2001-12-21

tauhid-tariqat
Ustad Ridwan Abdul-Muqsit

Tacheles reden - eine interne Selbstkritik

A. - Standpunkt am Rhein:

KarthoumDie von den Kokhavim ("Ohne Macht keine Wahrheit") und von der Tauhid-Tariqat ("Peniel") vorgeschlagene metarealistische Aussöhnung zwischen Jakob-Ishaq-Isaak und Ismael-Jishmael-Esau zeigt theoretisch einen gewünschten Ausweg aus der heutigen Kriegs- und Vorkriegssituation an. Er muß jedoch "realpolitisch" durch eine Selbstkritik ergänzt werden. Was eigentlich spricht gegen unsere in der Tendenz übereinstimmenden Vorschläge zur Güte? Es sprechen nämlich nicht nur alle Realpolitiker allüberall dagegen, sofern sie vor lauter Lachen überhaupt noch zum Sprechen kommen.

Gehen wir argumentativ einige Jahrtausende zurück. Erinnern wir uns an die Prophezeiung Isaaks, Esau betreffend. Wir zitieren sie nicht, man sollte den Text in der Bibel selber lesen. Heute hat Esau mittels seiner physischen und geistigen Zeugungskraft unzweifelhaft den väterlichen Segen zurückerobert; die Zahl der Araber und Muslime übersteigt die Zahl der Juden um ein Vielfaches. Esau hat auch das Joch seines Bruders, des Betrügers Jakob, abgeworfen. Der größte Teil des Erdöls der Welt liegt in muslimischen Ländern; was sich auch in pekuniären Zahlen darstellen läßt.

Desungeachtet hat Jakob nie verlangt, daß Esau ihn segne. Möglicherweise wird er solches auch nie verlangen, denn der Segen des Vaters bleibt ihm ja. Sein Kampf mit seinem Bruder, mutmaßlich dem "Engel" der Bibel, könnte anhalten.

Avram nun verlangt mit gültigen Gründen, daß seine Söhne und Enkel sich endlich versöhnen, weil ohne diesen Schritt sich sein und Gottes Segen in Nichts verflüchtigen könnte. So weit, so gut! Doch wir müssen sehen wollen, daß Jakob in der nebligen Fremde des Nordwestens nachbiblische Taten vollbracht hat, die die heutige Welt bestimmen. In dieser bleibt Ismael/Esau vorerst noch in der Situation des Unterlegenen. Jakob nämlich söhnte sich mit Japhet aus, mit Japhet, der Ham unterworfen hat. Auch dies geschah als Betrug, wenngleich Japhet den Betrug seit langem schon ersehnt hatte. Wie ein Linsengericht! Selbstbetrug und Betrug also:

Japhet wollte glauben, daß er zu den verlorenen Stämmen Israels gehöre. Jakob bestärkte ihn in diesem Irrtum, weil er damit sein Los als permanent Verfolgter erleichterte. Jakob verwaltete allmählich die Geldbörse Japhets. Er verwaltete sie, indem er den von der Torah verbotenen Zins im Namen des englischen Königs erhob.

Immer der getreue Diener seiner christlich-japhetischen Herren und von ihnen undankbar und treulos ausgeplündert, wurde er allmählich unverzichtbar und unabkömmlich. Das machte den Diener schließlich zum Herrn seines Herrn. Japhet steht heute weltweit, denn die Herrschaft Englands wurde durch Jakobs getreue Dienste weltweit, im "Joch" Jakobs; er rackert sich in seinem Dienste und gemäß Jakobs Zügel und Peitsche, die eine ökonomische ist, ab und arbeitet wie ein Kampfelefant gegen Jakobs Gegner. Im Zentrum dieser Gegner aber steht Ismael-Esau.

Avrahams drängende Bitte um brüderliche Versöhnung muß unerhört verhallen. Was wiegen denn die Juden Spaniens und Portugals seit 1492 Chr. und was der Holocaust Mitteleuropas von 1933 bis 1945 gegen die Börsengewinne der anglisierten Welt? Die Türme des World Trade Centers in New York gehören schließlich einem Jakob namens Silberman. Auch dieser Name eine Amtsanmaßung oder eine zynisch offene Selbstdenunzierung? Stürzten die New Yorker Türme, weil die Nachkommen Ismaels und Esaus gerade die Mißachtung des toranischen Zinsverbotes bestrafen sollten? Der mit dieser Untat vorzeitig provozierte Krieg geht nicht um das Erbe Abraham-Ibrahims. Um dieses Erbe kämpft allein die Nachkommenschaft von Ismael und Esau.

Was aber sagt Gott zur Mißachtung Seiner toranischen Gebote? Qui tacet consentire videtur. Wer schweigt, scheint zuzustimmen? Zustimmen zur iberischen Abrahamitervertreibung, zu Auschwitz? Sollte ER tatsächlich tot sein, wie es die japhetistischen "Aufklärungen" behaupteten? Ist Gott der Gott Jakobs des Betrügers?

