2003-01-31
Kooperationsfolgen (I)
Horst Lummert hat lange vor unseren wüstesten Streitereien bis hin zu den Gerichten unser Verhältnis als "antagonistische Kooperation" bezeichnet.
Im Nachhinein stellt sich sogar der Zeitabschnitt juristischer Verwüstung als antagonistischer Lernprozeß heraus.
Heute, an ihrem natürlichen Ende - durch meine gründliche Unfähigkeit, mich an das informationelle XXI. Jahrhundert anzupassen, möglicherweise verursacht von meiner Aversion gegen die Moderne, von meiner speziellen Abart von geschworenem "Antimodernismus" - ist es an der Zeit für den Schlußstrich.
Ich fasse das Ergebnis wie folgt zusammen:
1. Durch H.L. wurde ich veranlaßt, nähere Blicke auf die Religionen überhaupt und auf die jüdische Lehre im Besonderen sowie auf das jüdische Volk zu werfen. Zwar blieb ich als antinazistischer Europäer ein Anti-Zionist und gleichzeitig ein Sympathisant verfolgter Juden. Beides jedoch jetzt weit besser informiert.
Der nicht bewußte Wunsch meiner Körperzellen nach Befreiung aus - von einer zwar nicht freudianischen Verdrängung, vielmehr von einer generationenalten erdrutschartigen Verschüttung erzeugten - psychosomatischen Verkrüppelungen könnte mich über mehr als zwei Jahrzehnte nicht wie einen "Schatten" an die Person H.L. gebunden haben, aber wie eine "Wanze" im Telefon an dessen Denken.
Nicht übermäßig intelligent, bedurfte die fleißig abgehörte Information mehrmaliger Wiederholung, bis dies ein Umkippen der nichtbewußten Information in bewußtes Wissen bewirkte.
Paradigmenwechsel nennt man das wohl.
2. Vor meiner Begegnung mit H.L. fürchtete ich als politischer Ökologe, als unreifer Ökologiker entsprechend dem als zu Lernendes ausgebreiteten Ökologismus, die Übervölkerung der Erde, die "Bevölkerungsexplosion".
H.L. nennt diese Bevölkerungsphobie "Ökofaschismus", obwohl sie genauer als "Ökonazismus" zu bezeichnen wäre. Nazi aber war ich nie, konnte es gar nicht werden, weil meine Körperzellen anders "programmiert" waren.
Ich erkannte dank H.L.s aggressiver Polemik für seinen Standpunkt allmählich und nicht ohne wütende Abwehr die Unvereinbarkeit meiner Angst vor der "Bevölkerungsexplosion" mit meiner sonstigen Angst vor Herrenrassen, seien sie in meiner Heimat oder in anderen Weltregionen.
Ich mußte mich entscheiden.
Zwar ist meine Konversion zum Islam viel älter als mein Zusammentreffen mit H.L.. Diese war das Ergebnis meiner Jahre in Afrika und Asien. Folglich mußte ich auch trotz allen Verstehens dessen, was die Juden zu Zionisten hat werden lassen, Stellung gegen die jüdische Herrenrasse im Orient beziehen.
Die Zionisten waren für mich leider nichts anderes als die deutschen Nazis und als die angelsächsischen und spanischen Antijudaisten, Antiislamisten und Indianer- sowie Afrikaner-Feinde, nämlich Völkermörder.
Die Ohnmacht der Auszurottenden in Rechnung stellend, also den Untergang jener Völker und Rassen in Übersee, die mir ans Herz gewachsen waren, erkannte ich den strategischen Wert der Bevölkerungsexplosion.
Zwar bleibt es dabei, daß sie das ohnehin schon immense Leid der Ausgebeuteten und Entrechteten vergrößert und daß das in der längeren und eher theoretischen Perspektive auf einer Erde beschränkter und nicht erweiterbarer Größe gar nicht ausdenkbar ist.
Das Bild einer Erdkugel, auf der künftig jeder Mensch in engster Tuchfühlung mit anderen Menschen steht, ist erschreckend und auf den zweiten Blick schon deshalb abstrus, weil die Zukunft nicht hochrechenbar ist.
Heute gibt es immer noch genug Platz auf dem Erdball, der nur (noch) nicht fruchtbar gemacht worden ist.
Die Gründe für das Elend der Mehrheit der Menschheit sind ebenso "westgemacht" wie übrigens auch der Zionismus und sein westgemachtes unmenschliches Verhalten - nicht anders als das Saddam Husseins und Usama Bin Ladens.
Die Gründe für das Elend und Verhungern in der Dritten und inzwischen auch in der Zweiten Welt sind insofern westgemacht (nicht "menschgemacht"!), als sie raubtierkapitalistisch produziert wurden und werden.
3. Nun kommt in meiner Sicht auf H.L. seine jüdische Herkunft und sein Hineinwachsen in die jüdische Lehre ins Spiel. Jüdische Lehre eigener Art, nämlich monotheistische Lehre.
Alle monotheistischen Religionen sind, da ausgesprochen gesellschaftlich gerichtet, ethische Politologien. Alle drei - Judentum, Christentum und Islam - sind zudem und deshalb von der Hochachtung des Mütterlich-Weiblichen geprägt.
Die nicht monotheistischen Religionen hingegen zeichnen sich aus durch Mißachtung des Weiblichen mittels Kerosin-"Unfällen" vieler Ehefrauen im Hinduismus wie an der gesellschaftlichen Billigung der Selektion und Ermordung weiblicher Neugeborener und massenhaften Abortionen weiblicher Embryos sowohl in Indien wie im konfuzianisch-taoistisch-maoistischen China.
Die vom Feminismus, einem kaum verkappten Lesbianismus, fälschlich als "patriarchalisch" gebrandmarkten monotheistischen Lehren sind in Tat und Wahrheit pro-matriarchalische, wenn auch anti-lesbische Lehren.
Die Paraphrasierung einer alten KPD-Parole - "Demokratie, das ist nicht viel, Demografie ist unser Ziel" - wäre undialektisch.
Vielmehr braucht die demografische Revolution, diese Explosion die intensive Diskussion ihres Telos, um ihr strategisches Ziel zu erreichen, und sie implodiert in totalem Elend, wenn sie nicht über den Hedonismus hinauskommt.
Demokratie als Bewußtwerdung der monotheistischen Ethik ist deshalb sehr viel, sobald Demografie und monotheistische Bildung der Massen gleichermaßen wachsen.
Realisierung der monotheistischen Werte ist die schärfste Schneide der "Bevölkerungsexplosion", eine Waffe zur Gewinnung auch der politischen und ökonomischen globalen Hegemonie.
Diese Explosion ist die wahre Waffe der Ärmsten, eine Waffe zur Erpressung der in ihrem übermäßigen Reichtum verkommenden Herrenrassen mit ihren Afterreligionen.
Ist die Stahlrute, um die ungeteilte Menschheit endlich auf den Weg des Einen Gottes zu treiben.
Ich bleibe deshalb ein Antizionist.
Gleichzeitig bekenne ich, daß ich als revolutionärer Muslim die globale Strategie Horst Lummerts und seiner Kokhavim teile.
Und herzlichen Dank für Kooperation und Antagonismus!