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Erkenntnistheorie und politische Praxis - Seit 1973 - Redaktion: Horst Lummert

Aus: feder 27/28, Sonderheft (extraback) Frühjahr 1999 irregulär

Backhausen ist ein Fall

Ein ganz krummes Ding

H.L./kkk - Ich weiß gar nicht, wie ich anfangen soll. Auf Seite 100, der Rückseite von feder 25/26, erschien neben einer "Widerrufserklärung" Backhausens ein kleiner Computer-Ausdruck. Damit beginne ich meine Erzählung. Eine Entlarvungsgeschichte.

Zwei "Gegendarstellungen" desselben Wortemachers standen am Anfang des vorigen Heftes. Eigentlich sitzen wir ja bzw. saßen wir zunächst im selben Boot, sozusagen. Es war Backhausens Boot, das ein paar Leckstellen hatte, schnell vollief, so daß wir unterzugehen drohten. Aber Backhausen meinte, das machen wir schon, er stehe dafür ein mit seinem Wort und seiner Standfestigkeit. Kein Problem.

Der kuckuck war sich schon Problem genug. Sein treuester Mitarbeiter, aufmerksamster Leser und längster Schatten hatte in mir den "Nazijuden" entdeckt und trommelt, dies seit Jahren, alle Welt und Staatsgewalt zusammen, um mir den Garaus zu machen. Ein ehrenhafter Job. Dieser Schatten ist ein Künstler. Aus mir einen "Nazi" zu machen, das braucht Talent. Kurz und gut, der ewige Schattenspieler ist auch ein ewiges Thema im kuckuck mit, zugegeben, hohem Unterhaltungs-, aber auch Informationswert. Ich verkenne das nicht.

Zwar ist mir bis heute nicht klar, warum ein begabter Mann sich bedingungslos zum Politkasper macht oder machen läßt und nicht begreift, daß der kuckuck so zu seinem Schicksal geworden ist, mit dem er sich nicht freiwillig abmüht. Seine privaten kkk-Feldzüge sind nicht nur komisch, sie haben Ziel und Methode. Der Schatten spielt mit der Säge an dem Ast, auf dem er selber sitzt.

Methode als Thema. Jeder hat seine Methode, der kuckuck, sein Schatten; und Backhausen hat ebenfalls eine eigene Methode. Das triefend antijüdische Stück "Der Nazijud von Köpenick" mobilisierte Backhausens Widerwillen und animierte ihn zu einer Widerrede. Er schrieb einen Artikel - "Der Weg nach 'Mekka' als gewollter Irrweg" - und gleich darauf einen Brief an den Herausgeber, also an mich... Aber nein, das war anders. Backhausens Artikel erreichte mich am 21.4.98; er war eine Reaktion auf feder 19/20, und zwar auf deren Titelseite, wo zu lesen steht: "Deutsche Muslime! Der Islam ist kein Weg aus der historischen Verantwortung."

In diesem Beitrag - Artikel oder Leserbrief, was soll's - erwähnt Backhausen erstmals den deutschen Moslem Dr. Hadschi Ayyub Axel Köhler. Er verweist darin auch auf einen Leserbrief, den er, Backhausen, im Jahre 1989 an die islamisch-schiitische - deutschsprachige - Zeitschrift Al Fadschr geschrieben hatte; eine Kopie davon legte er bei. Ich druckte beides in feder 21/22 ab.

Zuvor jedoch ereignete sich folgendes: In Form eines Briefes an Mohammed Siddiq, Haus des Islam, kam der "Sketch": "Der Nazijud von Köpenick" des Ustad Tarik T. Knapp, zusammen mit Anlagen aus dem rechtsradikalen "Thule-Netz", wo das antisemitische Schmuddelstück eingespeist werden sollte. Kopien dieser insgesamt sechs Seiten schickte ich an Manfred Backhausen, der darüber so empört war, daß er mir sofort einen längeren Brief schrieb (26.5.98, Posteingang bei mir: 29.5.98). Darin heißt es: "Lieber Herr Lummert, herzlichen Dank für Ihren Brief vom 23.5.1998, dessen Anlagen mich in der Tat 'vom Pferd gehauen haben'...". In diesem siebenseitigen Brief erwähnt er in der Tat ausführlich auch private Dinge, um dann noch einmal auf diese Thule-Geschichte, auf das problematische Verhältnis der deutschen Moslems zu den Juden zurückzukommen.

Gegen Ende seines Briefes vom 26.5.98 schreibt Manfred Backhausen: "Das soll es erst einmal gewesen sein. Wenn Sie wollen, können Sie Teile dieses Briefes frei verwenden."

Das habe ich getan. Der Leser findet in feder 21/22 eine Kombination: dem schon erwähnten Artikel sind weite Abschnitte des politischen Briefteils einfach angehängt, beginnend mit "Baruch ata Adonai..." auf Seite 77 ganz unten. Die Seiten 78, 79 und 80 stammen komplett aus dem Brief.

Die Veröffentlichung war, was den Artikel/Leserbrief angeht, vom Autor vorgesehen, oder, das betrifft die Briefauszüge, der redaktionellen Verfügung überlassen. Kein privates Wort kommt darin vor.

Ich habe in diesem Falle nichts "komponiert", jedenfalls nicht in dem mir jetzt unterstellten Sinne, daß ich aus Backhausen-Texten etwas Neues zusammengebastelt hätte. Den Ausdruck "komponieren" verwendete ich einmal gegenüber Anton Josef Dierl, wahrscheinlich hat Backhausen es bei ihm aufgeschnappt. Der Leser der "Widerrufserklärung" in f 25/26, Seite 100, könnte ja beinahe den Eindruck gewinnen, der Lummert habe aus privaten, für die Veröffentlichung gar nicht vorgesehenen Briefen Backhausens sozusagen einen bösen Anti-Köhler-Text herausgefälscht.

Warum gibt Backhausen jetzt diese absolut unzutreffende Darstellung des Vorgangs? Gewiß hat es dafür eine Erklärung. Wir werden uns damit noch genauer beschäftigen. Zunächst war der Autor Manfred Backhausen mit allem einverstanden. Mit der Freigabe von Texten ging er eher unbekümmert um.

Es ist geradezu etwas Auffälliges daran. In seinem ersten Brief vom 1.10.97 bietet er mir bereits seine "Mobbing"-Dokumentation an, schreibt er ausführlich über seine Probleme mit dem ministeriellen Arbeitgeber in NRW, seinen viermonatigen Aufenthalt in einer psychiatrischen Klinik. Am 7.10.97 kündigt er mir die Zusendung seiner Dokumentation an: "Sie können damit machen, was Sie wollen: wegwerfen, veröffentlichen, teilweise veröffentlichen oder was weiß ich. Sie können mich auch als Autor nennen. Übrigens ist alles durch Akten und/oder Zeugenaussagen belegt. Auch wenn es wie ein Märchen klingt. In den nächsten Tagen geht die Kopie an Sie ab."

Verbunden damit war bereits im ersten Brief die Einladung zur Mitarbeit an seinem mit Dierl geplanten Buch über die Kurden. Ich schrieb dafür meinen Beitrag: "Was wissen wir über die Kurden, was können wir wissen?" Ein Vorabdruck erschien in feder 17/18. "Herzlichen Dank für die 'Mitarbeit'!", schreibt er mir am 7.10.97.

Für die in Berlin erscheinende türkische Zeitschrift Yazinca vorgesehene Backhausen-Manuskripte lagen beim Redakteur des Magazins, der, wie ich bald merkte, 'zufällig' bei mir im Hause, Nebeneingang, wohnt. Wir können uns gegenseitig in die Fenster schauen. Ich glaubte zuerst an einen Irrtum bezüglich der Anschrift. Erdal Caglar. "Da Yazinca scheinbar meine Texte nicht bringen kann oder will, gehen Sie einfach zu Erdal und bitten ihn in meinem Namen um die Manuskripte. Ich hatte ihm das seinerzeit schon angedeutet. Ob und was Sie dann damit machen, überlasse ich Ihnen! Ich schreibe und handle aus Überzeugung (oder wie man das auch immer nennen mag!) und nicht um damit Geld oder sonst was zu verdienen." Beide Briefe - den vom 1.10. sowohl als auch den vom 7.10.97 - unterschrieb er - neben "Dank, herzlichen Grüßen Ihr..." - auch mit "Schalom" - in hebräischen Buchstaben, freilich jedesmal mit einem markanten Fehler, der mir noch später auffallen wird.

Im Hebräischen haben einige Zeichen eine besondere Sofit/Suffix-Form. Das heißt: "Schalom" wird am Ende nicht mit dem normalen "m" geschrieben, sondern mit "mem-sofit". Backhausen verwendet hier aber ständig das normale "mem", was allerdings erst später wirklich ins Gewicht fällt, wo "normal" und "sofit" sogar regelmäßig... regelwidrig verwechselt, d.h. beide falsch verwendet werden.

Mit Schreiben vom 11.10.97 gehe ich auf Backhausens Fragen und Einwände bezüglich der kuckucks-Absichten und des Umgangs mit dem politischen Gegner/Feind ein:

Der Erfolg bestätigt oder widerlegt eine Methode. - Die von Ihnen bevorzugte Maxime, "Schlagt die Faschisten, wo ihr sie trefft", ist fragwürdig, weil sie die Faschisten zusammenrücken läßt. Das Hochschaukeln der Neo-Nazis hat etwas damit zu tun, daß mit der Fliegenklatsche genau das Gegenteil von dem erreicht wird, was angeblich erreicht werden soll.
Ich arbeite ganz anders. Ich lasse mich auf die Argumente der Nazis ein, zerpflücke sie peu à peu und ganz individuell, gehe irgendwann zum Angriff über. Das kann ich natürlich nur, weil (eigentlich: wenn - kkk) ich mir meiner Sache sicher bin.
Auf diese Weise habe ich herausgefunden und dargelegt, daß die faschistische Gefahr viel größer ist, als allgemein angenommen wird. Die Gefahr liegt nicht bei irgendwelchen Skinheads oder anderen Dummköpfen, sondern bei den ns-revisionistischen Intellektuellen, sie steckt als "Teufel im Detail" ihrer ziemlich komplexen Theorien, ihrer politischen Konzepte und Langzeitplanungen. Wenn ich meinen Todfeind nicht nur bekämpfen, sondern nachhaltig besiegen - schlagen! - will, muß ich ihn erst einmal kennenlernen, muß ich genau wissen, was er eigentlich will. Ich muß seine Strategien studieren, und zwar so genau, daß ich sie am Ende besser begriffen habe, als er selbst sie versteht.
Ein weites Feld ist die der deutschen Linken ebenso wie dem staatlichen Establishment weitgehend, wenn nicht ganz unbekannte Dimension des Religiösen. Die ernstzunehmenden Nazis verstehen sich als metaphysische Feinde der Juden, die sie längst nicht mehr rassistisch definieren. Ohne Kenntnis der jüdischen/hebräischen Literatur ist das theoretisch nicht zu bewältigen.
Der eigentliche Antagonismus ist nicht "Links gegen Rechts", sondern "Amaleq gegen Israel". Aber welcher linke oder bürgerliche Theoretiker weiß was davon? Dieses Unwissen ist ein kaum einzuschätzendes Sicherheitsrisiko beim wohldurchdachten "Wehret den Anfängen". Im Anfang ist das Wort, das man aber kennen muß.
Dies alles führt auch zu Fragen, wie sie mir ab und an von "links" gestellt werden: "Was machst du da eigentlich? Wie soll man das verstehen?"
Will sagen, diesmal haben die rechten Theoretiker ihre Schulaufgaben gemacht, während es eine adäquate linke Theorie heute eigentlich gar nicht gibt. Das ist unser Problem.
Hinzu kommt der außen- und sicherheitspolitische Aspekt. In den Bundesländern Berlin und Brandenburg hat die sogenannte Russen-Mafia praktisch die Macht übernommen. Welcher deutsche "Stratege" sagt uns denn, daß mit dieser "Mafia" die russische Besatzungsmacht zurückgekehrt ist? Niemand sagt es uns, weil es bisher wahrscheinlich überhaupt noch niemand erkannt hat - oder erkennen will. Und dialektisch gedacht wird in Deutschland sowieso nur noch in alten, längst verstaubten Klassikern. Die heutige deutsche "Linke" nährt sich von Grünkram und allenfalls Dritthandmarxisten.
Objektiv aber sind deutsche Rechte und Linke Teile der genannten, gar nicht zu ermessenden Sicherheitsrisiken. Beide sind sich nicht nur einig gegen die demokratische Bundesrepublik, sondern auch einig in der nach Rußland orientierten Bündnispolitik. "Schlagt die Faschisten, wo ihr sie trefft", könnte als Richtschnur auch für die deutsche Linke makaber werden.
"Was aber bedeutet der Kuckuck? Legen Sie gerne Ihre Eier in andere Nester?" Wie soll ich das verstehen? Bis jetzt ist es doch so, daß andere ihre "Eier" im kuckuck ablegen. Welche Gedanken verbinden Sie mit Ihrer Frage? Ich will sie gern ausführlich beantworten, wenn ich weiß, was im einzelnen gemeint ist.
Nochmals zur Methodenfrage: "... wo ihr sie trefft", schweißt die Getroffenen zusammen, macht sie stark. Ist das um ein paar Ecken vielleicht gar beabsichtigt? Denken diese "Linken" mitunter eben doch dialektisch, wenn auch bei falscher Gelegenheit? Meine Methode bindet ein: ins Gespräch, in den Austausch von Gedanken usw.. Was kommt schließlich dabei heraus: Meine Gesprächs- bzw. Briefpartner sind gezwungen, über Fragen nachzudenken, von denen sie zuvor keinen Schimmer hatten. Die gröber Gestrickten fallen bald ab. Noch Gröbere wagen sich gar nicht erst in meine Nähe. Sie wollen sich "vom Jüdischen reinhalten", auch ihre "Verachtung für alles Jüdische" damit ausdrücken. Die intellektuelleren Diskutanten finden Spaß am Dialog. Insgeheim hegen sie ohnehin so etwas wie eine Bewunderung "für alles Jüdische". Sie beißen sich an dieser harten Nuß immer wieder die Zähne aus, weil sie sie lieben; ihr Verhalten ist ambivalent.
Die Folge am Ende ist, daß die Rechten untereinander uneins geworden sind. Die "Gröberen" bezichtigen die "Feineren" des Verrats, diese jene einer grenzenlosen Dummheit. Dazwischen liegen viele Variationen innerer Differenz. Meinen Sie das mit meinen "Eiern", ihre Spreng-, Spalt- und Zersplitterungswirkung? Hinzu kommt die obskure Seite dieser Angelegenheit: der neuerliche "Beweis" für die "jüdische Zersetzungsarbeit". Ganz nah liegt der Vorwurf der "zionistischen Medienkontrolle", die ich dadurch ausübe, daß ich als "Fenriswolf" mitten in die rechte Herde hinein agiere (schreibe), für Sleipnir sogar eine Zeitlang Korrektur las. Die "Linken" trauen mir vielleicht nicht; die rechten Gespensterseher trauen mir mittlerweile alles, alles "absolut Böse" zu. Dabei mußte ich mir nicht einmal allzuviel Mühe geben.
Das alles ist in den vorliegenden kuckuck federn nachzuerleben. Die vorgelegten Dokumente müssen in der Regel funktional gesehen werden. Vor allem erwarte ich von meinen Lesern Genauigkeit bei der Rezeption, Beachtung von Konditionalsätzen und etliches mehr.
Mit meinen bescheidenen Mitteln in die Kulissen schauen, Hintergründe aufdecken, abgedunkelte Strukturen sichtbar machen, ein bißchen Wahrheitsfindung, Aufklärung im wohlverstandenen Sinne (das Gegenteil von "Feste-druff-Kläricht"): Kuckucksarbeit, wie ich sie verstehe. An ihren Früchten sollt ihr sie erkennen!

