!) zu sagen, was man im einzelnen (!) meint.
«Tabus» bei der politischen Linken?
Das ist ja der ganze Jammer: daß aus einstigen Tabubrechern inzwischen «politisch korrekte» Hüter und Wahrer eines hochkomplizierten, ganz neuen Tabugeflechts geworden sind.
Die modischen Sprachregelungen sind kein Thema für sich.
Die neudeutsche Linke hat eine ganze Reihe demokratischer Selbstverständlichkeiten und Freiheiten auf den verschiedenen Altären ihrer Ideologien als Opfer dargebracht oder meuchlings einfach beiseite geschafft und sich dabei vor den Olympischen lächerlich gemacht, um so mehr, als sie es noch gar nicht gemerkt hat.
Eine Tabu-Linke ist halt festgefahren wie die Tabu-Rechte vor ihr (mit ihr und nach ihr).
Wer sich die Mühe macht, das Gedicht von Carla Kraus, Was ist Freiheit?, zu entschlüsseln, weiß womöglich nicht mehr zwischen «rechts» und «links» zu unterscheiden. Es ist ein deutsches Gedicht. Dagegen Triumph der Wölfin von Alischa Bionda - ganz unvermerkt: faschistisch bis in die Knochen. Und die Rüge, die sich einer einhandelt, wenn er «Arbeitnehmer» ohne «Binnen-I» durchgehen läßt, ich las dergleichen wohl bei Petra Hüneke-Eisel, ist so unverwechselbar deutsch, daß es schon komisch wird, wenn es aus «linker» Ecke kommt.**
** alles in print AZ 3 - kkk
Wie lautet eigentlich die männliche Form von «Person»?
Und warum sprechen wir von «Menschen», aber nicht von «MenschInnen»; etwa, weil damit neben deutscher Bibelübersetzungstradition ein weiteres Neutabu angerührt würde, nämlich die konservative Verbindung von «weiblich» und «innen»?
Danach wären Arbeitnehmer-Innen (Binnen) simplerdings Hausfrauen.
Ist das etwa gemeint?
Wie wär's denn mal mit «MenschAußen», auch zu verwechseln mit «rechtsaußen» oder «linksaußen»?
Der deutschen Kaspereien ist eben kein Ende.
Die neuerlichen Recht- und Linkschreibreformen amüsieren schon die halbe Welt.
Wer nun derlei Spießerei aufspießt, wie ist der politisch einzuordnen?
Oder fragen wir gleich so: läßt sich das neue Spießertum einer unreflektierten Überangepaßtheit anders denn als reaktionär vermufft ein-, nein, besser: aussortieren?
Der deutsche Spießer wechselt regelmäßig seine Farben, an ihnen jedenfalls ist er nicht, nicht ohne weiteres, zu erkennen.
Es gibt Leute, die meinen, die Rechten seien auf mich hereingefallen.
Aber das hat was mit dem von «rechts» bis «links» verbreiteten ungenauen Lesen zu tun.
An Schütt schrieb ich: «Das Erwachen verband sich meist mit einer nochmaligen, nun genaueren Lektüre dessen, was ich geschrieben hatte. Die inkriminierte feder 3 ist für Naziaugen voll von roten Tüchern», und Sozi-Augen sehen nun überall «schwarz» oder «braun» (ohne hierbei freilich an die jedem Naturlehrling geläufige Rotgrün-Mischung zu denken).
«Ein Skandal», schrieb Hans J. Eisel.
Ein paar erhellende Proben.
feder 3, Seite 27:
Sieht man aufs Wesentliche, so erkennt man einen Grundkonflikt zwischen Partikularisten und Universalisten.
Unter den ersten finden sich Nationalisten, Protestanten, Atheisten, Regionalisten, Neuheiden und überhaupt alle Separatisten.
Es ist bemerkenswert, daß die europäische Einigung nicht ausschließlich unter dem christlichen Kreuz der Römisch-Katholischen Kirche sich vollzieht und vorangetrieben wird.
Denn nur unter diesem Zeichen hätte sie eine Chance der - Restitution und Restauration samt eigner und einigender Sprache, dem guten alten Latein.
Europa ist Vergangenheit.
Es war das Heilige Römische Reich Deutscher Nation.
Wer Europa als eine Einheit will, muß die Einigung im Glauben, muß die Große Kirche Roms wollen.
Oder er muß sie im Zeichen einer anderen Konfession anstreben.
«Ost-Rom», also die Orthodoxe Kirche, eigentlich ja eine Mehrzahl Orthodoxer Kirchen, oder - scheinbar völlig neu - der Islam böte sich an.
Eine Gegenbewegung - als Sozialismus und Protestantismus und Atheismus - hat mit dem Untergang des Sowjetreiches an Kraft verloren, darf aber nicht unterschätzt werden.
«Europa» läßt sich im herkömmlichen Sinne nur römisch-katholisch denken.
Alle anderen Bewegungen sind imgrunde anti-europäisch.
Eine Restauration des Glaubens hat Feinde - nicht nur in Deutschland, anderswo vielleicht viel mehr als hier.
Das anglikanische Britannien und das republikanische Frankreich entstanden gegen Rom.
Die skandinavischen Länder haben sich nie mit der römischen Kirche und ihrem Glaubensverständnis anfreunden können.
Die mittelländische Religiosität wird im nördlichen Europa als fremd empfunden.
Eine europäische Einigung im Glauben würde Glaubens-Krieg (!) bedeuten, und ob da nicht der Islam sich einmischen wollte, ist als Frage sicherlich zu bejahen.
Wahrscheinlich ist das «Projekt Yishmael» gar nicht anders als durch Krieg bzw. aus sehr vielfältigen kriegerischen Ereignissen hervorgehend, sich im Krieg und aus Kriegen verwirklichend vorstellbar.
