Die Darstellung der deutschen Geschichte hat eine Schieflage erlangt, an die man sich langsam oder auch schnell gewöhnt, weil das Leben ja weitergeht und die wesentlichen Dinge ohnehin dem Herrn der Geschichte, also Gott selber, überlassen sind.
Der Regierende Bürgermeister appelliert an die Eigenverantwortung der Bürger und lehnt jede Eigenverantwortung des Bürgermeisters und seiner Behörde ab: was kümmern diesen Herrn die gebrochenen Knochen der Berliner. Der Mann hat ganz andere Sorgen.
Die Modeschöpfung «Yuppy» wird jetzt gern als «Young Urban Professsional» erklärt, obwohl die neue Spezies gewöhnlich aus der Provinz kommt und die urbane Bevölkerung zu dominieren und zu verdrängen trachtet.
Partiell finden wir Faschistisches, ohne von einem generellen Faschismus sprechen zu können, so trägt der «Krieg gegen den Terror» faschistische und totalitäre Züge. Andererseits läuft unter dem Verfolgungs-Emblem «Terrorismus» einiges ab, was als «Befreiungskampf» einen halbwegs guten Namen hat. Imgrunde kommt und kam es immer auf die Namensgebung an, aufs Etikett, auf modische «Akzeptanz». Was wir mentalen, methodischen, kollektiven - unfreiwillig-freiwilligen, autochthonen, genetischen... - Faschismus nennen können, findet sich en masse in den Leser-Kommentaren bei den renommiertesten Zeitungen Deutschlands Online - etwa zum Thema Islam.
Die versäumten Klassenkämpfe sind jetzt nicht nachzuholen, die aktuellen Auseinandersetzungen umfassender; sie ereignen sich in einer wesentlich anderen Dimension.
Für eine neue - die altbewährte und richtige! - Pädagogik
Es fing damit an, daß den Eltern - und damit den Erziehern und Lehrern - das Naturrecht (!) der Erziehungsgewalt - weggenommen wurde. So ging - kraft staatlicher Politik - das innerfamiliäre Gewaltrecht scheinbar auf die Kinder über, die es nun ihrerseits auch gegen Erwachsene - Eltern, Lehrer, Autoritäten jedweder Art - anwandten.
Das Verhalten von Hartz und Clement, die Affären bei VW und in Nordrhein-Westfalen
Ist am Ende auch das Müntefering/Schröder-Theater um die sogenannte Vertrauensfrage eine Flucht aus der Bredouille nach vorn, recht weit weg von den Quellen des Brandgeruchs?
Von der Mauer - nicht nur im Hinterkopf (!) - zu den nationalen Feiertagen und wieder zurück
Der wahre Gedenktag ist und bleibt jedoch der 17. Juni 1953, der als staatlicher freier Feiertag, aber nicht als historische Erinnerung an den proletarischen (!) Befreiungsversuch ausgelöscht werden kann.
Du kannst das Böse auch so herausstellen, daß der Mensch darin sichtbar bleibt; und den Menschen, daß an seiner dunklen Seite das exemplarisch Menschliche erkannt wird.
Ich will nicht so weit gehen, gleich von einer revolutionären Entwicklung zu sprechen, obwohl die historisch ansteht... - sicher dürfte aber sein, daß die PDS nicht als Führungsinstanz, sondern als Beruhigungs- und Arbeiter-Bändigungs-Abteilung des Kapitals und seines deutschen Staates sich einschalten wird.
Die neue Versklavung des Volkes, die Verschiebung der sozialen Leistungen von den Bedürftigen zu deren Nutzern, ist offenbar nur ein einstweiliger (!) Höhepunkt.
Mit der Atomkraft zur Stromgewinnung ist es offenbar so wie mit den Massenvernichtungswaffen: es sind Kriterien der staatlichen Souveränität und damit der inneren Freiheit eines Landes.
Der schöne Traum von Freiheit und Demokratie war ein Film, und jeder Film hat ein Ende, aus dem Traum wachst du auf, wenn du Glück hast, geht das Leben dennoch weiter.
Ist der Sieger generös, hat der Verlierer Glück gehabt, wenn nicht, so gilt in jedem Fall die zitierte Wahrheit als ein Gesetz Gottes, denn Gott ist der Herr der Geschichte, mithin bei den Stärkeren.
Die Menschen "im Osten" sind irgendwie reifer, ernster und in sich stabiler als die Westdeutschen, nicht so aufgeregt, nicht so manipuliert, nicht so verfälscht, die merkwürdigen DDR-Verhältnisse scheinen jedenfalls die menschliche Substanz nicht sonderlich berührt zu haben, das muß nicht nur mir auffallen.
Man soll uns nicht sagen, das seien amerikanische Verhältnisse, die amerikanische Arbeiterklasse hat deutsche Verhältnisse nie kennen gelernt und würde heute das, was wir gerade aufzugeben im Begriffe stehen, mit Zähnen und Klauen verteidigen.
Die heutige Trostlosigkeit liegt in der Abwesenheit von Alternativen, es gibt keine Linken und keine Rechten, die von den Wählern angenommen würden, wenigstens als Drohpotential, so daß die Regierenden sich nicht alles erlauben könnten, weil sie mit Reaktionen rechnen müßten... - und es gibt keine Besatzungsmächte mehr, die über unsere demokratischen Freiheiten wachen.