Am 3.11.97 äußere ich meine Bedenken zu der "Mobbing"-Geschichte: "Ich habe mir Ihre Dokumentation 'Öffentlicher Dienst anno 1997' durch den Kopf gehen lassen. In dieser Fassung ist es für den Außenstehenden schwer, sich ein klares Bild zu machen. Vor allem wird nicht deutlich, wie alles anfing, welche Vorkommnisse dieser Folgegeschichte zugrunde liegen. Die Story müßte - für die Öffentlichkeit - ergänzt und gestrafft werden." Das hat sich vielleicht geändert. Der hier nun gegebene Anlaß macht manches verständlich.

Dem Brief lege ich meinen Kurden-Aufsatz bei, dessen Inhalt inzwischen an Bedeutung gewinnt (hier nach feder 17/18, Seiten 45 ff.):

Was wissen wir über die Kurden, was können wir wissen?
Ein Versuch zur Etymologie: Kordax. In der griechischen Antike war's ein "unanständiger" Tanz. Die Tänzer schmückten sich mit Riesenphallen. In der Ekstatik des alevitischen CEM-Gottesdienstes sind solche Elemente bis heute erhalten geblieben. Khorasan und Khusistan. Churrus (Hindi) ist Haschisch. Die Haschaschinen/Assassinen sind mit den kurdischen Aleviten in Verbindung gebracht worden. Die Heilige Sprache Gurani. Zaza. Kurmandschi. Manches weckt Assoziationen zu Lebensweise, Brauch und Geschichte der Zigeuner (vgl. hebr. ZiGan = Wüstengarten, Oase; ZiGoj(m) = Wüstenvolk/-völker), die auf bemerkenswerte Weise zwischen Mittelasien und Ägypten hin und her pendelten, sich freilich irgendwann römisch-katholisch festgelegt zu haben scheinen. Beide haben keine Schrifttradition. Manches spricht für eine von Gott verhängte Strafe, wie sie die Bibel versteht, für eine Verabschiedung aus Buch und Gesetz. Vieles bleibt rätselhaft, unausgesprochen, geheimnisvoll.
Was wir wissen, ist, was uns zu Ohren kommt, was uns vorgeführt wird. PKK-Kämpfe in der Türkei. Türkische Militäreinsätze gegen die kurdische Guerilla, den Terror der PKK. Die türkische Seite hält sich bedeckt. Mehr als die offizielle Terror-Version ist nicht zu erhalten. Die türkische Botschaft antwortet auf Anfragen überhaupt nicht. Wir sind auf die Medien und auf kurdische Informationsquellen angewiesen. Wer mehr wissen will, kann diese Quellen hinterfragen, ihre Berichte ein wenig abklopfen.
In Roja Kurdistanê, der Vierteljahresschrift des Kurdischen Roten Halbmonds, mischt sich Widersprüchliches zu einer antitürkischen Propaganda, die einem irgendwie bekannt vorkommt. Der Streit um das Flüchtlingslager Atrush, eine Zeltstadt im Süden Kurdistans (Nordirak), ist keineswegs so klar wie von kurdischer oder "kurdischer" Seite dargestellt. Da wird zudem ein neues Feindbild an die Wand gehängt: die irakischen Kurden unter Barsani (Demokratische Partei Kurdistans, KDP). Bei genauerem Hinsehen erhält man den Eindruck, daß die Flüchtlinge zurück in die Türkei, daß sie in den türkischen Großstädten ihr Glück versuchen wollen, daran jedoch durch ihre politischen "Führer" gehindert werden, unter dem Vorwand, in der Türkei drohe den Menschen so etwas wie Völkermord, tödliche Verfolgung. Deutsche Ideologen mischen da kräftig mit. Gleichzeitig berichtet Roja K. von starken Fluchtbewegungen aus den ost- und südostanatolischen "Kriegsregionen" in Richtung Westen bis nach Izmir und Istanbul. Das Blatt veröffentlicht lange Listen von überfüllten Städten, alles infolge dieser "Fluchtwelle" (Nr. 10/ April 1997). Viele gehen nach Deutschland. Niemand - außer ihren "kurdischen Führern" - hindert sie daran.
Die Interessenlage im Nahen Osten ist kompliziert. Die Kurdenfrage ("Kurdenfrage"?) läßt sich instrumentalisieren. Gehen wir von der Türkei aus. Sie ist islamisch und ist es hinwiederum auch nicht. Sie ist NATO-Mitglied in der südöstlichen Flanke des Bündnissystems. NATO-Gegner sind automatisch "Freunde der Kurden". Bei den Turkvölkern der ehemaligen Sowjetunion tritt die Türkei als Rivale Rußlands auf. Sie bietet ihnen ein islamisches Modell, das zugleich modern, also westlich ist. So konkurriert sie auch mit dem Iran, der um dieselben Völker wirbt. Als islamische und zugleich westlich verbündete Macht ist die Türkei den nationalistischen Diktaturen in der islamischen Nachbarschaft ein Dorn im Auge. Irak und Syrien kommen dafür in Betracht. In all diesen Ländern leben Kurden. Sie sind großenteils Sunniten, aber zu ebenso großen Teilen Aleviten, was sie wiederum mit vielen Türken, aber auch mit Syrien verbindet. Der syrische Präsident Assad ist Alevit.
Mit Hilfe der Aleviten läßt sich der Islam unterlaufen. Mit Hilfe der Kurden können die Staaten, über die sich Kurdistan legt, destabilisiert werden.
Deutsche und andere Europäer, die die Türkei aus der Europäischen Union heraushalten wollen, sind "Freunde der Kurden", weil mit deren Hilfe die ganze Türkei in Verruf gebracht werden kann.
Wie ist es um die innere Autonomie der Kurden bestellt? Wie verhalten sie sich spontan, aus eigenem Antrieb, ohne diese oder jene, meist selbsternannten "Sprecher der Kurden", ohne diesen oder jenen "Partei"-Vormund? Die geschilderte Massenflucht spricht Bände.
Manches an den Kurden erinnert mich an die Brandenburger Sorben, die ihre angebliche Muttersprache, das Sorbische, erst in der Schule - als Fremdsprache - lernen müssen; die einfach Deutsche wie andere Deutsche auch sein möchten, aber nun aus übergeordneten politischen Gründen zum "Sorbentum" verurteilt sind. Es macht offenbar große Mühe, Kurden zu finden, die das Kurdische als Muttersprache sprechen. In Wahrheit ist ihre Muttersprache Türkisch, während sie das Kurdische in besonderen Sprachkursen für Erwachsene erlernen sollen. Ihr Fernsehverhalten in Deutschland spricht dafür, daß sie Türken wie andere Türken sein wollen, was in Deutschland offenbar leichter, auch leichter durchzusetzen ist als unter der "kurdischen" PKK-Fuchtel in ihrer anatolischen Heimat.
Wie sieht es dort aus? Betreibt die Türkei eine verdeckte Politik des Genocids? Vor nicht allzu langer Zeit gab es offiziell keine Kurden, sondern "Bergtürken", was im übrigen etymologisch etwa mit dem Wort "Alevit" übereinstimmt. Man könnte auch sagen: Das Kurdentum ist ihre Vergangenheit, die Türkei ist ihre Gegenwart, der Islam aber ist ihre Zukunft.
Historisch betrachtet sind Aleviten natürlich keine Moslems, sondern innere Feinde des Islams. Heute verstehen oder geben sich die kurdischen und türkischen Aleviten jedoch als Teil des Islams, als eine islamische Besonderheit aus. Türkische Tendenzen, die Kurden im "Türkentum" aufgehen zu lassen, haben mit der zunehmenden Re-Islamisierung der offiziell noch als laizistisch-kemalistisch auftretenden Türkei die Komponente, sie, die Kurden, als Aleviten, mithin quasi Ungläubige und potentielle Feinde, zusätzlich zu beargwöhnen.
Einst waren die türkischen Aleviten maßgeblich an der Entstehung des laizistischen Staates beteiligt; gemeinsam mit "Atatürk" spielten sie die anti-islamische Karte.
Die Geschichte hat beide überholt, und beide wollen dies nur noch nicht wahrhaben. Der türkische Staat hält weiterhin an der kemalistischen Doktrin fest, während das Volk sich längst wieder auf seine islamisch-osmanischen Wurzeln besonnen hat.
Die Evakuierung der türkisch-syrischen Grenzgebiete hat weniger mit "den Kurden" als mit einer künftig zu erwartenden Krise in der Region zu tun. Die Anfang 1997 begründete türkisch-israelische Militärpartnerschaft erklärt den größeren Zusammenhang. Die Terrorbekämpfung erhält dadurch einen anderen Akzent. 3.11.97

Die eher kritische Erwähnung der Kurden und Aleviten berührt auch Backhausens - momentanes - religiöses Bekenntnis als Alevit und Bektaschit. Dem Bektaschi-Orden kommt in unserm Zusammenhang eine merkwürdige Schlüsselbedeutung zu. Zunächst noch ein paar chronologische Schritte; denn genauso wurde ich mit der Sache bekannt.

Am 19.11.97 schrieb mir Backhausen: "Selbstverständlich kann man die (Mobbing-) Liste so nicht bringen - aber wie??" Im selben Brief spricht er von "neuen MAGS-Schweinereien und der Gründung eines kleinen Verlages!"... Die "Schweinereien" beziehen sich auf seinen Dienstherrn, das nordrhein-westfälische Ministerium für Arbeit, Gesundheit und Soziales.

2.12.97: "Wenn Anton Dierl und ich auch Ihre Ansichten nicht teilen, finden wir Ihre Beiträge sehr interessant und wir werden sie ungekürzt und unkommentiert übernehmen." Ich weiß nur von einem, nämlich meinem Kurden-Beitrag. Der ist auch gemeint. Gleichzeitig Angebot, im ersten Buch seines neuen Verlages für den kuckuck zu werben.

Das angekündigte erste Buch im MJB-Verlag trägt den Titel: Einführung in den Alevismus-Bektaschismus, erscheint im Mai 1998 mit einem Motto des Haci Bektasch Veli und zeigt im Bild den Imam Ali. Die kkk-Anzeige steht auf Seite 128 und lautet:

Ein Fundamentalismus der Aufklärung. Ein Islam, der sich auf die Torah besinnt. Ein Hebräertum, das seine universellen Pflichten erinnert. Ein Deutschland, das daran teilnimmt. Ein Land der Philosophen. kuckuck...

Ich drucke Anzeigen des neuen Verlages im kuckuck als Gegengabe.

Manfred Backhausen stellt sich als gebildeten und weltläufigen Mann dar. Er spricht Englisch und Niederländisch, hat Grundkenntnisse in Französisch, Hebräisch, Russisch, Türkisch und Arabisch, befaßte sich intensiv mit Judentum, Islam, Baha'i, Mormonentum, Philosophie, besuchte in Israel alle bedeutenden religiösen Stätten von Christen, Moslems und Juden, in Haifa das Baha'i-Zentrum. 1987 konnte er noch vor der Einweihung den deutschen Mormonentempel in Frankfurt besichtigen. Er kam viel herum, bereiste so gut wie alle europäischen Länder, die ehemalige UdSSR, Türkei, Spanische Sahara, Ägypten, Syrien, Tunesien.
Interessant ein besonderes Hobby: der internationale Kurzwellenempfang, auch "DXen" genannt. Mit Hilfe eines speziellen Kurzwellenempfängers gelang es ihm, Radiostationen auf sämtlichen Kontinenten zu empfangen und hierfür auch Diplome u.ä. zu erwerben. Radio Moskau durfte er mit seiner Frau persönlich besuchen.
Er war überaus rührig. Im März 1991 wird er zum Vorsitzenden der Bezirksgruppe Köln einer Westdeutschen Gesellschaft für Familienkunde gewählt. 1993 kommt er, ebenfalls per Wahl, in den Personalrat seines Ministeriums. Im selben Jahr verabschiedet er sich aus seinen Funktionen bei SPD und Familienforschern, um sich seinen publizistischen Arbeiten zu widmen.
Vom Juni 1988 an arbeitet er - ob nebenberuflich oder im Auftrag seines Ministeriums, weiß ich nicht - in den Verwaltungen islamisch-sunnitischer Organisationen, des Verbandes der Islamischen Kulturzentren (VIKZ) in Köln-Ehrenfeld sowie im Türkischen Kultur- und Sozialverein für Pulheim und Umgebung, angeschlossen der Türkisch-Islamischen Union der Anstalt für Religion in Ankara/Köln. Seit 1989 pflegt Backhausen, wie er sagt, sehr intensive Kontakte zu islamisch-alevitischen Gruppen in Nordrhein-Westfalen.
Manfred Backhausen ist einer aus der langen Reihe abtrünniger Katholiken. Als er die Kirche verließ, war er ungefähr 20 Jahre jung. Auf der Suche nach "seinem" Gott wanderte er von Religion zu Religion, von Sekte zu Sekte. Der Besuch bedeutender Moscheen in Istanbul, Sofia, Jerusalem, Akko, London... hieß ihn schließlich, beim Islam Quartier zu nehmen. Doch auch hiervon fällt er bald wieder ab. Die Geschichte seines Abschieds vom Islam ist keine Geschichte klarer Entscheidungen. Vieles bleibt da bis zuletzt im Dunkeln. Die literarischen Zeugnisse, die er darüber ablegt, sind zwielichtig.
Die Bekanntschaft mit Dr. Ayyub Axel Köhler scheint für ihn ein Schlüsselereignis gewesen zu sein. Über zehn Jahre knabbert er an diesem Mann herum, anfangs verhohlen, am Ende mit - endlich auch gelesenem - Klartext im "kuckuck". Die Broschüre aus dem Deimling Verlag war offenbar übersehen worden, das Kapitel "Tagebuch eines deutschen sunnitischen Moslems" in: "Der unbekannte Islam. Islamische Gedankenwelt dargestellt und hinterfragt" (Wuppertal 1996). Darin stellt der Autor über "Hadschi Ayyub" Köhler einige Behauptungen auf, die den Betroffenen sofort auf den Plan riefen - allerdings erst, nachdem diese Behauptungen, etwas abgewandelt im kuckuck - feder 21/22 - wiederholt worden waren. Jetzt aber hagelte es anwaltliche Unterlassungs- und Widerrufsaufforderungen, Einstweilige Verfügungen gegen Backhausen und Lummert.