Wobei der Krieg als anti-islamischer Krieg seinen Anfang nimmt resp. - in Nordafrika, Nahost, auf dem Balkan, in Indien, in Mittelasien und in China (!) - bereits begonnen hat und an Schärfe zunimmt.
Wir dürfen nicht vergessen, daß die anti-islamischen Operationen in aller Welt psychologisch («wissenschaftlich») wohlüberlegt inszeniert werden.
Bei aller Wissenschaftlichkeit und technologischen Überlegenheit hat die «Perfektion» einen entscheidenden Defekt:
Es liegt ihr nämlich eine ganz und gar «imperfekte», unzulängliche Gesellschaft zugrunde.
Diese allgemeine Insuffizienz ist aber die Formel, der Schlüssel zum Verständnis und zur Einschätzung der Möglichkeiten, Fähigkeiten und Grenzen eines Landes.
Zuletzt wird Gott über Sieg und Niederlage entscheiden. (23.5.93)
Was sollen die AZ-Leser von einem Beitrag halten, der vor zwei Jahren geschrieben (und veröffentlicht) wurde, wovon aber nirgendwo was steht?
Ohne jeden Hinweis auf die Zeitdifferenz zu meiner Abschiedsvorstellung in Sleipnir!
Das ist nicht nur eine Formsache.
Meine Bemerkung, daß Tucholsky «die Polen am liebsten vergasen würde», hat eine Geschichte.
Der Titel Siegeszüge des Kleinkarierten oder Der Tellerrand als Horizont trifft, das räume ich ein, in Deutschland allerorten zu.
Den Aufsatz druckte ich in feder 6, und in feder 7 kam die Klarstellung. Dies im Mai 1996.
Zur Klärung:
Die Zeitschrift heißt (seit 1973) kuckuck; die einzelnen Hefte nenne ich (seit 1991) «feder», genau: kuckuck feder...
Den alten Text ohne jeden Hinweis nun in AZ 3, ich erhielt das Heft am 31.10.97, wiederzufinden, schrägt die ganze Fragestellung.
Zudem:
Ich schrieb «rechte Gefahr»; in AZ, auf Seite 11, lese ich «rechte Gewalt». Ich mag so was nicht.
Auch das nicht:
Auf Seite 14 steht, daß «internationale Sozialisten ihre theoretischen Defizite» usw...
Geschrieben hatte ich aber, daß «internationale und nationale Sozialisten ihre theoretischen Defizite zu wesentlichen Elementen ihrer Weltanschauungen gemacht haben. Die Geschichte bleibt ihnen darum - gleichsam systematisch und prinzipiell - verhangen» (vgl. feder 6, Seite 31).
Das paßt natürlich nicht mehr in die «Kumpanei»-Theorie oder rührt an eine ganz andere Kumpanei (!).
Schlimmer noch (AZ 3, S. 16):
«Wenn wir mit diesen Leuten diskutieren, wenn wir ihnen gewähren, was sie, einmal an der Macht, uns niemals gewährt haben und niemals gewähren würden: das Wort.»
Was für ein Satz?
Es muß heißen:
«Wenn wir mit diesen Leuten diskutieren, wenn wir uns mit ihren Thesen und Widersinnigkeiten auseinandersetzen wollen, müssen wir ihnen gewähren...» und so weiter.
Das hört sich schon anders an, nicht wahr?
Paßt aber nicht mehr ins vermittelte Bild von der «Kumpanei» (vgl. feder 6, Seite 32).
Rolf F. Schütt hat wenigstens versucht, mir auf den Grund zu gehen.
Er sorgt für eine Beleuchtung, bei der ich mich bzw. den kuckuck wiedererkenne - wie er mal war.
Da ist viel Huldigung drin, aber zur Sache im großen und ganzen alles richtig.
Doch warum auch hier keine Erwähnung der letzten 11 Hefte, kein Wort über die federn 6 bis 15/16?
Ich führe da an langer Kette den neuen Antisemitismus vor, eliminatorisch und mörderisch wie der alte.
Ich hatte einst dazu aufgefordert, die Revisionismus-Argumente zu prüfen, um zu einem womöglich präziseren Geschichtsurteil zu kommen, prüfte, revidierte also, und kam zu einem Ergebnis, das nicht einfach auf den früheren Wissensstand zurückfiel, sondern ganz neue Erkenntnisse vorlegen konnte.
Das alte Schema «Links gegen Rechts» stimmt nicht mehr, wird der Sachlage nicht gerecht.
Wesentlich ist:
Die Rechte hat ihre Hausaufgaben gemacht.
Ich bin in den vergangenen Jahren wiederholt NS-Revisionisten begegnet, die die hebräische Literatur im Original lesen, die die antike und die moderne hebräische Sprache beherrschen, die in Torah, Talmud, Qabalah... bewandert sind.
Sie haben begriffen, mit welchem Antagonismus wir es zu tun haben, während die deutsche Linke in den Legenden der siebziger Jahre weiterträumt und von der Welt nichts mehr versteht, dabei aber natürlich älter, wenn nicht alt geworden ist.
Was ist also mit den federn 6 bis 15/16?
Die AZ-Kritik erschöpft sich in inhaltlichen Andeutungen, die den Kern der Auseinandersetzungen nicht im mindesten erfassen, vielleicht, weil die Verfasser fürchten, sich daran die Finger zu verbrennen.
Rolf Schütt nähert sich ihm immerhin an.
Auf Seite 26 zitiert er den Begriff «Intelligenznomade», so als würde ich mich damit schmücken.
Ich übernahm diesen Begriff von Reinhold Oberlercher (Lehre vom Gemeinwesen), einem der neuen NS-Philosophen, die sich den «Nichtungs»krieg gegen die jüdischen «Nomaden», insonderheit «Intelligenznomaden», auf die mehr oder weniger versteckten Hakenkreuzfahnen geschrieben haben.
