Das Internationale Komitee Luxemburg (IKL) wird nichts dagegen einwenden, wenn Herr Bucerius in seiner Zeitung behauptet, daß die Jugend an den Ereignissen des Dritten Reiches nicht interessiert sei; es wird jedoch nicht gestatten, daß er zum Beweis dieser Behauptung die Honorabilität des Generalsekretärs Calic in den Schmutz zieht. Das Komitee, seine Mitglieder, Förderer und Freunde verdienen mit der Forschungsarbeit kein Geld; das gilt auch für den Generalsekretär. Somit ist es eine bösartige Verdrehung der Tatsachen, wenn der Besitzer des Wochenblattes, der durch den Verkauf von Informationen, Kommentaren und seinen "Dossiers" zum reichen Mann wurde, den Generalsekretär des IKL zum "Finanzier" erklärt und ihm unterstellt, es sei ihm dank seines "balkanesken Timbres" und seiner "Eintreibermethoden" gelungen, Geld für seine "Werbeveranstaltungen" zu besorgen. Diese Unterstellung ist eine schwere Beleidigung, die das gesamte IKL trifft, präsentiert Herr Bucerius damit ein Gremium von hochangesehenen Wissenschaftlern als Statisten eines Stückes, das der Generalsekretär, mit riesigen Geldmitteln ausgestattet, zum Zwecke der persönlichen Reklame inszeniert hat.
Richtig ist indes, daß Herr Bucerius starke Finanzmittel einsetzen kann, um sich Publizität zu verschaffen, schließlich ist er der Besitzer eines kaufmännischen Presseunternehmens. Das Komitee verkörpert einen Verein ohne lukrative Ziele, seine Mitglieder und sein Generalsekretär arbeiten unentgeltlich, ehrenamtlich. Bei der Gründung des Komitees hielt man sich an das Goethe-Wort von der Forschung: "Als nun Wissen so ungeheuer Überhand nahm, taten sich Privatleute zusammen, um, was dem einzelnen unmöglich wird, vereinigt zu leisten."
Zweifellos ist es einem Wochenblatt nicht möglich, Themen aus den komplizierten Gebieten Gerichtsmedizin, Thermodynamik, Kriminalistik, Jurisprudenz, Linguistik, nationalsozialistische Geheimdienststrategie, planmäßige Vorbereitung der Endlösung u.a.m. wissenschaftlich-sachlich zu behandeln und auch noch ein Geschäft zu machen. So wird es zu einer Frage der Moral, wenn es jemand für richtig erachtet, die oben genannten Sachgebiete, die das IKL in seinen Publikationen (und in Sammelbänden) darstellte, von Amateuren und Personen, denen der Ruf, ein Hans Dampf in allen Gassen zu sein, anhängt, einer großen Leserschaft präsentieren zu lassen. Der Vorgang erhält indes einen juristischen Aspekt, wird zur Sache des Gesetzes, wenn dabei ein Wissenschaftler aus politisch-ideologischen Gründen in den Schmutz gezogen wird und wenn Gewährsleute wie Frau Wiedemann und Herr Tobias, aber auch der Kronzeuge Zwart, vorgeschoben werden mit dem Ziel, die Ergebnisse ihrer unerlaubten Handlungen als attraktive Lockobjekte zu verkaufen.
In allen zivilisierten Ländern - also auch in der Bundesrepublik - gestattet es die Jurisprudenz nicht einmal, daß eine im öffentlichen Leben stehende Persönlichkeit in einem Roman unwahrheitsgemäß dargestellt wird, muß dies doch zur Verunglimpfung des Ansehens und zur Zerstörung des Lebensbildes des Betroffenen führen. Fände in einem solchen Fall keine Ahndung statt, wäre es um das Kulturerbe schlecht bestellt, könnten Verleger, um Andersdenkende zum Schweigen zu bringen oder auch nur um des Geschäftes willen, jeder mißliebigen Person Skandale anhängen. Die Konzession, ein Presseorgan privat führen zu können, bringt eine große Verpflichtung mit sich. Um dem Mißbrauch der Pressefreiheit durch den Eigentümer eines Massenmediums vorzubeugen, gibt es nicht nur das Presse-, das Zivil-, das Straf- und das Standesrecht, es existiert auch eine sich immer stärker akzentuierende Bestrebung der Redakteure, Mitgestaltungs-, Mitsprache- und Mitverwaltungsrechte in der Zeitung zu erhalten. Hätte 'Die Zeit' dieses Prinzip angewandt, wäre es zu dem vorliegenden Skandal gewiß nicht gekommen, denn es ist auszuschließen, daß sich die gesamte Redaktion mit Methoden, wie sie die Viererschaft anwandte, zu identifizieren bereit gewesen wäre. Es ist ferner auszuschließen, daß alle 'Zeit'-Redakteure ausnahmslos Emotionen an die Stelle von Fakten gestellt hätten, wie dies Frau Dönhoff, Herr Sommer und Herr Janßen taten. Die Redaktion hätte einen Beschluß erbracht, wonach die verschiedenen wissenschaftlichen Disziplinen allein von Fachleuten begutachtet worden wären, sie hätte es nicht zugelassen, daß eine in jahrelanger Arbeit erstellte Forschung, die immerhin unter der Oberleitung einer Persönlichkeit wie Prof. Eugen Kogon zustande kam, auf die bekannte Weise vernichtet wurde. Eine demokratisch entscheidende Redaktion hätte auf das Ansehen ihrer Zeitung Rücksicht genommen.
