2003-06-30
Nuh und der Postdiluvianismus (III)
Allzulange habe ich mich vor der Rezension eines wertvollen und informativen Buches gedrückt, obwohl ich ihm seines Themas wegen sofort breiteste Aufmerksamkeit wünschte.
Und bis heute wünsche.
Es trägt den Titel Hitler, Krishna, Buddha. Eine unheilige Allianz vom Dritten Reich bis heute und ist 2002 im Ueberreuter Verlag in Wien erschienen (639 S.).
Titelgerecht verspricht es die Aufdeckung bisher unbekannter Hintergründe des massenmordenden Nazismus sowie des gleichfalls Massenmorde vorhabenden Neonazismus.
Die Autoren V. und V. Trimondi haben ihr Versprechen mit einer sehr umfangreichen Dokumentation gehalten.
Aber was hat mich von einer Buchbesprechung so lange Zeit abgehalten, die ich vor meinem eigenen Urteil hätte rechtfertigen können?
Bloßer Vorwand war meine Unfähigkeit, die Fülle des vorgelegten Beweismaterials so zu ordnen und wiederzugeben, daß es auch für eine gerichtliche Beurteilung ausreichen würde.
Eine solche nämlich wäre m.E. für eine gewisse neonazistische Verlagstätigkeit unbedingt geboten.
Bereits der alte Hitlerische Nazismus und der Faschismus Mussolinis haben eine derart extreme Dynamik ausgelöst, für die es tiefere und andere Ursachen gegeben haben muß als die kapitalistischen, die der famose Giörgi Dimitroff im Auftrage der Komintern von sich gegeben hat und die bis heute eine aufklärende, humanistische Linke so verkrüppelnd im Banne hält.
Schon in der Einleitung des Trimondischen Buches steht ein plausibler konjunktivischer Satz (S.18), der für unsere Zukunft nichts besseres an Mordqualitäten erwarten läßt als das, was wir schon mit den nazistischen Vernichtungslagern kennengelernt haben!
"Auf jeden Fall wäre eine solche Nazi-Religion rassistisch gewesen."
Geläufig war uns die religionsartige braungermanische Ideologie, die sich auf die Edda, die Siegfrieds- und andere mittelalterliche Sagen gestützt hat.
Auch war Antinazis geläufig, daß die Nazis die monotheistischen Religionen entweder offen, wie die der Juden, oder kaum versteckt, wie die christliche, heftig ablehnten und bekämpften.
Ihre Germanomanie stand in striktem Gegensatz zu den mosaischen und christlichen Lehren.
Durch die beiden Trimondis wurde nun aufgedeckt, daß schon bestimmte Organisationen des Hitlerismus, die der SS zugeordnet waren, der NS-Ideologie ein breiteres und älteres Fundament graben wollten, als es die Germanophilie geben konnte.
Was an der Trimondischen Analyse besticht und mich partiell dennoch so gestört hat, daß es mich am Rezensieren ihres Werkes hinderte, das war ihre pazifistische, wohl aus dem 68er Erbe gespeiste Einstellung.
Ihr wiederholter rügender Hinweis auf die hinduistische Verklärung der kriegerischen Kshatria-Kaste als das geheime Vorbild der SS-, Gestapo- und anderer Nazi-Organisationen und ihr Hinweis auf weitere vom RSHA unkritisch übernommene indo-arische Texte wie die Bhagavadgita und des buddhistischen Kalachakra-Tantras bezw. der japanischen Samurai-Tradition ist m.E. nicht von vornherein mit einem prinzipiellen Pazifismus abzulehnen.
Wenn sich der heute im Aufbau befindliche globale Neonazismus tatsächlich formiert haben wird, dann ist diese unpolitisch-naive pazifistische 68er Petra-Kelly-Aversion geradezu eine selbstmörderische Reaktion.
Dann wirkte der Radikalpazifismus nur als Selbstentwaffnung der zur Abschlachtung vorgesehenen "Minderwertigen", wie ihr Einverständnis mit der eigenen Ermordung, wie ihr Halshinhalten zum Henker.
Als einzige Instanz, die solche Mörder delegitimieren kann, wirken die noachitischen und mosaischen Gebote.