Oberlercher war übrigens in der Zeit linker Studentenbewegung ein Protagonist dieser «Neuen Linken», der eine Zeitlang in Hamburg den wildesten Anarchismus predigte.
Der Spiegel nannte ihn «Hamburgs Dutschke».
Die deutsche Linke sollte mal ihre eigene Geschichte studieren.
Schütt will mich mit dem Kant-Vergleich ehren.
Das ist natürlich viel zuviel des Guten.
Außerdem stimme ich mit Kant in einigen Fragen, den «mutmaßlichen Anfang der Menschengeschichte» betreffend, nicht überein.
Kant sieht, wie übrigens die philosophische Rechte, in Abel den Prototyp des Nomaden.
Von Abel wissen wir nicht mehr, als daß er seinem Bruder Qain zu dessen und damit unserer, der Menschheit, Geschichte verhalf.
Qain wurde für den Brudermord vertrieben.
Mit ihm beginnt das - sowohl intelligente als auch bewaffnete (Qain heißt Waffe) - Nomadentum.
Für die philosophische Rechte freilich ist, anders als bei Kant, das Nomadentum der (!) Ausfluß des Absoluten Bösen.
Von daher begründet sich ihre metaphysische Judenfeindschaft.
Ich kann verstehen, daß die deutsche Linke damit nichts anzufangen weiß, daß ihr diese Konstellation überhaupt nicht behagt.
Doch ich kann ihr schon heute sagen, daß sie sich aus ihrer momentanen, ganz unverbindlichen Haltung zu diesen geschichtlichen und meta-geschichtlichen Grundfragen herausschälen wird.
Sie wird Stellung beziehen, Partei ergreifen - für die «Nomaden», sprich: «Intelligenznomaden», oder gegen sie.
In ihrer, letztlich traditionell bedingten Einstellung zu Religionsfragen, Fundamentalismus, Islam... gibt sich die innere Tendenz bereits zu erkennen.
Mit anderen Worten:
Die Anzeichen sprechen für eine «metaphysische» Annäherung von Rechten und Linken in Deutschland.
Wir können es auf den Nenner bringen, daß sich auch hier letzten Endes die «Partei Gottes» einer «Partei der Gottesfeinde» gegenübersehen wird.
feder 3, S. 13 ff.:
Die Kirche beim biblischen Wort nehmen, war meine Methode von Anfang an. Sie half mir «gegen» Christentum, Marxismus, Judentum und Islam.
Nach dieser Methode des gestrengen Maßnehmens gibt es imgrunde keine Wahrhaftigkeit im Kollektiv.
In der «Schicksalsstunde» (Kairós, Flügelschlag eines Schmetterlings) wechselt die ewige Wahrheit den Träger.
Denn der Herr wird sein, der er sein werde, heute in dieser, morgen in jener Erscheinung.
Gott wählt aus: seine geschichtlichen Augenblicke, seine Knechte und Völker, Männer und Frauen und Kinder, je nach himmlischem Bedarf und irdischer Notwendigkeit.
Der Wechsel in der Erscheinung und im geschichtlichen Auftreten ist gewissermaßen die Gotteskonstante.
Die Erkenntnis Gottes ist ein Durchdringen der Erscheinungsformen, deren Wechsel den Erkenntnistrieb des Menschen wach, aufmerksam, sensibel, sehr intelligent und höchst lebendig will.
Ich werde sein, der ich sein werde, ist eine Selbstoffenbarung Gottes, aber auch eine Verhüllung, weil es sagt:
Ihr werdet mich nicht erkennen, und ihr sollt mich nicht erkennen.
Ihr sollt mir gehorchen - und zwar nach dieser oder jener (erscheinenden, religiösen) Version.
Hier setzt sich Gott dagegen ab, ja zur Wehr, erkannt zu werden.
Gott liebt den Weisen nicht so offensichtlich, wohl eher im geheimen.
Oder eben nicht.
Sind hier Zweifel angebracht?
Himmlische Zweifel an diesem Gott, einem Gott, der die Intelligenz des Menschen in die Welt setzte, um sie verkümmern zu lassen, sobald sie sich ihm zuwendet?
Liegt darin jene Anmaßung, die er nicht ertragen kann, die den Menschen zu einem lächerlichen Naseweis, Möchtegern und Besserwisser macht, während er doch mit Würde sich bescheiden soll?
Also ist der Erkenntnistrieb ein Gegentrieb, ein Instrument des Widersachers, Satans, des Anklägers und Selbstgerechten?
Als Gegenkraft wird er nicht angezweifelt, in seiner Rechtmäßigkeit jedoch nicht anerkannt, geschweige denn respektiert.
Satan wird als «Verleumder» - verleumdet.
Das ist der engere Tatbestand.
Der Fall müßte neu «aufgerollt» werden.
Revision ist angesagt.
Keine einfache Sache.
Satan als Versucher und Prüfer ist hinzunehmen.
Er agiert im Dienste der Wahrheit, prüft die Festigkeit und Wahrhaftigkeit.
Gott, als der «gute», «liebende» und «barmherzige», mag das aber nicht so sehr, wenn überhaupt.
Er will nicht gerechte, sondern sündige Menschen, derer er sich erbarmen kann.
Gottes «Güte» ist eine Güte und Barmherzigkeit gegen die Bösen und Ungerechten, Erbarmungslosen.
Satan ist der, als den der «Gütige» und «Allweise» und «Gerechte» sich ebenfalls feiern und loben läßt.
Er ist der Wahrhaftige.
Ist das wahr?
Geschichten wollen erzählt sein.
Satan kam aus dem Feuer, dem Vulkan.
Er gehört in die Zeit vor der Flut, zu den Gotteskindern, den Gottessöhnen seit Qain.
Der Widersacher wurde als solcher zugerichtet.