'Die Zeit' aber hat durch ein 'Zeit'-Dekret und in 'Zeit'-Form die historische Wahrheit verordnet, sie hat durch ein ebensolches Dekret das Lebensbild und Lebenswerk des Generalsekretärs zu vernichten gesucht, hat sich auch nach allen Einsprüchen und nach den empörten Protesten der Professoren Kogon und Hofer sowie nach dem Erscheinen der 'Voix de la Résistance' geweigert, das begangene Unrecht wiedergutzumachen. Nicht einmal die dokumentarischen Gegenbeweise, die der Rechtsanwalt des IKL, Herr Wolfram-Dietrich von Moers, Berlin, am 4.Juni 1980 an die Herausgeber schickte, konnte die Verantwortlichen von ihrer Rufmordabsicht abbringen. Wie fest diese Absicht verwurzelt sein muß, zeigt nicht zuletzt die bereits erwähnte Tatsache, daß dem Herausgeber Sommer und dem Redakteur Janßen lange vor dem Start ihrer Verleumdungskampagne nahezu alle dokumentarischen Gegenbeweise - und vom Opfer selbst - zur Verfügung gestellt worden waren.
Damit dürfte hinreichend bewiesen sein, daß sich die Führung der 'Zeit' freiwillig und vorsätzlich zum Handlanger der Frau Wiedemann und des Herrn Tobias machte, daß sie zudem, die Billigung der gesamten Redaktion vortäuschend, damit ihre Auffassung von der Urheberschaft am Reichstagsbrand, nämlich die Unschuid der Nationalsozialisten, gegen jeden wissenschaftlichen Beweis durchzusetzen versuchte. Als wichtigstes Mittel in der Durchsetzung dieses ideologischen Anspruchs wählte sie die Kriminalisierung des Generalsekretärs, der nach der 'Zeit'-"Enthüllung" für das gesamte Komitee, seine Freunde und Förderer nicht mehr tragbar sein sollte.
Nun war der Generalsekretär des IKL kurz nach der Gründung des Komitees - nämlich im September 1968 - schon einmal das Opfer einer von Herrn Tobias ferngesteuerten Provokation geworden. 1971 setzte sich diese Machenschaft mit der Anzeige fort, die der Initiator wegen angeblich falscher Beschuldigung bei der Berliner Staatsanwaltschaft erstattete und der Presse mitteilte, Calic werde in Kürze aufgrund des § 164 StGB verurteilt werden. Daraufhin veröffentlichte 'Die Zeit' im Februar 1971 einen Großangriff auf das IKL, seinen Generalsekretär und den israelischen Historiker Bloch. Den Artikel hatte Herr Mommsen verfaßt. Die Beobachter waren denn auch nicht besonders erstaunt, als der 'Zeit'-Angriff prompt in der Akte des Staatsanwalts landete. Über die von Tobias erstattete Anzeige und Beschwerde entschied in letzter Instanz das Berliner Kammergericht; es wies beide als "unzulässig" zurück. In dieser Affäre hatten, wie sich nachweisen ließ, zwei Zeugen Falschaussagen gegen Calic gemacht, was zur Folge hatte, daß die Justiz vier Jahre lang mit dieser Sache belastet wurde. Dennoch verzichtete der Generalsekretär, auf Anraten des IKL, auf die Verfolgung von Herrn Tobias, da man es für unwürdig hielt, dieses Spiel mitzuspielen; wichtige Arbeiten standen auf dem Programm. Aktenkundig aber ist geworden, daß der Kronzeuge des Herrn Tobias, der einstige SA-Sturmführer Franz Knospe, Berlin, bei der Kriminalpolizei eine Falschaussage machte, die er vor der Staatsanwaltschaft widerrief. Ein weiterer Zeuge des Herrn Tobias, der die erste Behauptung des SA-Sturmführers bestätigt hatte, mußte - da angeblich weder Knospe noch der hannoversche Verfassungsschutzbeamte Tobias seine Adresse anzugeben vermochten auf dem Dienstwege in ganz Deutschland gesucht werden. Der "Zeuge" wurde schließlich in Hannover - Wohnsitz und Dienststelle des Herrn Tobias - ausfindig gemacht. Auf dem 9. Polizeirevier bezeugte er die Richtigkeit der ersten von Knospe widerrufenen Aussage. Damit war das Trauerspiel noch nicht zu Ende: Frau Wiedemann und Herr Tobias, die sich mit dem Ausgang dieses Verfahrens nicht abfinden wollten, behaupteten in ihren Pamphleten, der Generalstaatsanwalt beim Kammergericht in Berlin habe aus politischen Gründen entschieden. Sie unterschlugen dabei, daß das Kammergericht in letzter Instanz die von Tobias angestrengte Dienstaufsichtsbeschwerde zurückgewiesen hatte.
Über dieses unrühmliche Kapitel der deutschen Zeitgeschichtsinterpretation berichteten: 'Sunday Times', 'Corriere della Sera', 'Die Mahnung' (Berlin), 'Freiheit und Recht' (Bonn), 'La Voix internationale de la Résistance' (Brüssel) - die letztgenannte Publikation wird als Musterbeispiel für die unglaublichen Provokationen, deren Opfer Calic wurde, im dritten Dokumentationsband veröffentlicht.