Lummert berief sich auf das bis dahin unbeanstandet gebliebene Buch von 1996. Backhausen verweigerte jeglichen Widerruf, wollte Köhler wegen Meineids verklagen und kündigte eine erweiterte Neuauflage seines "Tagebuches" an. Backhausen zögerte die Meineidsklage zu lange hinaus. Inzwischen lag auch ein Urteil gegen das Buch vor.

Lummert einigte sich außergerichtlich mit dem Anwalt Köhlers, Uwe Brocks, auf einen Widerruf der Behauptungen als unwahr. Ich hatte mittlerweile erkannt, daß sich die Behauptungen Backhausens juristisch nicht halten ließen. Während von Dr. Köhler eine Eidesstattliche Versicherung vorlag, hatte Backhausen nur seine Erinnerungen. Das Schriftmaterial belastet eher ihn als seinen einstigen Mentor Köhler.

Da kommt es zu einem Zwischenspiel. Am 19. Oktober 1998 erhalte ich - postalisch aus Aachen - eine Büchersendung. Inhalt: "Das Tagebuch eines ehemaligen deutschen sunnitischen Moslems und die Folgen... Der Versuch sunnitischer Kreise in Deutschland, einen Kritiker mundtot zu machen! Dokumentation, Teil 1". Autor der Broschüre, ein Pseudonym: "Eli Schalom". Verlag: "Schma Köln". Die angeführten Namen auf Hebräisch. Freilich nun mit den bereits bekannt gemachten charakteristischen Fehlern. Ein weiterer kommt hinzu. Verlagsort: Kelmis/Belgien. "Printed in Belgium by Publisher (wieder in falschem Hebräisch - kkk:) Eli Schalom".
Für mich war im ersten Moment klar, daß mit den hebräischen Schriftzeichen eine jüdische Quelle suggeriert werden sollte, doch nicht irgendeine. In der Tat glaubte und verbreitete der deutsche Moslem Uwe Grapenthin sofort, daß ich der Verfasser sei. Alles deutete aber darauf hin, daß Backhausen selbst hinter der Sache steckte. Dafür gab es etliche Indizien.

Am 20. Oktober 1998 versandte ich eine "Presseerklärung", in der ich meine Position zu der Broschüre wie auch zum Islam allgemein klarstellte und meinen fürs nächste Heft (feder 25/26) vorgesehenen "Widerruf" schon einmal vorwegnahm.

Diese Presseerklärung des kuckuck/Lummert-Kokhaviv schien nun alles auf den Kopf zu stellen. In Wahrheit aber hat sie dazu beigetragen, ein wenig Licht ins Trübe, nämlich auf Verhaltensweisen, in politische Hintergründe und weltanschaulich-organisatorische Interessenverknüpfungen zu werfen.

Die "Presseerklärung" bewirkte Erstaunliches: Backhausen wehrt sich mit Händen und Füßen gegen den Verdacht, irgendetwas mit der Broschüre zu tun zu haben. Ja, was zu widerrufen er sich eben noch weigerte, das hatte gar nicht er behauptet, sondern der Lummert sich zwar nicht aus den Fingern, aber doch aus Backhausens "privaten" Briefen gesogen. Jetzt wurde es kafkaesk. Auf diese Weise wollte er ein kleines Betrugsmanöver inszenieren: Wenn der Lummert das war, dann muß der auch die ihm, Backhausen, aufgeladenen Anwaltskosten Köhlers usw. bezahlen. Backhausen war zwar in einer ähnlichen Lage wie Lummert, aber der machte kein Geschrei, während der "Kritiker" aus Düsseldorf bereits das große Bejammern seiner Freunde und Bekannten hervorrief. Der arme Kerl konnte ja seine Familie nicht mehr ernähren, weil dieser "aufdringliche Jude... die im Islam herrschende Spaltung und Verwirrung noch verschärfen" wollte und mit seinem Tun den bedauernswerten Diplom-Volkswirt gradwegs auf's Glatteis geführt hatte. Die letzten Zitate stammen aus einem Brief vom 26. November 1997, gerichtet an: "Werter Ustad Tarik Erich Knapp! Das Gottesheil sei mit Ihnen!" (vgl. feder 23/24, Seite 4).
Eigentlich hatte den Brief ja Anton Josef Dierl auf seiner Schreibmaschine getippt - mit dem für ihn so typischen Satzspiegel. Aber der Brief wurde unter bzw. über dem Namen von Manfred Backhausen geschrieben und mit dessen Stempelabdruck auch hinausgesandt. Eine Kopie erhielt ich weder von Dierl noch von Backhausen, sondern bezeichnender- und verständlicherweise von Tarik E. Knapp - mit dessen handschriftlichem Vermerk am oberen Rand: "Das sind Lummerts Freunde! Prost!" Da kann ich nur zurückprosten: Ihr nehmt euch alle nichts!

Ich weiß zwar, daß der Brief fingiert war, um Knapp irgendwelche Informationen zu entlocken. Begründet wird es mit Sebottendorff, Scheubner-Richter... Aber solche Auskünfte waren sicherlich auch ohne "jüdischen Köder" zu erhalten. Letztlich verfolgte der Brief noch einen anderen Zweck: "Mit Befremden habe ich festgestellt, wie Sie vom Berliner Juden Horst Lummert in seinem Magazin madig gemacht werden. Wie und wo hat dieser freche Bursche das Hitler-Regime überlebt?" Das sind doch en passant ziemlich direkte und durchaus berechtigte Fragen, die ich später, als ich davon erfuhr, selbst beantwortet habe. Daß der Arier Knapp mich Hebrew-Zigan prompt wieder zum Ehren-"Arier" ernannte, kann man ihm wirklich nicht verdenken. Also: fingiert? Man muß ganz schön abgebrüht (oder konditioniert) sein, um solche Reden über die Lippen und aufs Papier bringen zu können. Und die Geschichten aus Konya und Yozgat, "Der Nazijud von Köpenick", Briefe, Briefe... - das alles liegt auf selber Strecke.

Also, was ist: sollte ich ("der aufdringliche Jude") auch mit der anonym-pseudonymen Broschüre gelinkt werden? Ich kriegte mit, daß da was im Busch war, versandte meine Presseerklärung, während Backhausen allerdings noch in Afrika weilt und die Wirkung, wie ich glaubte: seiner verdeckten Publikation in klimatischer Ruhe abwarten konnte. Die Überraschung bei seiner Rückkehr war um so unerfreulicher: er las noch im Stehen meine "Presseerklärung" und versandte nun eine "Gegenerklärung" nach der anderen nicht nur an mich.

Seit dieser Presseerklärung, die sich gegen eine Broschüre wendet, mit der Backhausen doch nichts zu tun haben will, distanziert er sich vehement von seinem eigenen kuckuck-Beitrag, dessen Widerruf er noch eben strikt abgelehnt hatte. Was rührt ihn eine Broschüre, die irgendein Großer Unbekannter, wahrscheinlich ein jüdischer Finsterling unter hebräischem Namen, den Backhausen gar nicht lesen kann, in die Welt geschickt hat? Es erinnert mich ein bißchen an die "Masche Achselraah", durch die ja erstmals Grund für ein Sonderheft gegeben war (vgl. feder 14). Auch da hatte sich so ein Pseudonymischer eingemogelt. Meine Behauptung oder, sagen wir, mein dichter Verdacht, daß niemand anders als Manfred Backhausen selbst, naja, gut, vermutlich in so oder so konzertierter Aktion die "Tagebuch"-Broschüre initiiert hat, muß natürlich noch belegt werden. Das will ich alsogleich versuchen.

Fragen:
1. Warum trägt die Broschüre hebräische Schriftzeichen?
2. Warum erschien sie nicht mit Klarnamen?
3. Wie wehrt sich Backhausen gegen den Vorwurf, der Verfasser und Initiator der Broschüre zu sein?

Backhausens Begründung für seine Behauptung, daß er damit nichts zu schaffen habe, ist das stärkste Argument gegen ihn.

Wie aber verhielt sich Manfred Backhausen unmittelbar nach Erscheinen von feder 21/22 mit seinem Beitrag, den er jetzt mir - als Lummerts "Komposition" - zuschreiben möchte?

Das Heft kam am 24.6.98 heraus und ging am 25.6.98 auf den Postweg an Backhausen in Düsseldorf. Ich will gleich vorwegnehmen, daß das nächste Heft am 15.8.98 fertig gedruckt war und am 18.8.98 an ihn abging. Bis zum Erscheinen meiner Presseerklärung - am 20.10.98 - gab es keinerlei Beanstandung wegen des Abdrucks von Backhausens Text in feder 21/22. Ja, Backhausen war jetzt in Gambia oder Senegal, las die Presseerklärung am 5.11.98 bei seiner Rückkehr, und seitdem ist bei ihm die Hölle los. Warum? Nach rund vier Monaten ging ihm plötzlich ein Licht auf?
Im Juli 98 schickt mir Backhausen seine und Dierls "Einführung in den Alevismus-Bektaschismus" mit der handschriftlichen Widmung: "Herrn Lummert mit herzlichen Grüßen! Weiterhin eine gute Nase und Stehvermögen! 5.7.98 Ihr Manfred Backhausen".
Am 17.7.98 schreibt er mir: "Zu Köhler finden Sie viele Infos in meinem Buch 'Der unbekannte Islam (Tagebuch)', hieraus können Sie hemmungslos sich bedienen. Ich muß auch noch irgendwo einen Lebenslauf von Köhler haben. Muß ihn aber suchen, dito sein 'großes' Buch über die islamische Gesellschaftsordnung!... Ich lege Ihnen Köhlers Werk leihweise bei! Sollte es keine Probleme mit der Kopie geben, bitte ich den beiliegenden Brief abzusenden! Herzlichen Dank! Ihr M.B.". Posteingang bei mir: 22.7.98.
Am 28.7.98 erhalte ich Backhausens Brief vom 24.7.98: "Lieber Herr Lummert, nach zig Jahren und dem Hetzbrief des großen USTAD will nun Köhler, das (sic! - kkk) alles nicht wahr gewesen sein soll. Nun gut. Ich habe nun wenig Erfahrung mit solchen Unterlassungssachen, vielleicht können Sie mir da einige Hinweise geben. Anbei in Kopie das Anschreiben des RA aus Hamburg (!) und mein ROHENTWURF für ein Antwortschreiben."

Nicht die Spur auch nur einer Reserviertheit, da Backhausen später doch behauptet, er habe nur aus "Fairnis" (sic! - kkk) oder Solidarität nichts gegen den Abdruck im kuckuck gesagt. Auch weiterhin "Mit herzlichen Grüßen Ihr M. Backhausen".

Der Hamburger Rechtsanwalt Uwe Brocks fordert Backhausen erstmals auf, eine Unterlassungserklärung abzugeben - und zwar den Abdruck im kuckuck und das Buch Der unbekannte Islam betreffend. Bereits in seinem ersten Briefentwurf für RA Brocks schreibt Backhausen: "Ihrer Aufforderung auf Unterlassung verschiedener Tatsachenbehauptungen in meinem Buch Der unbekannte Islam und im Abdruck eines Briefes an den Herausgeber der Zeitschrift Kuckuck in der Ausgabe 21/22 1998, Seiten 75 ff werde ich nicht nachkommen." Und: "Da es sich bei den Tatsachen in dem wiedergegebenen Brief in der Zeitschrift KUCKUCK lediglich um Aussagen aus meinem bereits genannten Buch handelt, sehe ich keinerlei Veranlassung, diese zu widerrufen." Das Ganze untermauert er in fünf Seiten Brieftext.
Am 31.Juli l998 erhalte ich von Manfred Backhausen Kopien von Briefen, die er an Knapp und RA Brocks richtet. Bei letzterem handelt es sich um einen weiteren "Rohentwurf" (handschriftlich notiert: "Das endgültige Schreiben erhalten Sie auch!"). Auch hier heißt es: "Da es sich bei den Tatsachen in dem wiedergegebenen Brief in der Zeitschrift KUCKUCK lediglich um zusammengefaßte Wiedergaben der Aussagen des Herrn Dr. Köhler aus meinem bereits genannten Buch handelt, sehe ich auch hier keinerlei Veranlassung, diese zu widerrufen."

Bereits in meinem Brief vom 28.7.98 hatte ich geschrieben: "Wenn Sie Köhlers Unterlassungsforderung nicht nachkommen wollen, ist die Sache ja klar." Die Wahrheit aus der Vergangenheit kannten nur Köhler und Backhausen. Köhler stritt alles ab, und Backhausen mußte seine Behauptungen nun beweisen. Die Sachlage konnte ich nicht überprüfen. Für mich stand Aussage gegen Aussage. Inzwischen war die einzige Grundlage für den Abdruck im kuckuck, nämlich das Buch von 1996, auch in Frage gestellt. Gegen Köhlers Eidesstattliche Versicherung konnte nur eine entsprechende Klage wegen Meineids abhelfen. Aber auch das geht nicht ohne Beweismittel. Wo waren die? Die Unterlagen, die Backhausen mir später aus seinem (oder irgendeinem) Archiv überließ, geben nichts her. Für eine Unglaubwürdigkeit Köhlers sprechen allenfalls einige Indizien.

Von Backhausens späterem Dreh ist jedenfalls noch nichts zu spüren. Vielmehr heftet er an seine Zusendung, die mich am 31.7.98 erreicht, einen Notizzettel, auf dem er handschriftlich vermerkt hat: "gespannt bin ich auf die nächste Feder! Meinen Schriftverkehr können Sie veröffentlichen! Bei meinen Erfahrungen mit deutschen Gerichten habe ich nur etwas Angst um meinen leeren Geldbeutel."