Satan ist nicht der Kläger, sondern der Angeklagte, ja der ohne Prozeß und Urteil Gerichtete.
Gerechtigkeit nach Kairós gibt dem Satan die Chance der Wiederaufnahme, um angehört zu werden.
Wir kennen den Teufel nur aus den Schilderungen seiner Feinde und Mörder.
Wenn wir ihm gerecht werden wollen, muß er zu Wort kommen.
Die Verteidigung Satans ist die Rechtfertigung der Wider-Sache.
Große Umwälzungen kommen auf uns zu, wenn wir uns darauf einlassen.
Aber wir werden uns um der Wahrheit und der wahren Erkenntnis Gottes willen darauf einlassen müssen.
Es ist wie ein Auftrag, ein Imperativ, ein Mandat des Himmels.
Es lautet: Aufrollen, wiederaufrollen...
Die Bestätigung der Konstellation in der analogen Anwendung gibt einem neuen Zeitalter den Charakter.
Es steht nun geschrieben. (3.1.93)
Wer in der deutschen Geschichte recherchiert, lebt gefährlich.
Wahrheitsfindung ist die Tugend des Jüngsten Gerichts.
Die Wertetafel hängt verstaubt und kaum noch lesbar an der Wand.
Aber die Stürme durchs zerbrochene Fensterglas werden sie wieder lesbar machen.
Sie werden Tische und Tafeln freifegen und die Schrift hervortreten lassen.
Gefährliche Recherchen kündigen sich an.
Der Lohn ist ihnen sicher.
Der Himmel hat einen neuen Tag aufzuschlagen.
Das ist unser Thema.
Die schwarzen Vorhänge herunterreißen! ist unser Mandat. (4.1.93)
Deutschland ist mir ein Thema geworden, wie es das bisher nicht war.
Ein ernstes Thema.
Das Land und seine Menschen werden sich verstrickter und tragischer erleben.
Bis jetzt konnte jeder sich davon ausnehmen.
Man sprach in Deutschland über Deutschland und Deutsche, als gehörte man nicht dazu.
Jenseits der Grenzen sind wir mit uns durchaus identisch.
Nun werden wir's auch diesseits.
Wir werden Worte sagen und Bekenntnisse ablegen, die niemand von uns mehr erwartet.
Was soll geschehen?
Wahrhaftigkeit soll geschehen wie der Frühling mit den ersten Blüten nach schrecklichem Wintern und Herbsten.
Das soll gemeint sein?
Zweifel kündigen sich an, wenn die Eiszapfen zertropfen und die Schollen sich lösen.
Der Strom wird wieder sichtbar, kommt auch an seiner Oberfläche in Bewegung.
Ein weinender Winter ist dieser erste Frühlingstag, ein an sich zweifelnder, sich verlassender Winter.
Wenn das politisch gemeint ist, komme ich langsam ins Grübeln.
Vielleicht ist Deutschland in Europa weniger isoliert, als es jetzt erscheint.
Die proserbische Front ist international verwurzelt.
Ihre demokratische Tradition ist nur noch eine Legende.
Aus der leuchtenden Anti-Hitler-Koalition wurde eine finstere Machenschaft.
Die Verbrechen haben die Seite gewechselt.
Überläufer der Geschichte laufen dem Verbrechen davon oder nach.
Ohne Ansehen der Person hast du Recht zu sprechen.
Befangenheit ist eine Untugend.
Eine Angst.
Drum fürchte dich nicht, sprach der Herr.
Komm hervor aus deiner Befangenschaft.
Mitterrand lehnt militärische Intervention in Bosnien-Herzegowina ab.
Na gut.
Ihr wollt die Verbrechen nicht als Verbrechen behandeln, weil die Kriegsverbrecher diesmal eure Freunde sind.
Macht ja nichts, wir kommen irgendwann darauf zurück.
Wichtig ist jetzt nur, daß die Fakten gesammelt werden, damit die Wahrheit nicht verlorengeht.
Ihr werdet euch wundern, was menschliche Erinnerung vermag, wenn sie sich sicher weiß.
Wer nicht feige ist, weiß, daß die Wahrheit imgrunde billig zu haben ist.
Du brauchst keinen Pfennig dazu.
Darüber müssen wir kein Wort verlieren.
Mitterrand gehört mit den anderen auf die Anklagebank.
Fröhlich Gericht zu halten, sind wir allerdings nicht angetreten.
Die Unglaubwürdigkeit unserer Feinde ist die Prüfung allemal wert.
Das Jüngste Gericht sollte doch, wie alle glaubten (oder wähnten), über den Kreis der Verurteilten ein endgültiges Urteil sprechen.
Nun kommen die Geschworenen zusammen, um die Unschuld zu entschleiern.
Ein Trauerspiel erwartet uns.
Wir werden es durchstehen:
Wer aus dem Geheimnis kommt, redet nicht wider besseres Wissen.
Wer es tut, ist aber verdammt.
Not ist angesagt für die Gerechten und Ruhm den Ungerechten.
Bis zum Falterschlag. (5.1.93)
Die Entdeckung, daß nicht mit gleichen Maßstäben gemessen wird, ist die Entdeckung eines offenbar allseits akzeptierten Manichäismus.
Denn wenn wir die «Bösen» sind, die ihre Rolle ohne Murren zu spielen haben, während andere tun können, was sie wollen, ohne Gefahr zu laufen, vergleichbar zur Rechenschaft gezogen zu werden, wenn wir also für vogelfrei gelten, müssen wir uns dagegen wehren.
Hat die Wertetafel der anderen, hat ihr Gott uns zum Feind par excellence gestempelt, müssen wir uns nach einem anderen Gott umsehen; denn es ist natürlich albern, weiterhin behaupten zu wollen, jener Gott tue dies alles ja nur, um uns zu prüfen, uns zu härten und zu stählen, eigentlich seien doch wir seine Favoriten.