Die Abfuhr, die das Kammergericht den Intriganten erteilt hatte, befriedigte weder Frau Wiedemann noch Herrn Tobias noch 'Die Zeit'. 1976 erstattete Frau Wiedemann bei der Freien Universität und der Staatsanwaltschaft Berlin Anzeige mit dem Ziel der Aberkennung der Doktorwürde, denn, so behauptete die Anzeigerin, Calic habe seinen Doktorgrad 1963 nur aufgrund eines nicht authentischen Dokumentes erhalten. Frau Wiedemann wurde wiederum abgewiesen. In Kenntnis dieser Tatsache wandte sich Herr Janßen im Februar 1979 im Namen der "Politischen Redaktion" der 'Zeit' nun seinerseits an die Freie Universität mit der Anfrage, ob die nachträgliche Verleihung der Doktorwürde denn eigentlich rechtens gewesen sei; Zweifel seien aufgekommen. Dabei ließ er die FU nicht wissen, daß 'Die Zeit' das gescheiterte Unternehmen der Frau Wiedemann wieder aufnehmen wollte - aber dazu bedurfte es der Einsicht in die Akte. Schließlich mußten eklatante Unwahrheiten, die in den Pamphleten als erstes aufgefallen waren, geebnet werden.
Die verbindenden Aktivitäten, die Frau Wiedemann und Herr Janßen unternahmen, sind nicht nur deutschen Instituten, sondern auch dem Ausland bekannt geworden. Die Förderung, die Frau Wiedemann durch die 'Zeit'-Herausgeber erfuhr - nicht zuletzt auch durch den Abdruck ihrer Leserzuschrift vom 7.5.1975 - und die Empfehlung der Pamphlete fanden auch in der führenden Zeitung 'Le Monde' ihren Widerhall. Die Direktorin des Germanischen Instituts der Universität Tours, die international bekannte Expertin des Nationalsozialismus, Prof. Dr. Rita Thalmann, schrieb im Zusammenhang mit der positiven Besprechung des Buches "Die Provokation" u.a. folgendes:
Schon unterstützt eine ehemalige Journalistin der Goebbelschen Dienste, Melitta Wiedemann, öffentlich die These von der Einzeltäterschaft und beschuldigt das Internationale Komitee, beachtliche Summen, die von den Kommunisten zur Verfügung gestellt worden seien, um die Nationalsozialisten zu "denunzieren" und sie "eines Verbrechens zu beschuldigen, das sie nicht begangen haben".
Auf diesem Gebiet, wie in anderen Bezügen zur Geschichte des Dritten Reiches, treten die Träger der Banalisierung des Nationalsozialismus immer aktiver auf. ('Le Monde', 4./5. März 1979.) -
Prof. Thalmann hat den Nationalsozialismus als Kind am eigenen Leibe zu spüren bekommen. Als Kennerin des Dritten Reiches nahm sie an der Fernsehdiskussion über die Filmfolge "Holocaust" teil, an der im übrigen auch Prof. Kogon beteiligt war. Prof. Thalmann unterstrich, daß der Nationalsozialismus und die aus ihm resultierten Verbrechen nicht von ungefähr aufgetreten seien, daß es noch einer großen Aufklärungsaktion zur Überwindung der Vergangenheit bedürfe. Nach dem "Holocaust" und gegen die Meinung international geschätzter Historiker zum Nationalsozialismus unternahm 'Die Zeit' ihre wilde Kampagne gegen den Generalsekretär und das IKL, und das äusgerechnet zu dem Zeitpunkt, als das IKL in Zusammenarbeit mit der Stadt Oberhausen die Ausstellung "Der Zweite Weltkrieg und der Völkermord" eröffnet hatte, die die Filmserie "Holocaust" wissenschaftlich und dokumentarisch untermauerte. Anstatt das Bemühen der Veranstalter und den Inhalt der Ausstellung zu würdigen, wie dies die ARD-Tagesschau am 1. September 1979 tat, griff 'Die Zeit' auch noch die Verantwortlichen der Tagesschau an, weil sie Grégoire und Calic als verdienstvolle Gestalter der Ausstellung lobend erwähnt hatten. Der Bochumer Professor Mommsen lieferte seinen Beitrag: Er forderte von der Stadtverwaltung, die von Grégoire und Calic zur Ausstellung verfaßte Broschüre "Der Zweite Weltkrieg und der Völkermord" nicht länger zu verteilen. Der Oberbürgermeister und das Kulturamt lehnten dieses unerhörte Ansinnen entschieden ab.
Der Generalsekretär des IKL ist keine unbekannte Person; Schulkameraden, Universitätskommilitonen, Vereinsmitglieder, wissenschaftliche Institute und ihre Angehörigen, Widerstands- und Verfolgtenorganisationen und große Verleger und Zeitungsredaktionen in der ganzen Welt kennen und schätzen ihn.