Mit weiteren Veröffentlichungen halte ich mich einstweilen zurück. Am selben Tag - dem 31.7.98 - lag in meiner Post nämlich eine Aufforderung von RA Brocks in Sachen Köhler zu einer Gegendarstellung, einer Unterlassungserklärung sowie zum Widerruf. Ich schrieb am selben Tag zurück, daß ich die Gegendarstellung Dr. Köhlers im nächsten Heft (feder 23/24) abdrucken werde. Doch was Unterlassung und Widerruf betraf: "Auf besagtes Backhausen-Buch, das bereits 1996 erschien und völlig unbeanstandet blieb, stützt sich auch die Veröffentlichung im kuckuck. - Manfred Backhausen berichtet darin als (ehemaliger) Insider. Für mich steht also 'Aussage gegen Aussage'." Am 2.9.98 stellt mir der Gerichtsvollzieher einen Beschluß des Landgerichts Berlin, Einstweilige Verfügung, zu: daß ich die veröffentlichten Behauptungen im kuckuck zu unterlassen habe. Eine - verfahrenstechnisch allerdings irrelevante - Stellungnahme (5 Seiten) schicke ich per Einschreiben ans Landgericht Berlin. Eine Kopie erhält Backhausen zur Kenntnis. Ich finde mein Schreiben später in der ersten Broschüre komplett, in einer zweiten Broschüre gekürzt wieder. Dazu war der Herausgeber der Informationen nicht autorisiert (vgl. auch meine Presseerklärung vom 20.10,98).

Für den Verfahrensverlauf, wie gesagt, irrelevant. Denn: "Gegen den Beschluß, durch den eine einstweilige Verfügung angeordnet worden ist, kann gemäß §§ 936, 924 ZPO nur dann wirksam Widerspruch erhoben werden, wenn dieser Widerspruch von einem beim Landgericht Berlin zugelassenen Rechtsanwalt schriftlich eingelegt wird (§ 78 ZPO, vgl. OLG Düsseldorf MDR 1961, 773; OLGZ 83, 358; OLG Koblenz NJW 1980, 2589). - Ihr in dem Schreiben vom 2. September 1998 zu sehender Widerspruch müßte daher, falls Sie ihn aufrechterhalten sollten, als unzulässig zurückgewiesen werden. Ich stelle Ihnen daher anheim, durch einen beim Landgericht Berlin zugelassenen Rechtsanwalt Widerspruch erheben zu lassen. - Ihre Strafanzeige müßten Sie bei den zuständigen Strafverfolgungsbehörden einreichen." So heißt es im Antwortschreiben vom 10.9.98, LG Berlin, bei mir eingegangen am 16.9.98. Am selben Tag richte ich erst einmal ein eher allgemein gehaltenes Schreiben an einen Berliner Rechtsanwalt zwecks Information. Doch einen Tag darauf hatte ich mich bereits entschieden. Am 17.9.98 teilte ich dem Landgericht Berlin brieflich mit: "Nach Abwägung von allem Für und Wider komme ich zu dem Schluß, daß es vernünftigerweise besser für mich ist, von jeglichem Widerspruch abzusehen."

Ich hatte längst erkannt, daß die Sache auf sandigem Boden stand und weder formaljuristisch noch finanziell durchzustehen war. Backhausen wollte Köhler wegen Meineids verklagen. Dessen Eidesstattliche Versicherung war die einzige Grundlage, die sich gerichtlich verwerten ließ, und die stand gegen uns.

Ich schrieb am 2.10.98 an Backhausen: "Die Gegenseite belegt ihre Position mit Dr. Köhlers 'Eidesstattlicher Versicherung'. Darauf stützt sich auch der Beschluß des Landgerichts Berlin vom 25.8.98 gegen mich. - Haben Sie die Absicht, gegen Dr. Köhler wegen Meineids Strafanzeige zu erstatten?" Ich schickte die Anfrage mit "Eilgrüßen" per Fax. Ich hatte nämlich am selben Tag von RA Brocks die Aufforderung (Schreiben vom 28.9.98) erhalten, die "Einstweilige Verfügung als endgültige Regelung anzuerkennen" usw.. Dafür setzte er mir eine Frist bis zum 13.10.98. Gleichzeitig erinnerte er an den Widerruf. Am selben 2.10.98 teilte ich dem LG Berlin schriftlich per Fax und Post mit: "Meine 'Streitwertbeschwerde' (vgl. mein Schreiben vom 20.9.98) ziehe ich hiermit zurück." Und per Fax + Briefpost an RA Uwe Brocks in Hamburg: Ich erkenne die Einstweilige Verfügung als endgültige Regelung an und verzichte gleichzeitig... zitieren. - Den Widerruf werde ich vollinhaltlich... usw. zitieren. Begründung: "Da die einzige momentan relevante Grundlage für die Frage 'wahr oder unwahr' die... 'Eidesstattliche Versicherung'... zitieren.

Antwort des LG Berlin auf meine Anfrage bezüglich Rechtssicherheit: "...fällt unter das Verfügungsverbot auch die Verbreitung der beanstandeten Äußerungen, so daß auch das Zitieren aus dem Buch unzulässig sein dürfte" (Mitt.v.1.10.98, Posteingang: 8.10.98).

Meine Anfrage zur Geschäftsnummer des Gerichts 27.0.480/98 vom 23.9.98 hatte folgenden Wortlaut:

In der Parallel-Sache "Dr.Köhler gegen Backhausen" (vgl. auch Ihre Geschäftsnummer 27.0.479/98) wurde mit Beschluß des Landgerichts Hamburg vom 4.9.98 (324 0 473/98) dem Buchautor Manfred Backhausen "verboten, zu behaupten oder zu verbreiten" usw. - es folgt verschiedenes, was Backhausen in seinem Buch "Der unbekannte Islam" geschrieben hatte. Mit dieser Einschränkung:
"Von dem Verbot werden die zum Zeitpunkt der Zustellung dieses Beschlusses bereits ausgedruckten und aufgebundenen Exemplare des Buches 'Der unbekannte Islam. Islamische Gedankenwelt dargestellt und hinterfragt, Deimling Verlag, Wuppertal 1996' ausgenommen."
Besagtes Buch enthält die seinem Autor jetzt verbotenen Behauptungen. Auch mir ist mit Ihrem Beschluß vom 25.8.98 bei Androhung eines "Ordnungsgeldes bis zu 500.000,00 DM, ersatzweise Ordnungshaft" untersagt worden, bestimmte - in kuckuck feder 21/22 veröffentlichte Behauptungen zu tun, zu verbreiten usw., die sich "im wesentlichen mit den Angaben in Backhausens Buch" decken (so in meinem Schreiben vom 2.9.98 an Sie).
Folgt daraus, daß ich aus dem - von dem Hamburger Verbot ausdrücklich unter den genannten Bedingungen ausgenommenen - Buch zitieren darf, oder fällt ein entsprechendes Buch-Zitat ggf. unter den Berliner Beschluß vom 25.8.98? Eine ähnliche Frage hatte ich mit meinem Schreiben vom 31.7.98 bereits an RA Uwe Brocks in Hamburg gerichtet. Die Antwort auf meine Frage war schließlich sein "Antrag auf Erlaß einer Einstweiligen Verfügung".
Die Synopse der Gerichtsbeschlüsse von Hamburg & Berlin versetzt mich in eine Situation der Rechtsunsicherheit.

Nun enthält die Auskunft des LG Berlin ein Element der Vermutung: "...daß auch das Zitieren aus dem Buch unzulässig sein dürfte" - dürfte! Meine "Presseerklärung" vom 20.10.98 war - so und so - eine notwendige Klarstellung. Die Broschüre, "Dokumentation, Teil 1", bringt gleich auf den ersten sieben Seiten einen Nachdruck der "verbotenen" Buchpassagen. Was immer für den Buchautor nach dem Hamburger Urteil gelten mochte, für mich galt die Mitteilung des Landgerichts Berlin vom 1.10.98, die ich nicht eng auslegen wollte. Die hebräisch beschriftete Broschüre wurde mit mir in einen Zusammenhang gebracht. Es kursierten bereits Gerüchte, daß ich der Verfasser sei. Die Doku-Tendenz gefiel mir nicht.

Mein erster, spontaner Gedanke war die Erinnerung an einen Brief - jenen fingierten Brief Backhausens an Erich Knapp vom 26.11.97 (vgl. feder 23/24, S.4). Sollte "der aufdringliche Jude" Horst Lummert mit dieser Broschüre hereingelegt werden? Vieles, auch was dann folgt, spricht dafür. Meine Ablehnung einer Heftausgabe zur "Sache Köhler" in der von Backhausen gewünschten Form, hatte sicherlich den Ausschlag gegeben. Jetzt sollte ich irgendwie abserviert (Backhausen an Dierl: "ins Knie gefickt") werden.

Ein feiner Herr, dieser Ministerialbeamte, in friedlicheren Tagen: "Donnerwetter, die feder 23/24 hat es aber in sich! Sonst lese ich den Kuckuck so nach und nach, doch diesmal mußte es an einem Stück sein... Weiter so, Horst Lummert... Ich schrieb es schon einmal: Machen Sie weiter, Horst Lummert! Ihr Kuckuck ist klein, ist bescheiden, ist mit einfachsten Mitteln erstellt - aber er ist wichtig!" (20.8.98/PE: 24.8.98). Was heißt "aber"? Das macht ihn ja gerade so wichtig - bis heute!

Auf den Briefumschlag trug Backhausen nach: "Sorry, P.S. - Zusatz vergessen: P.S. Damit kein falscher Eindruck entsteht. Ich bin längst nicht mit Ihnen in allen Fragen einer Meinung! Aber damit kann und will ich leben."

Mit Schreiben van 28.8.98 fordert RA Brocks namens VIKZ, des Verbandes der Islamischen Kulturzentren e.V., Backhausen auf, verschiedene Behauptungen in seinem Buch "Der unbekannte Islam" künftig zu unterlassen. Backhausen weigert sich, stellt Strafantrag und teilt RA Brocks (alles am 29.8.98) unter anderm mit: "Ich darf Sie in diesem Zusammenhang und in Zusammenhang mit meinem Strafantrag gegen Ihren Mandanten Dr. Axel Ayyub Köhler darüber informieren, das (sic! - kkk) ich im Rahmen meines eigenen Verlages in naher Zukunft das 'Tagebuch...' erneut und erweitert publizieren werde. Diese Publikation wird auch den kompletten entsprechenden Schriftwechsel in dieser Angelegenheit, erneut das DGB-Papier aus 1980 sowie Auszüge aus den entsprechenden Publikationen von Binswanger/Sipahioglu und Gür beinhalten" (PE:2.9.98). Und er identifiziert sich weiterhin mit der Veröffentlichung in feder 21/22: "Selbstverständlidh bin ich gerne bereit, dem Gericht ein Exemplar des genannten Buches von mir und auch eine Kopie der entsprechenden Ausgabe der Zeitschrift KUCKUCK zur Verfügung zu stellen..." (Schreiben vom 29.8.98 an die Staatsanwaltschaft Köln).
25.8.98: Landgericht Berlin beschließt Einstweilige Verfügung. Verbot der Behauptungen über Köhler. Androhung: Ordnungsgeld bis zu 500.000 DM, ersatzweise Ordnungshaft, oder Ordnungshaft bis zu sechs Monaten.

Zwischenbemerkung: Backhausen formulierte seine Vorwürfe gegen Köhler - im kuckuck - im Präsens, als würde noch gelten, was sich auf Vorgänge der achtziger Jahre bezog. Dies war der Schwachpunkt. Als ob das gar nicht begriffen worden ist.

Briefe Dierl an Lummert und Backhausen, beide vom 2.9.98 (PE:7.9.98) - mit angehefteter Visitenkarte des Verlags Manfred Johannes Backhausen, auf der handschriftlich vermerkt steht: "Keine Einwände gegen eine Publikation beider Briefe. H.G. Ihr M. Backhausen". Der kuckuck dokumentiert beide Briefe unter starken Vorbehalten. Manche Form rührt an die Substanz. Der Informationswert bleibt den Briefen unbenommen, nicht zuletzt auch gegen den Strich gelesen. Vgl. S.71 ff.
In seinem Schriftsatz vom 5.9.98 fürs Landgericht Berlin schreibt Backhausen unter anderm: "Zunächst mache ich mir die Aussagen des Herausgebers der Zeitschrift KUCKUCK, Herrn Horst Lummert, Friedrichstraße 234, 10969 Berlin, vom 2.9.1998, welche dem Gericht vorliegen, voll und ganz zu eigen. - Zugleich schließe ich mich ebenso dem Strafantrag des Herrn Lummert gegen Herrn Dr. Köhler an, da seine nunmehrige Aktion gegen mich ein weiterer Versuch ist, die mir grundgesetzlich zustehende Presse- und Informationsfreiheit einzuschränken und mich zugleich mundtot zu machen."

In meiner Stellungnahme ans LG Berlin vom 2.9.98 hatte ich in der Tat nicht nur - unwirksam - dem Gerichtsbeschluß widersprochen. "Ich erstatte gleichzeitig - hiermit - Anzeige und stelle Strafantrag gegen Dr. Axel Köhler... wegen des - von islamischer Seite nun schon wiederholten - Versuchs, mich zur Unterlassung meiner investigativen kuckucks-Arbeit zu nötigen, wegen des Angriffs auf Presse-, Informations- und Meinungsfreiheit im konkreten Fall, wegen des unverhohlenen Versuchs, eine ebenso unscheinbare wie - wohl offensichtlich - gefürchtete kritische Mini-Zeitschrift - Auflage: 250 - auszuschalten. Das ehrt den Herausgeber, ist aber zugleich problematisch. Der vom Gericht festgesetzte Verfahrenswert in Höhe von DM 20.000,- ist zumindest unangemessen. Ich beantrage, die Kosten dieses absurden Verfahrens dem Antragsteller/Kläger und seinem Anwalt aufzubürden."

Auch dieser Strafantrag blieb unwirksam. Das Landgericht verwies mich an die zuständigen (!) Strafverfolgungsbehörden. Dem folgte ich jedoch nicht. Meine Einschätzung des Verfahrens änderte sich zur Sache. Ob die Veröffentlichung im kuckuck im Hinblick auf das bis dahin unbeanstandet gebliebene Backhausen-Buch von 1996 nicht doch rechtens war, hat sich nicht klären lassen, da ich mich - außergerichtlich - zu dem in meiner "Presseerklärung" und später in feder 25/26 veröffentlichten Widerruf bereitfand. Die vom Gericht festgelegte Form (vgl. f 25/26, S.5) entspricht im ersten Satz nicht der ursprünglichen Forderung. Damit hängt auch der Anlaß zu diesem "S"-Heft zusammen. Aber das ist wohl schon transparent geworden.