Gut, gut, mögen wir sein.
Doch gegen jene anderen müssen wir uns abgrenzen, das bringt die Logik der Zusammenhänge so mit sich.
Wenn wir uns treu bleiben, bleiben wir unserem Genius treu.
Wir drehen den Spieß einfach um und gewinnen damit erst einmal Zeit und Raum zum Durchatmen.
Das ist einerseits geheimnisvoll, andererseits einfach, wenn man's nur erst begriffen hat.
Das Stichwort ist bereits gefallen.
Manichäismus geht von zwei gegeneinander wirkenden Kräften aus.
Es ist ein ewiger Kampf, ein scheinbar ewiger Kampf, der aber letztlich mit der Überwindung von Lüge und Finsternis und dem Sieg der Wahrheit und des Lichts endet.
Als Marxisten sprachen wir von der Dialektik der Geschichte, die mit dem Ausbruch der klassenlosen Gesellschaft plötzlich aufhört.
Als aufgeklärte Dialektiker wußten wir natürlich, daß der Kampf und also die Dialektik der Geschichte niemals enden wird und kann, solange dieses Universum existiert.
Die Zwei-Götter-Theorie ist keineswegs absurd, sondern gründet in den Gesetzen der Natur.
Wie man's nimmt, so kann sie auch den Mächtigen gefährlich werden, gibt sie doch der Ohnmacht einen Kompaß zur Hand.
Klassenanalyse, Dialektik der Geschichte, so etwas wie ein moderner «Aus 1 mach 2»-Manichäismus, sind von inniger Logik und Konsequenz.
Die Manichäer wurden einst blutig bekämpft und schließlich ausgerottet.
Wahrscheinlich tauchten sie anderswo unter.
Ihre Theorie fand sicherlich da und dort eine Zuflucht und tauchte unter anderm Namen wieder auf.
Polytheismus und Monotheismus - in ihrer anders gearteten Gegensätzlichkeit - verschütteten die Fragestellung der Manichäer.
Sie kommt erst im dialektischen Denken wieder zum Vorschein.
Der größte Bogen über die Zeiten wird damit freilich zum klassischen Denken der Chinesen geschlagen.
Vielleicht (wahrscheinlich, ach, ganz gewiß) ist die Philosophie (wie übrigens auch der biblische Schöpfungsbericht) ein Kind dualistischen Denkens. (6.1.93)
Wenn wir die «Anti-Hitler-Koalition» als das verstehen, was sie ist, können wir sie auch bei ihrem richtigen Namen nennen:
Anti-Deutschland-Koalition.
Warum schließen Deutschlands Feinde nicht Frieden mit uns?
Als einzige ehemalige «Achsenmacht» ist Deutschland ohne Friedensvertrag.
Warum werden die Artikel 53 und 107 («Feindstaatenklauseln») der UNO-Satzung nicht endlich aufgehoben?
Darauf bezogen, ist Deutschland ohne internationalen Schutz gegen eventuelle Interventionen seiner Weltkriegsgegner. (17.1.93)
Die «Schuldfrage» ist eine propagandistische Formel und Redensart im psychologischen Krieg gegen Deutschland und die Deutschen.
Die deutsche Selbstbezichtigungspropaganda, innere Volksverhetzung als ein Novum in der Geschichte, ist mittlerweile in der peinlichen Lage, historische Tatsachen ignorieren, an wissenschaftlichen Forschungsergebnissen vorbeisehen zu müssen, wenn sie ihre seltsame Arbeit fortsetzen will.
Ein gründlicher Geschichtsrevisionismus, präzis: Revision der Geschichtsschreibung ist also nicht nur eine nationalpolitische Pflicht und Notwendigkeit, sondern auch und ganz besonders moralisch fundiert und begründbar.
Wir wollen die Ermahnung, unsre Geschichte nicht «verdrängen» zu dürfen, jetzt endlich ernstnehmen. (25.3.93)
Right or wrong - my country?
Ist es denn mein Land?
Aber ja, gewiß, dem Anspruch nach.
Es ist ein lebensgeschichtlicher und politischer Anspruch, und auf den sollte man nicht ohne weiteres verzichten.
Ein Rechtsanspruch.
Ein Bürgerrechtsanspruch.
Ein Staatsbürgerrechtsanspruch.
Eine nationale Politik durchsetzen, ohne der völkischen Idee zu verfallen.
Denn hier ist die Grenze:
Der Rassegedanke trennt nicht nur das Volk von anderen Völkern, er teilt und zersplittert das eine und selbe Volk, das sich aus unzähligen Herkünften - Rassen, Völkern, Stämmen - ableitet. (6.4.93)
Es gibt eine geschichtliche Rechtfertigung des Nationalsozialismus.
Ich stehe heute vor der Erkenntnis, daß die Rehabilitierung Deutschlands die Rehabilitierung Adolf Hitlers einschließt, ja mit ihr geradezu identisch ist.
Der nationalpolitische Hitler, der Deutschlands Recht und der Deutschen Würde und Souveränität wieder aufrichtete, fügte sich, seiner Politik, seinem Land und seinem Volk mit der rassistischen Weltanschauung schweren Schaden zu.
Wenn der Rassismus mehr als ein Ressentiment sein will, muß er sich rationalisieren lassen.
Die Einteilung der Menschheit in «Herrenvolk», «Herrenrasse», «Kulturträgerrasse» auf der einen und «Untermenschen», «minderwertige», «lebensunwerte» «niedere Rassen» auf der anderen Seite bietet sich dafür nicht an.
Schnell ist sie auch zum Bumerang geworden.
Rationalisieren läßt sich etwas anderes:
Die biblische Lehre vom «auserwählten Volk» ist eine Herausforderung.