Schon als Kind hatte Calic den National- und Rassenhaß eines autoritären Regimes erlebt. Seine Familie war aus Istrien geflohen, als die italienischen Faschisten die slawische Bevölkerung auf diesem im Jahre 1918 eingegliederten Territorium als minderwertig ausersehen, gegen Intoleranz und Volksverhetzung zu kämpfen. Nach dem Abitur studierte er an der Zagreber Universität Rechtswissenschaften und setzte sich für die Freundschaft zwischen den Völkern des Südostens Europas ein, dies auch in seiner Eigenschaft als Präsident der Jugoslawisch-Bulgarischen Akademischen Liga, eines liberalen Vereins, der gegen alle separatistischen und faschistischen Tendenzen eintrat. Nach dem Erwerb seines Staatsdiploms an der Universität Zagreb widmete Calic sich dem Journalismus, bis Prof.Dr. Albert Bazala, der Präsident der Jugoslawischen Akademie der Wissenschaften und Künste, ihm zur Fortsetzung des Studiums in Deutschland riet; denn die Zagreber Universität brauchte einen Experten für deutsche Fragen. Dem Plan eines Zweitstudiums in Deutschiand stand nichts im Wege, da zwischen Jugoslawien und Deutschland ein akademischer Austauschdienst bestand. Der Generalsekretär der Akademie, Dr. Ivan Esih, und der Legationsrat der Gesandtschaft in Berlin, Milivoj Pandurovic, erledigten die Formalitäten. Calic schrieb sich in den Doktorandenkurs der Professoren Emil Dovifat (Zeitungswissenschaft), Jens Jessen (Volkswirtschaft) und Hans Uebersberger (Ostgeschichte) ein. (Philosophische Fakultät der Universität.)
Parallel zu seinem Studium begann Calic 1940 als akkreditierter Auslandspressevertreter in Berlin für die Zagreber Tageszeitung 'Novosti' zu schreiben. Unmittelbar nach der Besetzung Jugoslawiens durch die Deutschen wurde die Zeitung verboten, kurz vor dem Angriff auf Jugoslawien sein Promotionsverfahren unterbrochen. Man denunzierte ihn als Saboteur der Rasse und des Volkstums; Calic hatte jüdische Bürger besucht und ihnen geholfen. Man legte ihm zudem Äußerungen zur Last, die das Ansehen des Reiches beeinträchtigt hatten. Man warf ihm vor, durch seine Berichterstattung deutschfeindliche Elemente in Jugoslawien ermutigt zu haben. Er durfte Deutschland nicht verlassen, wurde beobachtet; eine 1942 begonnene Flucht ins Ausland scheiterte. Calic wurde in die Prinz-Albrecht-Straße gebracht und dann ins Konzentrationslager Sachsenhausen überführt, wo er bis zum Kriegsende verblieb.
Nach dem Krieg nahm Calic aus beruflichen Gründen seinen Wohnsitz in Paris, wo ihn seine Lagerkameraden aufnahmen und gesundpflegten. An der Sorbonne studierte er Finanz- und Volkswirtschaft, und als emsiger Journalist - Calic spricht sechs Sprachen - machte er sich bald als Buch- und Presseautor einen Namen.
Als einstiger politischer Verfolgter setzte sich Calic stets für die Freundschaft zwischen Deutschen und anderen Völkern ein. Sein Engagement hatte nicht nur in Frankreich positive Folgen, nicht zuletzt deshalb, weil die AGENCE CONTINENTALE DE PRESSE, Paris, und OPERA MUNDI, Paris, seine Artikel weltweit verteilten. Dank seiner Sprachenkenntnis und seiner Kompetenz auf dern Gebiet der Publizistik, der Wirtschaft und der Geschichte war er besonders geeignet, in großen Zeitungen Auslandsprobleme darzustellen und zu erläutern. Dies qualifizierte ihn auch zum Gesprächspartner von Persönlichkeiten wie General de Gaulle, Konrad Adenauer, André Malraux, Henri Spaak, Carlo Schmid, Wilhelm Hoegner, Habib Bourguiba, Louis de Brouquère, Ismet Inönü, Jawaharlal Nehru, Marschall Chen-Yi (Vizepräsident der chinesischen Regierung und Außenminister), Willy Brandt, Urho Kekkonen, Halvard Lange, Trygve Lie (Generalsekretär der Vereinten Nationen) und anderer Politiker und Staatsmänner, aber auch von Wissenschaftlern wie Wernher von Braun, Eugen Kogon, Golo Mann, Kuo Mo-jo (Präsident der Chinesischen Akademie der Wissenschaften), Louis de Broglie (Nobelpreisträger), H.U. Sverdrup (Direktor des norwegischen Polarinstitutes), Paul-Emile Victor (Direktor der französischen Polarexpeditionen), Frank Barnaby (Direktor des schwedischen Friedensforschungsinstitutes), Prof. Lejay (Präsident des Internationalen Geophysikalischen Jahres 1958), mit dem Edouard Calic die internationale Ausstellung "Terre et Cosmos" in Paris organisierte; diese Ausstellung wurde nach Calics Konzeptionen zusammengestellt und von 500 000 Interessierten besucht; die Veranstaltung erfuhr ein weites Echo, das sich in mehr als 3000 Presseberichten niederschlug; denn die Ausstellung zeigte anhand von Exponaten, welche Möglichkeiten Wissenschaft und Technik haben, um Hunger und Armut in der Welt zu lindern; die Schirmherrschaft hatte die Tageszeitung 'Le Figaro' übernommen; im Rahmen der Ausstellung wurden Filme über die wissenschaftliche und technische Entwicklung in der Bundesrepublik gezeigt.
Edouard Calic ist darüber hinaus Verfasser von Büchern und Artikelserien über China, Sibirien, Indien und andere Länder.
Seine Berichte erschienen in großen Zeitungen wie 'Le Figaro', 'Combat', Paris; 'Le Soir', Brüssel; 'Handelsblaad', Amsterdam; 'Corriere della Sera', Mailand; 'Suomi', Helsinki; 'Allers', Oslo; 'Vjesnik', Zagreb; 'Telegraf', Berlin; 'Luxemburger Wort' u.a., seine Sendungen brachten der französische Rundfunk und der Westdeutsche Rundfunk, seine Dokumentarfilme wurden in Frankreich, Belgien, in der Schweiz, in der Bundesrepublik, in Holland, Österreich und in anderen Ländern gezeigt. Calic ist des öfteren als Gesprächspartner in der in Frankreich sehr verbreiteten Fernsehsendung "Dossier de l'Ecran" und im deutschen "Frühschoppen" aufgetreten.