Backhausen ans LG Berlin, 8.9.98 (PE: 9.9.98): "Die Ihnen vom Verleger des KUCKUCK zu Geschäftszeichen 27.0.480/98 mit Datum vom 4.9.1998 zugeleiteten Anlagen mache ich hiermit ausdrücklich auch zu einem Teil meiner Beweisführung." Übereinstimmung total, nach wie vor. Von seiner Seite.

Ich erschrak, als ich Backhausens Brief (von 8.9.98) an Prof. Hamid, worin er diesem Interna der Ahmadiyya Muslim Jamaat und Personenbeurteilungen übermittelte, las. Offenbar war ihm gar nicht bewußt, was er tat, oder wie mußte ich das verstehen?

4.9.98: Beschluß des LG Hamburg gegen Backhausens Buch. Mir von ihm übersandt. Auf den Umschlag schreibt er: "Man könnte bald nur aus den Unterlagen etc. ein eigenes Heft machen" (PE: 14.9.98).

Aber ich wollte in dieser Sache vorerst gar nichts bringen, sondern den Ausgang der laufenden Verfahren abwarten.

12.9.98: Backhausen an Lummert: "Sollten Sie, wie Anton Dierl vermutet, in einem neuen Kuckuck über diese 'Affäre' ausführlicher etwas bringen wollen, hätte ich eine ganz große Bitte: können Sie auf meine Kosten 50 Exemplare mehr drucken lassen und diese mit einem zusätzlichen Umschlag (siehe Anlagen!) versehen lassen? Ich möchte nämlich in meinem Dunstkreis auch auf diese Sachen aufmerksam machen! Wäre sehr schön!" (PE: 15.9.98).
5.10.98: Backhausen an Lummert: "Ich beabsichtige in der Tat Hr. Dr. Köhler wegen eidlicher Falschaussage anzuzeigen, doch habe ich hierzu noch etwas Zeit (insgesant drei Monate von Kenntnis einer Straftat) und die will ich nutzen, um weitere Informationen etc. zu beschaffen. - Wider Erwartens (sic! - kkk) existiert mein ehemaliges ISLAM-Archiv noch komplett und ich werde es Dienstag bei meinem Freund abholen. Ob ich es allerdings noch schaffe, vor unserem Urlaub mit der Auswertung zu beginnen, wage ich zu bezweifeln. Zuerst muß ich einmal sehen, in welchem Zustand das Archiv ist. - Direkt nach dem Urlaub werde ich dann Strafanzeige erstatten..." (PE:7.10.98).

Drei Tage nach seiner Rückkehr geschah das Unerwartete: ...

H.L./kkk - Bereits in Gambia und Senegal, noch ehe er also meine "Presseerklärung" kannte, hatte Backhausen den Entschluß gefaßt, mit Dr.Köhler Frieden zu schließen. "Der Streit, zudem zumindest teilweise in der Öffentlichkeit ausgetragen, zwischen Ihnen als sunnitischem und mir als alevitischem Moslem nütze letztlich nur den Gegnern des Islem", so die Empfehlung aus Afrika. Sein Kotau vom 8.11.98 (Backhausens Brief an Dr.Köhler siehe kuckuck feder 27/28, Seiten 35 und 36 - webRed.) ist peinlich genug, soll nun aber die Hände freimachen für Backhausens neuen Coup. Seine Seele schreit nach dem verlorenen Geld, und da ist der Mann einfallsreich. In dem "Telefon-Interview"... (vgl.f 27/28 - wR) heißt es in einer Frage: "Was wurde aus der Zusammenarbeit zwischen Ihnen und der Zeitschrift Kuckuck (sic! - kkk), in der ja die ganze Aktion losgetreten wurde." Antwort: "Es gab nie eine Zusammenarbeit." Dann aber doch: "Ich kenne den Kuckuck (sic! - kkk) seit maximal eineinhalb Jahren und schrieb für ihn einige wenige Beiträge, u.a. in Form von Leserbriefen, das war alles." Nein, das war nicht alles. Der imaginäre Interviewer will wissen, warum Backhausen "seit geraumer Zeit einen Kampf gegen den deutschen sunnitischen Moslem Ayyub Köhler" führe. Antwort: "Ich führe überhaupt keinen Kampf gegen Köhler, das ist Blödsinn. Im Rahmen eines brieflichen Gedankenaustausches mit einem Zeitschriftenherausgeber in Berlin wurde ich um meine Meinung zu Köhler und anderen deutschen Sunniten gefragt. Dieser Herausgeber hat dann Teile meiner Briefe sowie Einschüben (sic! - kkk) von ihm in seiner Zeitschrift (Auflage rd.200) ohne meine Genehmigung publiziert." Daran stimmt so gut wie gar nichts, was die Kausalität betrifft. Mein Interesse an Köhler entstand zwangsläufig mit dessen juristischen Operationen gegen Backhausens Behauptungen über ihn. Es gab keine "Einschübe" von mir in Backhausens Texte, keinerlei Sinnentstellung. Die Feigheit der Herausgeberschaft (ausführlich in f 27/28 - wR) ist aber wohl notwendig. In offener Auseinandersetzung sehen die Dunkelmänner für sich keine Chance. Das walte Lincoln!

Am 4.2.1999 erhielt ich als "Büchersendung" (Poststempel: Briefzentrum 50, Datum nicht zu erkennen) vom "hebräischen" Verlags-Phantom in Kelmis/Belgien eine weitere Broschüre: "Das Tagebuch... Dokumentation, Teil 2", zusammen mit einer Diskette (DOS format): dito Verlag, dito Titel, "Dokumentation, Teil 3". Die Broschüre erscheint angeblich in einer "Auflage: 1000 Exemplare", die Diskette: "Auflage: 500". Die Diskette habe ich mir ausdrucken und näher untersuchen lassen. Ein Ergebnis war jene Quellenangabe, die bereits die Rückseite (100) von kkk-feder 25/26 schmückte:

Tagebuch.txt
Donnerstag, 11. Februar 1999 Verlag
Kelmis    Page 1 of 1
Belgien     18:19 :22 Uhr
Verlag M. Backhausen
...

Doku II, wie ich es hier kurz bezeichne, begleitet sich mit einer neuartigen Stimmungmache, einer eigentümlichen Weise anti-islamischer Hatz, einer Personen bis zur Unkenntlichkeit karikierenden Scheinaufklärung. Aber was da geradezu stümperhaft überzogen wurde, kommt schließlich dem Gegenstand bzw. den zum Abschuß, gleichsam, freigegebenen Personen zugute. Des Autors Bumerang-Methode kommt auch im gewählten Titel-Motto zum Ausdruck: "Durch Schweigen sündigen, wo protestiert werden müsste, macht aus Männern Feiglinge! Abraham Lincoln".

In einem "Telefon-Interview" mit dem Islam Autor Manfred Backhausen", dessen Inhalt noch genauer untersucht werden muß, heißt es an einer Stelle: "A (= Antwort Backhausens): "Ich hatte bereits vor Monaten Dr. Köhler ein Friedensangebot schriftlich unterbreitet, da ich der Meinung bin, Streitigkeiten innerhalb des Islam sollten und können intern geregelt werden. Doch danach gingen seine Maßnahmen gegen mich erst so richtig los. An meine damaligen Zusagen, die ich völlig freiwillig machte, fühle ich mich daher nicht mehr gebunden. Ob und wann ich allerdings wieder etwas in dieser Richtung publizieren kann, hängt im Moment mehr von meiner ökonomischen Situation ab."

Seine "ökonomische Situation" schiebt Backhausen immer wieder vor, um damit zu "beweisen", daß er's "nicht gewesen sein" könne. Die Indizien freilich, die gegen diese These sprechen, sind nicht einfach vom Tisch zu wischen. Und was wäre für einen Trickser heute leichter, als an Geld heranzukommen. Es gelingt ihm ja ständig, seinen "Dunstkreis" von der "guten Sache" zu überzeugen, die er unentwegt vertritt, für die er streitet als ein tapferer Ritter, ein ehrenwerter, tja, die Indizien, die mischen sich da ständig mang, und sein Bestreben ist es, sie aus der Welt zu schaffen, vom Feld, aus dem Blickfeld. In diesem Briefumschlag möcht' isch nit stecken, klagt die Broschüre: (...)

Die Kluft, die sich hier aufgetan hat, ist nicht persönlicher Art, obwohl sie von persönlichen Streitanlässen erst einmal skizziert wird. Wir haben die anteil- und teilnehmenden Personen, wir haben die Urteils- und Denkvoraussetzungen. Die (politischen) Ansätze sind als "jüdisch" bzw. "alevitisch" zu definieren. Damit kürzen wir die Vorerkundungen ab.

In seinem Interview mit Kelmis (Doku II) wirft Backhausen seinem Gegner Köhler vor, öfter mal die Positionen zu wechseln: "Was mich stört, aber nicht nur bei Köhler, ist das ständige Hin- und Hergehampel zwischen allen möglichen islamischen Vereinigungen. Und was mich noch mehr stört, ist der Umstand, daß auch bei Dr. Köhler in der Vergangenheit und auch in der Gegenwart zwischen Wort und Tat Welten klaffen."

Was Backhausen dem Köhler vorwirft, trifft vor allem auf ihn selbst zu. Doch ist in dem Interview ein sensibler Punkt zu beachten, nämlich der Hinweis, daß die Aleviten von den Moslems nicht als Moslems anerkannt werden. Dies ist nicht nur eine oberflächliche Aversion auf moslemischer Seite, sondern hängt mit der Geschichte der Aleviten-Bektaschiten zusammen, deren organisatorisch-weltanschaulichen Hintergründe auch die aktuelle politische Dimension sichtbar und erklärbar machen.

Und wir haben es mit einer Psychologie zu tun, die durchaus ernstgenommen werden muß. Der Islam ist wie das Judentum eine Gesetzesreligion. Das Gesetz als Institution wird heute von vielen, entsprechend konditionierten Menschen als bedrohlich, bedrückend und als ein Element der Unfreiheit empfunden. Daß die Freiheit sich zunächst im täglichen Leben als Rechtssicherheit kundtut, durch welche sie in der Gesellschaft erst praktikabel wird, und daß diese Rechtssicherheit des Gesetzes bedarf, wird dabei gewöhnlich übersehen. Dadurch aber droht der Freiheit eine große Gefahr. Die Abwesenheit von Recht und Gesetz überläßt den gesellschaftlichen Raum dem Faustrecht, der Willkür.

Gesetz im gesellschaftlichen Sinne ist relativierbar. Wir haben diese und jene Gesetze, die oft politischer Zweckmäßigkeit dieser oder jener Richtung ihre Herkunft verdanken und darum eigentlich des Gesetzescharakters, nämlich der allgemeinen und allgemein erkannten und akzeptierten Gültigkeit entbehren. So wird "Gesetz" nicht mehr verstanden als das, was es ursprünglich ist und im übertragenen Sinne auch gesellschaftlich zu sein hätte.

Dennoch ist jenseits des Mißbrauchs die Idee von Gesetz und Recht manifest. Alles, was ist, unterliegt einer natürlichen oder göttlichen Gesetzlichheit, der sich nichts und niemand entziehen kann, obwohl - zum Beispiel - die Gravitation ihr Geheimnis bisher nicht preisgegeben hat. Wir kennen und respektieren (!) die Schwerkraft, obwohl wir sie uns bis heute nicht erklären können.

Schwierig wird es, diesen Gedanken unvermittelt auf den Menschen anzuwenden. Dem Menschen ist, scheint's, seit je eigen, die Gesetze der Natur irgendwie aufheben und überwinden zu wollen. Und irgendwie gelingt das auch. Auf der Flucht vor dem Feind haben Soldaten im Krieg oft Wunder vollbracht. Sie übersprangen Mauern und Hecken, die als unüberwindbar galten. Die Todesangst hob und schob und schleuderte wie ein Engel den Mann über die Hürde.

Grenzüberschreitungen sind imgrunde seelischer Natur. Drogen tragen zu "Bewußtseinserweiterungen" bei. Dies ist der einfache, der kurze Weg. Verdichtete Lebenserfahrung, geistige Substantiierung und Läuterungen, die wie nebenher Horizonte eröffnen, das ist der gewiß weitere, doch letzt1ich unumkehrbare Weg. Dieses Gut nimmt dir nur noch der Tod, während das Nachlassen der Drogenwirkung nur den Katzenjammer des Rauschentzugs beschert.

Manipulation der Psyche geschieht auch auf andere Weise. Musik, Propaganda, gesellschaftliche Umstände, Vermassung und Vereinzelung, religiöse oder quasi-religiöse Kulte suchen und finden den Zugang.

Nicht jeder ist dafür offen. Die individuelle Bedingung ist, wenn nan so will, diesbezüglich aller Anfang. Wer den menschlichen Beziehungen sich nicht - oder nicht mehr - gewachsen fühlt, der wird dazu neigen, die Beziehungsgesetze nicht mehr 'anerkennen' zu wollen. Für ihn scheinen sie ja in der Tat nicht oder nicht mehr zu gelten.

Die psychisch bedingte Manipulierbarkeit der Menschen gehört zum Arsenal gesellschaftlicher und politischer Machtausübung. Was heutzutage auf dem Wege der Werbung und per Unterhaltungsindustrie eher unauffällig und mehr oder weniger unerkannt vor sich geht, war in früheren Zeiten durch Heraussonderung organisiert. Machteliten präparierten sich gewissermaßen selbst; doch die Kampfeliten, die jenen zu dienen und sich ihnen aufzuopfern hatten, schufen sich hermetische Orden, mittels derer sie sich einem besonderen Ordens-"Gesetz" unterwarfen bzw. unterworfen wurden, aber so, daß sie es als eine Hervorhebung und Auszeichnung erlebten. Das Zugehörigkeitsgefühl war das Ferment der Organisation. Der Mensch wurde also nicht nur von außen dressiert, sondern auch von innen konditioniert.

Der Bektasch-Orden ist seiner Entstehung und historischen Funktion nach ein militärischer Geheimbund, ein geheimer Militär-Orden. Was den modernen Geheimdiensten oft mangelt, nämlich die Treue ihrer Mitarbeiter, so daß ihnen der Verrat gleichsam zur zweiten Natur geworden ist, das zeichnete die alten Orden gerade aus.
Im "Orden" aber konstituiert (!) sich der "Verrat". Das besondere Ordensgesetz ist kein Gesetz schlechthin, sondern ein 'Gesetz gegen das Gesetz' - also etwas, das die antijudaische Kritik gegens Judentum vorbringt. Es wird ihm vorgeworfen, sich übers allgemeine Gesetz, das für alle gilt, hinweggesetzt, sich dagegengestellt, ja ein besonderes Gegen-Gesetz sich konstruiert zu haben, durch welches es, das Judentum, sich als ein Besonderes gegen die überwiegende Mehrzahl der Menschheit, eigentlich ja gegen diese selbst: sich zur Herrschafts-Kaste auserwählt und etabliert habe. Nun, für diese These ist vieles vorzubringen, wie auch gegen sie nicht unerhebliche Argumente ins Feld geführt werden. Das ist jetzt nicht unser Thema; aber die Erwähnung des Phänomens mag dann und wann in Erinnerung treten, wenn hier von einem geheimen Militär-Orden die Rede ist. Doch ebenso werden sich erhebliche Unterschiede abzeichnen und aufdrängen.