Wer den Anspruch mit der Wirklichkeit vergleicht, wird zu der Einsicht gelangen, daß so etwas wie Anmaßung und Blasphemie vorliegt.
Ein Deutscher, der nach dem Ersten Weltkrieg per «Versailles» erniedrigt und verleumdet wurde, wird die historischen Leistungen seines Volkes mit den Leistungen seiner Verleumder und Unterdrücker vergleichen und am Ende zu dem Schluß kommen:
Wenn du dich, wenn wir uns aus dem Elend befreien und wieder aufraffen wollen, müssen wir ihnen das Heft aus der Hand nehmen.
Nicht sie, sondern wir sind das «Gottesvolk»:
Gott hat uns Deutsche erwählt, dies ist der verborgene Grund für unsere Erniedrigung.
Der deutsche Größenwahn, der Rassismus, der Antisemitismus, das alles ist nur auf einer religiösen Ebene zu begreifen.
Hier allerdings hat das deutsche Volk nicht weniger Kompetenz und Glaubwürdigkeit vorzuweisen als das biblische Volk.
Eher mehr.
Was dem Volk Israel die Amalekiter, das sind dem deutschen Volk die Juden, und wer die Juden vor den Deutschen bewahren will, muß Amalek rehabilitieren.
Das Volk Israel hat vor der Geschichte keine Chance, wenn es mit Amalek und mit den Deutschen nicht Frieden schließt.
Israel muß den Stab abgeben, das ist die Lehre der Geschichte.
Es muß ihn an Deutschland abgeben, ist die Lehre der letzten zwei, drei, vier und fünf Jahrhunderte.
Deutschlands Fehler war der Austritt aus der biblischen Geschichte.
Dieser Fehler resultierte aus dem Glauben (und damit der Anerkenntnis), daß der biblische Gott der Gott Israels und das jüdische Volk das Volk dieses Gottes sei.
Die Deutschen haben die Torah nicht geprüft.
Die genuin «jüdischen» Schriften aber - in der nachbiblischen, talmudischen, halakhischen, rabbinischen Tradition - sind torahwidrig, stellen die Lehren und den Geist der Torah teilweise buchstäblich auf den Kopf.
Allein ihre Existenz widerspricht dem Vermächtnis des Mose.
Deutschland und die Deutschen haben einen Platz in der biblischen Geschichte und Folgegeschichte.
Ihre Philosophie hat die Lehren der Torah, hat das Gesetz Gottes auf die eine universelle und zugleich individuelle, für jeden Menschen erreichbare und einschätzbare Stufe und damit in den Bereich persönlicher Verantwortung und Freiheit gehoben.
Die Symbiose der Juden mit den Deutschen entsteht bzw. entstand aus einer Konfliktsituation unter den Augen Gottes.
Man konnte die Deutschen für verhinderte Juden und die Juden für verhinderte Deutsche halten.
Aber es geht gar nicht mehr um die «rassische» oder «völkische» Zugehörigkeit, sondern um die gemeinsame Erkenntnis (Gottes, der Wahrheit, der für alle Menschen geltenden und gültigen wesentlichen Gesetzlichkeit). (18.4.93)
Denn eine Grunderkenntnis lautet: Deutschland ist Davidsland.
So macht euch euern Reim darauf!
Aber das alles ist nur Vorgeschichte.
Hierzu muß man auch wissen, daß der kuckuck zwei Numerierungen trägt: eine arabische und eine hebräische.
Die arabische, also international gebräuchliche, Zählung beginnt mit feder 1 und reicht vorläufig bis feder 15/16.
In dieser Zählung bleibt das Ur-Heft YISHMAEL Aleph unberücksichtigt.
Aleph aber ist der erste Buchstabe des hebräischen Alphabets und hat zugleich den Zahlenwert «1».
Die hebräische Zählung beginnt also mit YISHMAEL Aleph und setzt sich mit YISHMAEL Bet (zweiter hebräischer Buchstabe) fort.
«Bet» (hebr. für «2») ist identisch mit feder 6.
Die kuckuck feder 15/16 ist hebr. Yod-Aleph, das ist «11».
Die feder 15/16 ist also YISHMAEL 11.
Die hebräische Zählung umgeht die federn 1 bis 4/5.
Diese fünf feder-Nummern werden also hebräisch nicht mitgezählt.
Was hat es auf sich damit?
Die federn 1 bis 4/5 sind wie ein «vor»geschichtliches Intermezzo.
Heft feder 1 steht unter dem Motto:
Der Herr wird für euch streiten, und ihr werdet stille sein (2. Mose 14,14).
Denn seinen Freunden gibt er es im Schlaf (Psalm 127,2).
Tägliche Aufzeichnungen begleiten die weltpolitischen Ereignisse im «Jahr des Schlafs», dem jüdischen/babylonischen Jahr 5751, aus dessen hebräischen Schriftzeichen sich das Wort «Sna» oder «Schna» für Feindschaft, Haß oder Schlaf herauslesen läßt (feder 1, S.2)
Die Aufzeichnungen werden als «Chronik in Fragmenten» zunächst in feder 2 und schließlich in feder 3 fortgeführt.
Das Heft kuckuck feder 3 hat sich als Motto ein chinesisches Zitat ausgewählt.
Konfuzius sagt: Der Mensch hat drei Wege, klug zu handeln. Erstens durch Nachdenken: Das ist der edelste. Zweitens durch Nachahmen: Das ist der leichteste. Drittens durch Erfahrung: Das ist der bitterste.
Ich denke also nach.
Die Reflexionen sind jeweils datiert und umfassen (federn 1-3) den Zeitraum vom 20.9.90 bis zum 31.1.94.
Daraus folgt eine Phase der Recherchen und Interventionen.
Ich intensiviere mein Studium der revisionistischen Literatur und leite eine umfangreiche Korrespondenz ein, die ich z.T. in feder 4/5 veröffentliche.