20 Jahre lang arbeitete er an der Pariser Tageszeitung 'Combat', die eine große Anzahl seiner Artikel über die Bundesrepublik veröffentlichte.
Als Journalist und Schriftsteller hat Edouard Calic stets hervorgehoben, daß die Ereignisse im Dritten Reich seine Sympathie für das deutsche Volk und dessen Beitrag zu den Leistungen der Menschheit nicht hatten schmälern können, was u.a. auch in seiner Biographie "Roald Amundsen" zum Ausdruck gebracht wurde. Diese Biographie ist in 14 Sprachen übersetzt worden; Wernher von Braun schrieb das Vorwort. (Der norwegische Nationalheld und Humanist Amundsen hatte seine wissenschaftliche Grundausbildung in Deutschland erhalten.) Seiner humanistischen Einstellung getreu verfaßte Calic für den französischen Rundfunk Hörspiele über Albert Schweitzer (wofür er einen Dankesbrief Schweitzers erhielt), Frithjof Nansen und Jean Jaurès. Die letztgenannte Sendung wurde im Jahre 1956 vom damaligen französischen Ministerpräsidenten Guy Mollet den Hörern vorgestellt. Der bekannte französische Schriftsteller und Kritiker André Brincourt schrieb in 'Le Figaro', diese Sendung sei nach Inhalt und Stil ein Meisterwerk.
In einer anderen Radiosendung (Le Troisième Front) zeigte Calic die Solidarität zwischen den im Konzentrationslager leidenden Häftlingen gegen ihre Kerkermeister und gegen die Tyrannei auf. Seine Sendung über das KZ Auschwitz - "Auschwitz, ein geschichtliches Dokument" -, die er mit dem französischen Schriftsteller J. Emmanuel machte, wurde 1947 vom damaligen französischen Minister der Frontkämpfer, François Mitterrand, vorgestellt.
Das Buch "Himmler et son empire", eine Chronik des SS- und KZ-Systems, von der 'Zeit' angesprochen und angegriffen, erhält seinen dokumentarischen Wert durch die folgenden Grundcharakteristiken:
1.) Das Buch zeigt, daß die Konzentrationslager zuerst für die deutschen Gegner der Tyrannei angelegt und ohne Wissen und ohne Zustimmung des deutschen Volkes von Himmler in ein "Geheimimperium" ausgedehnt worden waren.
2.) Das Buch schildert die Solidarität aller leidenden Völker und Rassen.
3.) Das Buch belegt dokumentarisch, daß die SS 1943 in Sachsenhausen eine Gaskammer einrichteten, wo sie "nicht arische", schwache und kranke Häftlinge ermordeten. Auch der sogenannte Genickstand wird genau geschildert.
4.) Das Buch beschreibt die geheimen SS-Werkstätten, in denen Todeskandidaten arbeiten mußten (Geldfälscherwerkstatt etc.). Die sogenannte Mathematikerabteilung, mit Nicht-Ariern besetzt, mußte für die SS schwierige Probleme lösen.
5.) Das Buch spricht über die pathologische Abteilung der SS, wo an lebenden und toten Häftlingen medizinische Experimente durchgeführt wurden.
6.) Das Buch zeigt das Schicksal deutscher Widerstandskämpfer auf und schildert den Aufenthalt einiger Verschwörer des 20. Juli.
7.) Das Buch erklärt die Aktivität der geheimen Widerstandskomitees im Lager.
8.) Das Buch dankt für die Hilfe, die die Alliierten, das Schwedische Rote Kreuz und das Internationale Komitee vom Roten Kreuz den politischen und rassischen Häftlingen zukommen ließen.
9.) Das Buch enthält die genaueste Chronik des sogenannten Todesmarsches (Evakuierung der Häftlinge von Sachsenhausen nach Schwerin), in dessen Verlauf mehr als 10 000 Menschen ermordet wurden.
Der Präsident des französischen Juristenvereins veröffentlichte in der Zeitschrift 'La Justice' eine Kritik des Buches und bezeichnete es als ein einmaliges Dokument. Der Chefredakteur von 'Le Monde', André Fontaine, wünschte dem Buch vor allem in der Bundesrepublik, wo sich die Sirenen der Nostalgiker wieder vernehmen lassen, eine besonders große Verbreitung. Präsident de Gaulle definierte das Buch in einem persönlichen Dankschreiben als das Werk eines Zeugen, "der das Joch des Himmlerschen Imperiums selbst getragen und als Historiker die Ereignisse besonders gewissenhaft schilderte". Daß ein solches Werk den Interpreten des Dritten Reiches vom Schlage der Frau Wiedemann und ihren Gesinnungsgenossen nicht gefallen kann, ist verständlich. Verständlich auch, daß sich Herr Tobias gegen dieses Buch wendet, ist doch der Verfasser ein Widersacher auf dem Gebiet der Reichstagsbrandforschung, Hobby des Amateurhistorikers. Weniger verständlich aber ist, daß 'Die Zeit' dieses Buch durch lügenhafte Darsteilung unglaubwürdig zu machen versuchte, daß sie willkürlich nicht existierende Zitate veröffentlichte, um den Autor und das Buch unglaubwürdig zu machen.
