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kokhaviv publications

Ismael - Die Gegenseite

Er wird ein wilder Mensch sein. Er wird gegen jeden kämpfen und jeder gegen ihn. Er lebt getrennt von seinen Brüdern und fordert sie alle heraus. Genesis 16,12 und 25,18

2004-01-28

Tariq Erich Knapp

Summa

Die ganz unbestreitbar meisterhafte Psychoanalyse Avram Kokhavivs "über" mich hat, unbeabsichtigt oder gar doch beabsichtigt, die Ursache unserer Kontroverse zugeschüttet.

Ebenso hat mein Widerspruch gegen sie mitnichten meine Traumatisierungen aus Jugendtagen aufgedeckt.

Hier handelt es sich eher um Schutzbehauptungen, die ihrerseits etwas verdecken.

Der Analysierte sagte sich instinktiv, warum er seine Wunden aufdecken solle, wenn zweibeinige Hunde davon gereizt werden würden, eventuell erneut zuzubeißen.

Die Hauptursache für die Kontroverse war mein Urteil über den Drei-Betrüger-Philosophen Voltaire* (so will ich ihn hier nennen, um allfällige Assoziationen mit nazistischem Vokabular zu umgehen).

* Voltaire erscheint in unserm Zusammenhang nur am Rande; Ausgangspunkt ist Knapps neuerliches Bekenntnis zur Denunziation bei der Staatsanwaltschaft, zunächst in seinem Schreiben an Hermann Schaber. Der Vorgang läßt alte Zweifel aufkommen: an Knapps Kompetenz für "Islam", "monotheistische Grundsatztreue" und "Kritik am Antisemitismus". Mit seinem Bekenntnis hat er aktualisiert, was in der damaligen Begleitkampagne und im Verfahrenszusammenhang die wesentliche Rolle spielte. Bisher ging ich davon aus, daß Knapp jenen dunklen Abschnitt in seiner politischen Biographie hinter sich gebracht, bereut und in tiefe Scham getaucht hätte. Meine Bemerkung über den philosemitisch gewendeten Antisemitismus nimmt darauf Bezug. kkk

Wer Moses, Jesus und Mohammed Betrüger geheißen hat, muß mir als einer der Väter des Nazismus gelten.

Eigentlich auch einem Avram Kokhaviv.

Was kann sein Interesse sein, diese Streitfragen zuerst aufzuwerfen und dann pseudoanalytisch zuzuschütten?**

** Rücksichtnahme auf Tariq Erich Knapp, der in der kritischen Phase der neuen Streitereien plötzlich seine Krankheit hervorkehrt, als sei er in wichtigen Fragen nicht zurechnungsfähig. Wenn das so ist, müssen wir seinen - eingereichten - Abschied akzeptieren und er sich daran halten. kkk

Nicht meine Wenigkeit ist ein Jahrhundertphänomen, sondern ein gewisser Schicklgruber aus Braunau und München!***

*** Das "Jahrhundertphänomen" hat zunächst die subjektive Seite, denn Knapp hält sich und seine politischen Affären durchaus dafür. Allgemein - objektiv - ist die immer wieder vergleichbare, politisierte Egozentrik, die sich überhebt, abstürzt und eine Trümmerlandschaft hinterläßt: Hitler im Großen, Knapp im Kleinen. Das hat zunächst nichts mit Politik und viel mit der autoritären Persönlichkeit zu tun. kkk

Die Kriminellen Lenin und Stalin waren viel weniger grundsätzliche Feinde der "Drei Betrüger", also des Einen Gottes.

Daß sie, ebenfalls in voltairianischer Weise, dessen Existenz philosophisch abstritten, wiegt weniger schwer, da sie ja nicht die Lehre dieses Einen bestritten oder gar aus der Welt haben schaffen wollen.

Das Jahrhundertphänomen hat sich durch seine unvollkommene Bekämpfung am Leben halten können.

Bis heutzutage sogar.

Es liegt zeitlich sogar offen vor uns, der gesamten Menschheit.

Dank der Naziphilosophen liegt es theoretisch offen und dank der Staatsphilosophen wie Levi-Strauss****, der die US-Politik bestimmt, liegt es realpolitisch auch offen in der unmittelbaren Zukunft.