Ich mache mich auf beiden Seiten kundig.
Diese «Vorgeschichte» erregt die Aufmerksamkeit der Rechten und Revisionisten.
Ich werde als Zeuge der Verteidigung Germar Rudolfs ans Landgericht Stuttgart geladen.
Daraus ergibt sich ein erster Kontakt zu der in Berlin erscheinenden Zeitschrift Sleipnir und ihrem Herausgeber Andreas Röhler.
Ich finde auch als Autor Zugang zu dieser Publikation und nehme die Gelegenheit wahr, mich mit den rechten Theoretikern und Mythologen kritisch zu befassen.
Mit feder 6 setze ich die hebräische Numerierung fort («Bet»=«2»).
Im selben Heft dokumentiere ich auch meinen Abschied von Sleipnir.
Heft feder 3 schloß die Aufzeichnung vom 16.11.93 mit dem kurzen Absatz:
Die richtige Politik ist eine regelmäßig befristete Gelegenheit. Nicht wahrgenommen, geht das Volk wieder auf Wanderschaft. Das Nomadentum ist (und bleibt ewig) die essentielle Alternative.
Und alles trägt nun die hebräische Unterschrift: Avram Kokhaviv (feder 3, Seite 34).
Wer die metapolitischen Theorien der neuen und alten Nationalsozialisten kennt, weiß die Wirkung solcher Signal-Setzungen ganz gut abzuschätzen.
In feder 6 offerierte ich meine «strategischen» Überlegungen:
Den Beitrag hatte ich ursprünglich für die Staatsbriefe geschrieben, deren Herausgeber Hans-Dietrich Sander es letztlich doch nicht wagte, seinen deutschnationalen Lesern derlei Teufelsmahl vorzusetzen.
In meiner «euro-islamischen Strategie» stehen Sätze wie diese:
Der deutsche Antisemitismus ist nicht nur eine Folge des Unwissens; er ist vor allem eine Bedingung, weil er davon abhält, die heiligen Schriften in ihrer Ursprache zu studieren. Die Deutschen lehnen das Jüdische, das Hebräische, das Semitische instinktiv ab. Ein unerklärlicher Widerwille bewahrt sie vor der Wahrheit der Torah - und damit vor dem Schuldigwerden. Der Antijudaismus der Deutschen ist ein Zeichen ihrer Unschuld. Ein verantwortliches Plädoyer für die Deutschen ist also eigentlich nur aus jüdischem Wissen heraus möglich (feder 6, Seite 23).
In feder 15/16 heißt es am Ende:
Eine andere Frage ist, ob Deutschland imstande sein wird, eine zugemessene, sagen wir, intellektuelle Klarheit darüber zu gewinnen, mit Herz (!) und Verstand. Mit ihr entscheidet sich letzten Endes, ob Deutschland eine Zukunft haben kann. Man könnte auch sagen, daß dieses Land eine neue, ganz anders verfaßte Elite braucht, wenn wir bei diesem Wort schon mal bleiben wollen (S.90 f.).
Welche deutsche «Elite» (und «Avantgarde») läßt sich denn gern so was ins Stammbuch schreiben...
Dazwischen ist Trouble, viel Trouble.
In feder 7 stelle ich einige «Schreibtischtäter» vor:
Harold Cecil Robinson (Johannes Peter Ney), Jürgen Graf, Reinhold Oberlercher.
Ich untersuche Die nordische Götterwelt und die Rolle der Juden und komme zu dem Ergebnis:
Das Wunder der Edda besteht in ihrer Enthüllung und Enträtselung mit Hilfe des Hebräischen... Die Edda läßt sich hebräisch aufräufeln wie ein alter Pullover (S.29).
Ich stelle fest,
daß Israels Feinde buchstäblich von den geistigen Abfällen leben, mit denen sie auch noch auf die Straße gehen.
Denn:
Alles Interessante über Juden, Judentum, jüdische Geschichte und Israel kommt aus jüdischen Quellen... Nichts Neues unter der Sonne (S.38).
In feder 8 erkläre ich die «Indogermanen» zum «hunnogermanischen Urvolk».
Es reicht schon lange.
Ich veröffentliche erstmals eine Reihe von Leserbriefen.
Jetzt erhalte ich meine neuen Titel:
«Zigeuner» aus dem «Zigeunerlager» samt «Ungeziefer», «zionistischer Provokateur». Mit der «unverschämten» feder 7 habe ich «die Maske fallen lassen».
Ich dokumentiere anhand vorliegenden Brief- und Textmaterials einen äußerst aggressiven (Goldhagen: «eliminatorischen») antisemitischen Hintergrund.
Mich erreichen nun auch anonyme Schriften und Karikaturen, versteckte Todesdrohungen.
In feder 9 setze ich mich mit dem Revisionismus des Dipl.-Chemikers Germar Rudolf auseinander:
Gerades und Ungerades kommt zum Abdruck.
Es differenziert sich allmählich.
Ich sehe mich nicht mehr einer einheitlichen NS-Front gegenüber.
Mit Rudolfs Hilfe gelingt mir ein kompetenter Hinweis auf politkriminelle Gruppen,
Ich stelle den Antisemitismus «zur Diskussion»: «Judenfrage» oder Sicherheitsproblem?
Die in die Judenmordpläne Eingeweihten sollten sich schleunigst um Aufklärung bemühen.
Allerhöchste Zeit und Journalistenpflicht!
Wir reden nicht mehr von Pressefreiheit, sondern von intellektuellen und organisatorischen Vorbereitungen eines rassistischen Gewaltverbrechens. Und ihren Mitwissern (feder 10, S.2).
