2003-02-02
Kooperationsfolgen (II)
Es läßt sich von einer monotheistischen ethischen Kettenreaktion sprechen oder, um das Gemeinte zu verdeutlichen mit einem Pleonasmus, von einer globalgesellschaftlich-ethischen.
Sie begann vor Jahrtausenden mit dem Big bang des Propheten Abraham/Ibrahim und setzte sich fort mit allen prophetischen Nachfolgern, den vor-jüdischen, jüdischen und nachjüdischen.
Gott sei tot, behaupten seit Nietzsche viele denkende Nichtdenker und Gedankenlose, Gott spräche nicht mehr zum Menschen.
Jedoch seit man von IHM zu sprechen aufgehört hat, spricht ER immer noch durch den Mund gewisser Menschen, ohne daß diese davon wissen. Durch den Mund gläubiger Diesseitiger. Diese neopagane Welt artikuliert sich unbewußt.
Fast in der gleichen Weise wie antike Philosophen vor dem Auftreten Ibrahims, Musas und Isas, eben heidnisch und nur im Lichte des rein Diesseitigen - außer in jener Weltgegend, die sich vom Propheten Muhammed hat prägen lassen.
Auch die nichtmuslimischen Weltreligionen - "Judentum" und "Christentum" sind längst paganisiert, sind also eigentlich nicht mehr - teilen das natürliche Licht unserer Erde, das zwar weniger hell ist als das Licht des Islam selbst unserer Tage, aber immerhin natürliches Licht.
Es fällt ins Auge, daß fast sofort nach der sogenannten Aufklärung durch den britisch-französischen Rationalismus zwei historische Gestalten auftraten, die lediglich diesseitig argumentierten und dennoch die oben genannte weltgesellschaftlich-ethische Kettenreaktion beschleunigt haben: Moses Hess und Karl Marx.
Ersterer ist der eigentliche Vater des Zionismus, einige Jahre vor Theodor Herzl.
Marx hingegen predigte für ein dem Zionismus entgegengesetztes Ziel: Für die alle Nationalismen und Rassismen überwindende, utopisch gebliebene, kommunistische Weltrevolution.
Es läßt sich auch bei bösestem Willen nicht belegen, daß Juden die Französische und die Amerikanische Revolution ausgelöst hätten, dazu waren sie allzu machtlos.
Es läßt sich andererseits nicht übersehen, daß viele Freimaurer, also Judaisierende, an beider Anfänge gestanden haben.
Während in England und in den USA kein nennenswerter Antisemitismus als Reaktion auf beide Revolutionen entstand - das mag an der fortdauernden Geltung der Bibel liegen -, wurde er im Ursprungsland der Französischen Revolution übermäßig stark und strahlte von dort schon vor 1917 auf ganz Europa und Rußland aus.
An den Philosophen Voltaire oder Fichte und Nietzsche ist abzulesen, wie der Antisemitismus Alteuropa befallen hat.
Als ob das für die Zerstörung des christlichen Europa nicht ausgereicht hätte, fachte die russische Oktoberrevolution 1917 ff. das Feuer des Antisemitismus noch weiter an.
Das massenmörderische Verbrechen, das wir zusammengefaßt mit dem Ortnamen Auschwitz nennen, war eine fürchterliche antichristliche Veranstaltung, wenn auch nicht ohne jenen Vorläufer.
Auschwitz war also die Reaktion auf die Revolution von 1917, was Joh. Rogalla von Bieberstein in seinem Buch Jüdischer Bolschewismus/Mythos und Realität, Edition Antaios 2002, mit einem Vorwort von Ernst Nolte, beschrieben hat.
Diese Revolution war unbezweifelbar ein von Juden bestimmtes Phänomen.
Die personelle Zusammensetzung des Politbüros der Leninschen KPdSU wie die Personalliste der Tscheka, des Vorläufers des KGB, dokumentieren, daß diese Revolution, diese geistige Kernspaltung des christlichen Alteuropa durch eine nach allen bürgerlichen Begriffen denn doch "kriminelle Energie" eines schändlich erniedrigten, entrechteten und beleidigten Volkes, des Volkes des Einen Gottes und Seines Dekaloges, inauguriert und militant durchgesetzt worden ist.
Wenn Lenin tatsächlich der Sohn der jüdischen Mutter Blank gewesen sein sollte, dann war er, wie sein vom Zarismus hingerichteter Bruder, gemäß der Halacha ein vollgültiger Jude.
Insofern hatten die Nazis "recht", wenn sie diese Revolution als das Werk von rebellierenden Ausgebeuteten, im Nazijargon "Untermenschen", unter der Führung von Juden - richtiger hätte die Benennung "unter der Führung von vielen Juden" lauten müssen - bezeichnet haben.
Rogalla von Bieberstein zitiert einen Moskauer Oberrabbiner, der zum Schöpfer der Roten Armee gesagt haben soll, daß "die Trotzkis die Revolution machen, aber die Bronsteins dafür zahlen müssen".
Genau dies ist den Bronsteins und ihren Verwandten rund 25 Jahre nach 1917 in der Tat angetan worden.
Dabei geschah auch die allerletzte und letale Selektion der gefangenen Juden in die Gruppen der assimilierten Juden und der Zionisten.
Die Assimilierten sind ausgerottet worden, während die meisten der nazihaften Zionisten entkommen konnten.
Letztere sollen als gepreßte Helfer der nazistischen Mörder gearbeitet haben, und sie haben politisch von diesem Geschehen wahrlich profitiert.
Was an genuin Jüdischem dennoch überlebt hat, ist der Geist des Monotheismus, also der Geist des Einen Gottes (arab.: Tauhid), der heute überwiegend mit dem militanten Islamismus sein Haupt erhebt und die ganze Welt in gesellschaftsethischen Brand setzen will.
Usama Bin Laden hat die Attacke des Anti-Islamismus bereits überlebt, während der nur-diesseitige Scheinmoslem, Nationalist und Sozialist in Bagdad in ihr wahrscheinlich umkommen, nichtsdestoweniger aber diesen Brand noch einmal anfachen wird, bis er auch die USA erreicht haben wird.
Denn die gesellschaftlichen, politischen und ökonomischen Kettenreaktionen dieses Konfliktes werden auch die Reiche der Angelsachsen und ihrer Verbündeten nach Klassen und Kasten auseinanderreißen, je länger er andauert.
Allerdings müßte sich der Islamismus seinerseits dazu aufraffen, seine Mission zu erfüllen: die universelle Gültigkeit des Monotheismus zu erzwingen.
Voraussichtlich wird das erst dann eintreffen, wenn die Muslime das Konzept des Monotheismus, des Tauhid, auf die gesamte Menschheit erweitert haben und für die Befreiung vom Zinssystem ebenso kämpfen wie für die Beseitigung der Klassen-, Rassen- und Kastenschranken; wenn sie die Revolution des Monotheismus auch im Geistigen vorantreiben, statt sie nur in defensiv-aggressiver Weise auf den Darul-Islam zu beschränken.