Wäre gar die Torah ein göttlicher Betrug oder der Talmud, der die Zinsnahme von den Gojim erlaubt, eine göttliche Notlüge?

Wenn es so wäre, dann allerdings gäbe es kein Kriterium für Recht und Unrecht mehr. Dann wäre auch künftig jeder Völkermord erlaubt, je nach Mehrheiten oder Staatsmacht erlaubt.

Hiermit werden prinzipielle Fragen aufgeworfen. Sie sollten beantwortet werden, damit das abgewendet werde, was zu befürchten ist, nämlich der Untergang der Menschheit in tierische Barbarei. Wir kommen auch nicht um die Tatsache herum, daß Calvin ein großer christlicher Lehrer war, ein wirkmächtigerer als Luther, dessen antisemitische Kirche nach 1945 unter den mäßigenden Einfluß von Genf geraten ist. Wir können auch nicht den heilsgeschichtlichen Rang Oliver Cromwells übersehen. Die von ihm und seinen Rundköpfen geprägte Gesellschaftsordnung und die von ihm geschaffene Freundschaft des britischen Calvinismus mit der Judenheit haben die gesamte englischsprachige Welt erfaßt, und das heißt die Welt schlechthin. Genf und London waren und blieben die Zentralen der globalen Zinsnehmerei, des Kapitalismus, und die Vorläufer des New Yorker World-Trade-Systems.

Eine beachtliche Arbeit hat Jakob geleistet! Der Betrüger hat die Welt fast total im Griff.

Die Nachkommen Ismaels und Esaus müssen viel tiefer graben, als sie es mit ihrem blinden Aktionismus tun. Sie müssen sich vorarbeiten bis zum göttlichen Fundament der Zivilisierung der Menschheit. Dieses Fundament liegt zwar aufbewahrt im Himmel, aber es wurde irdisch niedergeschrieben von den alten Hebräern, bevor es noch einmal auf Arabisch offenbart worden ist mit dem Heiligen Koran. Man darf diese Niederschriften nicht Talmudisten überlassen. Rabbiner und Alim müssen sich dieser lebenszeitlichen Mühe widmen.

Die Hauptarbeit muß erst noch geleistet werden! Zu viel Zeit haben wir verstreichen lassen! Möge Gott uns verzeihen!

B. - Standpunkt am Indus:

Zwei Staatsgründungen im selben Jahr 1947/48. Die eine kurz nach dem Abtritt des deutschgesteuerten judenmordenden Ariertums, die andere gleichzeitig mit der Rückkehr des dalitmordenden indischen Ariertums, damals noch sozialdemokratisch getarnt, inzwischen als nationalsozialistisch erkennbar. Überhaupt "Wiedergeburt"! Das ist der Mythos zeitgenössischer Religiosität seit A. Rosenberg, im Fernen Westen wie im Fernen Osten. Die Ewigkeit des zivilreligiösen Nazismus? Ist Baal, der Kindermörder, unsterblich?

Der Perspektivwechsel vom Standpunkt am europäischen Main/Rhein an den südasischen Indus ist angezeigt. Denn in Pakistan, Afghanistan, Kaschmir, Bangladesch und weiter im malaiischen Osten weist die Qibla der Moscheen nach Westen. Mekka liegt dort gegen Sonnenuntergang, wo jedoch Hindustans Sonne der wahren Lehre aufgegangen ist.

Den Hochgott Indra haben die Indo-Arier einst verehrt, bevor sie zur Trinität von Brahma, Schiwa und Wischnu beteten. Und der Fluß Indus sowie der Begriff Hindustan tragen ihre Namen von diesem ältesten arischen Hochgott.

Es ist noch sehr die Frage, ob der Betrüger und getreue Börsentreuhänder Jakob wirklich der Herr ist oder vielmehr doch immer noch Japhet. Der Zionismus war schließlich die verständliche Reaktion auf die Unüberwindlichkeit des europäisch-japhetischen Judenhasses, folglich mußte er selbst zum Teil der Bösartigkeit Europas werden.

Pakistan entstand ohne das Wohlwollen Londons, ganz ähnlich wie der Staat Israel. London hat nur Volksbewegungen opportunistisch nachgegeben, als es der Teilung Palästinas wie des Subkontinentes in Südasien zustimmte. Und es rächte sich mit der Begünstigung der regierenden sozialdemokratischen Brahmanenkaste und der Zuteilung Kaschmirs an Delhi hier wie durch eine unhaltbare Teilungslinie dort. Japhet also zeigte durchaus Vitalität und Durchsetzungsvermögen. Wir sollten ihn auch heute in London und Washington am Werke sehen wollen.

Selbstverständlich hätte der calvinistische Japhet den verfolgten Juden Kontinentaleuropas mit leichter Hand eine Heimstätte in Australien oder Kanada zur Verfügung stellen können, wenn seine Beweggründe humanitär gewesen wären. Aber sein Herz für die Juden hat er erst dann entdeckt, als er das Osmanische Kalifat hat vernichten wollen. So arbeitet dieser Japhet. Er erließ die Balfour-Deklaration und betrog ganz nebenbei auch die antitürkischen arabischen Nationalisten des Hedschas. Wer ist denn hier der Herr und wer der wirkliche Knecht? Gut, der Knecht lebt sehr gut von seiner Knechtstätigkeit, aber das ist für das Endurteil nicht entscheidend. Das Binnenverhältnis einer Symbiose müßte aufgeklärt werden.

