2003-06-05
Dschihad bis zu einer besseren Zukunft!
Jeder Philanthrop hofft natürlich auf das Gelingen des jetzt unter dem Patronat des US-Präsidenten Bush erneut angelaufenen Friedensprozesses im Heiligen Land.
Jeder Kenner der bisherigen Weltgeschichte freilich sieht unschwer voraus, daß er scheitern muß.
Nichtsdestotrotz kann kein Realist ermessen, in welcher Weise er scheitern wird, weil die geplanten Maßnahmen, die den Frieden tragen müßten, bei weitem unterschätzt werden.
Allein die Ursachen des Entstehens zeigen auf, was zu ihrem Verschwinden notwendig, notwendend wäre.
Als erstes wären in einer Welt des Finanzkapitals die Kosten pekuniärer Art zu nennen.
Der hoffende israelische Schriftsteller Amos Oz beispielsweise fordert (in FAZ v. 5.6.03) einen "Mini"-Marshallplan zur Finanzierung allein der Einwanderung von rund 3,5 Millionen Palästinaflüchtlingen im voraussichtlich auf ein Drittel seiner ursprünglichen Größe reduzierten Palästina.
Solch ein Vorhaben ist allein schon eine finanzielle Unmöglichkeit:
Kleinst-Palästina kann schon aus Gründen der Wasserknappheit so viele neue einwandernde Bürger nie versorgen.
Für die heute in UNO-KZs vegetierenden Palästinenser kommt realistischer Weise nur eine Auswanderung in Betracht.
Eine Emigration in ein geeignetes, relativ menschenarmes Drittland mit verwandter Kultur (etwa Südsudan) könnte nur mit einem Maxi-Marshallplan finanziert werden.
Dies wiederum setzt eine globale Weltfriedensordnung zumindest zwischen Judentum, Islam und Christentum voraus, sowie auch das gewollte Ende der hedonistischen Spaßgesellschaft des Westens.
Die Bereitschaft dazu ist z.Zt. überall verschwindend gering, obwohl die vier Mächte, die die "Straßenkarte" für das Problemfeld erarbeitet haben, durchaus eine Ahnung der erforderlichen Größenordnung haben müßten.
Wir wagen also eine Voraussage in der Hoffnung, uns geirrt zu haben.
Am historischen Anfang eines künftigen Verhängnisses steht der europäische, mit dem Pessimismus des Philosophen A. Schopenhauer einsetzende Nihilismus.
Hitler und Stalin, die beiden Erben des optimistischen Iljitsch Lenin, waren nach Schopenhauers Tod bereits geboren.
Auch Th. Herzl lebte schon und erlebte das Scheitern seiner Aufklärungsillusionen im Frankreich der Dreyfus-Affäre und in den russischen (und rumänischen) Pogromen.
Hitler und Stalin gemeinsam und gegeneinander setzten ihre Massenmord-Veranstaltungen in Betrieb, die faktisch per Auslese an den KZ-Rampen die Anhänger des Herzl-Projektes begünstigt haben.
Die zufällig oder nicht zufällig die Holokauste überlebt habenden Juden stellten mit ihren Nachkommen das "Menschenmaterial" für die zionistische Invasion Palästinas bereit.
England hatte schon vor 1917 diese finanziell und politisch begünstigt.
Das "Menschenmaterial" der Juden war also von Gesamteuropa bestens auf seine Rolle vorbereitet worden.
Es konnte auch nur deshalb erfolgreich zum Einsatz gebracht werden, weil traditionalistische, vom britischen Imperialismus "belehrte" Araber unter dem Haus Hashem zusammen mit säkularen, am Geldverdienen interessierten Arabern diese schleichende Invasion begünstigten.
Es sei noch einmal erinnert, daß der fürchterliche vernichtende Druck auf die Juden eine Folge des mordbesessenen europäischen Nihilismus war.
Erinnerung ist nötig, weil das Gedächtnis auch von Menschen besten Willens immer wieder aussetzen möchte.
Erinnerung als Gedächtnisstütze.
Der europäische Nihilismus wirkt sich heute schon wieder bei den Neonazis, Neofaschisten, Neohinduisten sowie Neobuddhisten verderblich aus.
Die längst überfällige Rückbesinnung der Araber auf ihre semitisch-prophetische Lehre, der ursprünglich jüdischen Lehre zur Verwechslung ähnlich, läßt dem von Bush jun. wiederangestoßenen Friedens- oder besser: Kompromiß-Prozeß als wenig aussichtsreich erscheinen.
Es kann nur ein weiterer Krieg der ungleich bewaffneten Kräfte die logische Folge sein.
Denn wer kann denn erwarten, vernünftiger Weise, daß der Kern des Zionismus sein Ziel - ganz Palästina bis zum Jordan für das jüdische Volk - je aufgeben könnte in dieser so prächtig geordneten Welt mit ihren so intelligent geschulten und "aufgeklärten" nichtjüdischen Menschen?
Es wäre deshalb durchaus möglich, daß demnächst ein weiterer israelischer Premier "wegen Gottesverrat" und dazu ein palästinensischer Ministerpräsident ermordet werden.
Ein derartiger worst case wäre der weiterfressende Feuerbrand eines ungleichen Krieges, diesmal bis zur völligen Erschöpfung der Kriegführenden.
Am Ende müßten die zahlenmäßig kleineren Juden wohl aufhören, Zionisten zu sein.
Oder die Muslime müßten vielleicht aufhören, Muslime zu sein?
Wenn den USA dann der Geduldsfaden sowie die Finanzmittel ausgingen, müßten sie, besonders unter der Regierung der Republikaner, wählen, ob sie die wenigen Zionisten oder die abermillionen Muslime über die Klinge springen lassen müßten.
Philanthropisch geurteilt, erscheint die Aussicht des Menschenmordes an 1,5 Milliarden Muslimen und, daß die Juden abermals das Elend ihrer Zerstreuung unter die Christenheit oder ihre endgültige Ausrottung durch eine vorzeitlich gebliebene entmenschte Menschheit zu gewärtigen hätten, entsetzlich.
Deshalb ist die "geistige" Entwicklung Europas schuldhaft, sie macht die Rückkehr der Christenheit zum ursprünglichen Jesuanismus zu einem Erfordernis.
Der Weltkrieg der drei monotheistischen Religionsgemeinschaften gegen den hedonistischen Nihilismus, der prinzipiell ein Nazismus und Faschismus ist, und gegen den kulturellen Neohinduismus und Buddhismus im Westen wie am Ursprungsort in Süd- und Ostasien ist der einzig mögliche Ausgang in eine menschenwürdige Zukunft.
Das ist der Rat einer Geschichtslogik, die sich gern widerlegt sähe.