Die noachitischen allerdings sind nicht in der jüdisch-christlichen Bibel zu finden, auch nicht im islamischen Koran, sondern nur im jüdischen Talmud.
Nur einmal angenommen, Gott sei tot und habe nicht die Thora, das Neue Testament und den Koran inspiriert, dann wäre doch erst recht eine über Jahrtausende sich ereignende Kontinuität in der Literatur der semitischen Völker ein bewunderns- und erhaltenswertes Ereignis.
Die in den noachitischen und mosaischen Geboten geforderte Verrechtlichung des Politischen ist Beweis des Genius der Semiten, den keine nichtsemitischen Völker aufzuweisen haben.
Die Wurzeln des Islam, dieses zahlreichsten Feindes der vorsintflutlichen Kulturen auf Erden, sind tiefer, als es seine Gelehrten und Gläubigen selbst für möglich halten.
Die Wurzeln des Islam liegen nicht nur in der jüdischen Thora, sondern - auch wenn es literaturhistorisch nicht beweisbar sein sollte - sogar im Talmud.
Zumindest bei der muslimischen Orthopraxie.
Nur dort, nur im Talmud nämlich können wir lesen, daß der Prophet Nuh-Noach die ersten sieben nachsintflutlichen Gesetze erlassen hat, im Namen des Einen Gottes, diese Fundamente des späteren Dekaloges durch Moses-Musa und des Koran, Mohammeds Sunna.
Diese nachsintflutliche Rechtskultur muß im Überlebensinteresse der ganzen Menschheit verteidigt werden!
Der Trimondische Radikalpazifismus ist deswegen unvereinbar mit dem im übrigen antinazistischen Haupttenor ihres Buches.
Die Frontstellung der heutigen USA gegen den Haager Strafgerichtshof für Verbrechen wie Folter und Völkermord zeigt, wo der Feind zu finden ist und wie groß wieder seine Macht ist.
Der Islam, sagten wir und sagen wir, ist der zahlenmäßig größte Feind des Antediluviannismus.
Folgerichtig beweisen die Trimondi in ihrem Buch, daß die tibetische Kalachakra-Zeremonie, immer wieder vom Dalai Lama vorgestellt, den globalen Endkampf bis zur Ausrottung zwischen buddhistisch-hinduistischen und muslimischen Kriegsarmeen propagiert.
Zwischen nihilistischen Massenmördern und ihren Opfern jedoch kann es Friedfertigkeit nicht geben.
Der Islam fordert - wie prinzipiell auch Juden- und Christentum - das Mordverbot und eine gerecht, nach generalisierbarem Gesetz geordnete Weltgesellschaft.
Bei den beiden Kriegsparteien ist deshalb nicht die Militanz das Kriterium, sondern das religiöse Motiv.
Unser Motiv ist, da von Gott, neben dem es einen anderen nicht gibt, geboten, unaufgebbar und gerechtfertigt.
Hinduismus und Buddhismus jedoch kennen keinen Gott und stattdessen viele kleine "Götter", also Götzen für die Dummen (und Illusionen, sagen ihre Gebildeten).
Sie halten auch die menschliche Personalität und damit ihre Schuldfähigkeit für illusionär, für eine vorübergehende Erscheinung im kreisförmigen Ablauf der Wiedergeburten.
Sie können folglich auch gar keine Ethik im westeurasischen Sinn entwickeln.
Der Autor erinnert sich an seinen Jugendfreund (Dr.) Paul Lüth, den Gründer der antistalinistischen Jugendorganisation BDJ in den 50er Jahren, dessen erstes Buch eine Übertragung ins Deutsche von japanischen Gedichten war.
Der Autor bekam es nie zu Gesicht, und Lüth hat ihm Einzelheiten auch nie erzählt, vielleicht weil das Buch in den Kriegswirren verloren ging, vielleicht weil er selbst es für eine Jugendtorheit hielt.
Jedoch liegt es nahe anzunehmen, daß der junge, hochintelligente, witzig-aufgeweckte P. Lüth in der zackig-miefigen Nazi-Atmosphäre die SS-Progaganda aufgegriffen hat, die die japanische "Bushido-Harakiri-Kultur" der Samuraikaste verherrlichte und die für die SS übernommen werden sollte.