Es ist also nur logisch, daß Calic aufgrund seines Werdeganges, seiner Vergangenheit und seiner Qualifikationen bestens geeignet ist, als Generalsekretär des Internationalen Komitees zur wissenschaftlichen Erforschung der Ursachen und Folgen des Zweiten Weltkrieges aktiv zu sein. Der international bekannte jugoslawische Völkerrechtler Prof. Dr. Milan Bartos bezeichnete ihn anläßlich eines Wissenschaftlerkongresses, den die Jugoslawische Akademie und das IKL in Zagreb veranstaltet hatten, als einen "professionellen Humanisten". 1970, während des internationalen Kongresses der Widerstands- und Verfolgtenorganisationen in Paris, hielt Calic einen Vortrag gegen Gewalt und Terrorismus jeder Färbung; er forderte die Gründung eines internationalen Gerichtshofes gegen Gewalt und Terrorismus. Der französische Jurist René Cassin (Friedensnobelpreisträger und damals Präsident des Europäischen Gerichtshofes für Menschenrechte) gratulierte ihm zu seinem Referat und unterstützte den Vorschlag. Der einstige Ministerpräsident Michel Debré - in jener Zeit aktiver französischer Verteidigungsminister - beglückwünschte Calic zu seinem Vortrag und verewigte diesen Augenblick, indem er zusammen mit dem Autor, das Buch "Himmler et son empire" in der Hand, für die Presse posierte.
Calic veröffentlichte zahlreiche wissenschaftliche Arbeiten in Sammelbänden, hielt Vorträge auf Symposien, war mehrfach Gast der Weltwirtschaftlichen Gesellschaft in Berlin, der Evangelischen Akademie in Hamburg und Bad Segeberg, sprach vor der Jugoslawischen, der Serbischen und der Slowenischen Akademie der Wissenschaften, in der Berliner Urania, im Pariser Verein "Connaissance du Monde" (Paris, Bordeaux, Lyon, Brüssel) usw. Diese umfangreiche Aufklärungsarbeit konnte Calic nur leisten, weil er sich ganz in den Dienst seiner humanistischen Berufung stellte und eine Arbeit leistete, die nicht gegen Entlohnung, sondern allein aufgrund eines inneren Idealismus möglich ist. So präsentiert sich in wenigen Zeilen die Kurzbilanz des Lebenswerkes des von der 'Zeit' verunglimpften Schriftstellers. Was die Herausgeber, der Redakteur und ihre Gewährsleute dem entgegenzusetzen haben, steht in der 'Zeit' geschrieben. Das Urteil aber kann nur die Geschichtsschreibung fällen. Der Name Edouard Calic ist jedenfalls in der Publizistik, in der Lagerliteratur und in der Wissenschaft vertreten. Es bestand - ausgerechnet für eine deutsche Zeitung - kein Anlaß, das Lebenswerk unseres Generalsekretärs zu verunglimpfen.
Dennoch unternahm 'Die Zeit' nach wiederholten kleineren Aktionen in der Vergangenheit 1979 eine großangelegte Hetzkampagne, und sie rechtfertigte ihren Umschlag mit folgenden "Argumenten":
1.) Calic habe in seinen Büchern und vor Behörden seinen Status im Konzentrationslager unwahrheitsgemäß dargestellt. ('Die Zeit' gab damit - wenn auch in abgeänderter Form - die Linie der Pamphlete wieder, in denen es hieß, Calic sei in Sachsenhausen Himmlers Ehrenhäftling gewesen.)
2.) Als Vorzugshäftling habe Calic im Lager nicht zu leiden brauchen; er habe auch den von ihm geschilderten Todesmarsch nicht mitgemacht.
3.) Calic habe nach dem Kriege in Publikationen und vor Behörden behauptet, unmittelbar nach dem Kriege in Berlin eine humanitäre Tätigkeit für das Internationale Komitee vom Roten Kreuz ausgeübt zu haben.
4.) Ohne in Berlin einen Wohnsitz und ein Telefon gehabt zu haben, sei es Calic dennoch gelungen, die Zuständigkeit der Berliner Entschädigungsbehörden zu erschleichen. Bei der Entschädigung habe der politische Druck des Senats auf den Sachbearbeiter eine entscheidende Rolle gespielt.
5.) Wiederum unter falschen Angaben - das Promotionsverfahren sei im Februar 1941 unterbrochen worden - habe Calic 1963 bei der FU und beim Senator für Wissenschaft erreicht, daß ihm eine nachträgliche Promotion gewährt wurde.
6.) Unter Hinweis auf die angebliche NS-Verfolgung sei es Calic gelungen, Wissenschaftler und Verleger irrezuführen. So sei der fragwürdige Nachlaß des ehemaligen Chefredakteurs der 'Leipziger Neuesten Nachrichten', Richard Breiting, sowohl dem IKL als auch dem Frankfurter Societäts-Verlag untergeschoben worden. (Damit rief 'Die Zeit' Wissenschaftler, Persönlichkeiten und Behörden auf, sich endlich des "mysteriösen Generalsekretärs" anzunehmen. Dieses eigentliche Ziel der 'Zeit'-Verantwortlichen verbarg ihr Redakteur hinter einer Scheinanalyse des Buches "Ohne Maske" (Vorwort Golo Mann) und unter entstellender Wiedergabe zahlreicher persönlicher Dokumente, die Calic der 'Zeit' lange vorher zur Verfügung gestellt hatte. Nicht fehlen durften Anspielungen auf zwielichtige Motivationen und die Andeutungen, daß die Aktion nicht ohne die Komplizität der DDR durchgeführt worden sei. Der Akzent lag auf der Behauptung, Calic operiere mit "einem Dokument aus Ostberlin", habe den Augenschein im ehemaligen Reichstagspräsidentenpalais "hinter der Mauer", d.h. in Zusammenhang "mit DDR-Behörden" veranstaltet, verbreite eine Legende über den Reichstagsbrand, die schon der kommunistische Emigrant Willi Münzenberg 1933 von Paris aus gegen die deutsche Regierung propagiert habe.)
