2003-09-10
Schlimmer als Atheismus!
Wer ist Gott?
Die monotheistischen Lehren sagen zu dieser Frage, daß Gott nicht definiert werden könne, weil Er sich jeder Festlegung entziehe, weil er kein menschartiges noch tierförmiges noch siderisches Wesen sei, sondern etwas, das man nur ein Geistwesen nennen könne.
Aber wir müssen auch die Propheten befragen.
Als Moses die Stimme aus dem brennenden Dornbusch nach ihrem Namen fragte, erhielt er die Antwort "Ich bin, der ich bin!" oder, da die hebräische Grammatik auch die andere Übersetzung gestattet, "Ich bin derjenige, der sich noch heraustellen wird" oder "Ich werde sein, der ich sein werde!".
Einige Jahre nach dieser Selbstbenennung, nämlich beim Berge Sinai, sagte ER es doch deutlicher: "Ich bin der Herrgott, der dich aus dem ägyptischen Haus der Knechtschaft geführt hat!"
Und das hieß so kurz nach dem Auszug der Israeliten aus ägyptischer Gefangenschaft, daß Gott derjenige ist, der am Ende der Zeiten als derjenige erkennbar sein werde, der den Menschen das Sittengesetz gegeben und gleichzeitig die Versklavung des Menschen verbietet.
Das sind schon sehr konkrete Selbstaussagen Gottes!
ER ist derselbe Gott, der über den Propheten Noach-Nuh einst auch den Menschenmord verboten und dasselbe noch einmal gegenüber Moses verboten hat.
Dennoch hat sich die Unkultur des Mordens, des Völkermordes gar in konzentrischen Kreisen über den Erdball verbreitet, als ob die Sintflut nur eine lokal begrenzte Erscheinung gewesen und die ethische Periode der Antediluvianik überhaupt nie beendet worden sei.
Nach unseren Erfahrungen im XX. Jahrhundert mit seinen Vielmillionen Massenmorden und angesichts der akuten Möglichkeiten, diese unter dem Mantel eines "Krieges gegen den Terrorismus" fortzuführen, ist längst eine Verschärfung des Göttlichen monotheistischen Mordverbotes angeraten.
Auch Morde durch Hunger, verursacht durch bestimmte ökonomische Zwangsverhältnisse, sind untersagt.
Genau dies haben die in den USA und damit über die Erde herrschenden Neokonservativen noch nicht verstanden.
Gestern überfielen sie das iraqische Volk unter falschen Vorwänden (und beseitigten dort ihren bisherigen Statthalter Saddam Hussein, weil er von den Anordnungen aus Washington abgewichen war), um angeblich von dem niedergeworfenen Land aus im ganzen Nahen Osten "Freiheit und Demokratie" durchzusetzen.
Sie beziehen sich propagandistisch auf den Zweiten Weltkrieg gegen Hitler-Deutschland, der mit der Niederlage dieses Staates geendet hat.
Aber sie verschweigen dabei, daß damals auch die UNO gegründet wurde und zugleich die Nürnberger Prozesse stattfanden, in denen Begriffe wie "Angriffskrieg", "Verbrechen gegen die Menschlichkeit" und "Verbrechen gegen die Menschheit" erstmals definiert worden sind.
Jeder Krieg gegen den Terror müßte zuerst als Krieg gegen die terrorisierenden Ursachen des auf sie bloß reagierenden Terrors stattfinden.
Diese Ursachen sind im ungleichen Welthandel und den aus ihm resultierenden Hungerkatastrophen zu finden.
Die USA und ihre Waffenbrüder sind die Urheber und Profiteure des ungleichen Welthandels.
Konkret: Die Hauptverursacher des Terrors sind die angelsächsischen Völker mit ihrer Ideologie der Macht des (ökonomisch) Stärkeren.
Das hat eine Tradition des permanenten und systematischen Mordes hervorgebracht.
Der Weltkrieg von, recht besehen, 1914 bis 1945 war ein Entscheidungskrieg gegen die ursprünglich angelsächsische Ideologie der "rechtmäßigen" Macht des Stärkeren, die durch Hitler ganz Deutschland erfaßt hatte.
Diese ursprünglich britisch-germanische Ideologie und Welteroberungsstrategie war mehr als nur atheistisch, nämlich antitheistisch.
Sie hat prinzipiell die göttlichen Sittengesetze außer Kraft setzen wollen.
Faktisch war der Nazismus die Zurückweisung jedes Monotheismus.
Daß dennoch ständig von einer "Vorsehung" gefaselt wurde, war nur propagandistische Lüge.
Ganz ähnlich sind die Angelsachsen Meister einer geheuchelten Gottgläubigkeit.
"Gad-ollmaity" ist der Fetisch gerade der amerikanischen Rechten, die ständig und weltweit das Mordverbot Gottes zugunsten ungebremster Profitmaximierung in den Wind schlägt.
Das ist vollendeter Antitheismus!
Der Gott, den man angeblich jeden Sonntag anbetet und beweihräuchert, hat sich ganz deutlich gegenüber den alten Hebräern nicht nur als JAHWE bezeichnet, sondern präzisierend als Sklavenbefreier.
Gott ist derjenige, der auf seiten der Sklaven, der Verhungernden, der Bestohlenen und Entrechteten und Verhöhnten steht.
Herr Bush jun. steht gegen Gott und damit faktisch auf seiten des Teufels!
Genau dies war auch bei Hitler der Fall!
Die Vollendung des biblischen Mordverbotes ist heute der Internationale Strafgerichtshof zu Den Haag.
Wer diesen schwächen oder verhindern will, ist nicht nur atheistisch oder agnostizistisch, sondern faktischer Antitheist.
Folglich ist die auf Washingtons Schwarze Liste gesetzte HAMAS eine Verteidigungsorganisation für Gottes Sittengesetz, für jenen Einen Gott, der das Morden verboten hat.
"Hört auf JAHWES Wort, schenkt dem Gesetz unseres Gottes Gehör! Von welchem Nutzen ist mir die Menge eurer Schlachtopfer? Daran habe ICH keinen Gefallen ... es ist MIR etwas Abscheuliches! Hört auf, Böses zu tun. Lernt Gutes zu tun, forschet nach dem Recht, weist den Bedrücker zurecht, fällt Rechtsspruch für den vaterlosen Knaben, führt die Rechtssache der Witwe", sagt der Herrgott (Jesaia 1:10-17).