Viele Details über diesen Aspekt des Nazisystems sind bei Trimondi zu finden.
Im übrigen weisen sie auch auf das Anhalten dieses Samuraikultes im heutigen Deutschland hin:
Nämlich daß im Piper-Verlag, München, in den Jahren 2000 und 2001 das Buch Der Weg des Samurai erschienen ist mit der Eigenwerbung "Wahrheiten, die noch immer gültig sind (für) Macht und Karriere".
Wir wiederholen, daß für unsere Ablehnung einer derartigen Verlagsproduktion nicht die Militanz der Samurai das Kriterium ist, sondern das nihilistische Motiv der Samuraikultur!
Schon frühzeitig hat der jüdische Schriftsteller Arthur Koestler den "ethischen Relativismus" und den "kosmischen Nihilismus" des Zen-Buddhismus erkannt (s. A. Koestler, Von Heiligen und Automaten, Bern 1961, S. 344).
Die Trimondi stellen fest: Der spirituelle Nazismus sakralisiere die Kriegerkaste und setze sie ineins mit der arischen Rasse, welche andere Rassen ausrotten und unterdrücken zu dürfen vermeint.
Als spiritueller habe seine religiöse Aufladung mit dem Hinduismus und Buddhismus, insbesondere mit dem Bon-Buddhismus Tibets und dem Samurai-Buddhismus Japans sich weiterentwickelt zum Neonazismus.
Dem Paläonazismus der Hitlerianer galt Völkermord als ein "Gründungsopfer" eines "neuen", d.h. antediluvianischen Weltzeitalters.
Insofern dürfen wir auch den nazistischen Holokaust an den Juden nicht in toranischer Interpretation verstehen wollen - das wäre ja prinzipiell schon antitoranisch gedacht! -, sondern als Sakrifizium für dieses "eiserne Zeitalter", dem die ermordeten Juden nur als ein humanoider Brennstoff zur "kulturellen" Erneuerung galten.
Unsere Holokaust-Feierer und KZ-Begeher sollten diese perverse Weltanschauung ihrer Todfeinde zur Kenntnis nehmen, statt immer wieder die gleichen abgedroschenen humanitären Phrasen wiederzukäuen!
Genau diese Brandopfer-Mythologie wird in der Bhagavadgita gefeiert.
Die Schlachtopfer sind immer die gegnerischen Kurus, deren Blut die Götter gierig saufen.
Der Ariosoph und Vorbild des jungen Hitler, Lanz von Liebenfels, hat zur Förderung der Wiederentstehung der germanischen Götter ausdrücklich den Massenmord an den "Schrättlingen", d.h. den Juden, gefordert:
"Dann wirst du (= Frauja) haben Opfer spenden fein, dann wird der Schrättling dein Altarbrand sein."
Fantasien eines wahnwitzigen römisch-katholischen und arisch-germanischen Schweinepriesters!
Inzwischen hat sich der Neonazismus längst weitere hinduistisch-arische Mythen angeeignet, beispielsweise den von Schambhala.
Die muslimische Tauhid-Tariqa hat dagegen eine Gegenmine gelegt mit ihrer Namensinterpretation "Shams-Allah", was angeblich ein Höhlensystem unterhalb des Berges K2 im Himalaya sei und wo sich ihre Pirs regelmäßig zu bestimmten Jaheszeiten träfen, wenn der Sonnenaufgang direkt vor einer Höhlenöffnung erscheine.
Das arabische Wort für "Sonne", al-shams, tat bei dieser Verballhornung gute Dienste.
Sonne Allahs!
Der chilenische Exdiplomat und neonazistische Gnostiker Miguel Serrano phantasiert in seinen Büchern von einer nazistisch-hinduistisch-buddhistischen Wiederauferstehung einer braunen Kriegerkaste, die die arisch-weiße Rasse in einer Endschlacht befreien werde von der Despotie der Finsternis, nämlich von Gott Jahwe.