In einem Brief schreibt Germar Rudolf auch,
Im nächsten Heft - feder 11 - dokumentiere ich einen umfangreichen Schriftwechsel zwischen organisierten Judenfeinden und den arabischen Diktatoren Saddam Hussein und Ghaddafi.
Haßpost und weiterführende Korrespondenz verdeutlichen den Differenzierungsprozeß.
Ich gebe den Hinweis auf eigenartige «Stasi»?-Verbindungen, die auch in den deutschsprachigen Islam hineinreichen.
Das alles hat «Folgen», die sich in einer anonymen Kampagne entladen.
In feder 13 bereitet sich noch einiges vor, was auf Verständigung aus zu sein scheint.
Für die Sachdiskussion ist das Heft unabdingbar:
Ausführlicher Hinweis auf das Projekt Yishmael im Rückblick.
Thematisierungen: Israel/Palästina, Internationalismus gegen Nationalismus.
Eine Brief-Kritik an Prof. Pfeifenberger. Heiliger Krieg und kein Ende:
Eine Antwort aus biblischer Sicht von Hermann Schaber.***
*** Zu Horst Lummert: Revisionismus-Kritik exklusiv. Test und Konsequenzen und Meine Revisionismus-Interpretation. Ein zwiefaches Verständnis im Versuch in kkk-feder 6
Rückblick: Bildfälschung bei Reemtsma.
Verweise auf Bahai von Thomas Logemann und anderes mehr.
Der «Einflußagent des Mossad» bzw. «höchstwahrscheinlich Mossadagent» Lummert-Kokhaviv räumt ein bißchen auf, indem er Licht in die politische Grauzone bringt.
Die investigative Publizistik hat mit dem kuckuck eine eigenwillige Form angenommen.
Der Erfolg der Methode ist wirklich skandalös.
Skandalöser sind die zwei oben zitierten Sätze vom 18.4.93 aus feder 3: 1.
1. «Es gibt eine geschichtliche Rechtfertigung des Nationalsozialismus.»
2. «Ich stehe heute vor der Erkenntnis, daß die Rehabilitierung Deutschlands die Rehabilitierung Adolf Hitlers einschließt, ja mit ihr geradezu identisch ist.»
Zu 1: Die «geschichtliche Rechtfertigung» ist nationalpolitischer Natur. Sie ergibt sich aus der allgemeinen - wirtschaftlichen, staatsrechtspolitischen - Notlage des damaligen Deutschen Reiches bzw. der Weimarer Republik als Folgesituation der militärischen Niederlage im Ersten Weltkrieg. Die Nazis taten, was schon die demokratische Politik hätte tun müssen, aber unterlassen hatte.
Zu 2: Der Satz gilt auch im Kehrschluß. Hitlers Nicht-Rehabilitierbarkeit resultiert aus seiner metaphysischen Judenfeindschaft, und insoweit ist auch «Deutschland» nicht (!) rehabilitierbar. Die Nicht-Rehabilitierbarkeit Hitlers ist (!) die Nicht-Rehabilitierbarkeit Deutschlands.
Hitler ist aber nicht identisch mit «den Deutschen».
Ich lehne eine Kollektivschuld grundsätzlich ab.
Was dennoch kollektivgeschichtlich haften bleibt, gehört in die Mythologie, ist aber gerade darum von außerordentlichem Gewicht.
In feder 8 machte ich (Zur Beschleunigungsinitiative) den Vermerk:
Das neuerliche Bekenntnis zum Völkermord an den Juden hebt die «revisionistische Bewegung» (Graf) in sich auf - im Hegelschen Sinn. Das ist die Synthese (S.47).
feder 9:
Der «Revisionismus» als Wissenschaft ist tot (S.20).
Der antisemitische Rassenwahn wird den NS-Deutschen nicht im nachhinein angehext, er war da, er hatte in Deutschland die Macht und das Sagen.
Und meine nun schon Jahre währende Beschäftigung mit dem NS-Revisionismus (ich bestehe auf diesem qualifizierenden Terminus!) hat mich zu der Einsicht gebracht: daß sie es wieder tun würden; daß sie es getan haben, weil sie es wieder tun würden: sie haben es in sich...
Der «eliminatorische Antisemitismus» fragt am Ende nicht danach, auf welche Weise - tot oder lebendig - «der Jude» zu «eliminieren» sei (feder 15/16, Seite 89).
Von allem kein Wort bei Eisel & Schütt...
Nach AZ 4, Frühjahr 1998
kuckuck
feder 25/26
I./II. quartal 1999
26. Feb. 1999
In der print-Ausgabe nicht enthalten
Aktualisierte online-Fassung
Siehe auch:
Generalstaatsanwaltschaft Stuttgart an T.E. Knapp (Faksimile)****
Generalstaatsanwaltschaft Stuttgart an T.E. Knapp (Abschrift)
**** H.L./kkk - Der Hinweis am Ende - Seite 2 - des Schreibens der Staatsanwaltschaft - «S.a.S.77» - bezieht sich auf eine redaktionelle Nachbemerkung in kkk-feder 25/26:
Hans Josef Eisel ist ein Künstler. Mit seiner Zeitschrift «Am Zeitstrand» wollte er sich nachhaltig in die politische Diskussion einmischen. Das Heft gibt es mittlerweile in 5 Ausgaben. Wenn wir von einem kurzen Intermezzo einer geradezu fremdartigen Intervention absehen, so bleibt am Strande der Zeit eine heile Welt zu besichtigen. Im jüngsten Heft reiht sich Gedicht an Gedicht. Mit der Etablierung der Rot-Grünen in Bonn/Berlin sind dem guten Menschen in Stuttgart wohl vollends die Batterien ausgelaufen. Shame and scandal. Jux und Dollerei. Ich empfehle die Einrichtung eines Fonds zur Gründung einer Kindertagesstätte.
Mein Denunziant T.E. Knapp verstarb am Freitag, dem 29. Dezember 2006.
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