**** Claude Lévi-Strauss ist der Begründer des Strukturalismus in der Anthropologie. Seine Entdeckung allgemeiner - geschichtsunabhängiger - Gesetzlichkeiten in sozialen Strukturen führt - ähnlich der Freudschen Psychoanalyse im Individuellen - die europäische Wissenschaft allmählich wieder zurück zur Erkenntnis ewigen Gesetzes by God. Meiner schier grenzenlosen Duldsamkeit ("Toleranz") verdanken Sie, lieber T.E.K., Ihre publizistische Existenz, Sie wären sonst aus dem Bewußtsein des 20sten, inzwischen 21sten Jahrhunderts getilgt, aber nein, ich habe Sie gerettet, weiß der Teufel, warum. Sie sind ein Produkt kokhavischer Freiheit. Dadurch bin ich natürlich für alles, was Sie unter kokhavischer Obhut anstellen, mit verantwortlich. Das wird man mir später gewiß nicht verzeihen, soll man auch nicht. Meinungs- und Pressefreiheit sind Menschenrechte, eine kokhavische Selbstverpflichtung, ein Voltairescher Grundsatz, also das Gegenteil von dem, was etwa ein Hitler oder ein Stalin (oder ein Knapp) durchgehen ließen. Sie hätten mich - jeder auf seine Weise - "ausgejätet". Das sage ich ohne Hohn, aber mit einem Erstaunen: Wie kann ein Autor, der sich so von der Toleranz anderer abhängig gemacht hat wie Knapp, geistige Intoleranz proklamieren? kkk

Das müßte diskutiert werden bei kokhavivpublications und überhaupt!*****

***** Im kuckuck waren Monotheismus, Islam, Judentum Themen in den siebziger und achtziger Jahren, als Knapp - wie stets - nur mit sich beschäftigt war und vom Wesentlichen der notwendigen Debatte, die in Frankreich, aber nicht in Deutschland stattfand, nichts verstanden hatte. Politisch stand er damals sowieso auf der anderen - "multikulturellen" - Seite. kkk

In Presse, Fernsehen, Film und im Internet.

Wird es auch schon teilweise, nur nicht genügend.

Deswegen ist das provokatorische Schreien über Balkonbrüstungen****** so notwendig geworden.

****** Eine offensichtlich fehlinterpretierte Metapher. Es ging nicht um Reden oder Schreien vom Balkon (wie kommt er nur darauf?), sondern um eine Angsthandlung, Panik am Ende - wieder einmal - seines politischen Lateins. kkk

Die Aufreizung zur Ungemütlichkeit.

Ich dachte mich einig darin mit den Kokhavim.

Nun sehe ich mich enttäuscht.

Wieder einmal enttäuscht.

Sigmund Freud hat die Macht der Verdrängung so plastisch dargestellt.

Er hat sie nur bei den Analysierten angetroffen.

Daß seine Art der Analyse selber die Verdrängung einer bestimmten politischen Macht ermöglichte, hätte er sich nicht denken können.

Doch seine Schüler sollten dazu imstande sein!

Verdrängt oder verschüttet, jedenfalls zurückgewiesen.

Mag das damit zusammenhängen, daß meine Art der Äußerungen mehr der der Leserbriefe an Tageszeitungen gleichsieht, so bleibt doch das Faktum des Zurückgewiesenseins******* deutlich und schmerzhaft.

******* Vgl. Tariq Erich Knapp: Freund Freuds Pseudorätsel - kkk

Doch in solcher Not hilft man sich am besten selbst.

Ich schlage als mein eigener Kritiker vor, daß man zunächst, um Zeit zum Überlegen zu schaffen, doch unterscheiden solle zwischen Lessing-Toleranz und Voltaire-Toleranz.

Lessing predigt Toleranz zwischen den drei Monotheismen, während Voltaire eine zwischen diesen und ihren Todfeinden proklamiert hat.

Oder irre ich mich auch in dieser Hinsicht?********

******** Die Welt ist nicht nur voller Widersprüche, sie besteht daraus; und wenn wir die inneren Antagonismen abschaffen, schaffen wir die Welt ab. Ich empfehle, philosophische Fragen nicht in die Niederungen einer Totschlage-Politik zu ziehen. Selbstverständlich vertrete ich die Freiheit und das Recht Lessings und Voltaires, streiten können wir dann immer noch. Das braucht aber Nerven und weniger Selbstmitleid, um so mehr ein intaktes Unrechtsbewußtsein fürs eigene Tun und Lassen, weniger Bigotterie, mehr Wahrhaftigkeit, auch in bezug auf meine Anmerkungen zu Ihren Behauptungen, 20. Juli 1944, beispielsweise, Tariq E. Knapp! kkk

Daß ausgerechnet nach 1945 ausgerechnet Nazikinder einen Voltaire zu ihrem Schutzpatron machten, zeigt doch, daß sie sich nicht geirrt haben!

In einem Begleitschreiben schließt Knapp: "Damit findet unsere Auseinandersetzung hoffentlich wieder zurück zum Ausgangspunkt..." Wollen Sie das wirklich, lieber Tariq Erich Knapp: zurück zu unserm Ausgangspunkt?! kkk

Siehe auch

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