Diese und andere "Fantasies" gehören inzwischen fest zum ideologischen Bestand rechtsextremer Neopaganiten und Satanisten zwischen Polen und Wisconsin, USA.
Die Trimondi und der Buddhismusforscher Volker Zotz stellen zusätzlich viele weitere Übereinstimmungen zwischen den Ideologien der Nazis/Neonazis und dem Hinduismus-Buddhismus heraus, nämlich ihre gemeinsame Moralität bezw. Nichtmoralität gemäß Nietzsches "Jenseits von Gut und Böse" im Antichrist, ihre die menschliche Individualität, d.h. Schuldfähigkeit, leugnenden Lehren des Karma und Anatta (= Nicht-Selbst).
Der heutige Neonazismus-Neohinduismus-Neobuddhismus fordert in diesen Tagen immer wieder und militant die Vereinigung aller Hinduisten und Buddhisten und zugleich die Ausrottung aller Abrahamiten, also der Christen und Muslime.
Diese Vorsintflutlichen wollen die restlose Vernichtung der "Familie der dämonischen Schlange", eben der Abrahamiten, die "das barbarische Dharma lehren" - Dharma ist das Weltgesetz.
So etwas schreibt der Schüler Julius Evolas, der Buddhologe Sandro Consolato (in: Julius Evola e il Buddhismo, Borzano 1995).
Es würden im Kalachakra-Tantra "die Lehren der semitischen Propheten... klar mit Abraham, Moses, Jesus und Mohammed" beim Namen genannt; sie seien Ausdruck der kosmischen dunklen Kräfte, der "tamas".
Evola selbst brachte diese Ansichten auf den Punkt:
"Die Reduzierung des Buddhismus auf ein einfaches moralistisches Regelsystem erscheint als die Spitze der Absurdität" (zit. nach Jean-Paul Lippi, Julius Evola, metaphysicien et penseur politique, Lausanne 1998, S. 91).
Der Hinduist Shashi Bhusen Dasgupta (in An Introduction to Tantric Buddhism, Plochingen 1985, S. 65) schreibt ohne Verschleierung:
"Kalachakra ist das Rad der Zerstörung".
Daß der Dalai Lama immer wieder feierlich das Kalachakra-Tantra zelebrieren läßt, beweist - zwar nicht den vielen westlichen naiven Zuschauern, doch bewußteren Monotheisten -, daß er sich als eine Art Gegenpapst des Neuheidentums sieht.
V. und V. Trimondi fragen zu Recht, warum dieses Kalachakra-Tantra von westlichen Zuschauern und Teilnehmern eigentlich als "ökumenisches Ritual" gutgeheißen werden kann, da es doch "offen und mit bösen Worten die höchsten Religionsvertreter des Juden- und Christentums brandmarkt und mit Nachdruck... der Islam zum physischen und metaphysischen Hauptfeind der Buddhisten erklärt wird" (S. 513).
Dieses Ritual verfolge auch mitnichten ökologische Ziele.
Im Gegenteil sei es in letzter Konsequenz auf eine Vernichtung allen irdischen Lebens... durch (eine) bewußt inszenierte Apokalyse gerichtet.
Wieso die an Leib und Leben solchermaßen bedrohten Muslime, in denen doch der Geist der abrahamitischen, noachitischen Lehre am stärksten brennen sollte, keine Empfindung für diese Bedrohung entwickeln, bleibt unerklärlich.
Der Endkampf zwischen dem Abrahamismus und dem Hinduismus-Buddhismus - hinter denen sich heute der Zionismus und die USA waffentechnisch formiert haben - ist unausweichlich.
Der israelische Militärpolitologe Martin van Crefeld befindet (in: Die Zukunft des Krieges, Mchn 1998), in diesem Krieg werde Gott "kein Gott der Liebe sein, sondern ein Gott der Schlachten".
Es sind wir Monotheisten, wir Kinder Ibrahims, die unverzüglich den präemptiven Krieg gegen den Hinduismus, zuerst in dessen Form der Indischen Union, aufnehmen müssen.
Muslime der Welt, nichtzionistische Juden der Welt und nichtevangelikale Christen der Welt - vereinigt Euch und eilt, Pakistan gegen Indien zu unterstützen!