Anton Josef Dierl schreibt: "Organisatorisch und ideologisch wurde der anatolische Alevismus durch den Bektaschi-Derwischorden zusammengehalten, der sich von Hadschi Bektasch ableitete, sich im Spätmittelalter herausformte und etwa um 1500 n.Chr. durch den Großmeister (Pir) Balim Sultan endgültige Gewalt gewann. - Der Bektaschismus ist im Prinzip mit dem Alevismus identisch. Im engeren Sinn kann der Bektaschismus als der Derwischorden des Alevismus bezeichnet werden. - Der Bektaschismus sicherte sich frühzeitig beim aufsteigenden osmanischen Reich Einfluß, indem er die Janitscharen (etwa um 1350 n.Chr. begründet) unter seinen ideologischen Einfluß bekam. Die Janitscharen nannten sich Söhne des Hadschi Bektasch und trieben einen Kult mit Imam Ali, dessen Kriegertum und Feldherrntum in der islamischen Welt allgemein anerkannt ist. Der Großmeister des Bektaschiordens hatte zugleich Generalsrang der Janitscharen. Der Bektaschorden organisierte mit die Umsiedlung schiitischer Turkmenenstämme von Mittel- und Ostanatolien nach dem Balkan und islamisierte auf dem Balkan, wo er große Erfolge in Albanien und im Kosovo hatte." "Der letzte Großmeister der Bektaschi-Stiftung in Hadschibektasch wie auch die Masse der Aleviten-Bektaschiten unterstützten aus ganzem Herzen Kemal Atatürk in seinem Kampf gegen sunnitische Orthodoxie und Kalifat in seinem Kampf um Republik und Laizismus. Ohne Unterstützung der Aleviten, 25% der Bevölkerung, wäre der Triunph Kemal Atatürks über sunnitische Orthodoxie und Kalifat nicht möglich gewesen" (Backhausen/Dierl: Einführung in den Alevismus-Bektaschismus. MJB Verlag Düsseldorf 1998. S.72 f.).

Die Aleviten-Bektaschiten als vielseitig dienstbare Verfügungstruppe mit vereinfachtem Kodex. Auch die heutige Ali-Rezeption rüttelt am Gesetz und verwischt die Geschichte. Die Gesetzlosigkeit wohnt ihren Lehren inne.

In seiner Gegendarstellung I - feder 25/26, Seite 3 - schreibt Manfred Backhausen: "Es war keineswegs eine Dokumentation in anderer Aufmachung durch meinen Verlag geplant." Lediglich zusätzlicher Umschlag usw.. In meiner Presseerklärung heißt es tatsächlich "in anderer Aufmachung". Das ist zwar nicht falsch, besser und genauer aber wäre (und ist): in ähnlicher (!) Aufmachung. Wie man das nun näher bezeichnet, "Dokumentation... durch meinen (seinen - kkk) Verlag" oder anderswie... Natürlich sollte ich die Arbeit machen, und er wollte einen zusätzlichen Umschlag mit dem Namen seines Verlages liefern. Ich lege das hier vor - gleich am Anfang des Heftes -, damit jeder sich ein Bild davon machen kann.

Weiter heißt es (Ziff.2): "Besagte Broschüre weist u.a. hebräische Schriftzeichen auf, die ich nicht lesen kann, da ich kein Hebräisch beherrsche. Noch viel weniger bin ich in der Lage, hebräische Buchstaben zu schreiben bzw. zu drucken. Meine Urheberschaft für diese Broschüre anzunehnen, ist bereits aus diesem Grunde Unsinn. Ein weiterer Grund der gegen meine Urheberschaft spricht, ist der Umstand, daß ich durch die juristischen Aktionen des Herrn Dr. Köhler finanziell gar nicht in der Lage bin, eine solche Broschüre herauszugeben. Diese Broschüre wurde von mir weder initiiert noch herausgegeben."

Über seine finanziellen Mittel und Möglichkeiten weiß ich nichts zu sagen. Die Indizien sprechen aber nicht gerade für seine Schlußbehauptung. Ausweislich seines Lebenslaufes hat Backhausen Grundkenntnisse in Hebräisch. Außerdem bezeichnet er sich wiederholt als Dozenten oder Referenten für Judaistik. Das ist ohne Hebräischkenntnisse nicht möglich. Gleich in seinem ersten Brief an mich grüßte er abschließend handschriftlich mit "Schalom" - in hebräischen Schriftzeichen. Ich sage nicht, daß er die hebräische Sprache "beherrsche", im Gegenteil, es sind gerade seine wiederholten Fehler im Gebrauch der hebräischen Schrift, die ihn, wenn man so will, entlarven. Er ist Also durchaus "in der Lage, hebräische Buchstaben zu schreiben" und - "zu drucken". Sein Brief vom 26.5.98 (Posteingang: 29.5.98), den ich seinerzeit - in Teilen - als Druckvorlage für den beanstandeten Backhausen-Beitrag benutzte, enthält - als im Text ausdrücklich erwähnte Anlage - selbst ein Beispiel seiner Fähigkeit und Möglichkeit, einen hebräischen Text nicht nur zu drucken, sondern auch zu verstehen. Prüfen Sie selbst (in kkk-feder 27/28 - wR).

In seiner Gegendarstellung II - feder 25/26, Seiten 3/4 - heißt es: "In verschiedenen Ausgaben der Zeitschrift KUCKUCK sowie in diversen Schreiben des KUCKUCK-Herausgebers, Herrn Horst Lummert an die Justiz wird u.v.a. dargelegt, bei den in einer Ausgabe des KUCKUCK wiedergegebenen Briefen von mir, welche sich u.a. mit der Person des deutschen sunnitischen Moslems, Herrn Al Haci Dr. Ayyub Axel Köhler befaßten, handle es sich um Leserbriefe von mir an den KUCKUCK. - Gegen verschiedene Aussagen in diesen beiden Briefen richtete sich ein von besagtem Dr. Köhler angestrengtes juristisches Verfahren gegen Herrn Lummert und mich, zu dessen Inhalten und vor allem zum jeweiligen Wahrheitsgehalt ich hier nichts ausführen werde. - Die o.g. Darstellung durch Herrn Horst Lummert ist falsch. - Bei besagten Briefen handelte es sich um Briefe von mir im Rahmen eines privaten Briefwechsels zwischen Herrn Lummert und mir zu den Themenbereichen Judentum, Islam, islamische Orden, sog. Fundamentalisten, Aleviten, Kurdenfrage etc., welche u.a. zu einem Beitrag des Herrn Lummert zur Kurden- und Alevitenfrage für ein neues Buchprojekt meines eigenen Verlages führte! In beiden Briefen zitierte ich auch nichts aus meinen eigenen Büchern, sondern gab Aussagen daraus lediglich in völlig freier und gekürzter Form wieder. - Bei Vorlage der Originalbriefe durch Herrn Lummert wird dies sofort ersichtlich werden. Weiter widerspricht die in privaten Briefen übliche Form eindeutig einem Leserbrief" usf..

Nun könnte ich mich ja aufs Grundsätzliche zurückziehen und sagen: "Privatbriefe auf diesem Felde gibt es nicht. Leserbriefe werden abgedruckt... Wer an den kuckuck schreibt, weiß, an wen er schreibt. Ich habe von Anfang an niemanden über mich im unklaren gelassen. In der Form konziliant, im Prinzip diamanten..." (vgl. feder 10, Seiten 31 f.). Und das seit 1973! Backhausen weiß das alles.

Aber so einfach mache ich es mir nicht.

Es geht dem Backhausen nicht um Wahrheit, es geht ihm ums Geld. Seine Köhler-Geschichte war ein teurer Spaß, und den soll ich (!) jetzt bezahlen. Dabei hätte doch eher ich einen Grund, ihn für seine Patzereien im kuckuck haftbar zu machen. Das tue ich ja auch, jedoch publizistisch, wie es sich für unsereins gehört. Ansonsten verantworte ich natürlich, was ich zu verantworten habe: die Veröffentlichung zum Beispiel. Im übrigen war ich - bei diesem Autor - nicht vorsichtig genug.

Inzwischen schreibt er doch gar (mit Bezug auf das Versäumnisurteil: vgl. den ersten Satz im "Widerruf" in feder 25/26, Seite 5): "Aus dem vorgeschriebenen Text des LG Berlin ist klar ersichtlich, daß es sich bei den beanstandeten Texten nicht um meine Beiträge handelt, sie erschienen lediglich unter meinen Namen!" (Schreiben vom 1.3.99 an Lummert).

Wenn wir so weitermachen, hat nicht Backhausen, sondern Lummert die Briefe/Texte/Beiträge geschrieben. Bei der hebräisch beschrifteten Broschüre wird ohnehin schon deutlich, daß und warum nicht nur eine jüdische Quelle suggeriert werden sollte, nicht irgendeine, sondern eine besondere, ganz bestimmte.

Zu den Fakten: Teil 1 seines für die Veröffentlichung bestimmten Beitrags kann als Artikel oder als Leserbrief betrachtet werden. Er bezieht sich inhaltlich auf feder 19/20 und erwähnt aus diesem Anlaß erstmals auch Ayyub Axel Köhler. Für diesen Text wählte Backhausen die Überschrift: "Der Weg nach 'Mekka' als gewollter Irrweg", ausdrücklich: "von Manfred Backhausen". Dieser Artikel/Leserbrief beginnt auf Seite 75 und endet auf Seite 77 mit den Worten: "...auch als Moslems könnt ihr euch der historischen Verantwortung nicht entziehen". Teil 2 beginnt auf Seite 77 (feder 21/22), nämlich mit dem Lob Gottes "Baruch ata Adonai...", der lateinischen Umschreibung des hebräischen Spruches in Backhausens (zweitem) Brief.

Seine bisherige Zurückhaltung begründet er damit, daß er, um mich nicht "bloßzustellen", "aus Gründen der Fairnis" (sic! - kkk) "auch unter dem Aspekt erheblicher Kosten für mich durch die unautorisierte Veröffentlichung meiner privaten Briefe", sozusagen "Haltung" bewahrte. Immerhin sind es hier ja noch seine (!) Briefe und nicht etwa meine, die ich nur "unter seinem Namen" veröffentlichte. Seit meiner Presseerklärung freilich ist "ein Gebot der Fairnis (sic! - kkk) nicht mehr gegeben".

Aber Backhausen sagt es: "Bei Vorlage der Originalbriefe durch Herrn Lummert wird dies sofort ersichtlich werden." Ich lege also jetzt vor, was mir einst als Druckvorlage diente - unter Weglassung wirklich privater Passagen im zweiten Teil und jener Backhausen-Behauptungen über Dr. Köhler, die inzwiscben durch Gerichtsbeschluß zu unterlassen sind und bereits als unwahr widerrufen wurden. Teil 1 war von vornherein zur Veröffentlichung bestimmt. Teil 2 enthält auf der letzten Seite die Verfügungsberechtigung: "Wenn Sie wollen, können Sie Teile dieses Briefes frei verwenden." Die fehlende Unterschrift ist im Zeitalter der Computer-Ausdrucke längst üblich geworden. Der Brief selbst läßt an seiner Authentizität keinerlei Zweifel zu. Backhausen selbst hat dies im nachhinein immer wieder bestätigt. Sein taktischer Schwenk in allerjüngster Zeit ist lediglich ein neuer Versuch, seine nicht oder nur teilweise informierten Freunde (!) irrezuführen, falls nicht noch mehr dahintersteckt. (In f 27/28, S.53ff., schließt sich hieran der Faksimiledruck der Briefvorlagen - kkk NETWORK red)

Nun hat Backhausen die merkwürdige Angewohnheit, Dinge zu verdrängen, die ihm unangenehm sind, die ihn belasten. Er befreit sich davon, indem er Materialien an Dritte weitergibt, ja sogar ihre Vernichtung betreibt. Was einmal (wahr) war, soll (es) nicht mehr sein. Genau das aber wirft er seinem ehemaligen Mentor Dr. Köhler vor. Ich kenne Köhlers Vergangenheit nicht. Nach meinen Erfahrungen mit Manfred Backhausen, seinem geradezu frevlerischen Umgang mit der Wahrheit, verlieren seine Behauptungen über Köhler, über den sunnitischen Islam in Deutschland, ihre Glaubwürdigkeit. Und was er Haci Ayyub anhängt, betrifft schließlich vor allem ihn, Backhausen, selbst. Immerhin war er lange Zeit ein wichtiger Mitarbeiter der "fundamentalistischen" Suleymanlis, die hier in Deutschland als "Verband der Islamischen Kultur-Zentren" firmieren. Oder hatte er den VIKZ lediglich unterwandert - gar im Auftrag des militant antisunnitischen Bektaschi-Ordens, dem er - gemeinsam mit Anton Josef Dierl - angehört?