In der von Lesern als "Calic-Serie" erkannten und so benannten Kampagne ging es nicht um die sachliche Widerlegung des Inhalts des Forschungsberichtes "Die Provokation", sondern ausschließlich um die Verunglimpfung des Generalsekretärs, den 'Die Zeit' zum SS-Günstling im KL Sachsenhausen und zum Parasiten am deutschen Steuersäckel erklärte. Es ist ein Mann, der mit falschen Angaben über seine Vergangenheit im Dritten Reich finanzielle und moralische Vorteile erschlich, damit nicht nur der deutschen Wissenschaft, sondern der Bundesrepublik Schaden zufügte. Beweis: Calics Reichstagsbrand-Artikelserie in der Zagreber 'Vjesnik'. Dieser Fall ist in seiner Böswilligkeit, Niedertracht und in den angewandten Mitteln und Methoden einmalig in der Geschichte der Publizistik. An dem Ausmaß der Beleidigungen des Generalsekretärs werden auch die Schäden gemessen, die dem IKL und seiner Aufklärungsarbeit zugefügt wurden.
In der vorliegenden Stellungnahme soll es nicht darum gehen, eine unsachliche und unqualifizierte Auseinandersetzung mit den unqualifizierten Vertretern der NS-Unschuldsthese am Reichstagsbrand - Janßen, Wiedemann, Mommsen, Tobias und ihren Beschützern, den Herausgebern der 'Zeit', - zu führen, hier geht es um die makellose Wiederherstellung der Ehre des Generalsekretärs, deren Verletzung durch 'Die Zeit' das Komitee als moralische Person und seine Mitglieder und Freunde direkt getroffen hat.
Sachfragen, die noch zu Themen der Auseinandersetzung werden könnten, müssen allein der Wissenschaft* vorbehalten bleiben. Hier können nur Gutachter verschiedener Disziplinen urteilen. Unbefugt ist der Antagonist des IKL, der bereits durch seine Strukturen und Zielsetzungen disqualifiziert ist und also auch kein Forum bilden oder zur sachlichen Bearbeitung des Themas - in seinem Sinne - aufrufen darf. Die ideologische Einstellung zu großen historischen Problemen und die strukturellen Eigenschaften des 'Zeit'-Verlages haben diesen Antagonisten des IKL dazu vorbestimmt, seinen ideologisch fundierten Kampf gegen den Generalsekretär und damit gegen das Komitee und dessen Forschung mit einer großen Dosis Frivolität und Haß zu führen. Diese Methode verbietet sich für jede seriöse Zeitung, nicht zuletzt im Hinblick auf das Ansehen, da das IKL auch bei den Widerstands- und Verfolgtenorganisationen genießt. Ausländische Regierungen, die Bundesregierung und der Senat von Berlin haben die Veranstaltungen des IKL moralisch und materiell unterstützt. Millionen Deutsche haben die Ausstellungen besucht; deutsche Massenmedien haben über sie berichtet, haben sie gewürdigt.
An dem ersten Symposion des IKL, April 1969, nahmen Vertreter der Bundesregierung teil. Am 8. Mai 1970 begingen das Komitee und die Widerstandsverbände in Berlin den 25. Jahrestag der Befreiung der Konzentrationslager; ein Festakt fand in der Philharmonie statt; die Festrede hielt der Regierende Bürgermeister, Herr Klaus Schütz. Das Wissenschaftlertreffen, das anläßlich dieser Gedenkfeier abgehalten wurde, präsidierte der Kuratoriumsvorsitzende Dr. Heinrich Grüber, Propst zu Berlin. Die Teilnehmer der Veranstaltung legten am Plötzenseer Mahnmal Kränze nieder. Dank der Berichterstattung von Rundfunk und Fernsehen beteiligte sich die Berliner Bevölkerung an der Gedenkfeier für die Opfer der Konzentrationslager. Wir brauchen nicht noch besonders darauf hinzuweisen, daß der Generalsekretär des IKL einer der Organisatoren der Veranstaltungen war und daß Propst Grüber diese Verdienste in seiner Ansprache in der Philharmonie öffentlich hervorhob.
Zum 50. Jahrestag der Machtergreifung durch die Nationalsozialisten und der Errichtung der Konzentrationslager wird das IKL einen Sammelband herausgeben, der die Beiträge von etwa 50 in- und ausländischen Historikern, Politologen und Juristen enthalten wird. Das Buch wird Ursachen und Folgen des sogenannten nationalen Erwachens von 1933 von allen Seiten beleuchten.
In Vorbereitung dieser bedeutungsvollen Publikation treffen das IKL vor allem die niederträchtigen Angriffe der 'Zeit'-Verantwortlichen, die noch bis heute nicht bereit sind, eine Richtigstellung ihrer Verleumdungen zu veröffentlichen.
