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Ein Haufen aufs Geratewohl hingeschütteter Dinge...
aus: kuckuck 48, 1985; 49, 1985; 54, 1986
Der Neue Nationalismus legt mehr und mehr seine strategischen Karten auf den Tisch. Unterm faschistoiden Sonnensymbol wurde jüngst in Mainz die Verlags- und Buchvertriebsgesellschaft HELIOS (Peter Bahn & Karl-Heinz Pröhuber) gegründet.
Verlag und Vertrieb haben ausschließlich nationalistische Literatur im Programm: von Ghaddafi über Uwe Sauermann (Criticón), Rolf Stolz, Herbert Ammon, Peter Bahn und Ernst Niekisch bis Henning Eichberg.
"Es geht gar nicht primär, so Eichberg, um die Wiedervereinigung, nicht um die Vereinigung von Staaten, nicht um die Bildung eines Großstaats anstelle von Kleinstaaten. Es geht um das Gegenteil: um einen deutschen und gesamtdeutschen Separatismus, der die von Supermächten besetzten Teile des deutschen Volkes aus den entfremdeten Multisystemen herausbricht und die kleinere Einheit schafft, die Demokratie erst möglich macht: Deutschland. Die deutsche Nation zu schaffen, das heißt Dezentralisierung, weg von den Hauptquartieren der Wodka-Cola, Abfall von den Metropolen. Deutscher Nationalismus heißt: erkennen, daß wir selbst eine Minderheit sind, die mit dem inneren Kolonialismus, mit der Entfremdung in den eigenen Gehirnen zu kämpfen hat ebenso wie Basken und Indianer. Entkolonialisierung also, Abkoppelung"
(Verlagsprospekt).
Die gefährliche Demagogie in dem verlegerischen Politprogramm liegt in dem Versuch, sich optisch an den antifaschistischen Widerstand etwa eines Harro Schulze-Boysen anzulehnen. Der Bezug auf die nationalrevolutionäre, nationalbolschewistische und nationalkommunistische NSDAP-Konkurrenz kehrt - unabhängig vom Widerstand gegen Hitler - einen politischen und ideologischen Charakter dieser Bewegung hervor, der per se höchst bedenklich wird, sobald er historisch zum Zuge kommt.
Arno Klönne ist ein kompetenter Kritiker dieser politischen Richtung. Um so mehr verwundert, daß er in 6/85 der Studien von Zeitfragen
1) den genannten Peter Bahn zu Wort kommen läßt,
2) in seinem (Klönnes) LeitartikeI (Von der "konservativen Wende" zur "neuen Rechten"?) allerlei Altrechtes zusammenbringt, aus dem Criticón-Kreis eben mal die Namen Robert Hepp und Hans-Dietrich Sander erwähnt, hingegen den Studien...-Mitarbeiter Bahn von jeder Erwähnung in diesem Zusammenhang verschont.
Eine andere Frage: Welche Beziehung besteht zwischen dem Rechten Hans-Dietrich Sander und der linken Schriftstellerin Hilde Rubinstein? Rührt das nur vom Henschel-Verlag (DDR) her, bei dem Sander einmal Lektor war? Ein Helios-Titel: Gegner von heute - Kampfgenossen von morgen.
Gemeinsamer Gegner: die Demokratie.
kkk
aus: kuckuck 49, 1985; Seite 139
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