Weitere Gemeinsamkeiten von Israel und Pakistan, abgesehen von den Gründungsdaten: Staatssprache Israels, das Iwrit, ist das wiederbelebte alte Hebräisch der Torah, die offizielle Sprache Pakistans ist das mogulische Urdu, die, wie der Name selbst sagt, "Lagersprache" der turkmongolischen Muslime des Ostens. Es war die Staatssprache der Mogulenkaiser, eine Mischung aus Arabisch, Türkisch, Mongolisch und Persisch.

In beiden Staaten, Pakistan und Israel, beanspruchen Armeen und Geheimdienste einen unverhältnismäßig großen Teil des Sozialproduktes, und müssen ihn auch beanspruchen, wenn der Gründungsauftrag erfüllt werden soll. In beiden Staaten sind diese Armeen populär, und die Militärs spielen in der Politik eine unproportional große Rolle, eine präponderante sogar. Die Bevölkerungen sowohl Pakistans wie Israels setzen sich zusammen aus Flüchtlingen und Heimatvertriebenen, aus in Bürgerkriegen und Zivilisationsauseinandersetzungen seelisch und körperlich stark verletzten Menschen, die sich eine sichere Heimat suchen mußten und aufbauten. In beiden Staaten treffen wir auch grundsätzlich zwei Weltanschauungs-Parteien an: Auf der einen Seite die Nationalreligiösen bezw. Traditionalisten, auf der anderen die Modernisierer des Altbewährten. Die Zahlen der Einwanderer gehen hier wie dort in die Millionen.

Uns will scheinen, daß Gott der Allmächtige Land denen gibt, die Seine Lehre ehren, und es jenen nimmt, die sie verachten. Dabei dürfen die Führer des Volkes ruhig Ungläubige sein, entweder Sozialisten wie Ben Gurion oder "Freigeister" wie Moh. Ali Jinnah. Den Ausschlag gibt, wenn die Massen der Geführten in irgendeiner Weise doch der alten Lehre verbunden sind.

Der Erzfeind des Monotheismus trat in Südasien früher auf als im Nahen Osten, nämlich als britischer Japhet. Als Zionismus ist er höchstens 100 Jahre alt, er wirkt allerdings auf die Wiederbelebung des Islam akzelerierender als die britische Herrschaft; der Zionismus ist offenbar aufgrund seines jüdischen Substrats provozierender als die englische Heuchelei. Die Zionisten wähnen Nichtabrahamiten in und um ihr Staatsgebilde; sie wähnen das, während östlich von Pakistan tatsächlich immer noch die Baalspriester das Sagen haben.

Wir wollen doch nicht die Erinnerung wegschieben, daß die führenden Intellektuellen und Politiker der Araber als erste die Lehre des Propheten Mohammed (a.s.s.) verraten haben, und daß damals das Volk gegen sie sich nicht erhoben hat. Die haschemitischen Prinzen des Hedschas und später die Könige von Londons Gnaden in Jordanien und Iraq betätigten sich törichter Weise als nach 1919 düpierte Agenten Englands gegen den Kalif-Sultan in Istanbul, den religiös legitimierten Herrscher. Und die chauvinistischen Baathisten des Iraq und Syriens sowie die "Freien Offiziere" Ägyptens (Nasser usw.) hatten ihre frühen antimohammedanischen, chauvinistischen Ideologen, ausgebildet an christlichen Universitäten wie Beyrut: Bekehrungen zum Quasichristentum auf die modernistische Art. War der Fall Palästinas an die Zionisten eine Art gerechter Strafe Gottes?

Inzwischen stehen nach dem amerikanischen Krieg gegen das tapfere Afghanistan nicht nur Kriege gegen den Iraq und Somalia auf der New Yorker Tagesordnung, sondern eine ganz besondere Danksagung an Pakistans Präsidenten für die Kooperation gegen Afghanistan. Indien will jetzt unbedingt Pakistan zerschlagen. Die hinduistischen Nazis (RSS) wollen die Wiedervereinigung von "Mata Bharat", wollen das Tal des Indus rehinduisieren. Schon die Ermordung Mahatma Ghandis durch einen Hinduisten von der RSS stellte den wahren Charakter Hindustans deutlich heraus. Aber der Westen wollte schon immer die Seite des moskaufreundlichen sozialdemokratischen Nehru-Staates ergreifen und nimmt auch heute für die RSS-Politiker in Delhi, die weniger heucheln wollen als die Nehru-Bande, Partei. Deutlicher kann sich das "Bündnis gegen den Terrorismus" kaum noch darstellen. Da wird die Tolerierung der zionistischen Landnahme von Palästina zur geostrategischen Notwendigkeit!

Materialien:

© Copyright 1999 - 2011 kokhaviv publications