Im Rahmen einer gerichtlichen Auseinandersetzung stehen die politischen Ziele der 'Zeit'-Viererschaft - Bucerius, Dönhoff, Sommer und Janßen - nicht zur Debatte; es kann auch keine Rede sein von den Sachinhalten der NS-Ideologie oder von den Methoden, mit welchen die Nazis die Volksmassen manipulierten. Das IKL bestreitet der 'Zeit' nicht das Recht, mit scheinwissenschaftlichen oder amateurhistorischen Traktaten auch weiterhin zu versuchen, die Nationalsozialisten von ihrer Ursünde, der Reichstagsbrandstiftung, freizusprechen. Das IKL hat Verständnis dafür, daß ein an pekuniärem Gewinn interessierter Betrieb seine Leserschaft nicht mit chemischen, thermodynamischen oder feuerschutztechnischen Fragen langweilen will; es versteht, daß dieses Unternehmen nicht bereit ist, Mittel zur Ausarbeitung von Studien aufzuwenden, um eine wissenschaftliche Publikation abzusichern. Das IKL sieht ein, daß das wohlwollend gezeichnete Porträt eines SA-Sturmführers - Walter Stennes - unter Umständen größere Sympathien einbringt als die objektive Darstellung eines Schriftstellers und Wissenschaftlers, der Absichten, Pläne und Untaten der Nazis aufzeigt. Das IKL weiß, daß es für dieses Unternehmen unter den bekannten Umständen günstiger ist, den Amateurhistoriker Fritz Tobias als einen außer Konkurrenz laufenden Geschichtsdetektiv zu präsentieren, hat er doch in seiner Praxis bestimmte Erfahrungen sammeln können. Immerhin hat Herr Tobias ja in einer gerichtlichen Vernehmung ausgesagt, sich Dokumente über alle an der Reichstagsbrandforschung beteiligte Personen verschafft zu haben. (Diese Aussage im Prozeß Gewehr ./. Gisevius wird dieser Stellungnahme beigefügt.) Nicht zu vergessen, daß nach Berichterstattung des 'Monat' (1962) Herr Tobias im Kriege in der Geheimen Feldpolizei aktiv gewesen sei; interessant ist in diesem Zusammenhang auch zu wissen, daß der ehemalige Buchhandelslehrling Tobias als Sozialdemokrat in Hannover schließlich bis zum Ministerialrat aufsteigen konnte. Fügen wir diesen Bausteinen des Tobias'schen Werdeganges noch ein letztes Bauelement hinzu - Herr Tobias konstruierte die von ihm so vehement vertretene NS-Unschuldsthese aufgrund der Aussagen ehemaliger Gestapoleute und mit Hilfe dieser zum Teil im Dritten Reich schwer belasteten Personen. Damit sind alle Requisiten vorhanden, mit denen 'Die Zeit' ihre die bedrohte deutsche Geschichtsforschung rettende Aktion abstützen konnte. Denn für das Wochenblatt ist unwichtig, was namhafte Wissenschaftler verschiedener Disziplinen über das Dritte Reich eruierten; diese Personen haben sich disqualifiziert durch den Umstand, daß sie zu einer Zusammenarbeit mit dem Generalsekretär des IKL bereit waren und als "Freunde des Komitees" bekannt sind. Dagegen sind die Gewährsleute von Tobias, Zirpins und Braschwitz aber glaubwürdig, haben sie die historischen Ereignisse doch aus allernächster Nähe miterlebt.
Um solche Zeugen und Experten noch weiter aufzuwerten, wird ihre Vergangenheit verschwiegen oder beschönigt; Calic, der böse Geist der Geschichtsschreibung, wird jedoch verteufelt, so daß kein anständiger Mensch mehr bereit sein kann, mit ihm auch weiterhin zu arbeiten und sich künftig noch als Freund des Komitees zü betrachten wünscht. Indem 'Die Zeit' die beiden Schulen darstellte, die eine lobend verschönt, die andere karikierend entstellt, glaubten die Herausgeber ein gutes Geschäft zu machen und die Feinde auf dem Felde der Geschichtsinterpretation ein für allemal geschlagen zu haben.
Die Anwendung dieser Methode offenbart einen schweren Verstoß gegen die Pressefreiheit, eine Vergewaltigung der Menschenrechtskonvention, die von der Bundesrepublik als Mitglied des Europarates mit unterzeichnet wurde. Hier wird nicht um die politischen Ziele der 'Zeit' gestritten, hier werden die unerlaubten Handlungen eines Presseorgans, unvereinbar mit den Gesetzen einer parlamentarischen Demokratie, bekämpft. Es geht um die vorsätzlichen ehrenrührigen Beschuldigungen und die Verunglimpfung des Generalsekretärs des IKL, die als Fernziel die Schädigung des gesamten Komitees und seiner aufklärenden Arbeit anstrebten.
Aus einer Stellungnahme des Internationalen Komitees Luxemburg. Nach: Gerhard Pletschacher, 'Die Zeit'-Geschichtsmanipulation. Traunstein 1981.
*Die nach der Wiedervereinigung offen gelegten Prozeß-Unterlagen von 1933 widerlegen die Alleintäterschaftslegende. - kkk
aus: kuckuck 55, 1987
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Pierre Grégoire
Der Onnen-Bericht
Interrogation of Hermann Goering
Eichmann-Prozess: Aussage Kurt Becher
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