In einem Schriftsatz für Rechtsanwalt Brocks in der Sache "Köhler gegen Backhausen", von dem ich am 31.7.98 zunächst einen "Rohentwurf" erhielt ("Das endgültige Schreiben erhalten Sie auch!", merkt Backhausen handschriftlich an), untermauert der Düsseldorfer den Wahrheitsgehalt seiner Behauptungen über Köhler so:

"Während meiner Zeit als Sunnit, als ich enge Verbindungen mit Dr. Köhler und seiner Familie hatte, habe ich täglich Tagebuch geführt und alle Vorkommnisse und Äußerungen, größtenteils wörtlich aufgezeichnet. Ebenso wurden darin entsprechende Zeitungsbeiträge und sonstige Publikationen, auch von Herrn Dr. Köhler, eingeklebt. Im Jahre 1990 wurde dieses 'frische' Tagebuch dem Aachener Autor Anton Josef Dierl übergeben, damit dieser es für eine mögliche Publikation durchsehen konnte. Nachdem Herr Dierl es für publikationswürdig empfohlen hatte, wurde es ebenfalls im Jahre 1990 dem Inhaber des Cevahir-Verlages und Mitherausgeber der (alevitisch-bektaschitischen - kkk) Zeitschrift GERCEK ILIM DERGISI - ZEITSCHRIFT WAHRE WISSENSCHAFT in Ahlen/Westf., Herrn Halil Ibrahim Cevahir, übergeben, in dessen Archiv es sich heute noch befinden dürfte. In den Ausgaben 15 bis 17 dieser Zeitschrift im Jahre 1990 erschien daraufhin die Serie 'Einmal Sunna und zurück'. Der Beitrag erschien unter dem Pseudonym Joachim Bierwirth und die Namen der beteiligten Personen waren geändert. Ebenfalls im Jahre 1990 erschien mein Buch 'Zu einigen Aspekten des heutigen Islam', herausgegeben vom Türkischen Kulturkreis HBV e.V. in Ahlen. In diesem Buch befindet sich u.a. das Tagebuch eines ehemaligen deutschen Sunniten. Dieses Tagebuch war ebenso Bestandteil des im Jahre 1992 im Cevahir-Verlag, Ahlen, erschienenen Buches 'Islam - kritisch betrachtet'. In beiden Fällen erschien der Beitrag unter dem Pseudonym Joachim Bierwirth und die Namen der beteiligten Personen waren geändert.
"Ohne inhaltliche Veränderungen, jetzt jedoch mit den tatsächlichen Namen etc. erschien das 'Tagebuch eines deutschen sunnitischen Moslems' dann 1996 in meinem Buch Der unbekannte Islam, Islamische Gedankenwelt dargestellt und hinterfragt im Deimling-Verlag, Wuppertal."
An den Anfang seines Schreibens (28.7.98) setzt er die Feststellung: "Ihrer Aufforderung auf Unterlassung verschiedener Tatsachenbehauptungen in meinem Buch Der unbekannte Islam und im Abdruck eines Briefes an den Herausgeber der Zeitschrift Kuckuck in der Ausgabe 21/22 1998, Seiten 75 ff. werde ich nicht nachkommen." Der Kopie des Schreibens heftete er einen Zettel für mich ("Lieber Herr Lummert") bei, auf dem er handschriftlich vermerkt: "Meinen Schriftverkehr können Sie veröffentlichen!"

Immer wieder diese Vermerke: Bedienen Sie sich, drucken Sie, veröffentlichen Sie - hemmungslos. Ein Mann, der alles offenlegt und freigibt und hinterher alles abstreitet - mit gleicher Vehemenz. Auch seine "Mobbing"-Geschichte - "Öffentlicher Dienst anno 1997 / Wie man einen Menschen fertig machen kann / Eine Dokumentation / Nachdruck gegen Belegexemplar gestattet" - erscheint (spätestens) jetzt in einem neuen Licht. Wer diesen Bericht noch einmal liest, nachdem er nun die "Tagebuch..."-Story und ihre ganze Folgegeschichte kennt, muß nachdenklich werden. Und Backhausens Selbstvergleich mit dem nach der Wende entlarvten Günter Wallraff ist auch keine Empfehlung.

Hat er den Islam ausgehorcht? Er hatte das familiäre Vertrauen der Köhlers, verkehrte in ihrem Hause und notierte sich alles, was er bei ihnen aufschnappte. Für wen? Für seine DX-Künste erhielt er in Moskau eine ganz persönliche Auszeichnung. Der Kurzwellenreiter kannte Hinz und Kunz, war Mitglied zahlreicher Organisationen, Vereine, erlangte da einen Vorsitz, dort einen Posten, hielt nebenbei Vorträge, hatte oder nahm sich viel amtsfreie Zeit, die er sogar manipuliert haben soll. Manches spricht dafür, daß ihn Geldsorgen plagten. Irgendwo las ich, ihm fehle ein Unrechtsbewußtsein. Das könnte ich ohne weiteres bestätigen, obwohl ich dem Mann noch nie begegnet bin. Seine Begabung, vor einer Anhäufung von Schwierigkeiten abzutauchen, hat er zur Meisterschaft entwickelt. Er sei kaltschnäuzig, heißt es. Nun ja, eine arge Dreistigkeit fällt schon auf, und ich weiß nicht, wie er das seelisch und geistig durchhalten will. Will er's überhaupt? Er stand eine Zeitlang in Diensten der Polizei, war Mitglied der Polizeigewerkschaft. Man bekommt ein Gefühl dafür, daß dieser Mann über die Strickleitern von SPD und Gewerkschaften, Heimatvereinen usw. an der Verwaltungsarbeit vorbei in amtliche und beziehungsreiche Höhen stieg. Oberamtsrat in einer Landesregierung, graduierter Diplom-Verwaltungswirt, Dozent für Staatsrecht am Institut für öffentliche Verwaltung NW in Hilden, Mitglied bzw. Vorsitzender in zwei Ausschüssen des Landesprüfungsamtes für Verwaltungslaufbahnen, Besoldungsgruppe 13 und das Sprachproblem mit der Konjunktion... Kein Problem im SPD-Filz Nordrhein-Westfalens. Nicht schlecht. Und dann die ehrenamtlichen Tätigkeiten als Referent für Judaistik und Islam an der Seniorenakademie e.V. linker Niederrhein in Mönchengladbach, für Islam und Alevismus bei verschiedenen Organisationen bundesweit... Da bleibt immer noch Zeit für einen eigenen Verlag und 'ne Statistenrolle am Theater. Vielleicht hätte er sich viel mehr der Schauspielerei widmen sollen... Doch immer jammern ums liebe Geld. Und die Frühpension einstreichen, da merkt man die Absicht, hintergründig natürlich, völlig unbewußt, aber nicht unrechtsbewußt, wie gesagt. Seine Schwachstellen wirken wie ausgekocht, mindest abgebrüht, aber das ist doch ganz anders.

Als feder 25/26 erschienen war, hörte ich von verschiedenen Seiten und unabhangig voneinander, daß der Dierl sich bei den Moslems "eingeschlichen" habe, zumindest erhalte man bei der Lektüre diesen Eindruck. Bektasch. Von den Aleviten-Bektaschiten führt ein direkter Weg zur kurdisch-alevitischen PKK, einer straff durchorganisierten - fascho-kommunistischen - Geheimarmee, einer weltweit stationierten Terrorgemeinde par excellence.

Die Titelseite von feder 19/20 trug die Texteinlagen: Deutsche Muslime! Der Islam ist kein Weg aus der historischen Verantwortung. Wider die Blasphemie von "Gottessohnschaft", "Anal Haqq" und "Führerstaat". Die islamische Renaissance ist nur als Befreiung aus den Gespinsten der polytheistisch-pantheistischen Unterwanderung des Islam, als Kampf gegen den irrational-obskuren Derwisch-Sufismus für einen Fundamentalismus der Aufklärung in Religion, Philosophie und Politik denkbar, mithin als TORAH LEFT. Die Organisationsform des mündigen Menschen ist das geschriebene Wort. Mystagogen sind Täuscher. Mystische Erfahrungen lassen sich nicht lehren. Lehrbare Techniken sind Dressuren der Unterwerfung, Zügel der Hörigkeit.*

Darauf reagierte Manfred Backhausen prompt - indem er den gleichsam programmatischen kuckucks-Text ummünzte, ummünzte auf den Sunnismus und 'seinen' Dr. Köhler, damit aber ins Gegenteil verkehrte. In selben Heft, auf Seite 4, finden wir aus Anlaß der Naqshibandi-Osmanen den kkk-Hinweis: "Betrachte Sufi-Orden als geheime Polit- und Militär-Organisationen fremder Mächte. Derwische sind Feinde der Demokratie."

In feder 15/16 war Dierls Aufsatz über Mansur Halladsch ("Anal Haqq") erschienen. Thema sind die Assassinen, die auch mit den Aleviten in Zusammenhang gebracht werden. Die Assassinen waren eine "batinistische" Kampftruppe, eine verdeckte Mörderbande, die sich nicht scheute, mit den Kreuzrittern gemeinsame Sache gegen den sunnitischen Islam zu machen, und auf den erfolgreichen Heerführer Saladin mindestens einen Mordanschlag verübte. In feder 17/18 druckte ich aus dem Buch, "Die Opfer sind schuld! Machtmißbrauch in Pakistan. Eine Dokumentation" von Manfred J. Backhausen und Inayat K. Gill, einem pakistanischen Christen, unter Mitarbeit von Shaikh Raheal Ahmad, das "Interview mit Seiner Heiligkeit Murza Tahir Ahmad, Khalifatul Masih IV., Geistigem Oberhaupt der Ahmadiyya-Moslem-Bewegung, am 13.Februar 1993 in der Londoner Moschee" (Auszug), worin zum Ausdruck kommt, daß die religiös Verfolgten, wo sie Macht ausüben, genauso autoritär herrschen wie ihre Verfolger, daß sie austauschbar sind. Gleich anschließend stand mein Beitrag über die Kurden.

Langsam entwickelte sich hier eine Kontroverse, die, mag sie sonst auch überlesen worden sein, von Anton Josef Dierl mit Gewißheit registriert und verstanden wurde. Auch die Einmischung Dirk Schröders, der sich spontan mit Halladsch identifizierte, lief auf die Frage hinaus, die bereits auf der Titelseite von feder 15/16 formuliert worden war: "Gott oder nicht Gott, Gerechte oder Teufel, das ist hier die Frage. Die Lehrbücher der Menschheit und die verschlüsselte Jahrtausendbotschaft. Verschwörungstheorien wider Gesetzesverständnis und Die jüngsten Signale aus der Schweiz. Das Projekt Yishmael zeigt eine neue Seite auf." In der Tat.

Während Dierl in Briefen und Aufsätzen die Herausforderung indirekt annahm, lenkte Backhausen mit seiner Intervention - "Der Weg nach 'Mekka' als gewollter Irrweg" in feder 21/22 - davon ab, daß auch er gemeint war, vielleicht nicht substantiell, aber doch im institutionellen oder organisatorischen Kontext.

Sowohl Dierl als auch Backhausen definieren sich aLs "Aleviten-Bektaschiten". Nicht nur aus dem Briefwechsel mit Tarik E. Knapp wissen wir, daß ein Bektaschi-Draht direkt in die Militärische Spionage und Spionage-Abwehr führt, geschichtlich darüber hinaus - oder zurück - zum "Germanenorden" und zur "Thule-Gesellschaft" samt ihrem Gründer, dem tollen Hund der antijüdischen Hetze Sebottendorff, den am 8. Mai 1945 im Marmara-Meer die verdiente Strafe ereilte. Der kuckuck zitierte in feder 23/24 ausführlich aus: Werner Maser, Adolf Hitler, zu diesem Komplex.

Im Jahre 1954 erschien beim Verlag Hermann Bauer KG in Freiburg/Breisgau eine schmale Broschüre von rund fünfzig Seiten Umfang:

"Die geheimen Übungen der türkischen Freimaurer. Der Schlüssel zum Verständnis der Alchimie. Eine Darstellung des Rituals, der Lehre und der Erkennungszeichen orientalischer Freimaurer. Bearbeitet von Rudolf Freiherr von Sebottendorf (sic! - kkk). Neu durchgesehen und mit einer Einleitung versehen von Waltharius" - ich habe hier die "3. verbesserte und vermehrte Auflage".
Das Büchlein ist "Dem Andenken des früheren Sekretärs der türkischen Botschaft in Bern Herrn P. SCHWIDTAL gewidmet!".
Dokumente einer Dressur. Gleich in seiner Einleitung schreibt Waltharius (?!): "Dies Büchlein enthält als das Primärste gewisse Übungen einer mohammedanischen mystischen Richtung, nämlich die alchimistischen Exerzitien des Ordens der Bektaschi-Derwische. Wollte man vergleichsweise in den christlichen Religionen etwas nach außen hin annähernd in seinen geistigen Wirkungen aber in letzter Hinsicht zum gleichen Ziele führendes suchen, könnte man diesen Übungen nur die geistlichen Exerzitien des Ignatius von Loyola an die Seite stellen."
Es wird auch auf Unterschiede hingewiesen; aber die "Übungen" zeigen, was vorausgesetzt und was letztlich angestrebt wird. Auch die Vergleiche mit dem japanischen ZEN bestätigen eher, als daß sie davon abbringen würden, daß es sich, wo von "uralten Geheimnissen" gesprochen wird, um die Installation geheimer Militär-Strukturen handelt. Heute spricht man von Militärischen Geheimdiensten, aber in unserm Fall geht es um mehr als etwa Informationsbeschaffung. Wir haben es mit operativen Orden zu tun, die aktiv in die Geschichte eingreifen wollen, d.h. die Politik als eines ihrer vornehmsten Aktionsfelder betrachten.
Nicht zufällig tummeln sich darin so viele Diplomaten. Die Orden versprechen ihnen, hinter einem Vorhang aus Religion und Mystik - im Auftrag oder aus Ehrgeiz - (doch noch) Macht erlangen zu können. Vielleicht bildet sich da in der Moderne eine zweite Führungsschicht heraus, die freiwillig, aus eigenem Antrieb, das tut, wozu das Basispersonal erst gedrillt werden muß. Solche Orden bestehen aus Unterdrückung und Unterwerfung, einem sado-masochistischen Meister-Jünger-Verhältnis. Das Verfügungspersonal genießt - scheinbar - Vorrechte, mehr Freiheiten als der normale (hier:) Moslem. Aber das Ordensfußvolk, und das sind, bis auf ganz wenige, eigentlich "alle", soll in erster Linie gehorchen. Der Muride steht unter der permanenten Todesdrohung seines Meisters. Der schwarze "Rabenkopf" des Dompteurs begleitet ihn Tag und Nacht. Der Schüler hat zu tun, was der Lehrer ihm befiehlt. Der aber befiehlt nicht den Umgang mit Büchern, sondern deren Meidung. Er sagt nicht, bewahre dir einen klaren Kopf, er sagt: Du darfst Alkohol trinken, darfst Drogen nehmen, darfst tanzen und Schweinefleisch verzehren... Doch dahinter steht der Befehl an die Exerzierwebel, die Sklavenschmiedegesellen: Mach sie zu willenlosen Werkzeugen, versetz sie in Trance, mach sie 'besoffen', seziere ihre Persönlichkeit, nimm ihnen die Würde, erniedrige sie, schneide ihnen die Seele heraus, das Gewissen, ihre Identität, und sage ihnen, dies sei das Höchste, sei die wahre Freiheit und edelstes Herrentum... Und wie macht man das? Die Exerzitien, die "Übungen", sind das Mittel zu diesem Zweck.
Ein paar Formeln werden ihnen eingeprägt; die "Tafel des Propheten" verstärkt, was sowieso keiner verstehen soll. Um so größer das Erstaunen der esoterischen Analphabeten, die ja nur Hand an sich legen sollen. Eine kleine Reihe von "Zeichen" und "Griffen" erzeugt im Schüler den nötigen Qualm.
Es beginnt mit dem "I-Zeichen. Die rechte Hand wird geballt, und aus der geballten Hand wird der Zeigefinger gerade ausgestreckt; richtet man die Hand nun so auf, daß der Finger in die Höhe weist, so stellt man das I dar."
Nun folgt das "A-Zeichen. Die Hand wird so gehalten, daß alle Finger in einer Ebene liegen; der Daumen wird nun aufgerichtet, er bildet mit der Linie des Zeigefingers einen Winkel von 90 Grad, einen rechten Winkel."
Schließlich das "O-Zeichen. Man krümmt Finger und Daumen der gewinkelten Hand, so daß die Spitze des Daumens gerade die Spitze des Zeigefingers berührt, es bildet (sic! - kkk) dann Daumen, Zeigefinger und der Teil der Hand zwischen diesen beiden Fingern einen Kreis, ein O. Die Übungen werden mit emporgestrecktem Arme vorgenommen..." (16).
Jeder Autofahrer kennt das heute; aber es sind "nicht nur Symbole im besten Falle, sondern magische Handlungen, dazu bestimmt, feinere Strahlungen der Urkraft aufzunehmen, sie dem Körper einzuverleiben und dadurch den Körper geistiger zu machen, dem Geiste das Übergewicht über den Stoff zu verschaffen" (16).
Die drei Vokale I, A und O sind das "Geheimnis" der Sklavenauslese. Es folgen die "Griffe": "Die Griffe werden mit der Hand an verschiedenen Teilen des Körpers ausgeführt." Da gibt es den "Halsgriff", den "Brustgriff", den "Mittelgriff" und den "Meister- oder Bauchgriff". Der ist das Höchste oder Tiefste. "Es ist nicht notwendig, daß Brust-, Mittel- und Bauchgriff am unbekleideten Körper vorgenommen werden, er kann unbedenklich bekleidet sein. Doch empfiehlt sich keine Bekleidung aus Seidenstoffen" (17). So geht es über "Vorarbeit", "Hauptarbeit" und "Nacharbeit" (18). Zur "Hauptarbeit" heißt es: "Täglich 5 bis 10 Minuten. Sieben Tage die angegebenen Übungen der Vorarbeit wiederholen. Nach dem sechsten Tag führt man mit der gewinkelten Hand den Zeigefinger nach der Belebung durch SA an die Nase: spürt man einen feinen Schwefelgeruch..." (19).
Sebottendorf (sic! - kkk): "Damit glaube ich meine Aufgabe erfüllt und den Nachweis erbracht zu haben, daß in den Vokalen, mit Zeichen und Griff verbunden, das Geheimnis der alchimistischen Arbeiten steckt; ich schließe daher, da ich später noch andere Meister zitieren werde, mit den Worten, die der vielverkannte Baseler Freimaurer Leonhardt Thurneisser als Schlußwort an seine Leser richtete. Thurneisser hatte im Jahre 1586 eine Vereinigung der reformierten und lutherischen Logen zu einem großen Verbande der Rosenkreuzer zusammengeschlossen; die Fama vom Jahre 1614 gedenkt seiner als des Vaters der Rosenkreuzer und erwähnt auch seine beiden Wörterbücher zu den Schriften des Paracelsus. Diese Wörterbücher sind nur in Logenkreisen bekannt geworden und heute wohl nur in einigen Exemplaren vorhanden. Das eine führt den Titel: 'Hermeneia, das ist Onomasticum Interpretatio oder erklerunge Leonhardt Thurneyssers zum Thurm über die frembden vnd vnbekannten Wörter in den schriften Theophrasti Paracelsi', es ist 95 Seiten stark und wurde 1574 in Berlin gedruckt. Die beiden letzten Seiten enthalten ein gereimtes Schlußgedicht an den Leser. Thurneisser vertritt darin die Ansicht, daß die freimaurerische Praxis zu besserer und höherer Erkenntnis führe, als der Besuch der größten Universitäten. Unsere Handgriffe, sagt er, erschließen uns die Wahrheit viel besser und deutlicher als alle Bücher" (37). In seinem "Schlußwort" beglückt Sebottendorf (?) seine Leser mit einem Zitat: "Aus einem alten Traktat des österreichischen Freimaurers Lampspring, der um die Mitte des XIV. Jahrhunderts lebte, seien die Worte angeführt, die ich versprochen hatte: '...Wenn wir sie andern kund täten und zeigten, würden uns gewiß Männer und Weiber und Kinder verspotten. Drum seid bescheiden und verschwiegen, dann werdet Ihr in Frieden leben und ohne Sorge sein, nicht nur dem Nächsten, auch Gott gegenüber, der die Kunst gibt und sie verheimlicht wissen will'" (51 f.).
Die Unwissenheit muß sich verbergen, das einzige, das sie wirklich weiß. Daraus resultiert auch der Haß auf das - orientalische, hebräisch-arabische - Wissen. Der restriktive Ordens- und Ghettogedanke ist europäisch ("arisch") konditioniert.
Der im Geiste eher simple, letztlich dem Abendland sich verdankende Bektaschi-Orden eignete sich aufgrund dieser Umstandsgeschichte zur Kaderorganisation der eingefangenen und nun zu disziplinierenden, ihrer Herkunft nach christlichen Janitscharen-Novizen. Was im vorigen Jahrhundert zu zerfallen schien, ist in neuer Gestalt und völlig zeitgemäß unter uns tätig.

Drei Kelmis-Dokumentationen sind bisher erschienen - weitere angekündigt. Die erste und die zweite kamen als Broschüren, eine dritte ging mir - zusammen mit der zweiten Broschüre - als DOS-Diskette zu. Doku I erhielt ich am 19.10.98; sie löste meine Presseerklärung vom 20.10.98 aus. Doku II + III erhielt ich am 4.2.99. Den Ausdruck der Diskette - Doku III - hatte ich am 6.2.99 auf meinem Schreibtisch. Alle drei "Dokumentationen" tragen als Haupttitel "Das Tagebuch eines ehemaligen deutschen sunnitischen Moslems und die Folgen..." (I + II) bzw. "Das 'Tagebuch...' aus ISLAM kritisch betrachtet" (III). Doku I hat den Untertitel: "Der Versuch sunnitischer Kreise in Deutschland, einen Kritiker mundtot zu machen!" - und Doku II: "Von der grauen Eminenz zum 'liberalen' Zuchtmeister des Islan in Deutschland: Al-Hadschi Dr. Axel Ayyub Köhler". Doku II steigert sich in eine nur noch auf die Person Köhler gerichtete Polemik hinein, die als in der Grundtendenz anti-islamische Stimmungmache äußerst fragwürdig ist. Dabei ist eine Diskrepanz auffallend, nämlich die zwischen der Behauptung, Axel Köhler sei letztlich ein "fundamentalistischer" Radikaler, und den beigebrachten Belegen: Beiträgen aus früheren Ausgaben islamischer Zeitungen in Deutschland, in denen der Autor Köhler als ein vernünftiger und konsequenter Moslem die Interessen seiner Religion vertritt. Doku II hat auf der Titelseite und der vorderen Umschlaginnenseite wiederum die falschen hebräischen Zeichen gesetzt; erstmals richtig im selben Heft gegen Ende (die Seiten sind nicht numeriert) - im "Hinweis des Autors und der Mitarbeiter" - die abschließenden Worte: "Mit herzlichen Grüßen (hebr.:) Eli Schalom". Doku III ist ein Nachdruck von "Islam kritisch betrachtet" plus Editorial. Darin heißt es: "Hallo, Salam und Schalom! Da sind wir wieder. Obwohl es einigen Leutchen nicht paßt, machen wir weiter mit unserer Aufklärung. Getreu unserem Motto: 'Wer sich nicht wehrt, lebt verkehrt!'" (...) "Zugleich erlauben wir Ihnen ausdrücklich unsere Dokumentationen (Broschüren und Disketten) zu vervielfältigen und an weitere Leser zu geben. Als nächste Dokumentation wird etwa im Mai 1999 erscheinen: Der Einfluß politischer Kräfte innerhalb des Islam, dargestellt an den Personen des deutschen sunnitischen Moslems Al Hadschi Dr. Ayyub Axel KÖHLER, des deutschen Mitgliedes des Nakschibendi-Ordens Ustad Tarik Erich KNAPP und des Leiters des Islamischen Zentrums Aachen Nadeem ELYAS. Im Anschluß an das Tagebuch veröffentlichen wir auf Wunsch unserer Leser auch noch einmal das Netzwerk islamischer Organisationen in Deutschland, aus dem die besondere Rolle des oben genannten Dr. Köhler gut zu ersehen ist." Die gleiche Skizze ist auch auf der Rückseite von Doku II abgedruckt - mit den Zusätzen: "Wie die Spinne im Netz: Al-Hadschi Dr. Axel Ayyub Köhler" und, ganz unten rechts: "Skizze: Udo Krocks, Ha", der Rest ist mit Gewebeband überklebt; offensichtlich eine Anspielung auf RA Uwe Brocks, Hamburg.

In dem Archiv-Material, das mir Backhausen am 15.10.98 zuschickte, finde ich eine ähnliche Skizze unter dem maschinenschriftlich eingetragenen Datum: 1. Ramadhan 1409 / 6. April 1989. In der linken unteren Ecke steht ein Stempelabdruck: F. Bashir Ahmad Dultz, mit Bonner Adresse. Rechte obere Ecke handschriftlicher Vermerk Backhausens: "Zugeleitetes 'Islamisches Netzwerk' des deutschen Moslems Dultz, ca. 1990 zugesandt!" Oben in der Mitte zwei quadratische Graphiken, nicht eindeutig stilisierte Schriftzeichen. Aus dem einen ist ein linksgerichtetes Hakenkrenz zu ersehen. Die Skizzierung des "Netzwerks" in Doku II + III ist ohne jeden Zweifel von der Dultz'schen Vorlage abgekupfert und um weitere "Netzwerk"-Teile ergänzt worden. Vgl. Nachdruck auf Seite 70.

Eine erste Überprüfung ergibt, daß die handschriftlichen Nachträge aus Backhausens Pfot stammen, jedenfalls zum größten Teil.

Eine genauere Untersuchung der Diskette - Doku III - brachte eine Überraschung. Sie wurde bereits in feder 25/26 auf Seite 100 (Rücken) demonstriert. Danach trägt der gespeicherte "Tagebuch"-Text die Quellenbezeichnung: Verlag Kelmis Belgien Verlag M. Backhausen / M. Backhausen Microsoft Word 8.0 MJB Verlag Düsseldorf Verlag usw.. Der Code-Brecher versichert ausdrücklich, daß die Quellenangabe sich auf den gesamten Inhalt, also auch aufs Editorial bezieht. Vgl. auch S.38.

In Doku II sind Teile meines Briefes vom 2.9.98 ans Landgericht Berlin in der Zivilrechtssache "Köhler gegen Lummert", von dem ich seinerzeit Backhausen eine Kopie schickte, noch einmal mißbräuchlich abgedruckt worden; rechtlich und im Kontext deplaciert.

Backhausens Angewohnheit oder orthographische Schwäche, statt der Konjunktion "daß" (den bestimmten Artikel oder das Demonstrativ- bzw. Relativpronomen:) "das" zu schreiben, fällt auch an den redaktionel1en Doku-Eintragungen auf.

Und noch etwas: Die dort veröffentlichten Dokumente sind großenteils identisch mit denen, die Backhausen mir gesammelt zuschickte - zu seiner Entlastung, als gewohnheitsmäßige Verdrängung und Abschiebung von Beweismaterial? Vielleicht vorsorglich schon zu meiner Belastung?

Dies wäre ein weiteres Indiz für den Verdacht, daß da "was im Busch" war - seit längerem.

Mit dem fingierten Dierl/Backhausen-Brief an Knapp fing es wohl an. Die hebräischen Buchstaben auf den Dokumentationen sind das zweite Indiz. Die Zusendung des Archiv-Materials lag zeitlich knapp vor der Versendung von Doku I. Ich erhielt das Material am 15.10.98. Die Büchersendung mit Doku I trug den Poststempel vom 17.10.98 (vgl. "Presseerklärung" vom 20.10.98). Meine Interpretation: Als die Broschüre Doku I fertig war, wurde mir das Grundmaterial der gesamten Dokumentation I + II, soweit ich es nicht sowieso schon hatte, zugesandt.

Meine Ablehnung der Druckvorschläge Backhausens (Extra-Umschlag usw.) trägt bereits das Datum vom 15. September 1998. Die Zusendung hatte also nicht den Zweck, eine Dokumentation im kuckuck zu befördern. Sollte ich also tatsächlich "reingelegt" werden? Je genauer ich mir die Fakten in ihrer zeitlichen Aufeinanderfolge betrachte, desto stärker wird der Verdacht. Die ganze Geschichte nimmt Konturen an, und sie leitet sich her aus den prinzipiellen Gegensätzen, die bei genauerem Hinschauen ja in der Tat eine antagonistische Natur haben.

Wenn es mit dem Brief an Tarik E. Knapp anfing, so fing es an mit dem Vorwurf, der "aufdringliche Jude" Lummert "will spalten, Verwirrung anstiften; er will die im Islam leider herrschende Spaltung und Verwirrung noch verschärfen" (vgl. feder 23/24, Seite 4). Zieht man nun aber in Betracht, daß von dieser Absicht in Wahrheit der ideologische Alevismus-Bektaschismus angetrieben wird, so bleibt nur noch ein kleiner Schritt zu der Erkenntnis, daß diese gottlosen Geheimniskrämer ihre anti-islamischen Machenschaften zu Lasten - und jetzt auch noch auf Kosten (!) - des "jüdischen" federlassers kuckuck austragen wollten. Ähnlich hantiert Tarik Knapp mit der Kunstfigur des "Nazijuden", der doch nur von Knapps islamo-faschistischen Überdrehtheiten ablenken soll. Denunziationen dieser Art fallen heute im deutschsprachigen Raum auf fruchtbaren Boden. Die "Arier" kommen sich näher. Der Bieler Esoteriker Dirk Schröder ist Boden und Sämann zugleich. Die Dinge werden einfach verkehrtherum aufgehängt. Erstaunlich, gleichwohl, daß Menschen sich daran beteiligen, denen ich so was - früher - nie zugetraut hätte, allen Zwistigkeiten zum Trotz. Vielleicht hat der Islam in Deutschland noch eine Chance, seine wahren Feinde zu erkennen.

Hinweis
Am 1.3.99 schrieb Backhausen an Lummert: "Ich möchte Sie sehr höflich bitten, künftig das Porto zu sparen und mir den KUCKUCK nicht weiter zuzusenden. Ich habe weder Lust noch Zeit mich weiter mit dem KUCKUCK zu befassen." Der Brief traf am 3.3.99 bei Lummert ein. Das Backhausen-Sonderheft feder 27/28 erschien am 25.3.99. kkk NETWORK red

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