Die konzeptionelle Alternative zur Europäischen Union, die politisch eine West-Europäische Union ist, wäre das von Rußland favorisierte Eurasien-Modell, d.h. eine kontinentale Ausweitung des Russischen Reiches.
Der Traum, in ein Netz gebunden zu sein, eingewickelt wie ein Fisch unter Fischen, nicht mehr zu zählen, und die alles zerreißende Armbewegung, aber das Netz gibt nach, erweitert seine Kapazitäten.
Die Stärksten sind nicht immer die Dümmsten, aber daß der Starke am stärksten allein sei, wie ein nordischer Dichter es erfahren haben wollte, was wir auch bei Schiller in seinem Tell finden, das ist einerseits eine Wahrheit, andererseits nicht weiterzugeben.
Auch die größten Verrücktheiten mochten eine mathematische Struktur haben, mit der sich alles erklären ließ, aber das erklärte noch gar nichts, vor allem nicht, warum dabei alles Schöne vor die Hunde ging.
Ich sage es ganz ehrlich, wir haben es gut getroffen mit unseren Ministern und Ministerinnen, manche Ämter sind wirklich überflüssig, aber getroffen haben wir's ganz gut.
Hätte ich es nur vierzig Jahre drüben ausgehalten, der Westen würde mich mit offenen Armen empfangen haben, mich für meine Stasi-Selbstoffenbarungen reichlich bewundert und honoriert.
Mehr noch, da alles verloren, ist nichts übrig geblieben, so ist reiner Tisch gemacht, die Nähe wird uns zur Weite, ich kriege die Seite voll, das habe ich mir vorgenommen.
Die Reihenfolge der Instrumente wäre rein rechnerisch absurd, es hieß schon mal Klangkörper, der mußte intakt und also in seiner inneren Ordnung sein, nicht wahr.
Das ist klar, das versteht auch gleich jeder, der sich mit der Materie schon näher befaßt hat, denn eine gewisse Kompetenz ist schon erforderlich, wenn da einer mitreden will, und wer will das schließlich nicht, wenn der Club erst einmal beisammen sitzt und sich über sein neues Thema hermacht.
Die Brücke, die kleine Druckerei, der Sohn und die Schwiegertochter, die Stimme des Herrn und der Grenzübergang, wo so merkwürdige Typen herüber kamen, Blinde, die sehen konnten, Verarmte, die in teuren Wohnungen zuhause waren und sich Kinderfrauen leisteten, ohne mit der Wimper zu zucken.
Die Frau zog sich noch die Läuse aus dem langen schwarzen Haar, da hielt der Lastwagen am Funkturm, und wir sprangen ab. Jemand warf uns einen Sack Kartoffeln nach, der uns gar nicht gehörte.
Die Avantgarde der Avantgarde und ihre neuen Kontrahenten
Wir hatten den Firlefanz der modernen Industriegesellschaft durchschaut, fielen auf ihre Verlockungen nicht mehr herein. Wir waren immun geworden gegen diese Fassadenkultur, und wir glaubten, wenn wir die Dritte Welt hier hereinlassen, kommt die Echtheit und Schlichtheit zu uns.
Hinter dem Iraq-Konflikt steht nicht die Frage Krieg oder Frieden
Die Friedensbewegung ist auch diesmal die alte antiamerikanische Kriegsbewegung, die sie vor zwanzig Jahren war. Nicht um Krieg oder Frieden geht es also, denn Krieg wird von beiden Seiten geführt, nein, es geht um Freiheit und Demokratie oder Gesetzlosigkeit.
Den Menschen wird ständig empfohlen, nicht so viel Wasser zu verbrauchen, beim Waschen und Spülen mit Wasser zu sparen. Das auf diese Weise "verbrauchte" Wasser ist jedoch nicht verbraucht, sondern fließt unentwegt durch Rohre, Kanäle. Mit ihm wird der Kreislauf nicht unterbrochen. Aber die Industrie hütet eine Wasserwarteschleife, die dem Zyklus fehlt.
Selbstbefragungen, philosophische Interessen, Mauerbau und immer wieder die Erkenntnis, daß alles, was die Gesellschaft an Regeln und Gesetzlichkeiten zu bieten hatte, letztlich relativ sei, das alles wollte Antworten, suchte nach den Quellen des zeitlos Gültigen.
Rußland ist vieles, genügt jedoch seinen Ansprüchen nicht. Es eignet sich nicht zum Herrn der Welt. Sein künstlerisches Genie ist ihm zu Kopf gestiegen.
Alle Versuche, ihr Wachstum so oder so zu begrenzen, schlagen fehl. Wenn es einem Volk gelingt, sich bis zum Aussterben zu minimieren, geht damit nicht die Menschheit unter. Der Rückgang der einen wird zu Gunsten anderer.
Sirene und Information. Über die interne Unwissenheit einer Metropole
Die Polizeisirenen sind eine Warnung an die Normalbürger: Bleibt nachts lieber zuhause. Beobachtet uns nicht bei der Arbeit am Gemeinwohl. Wir sind unsere eigenen Zeugen.
Gold ist keine Mischung. Eine goldene Mischung, ein schöner Begriff und ein schönes Bild, täuscht eine Mischung vor, die dem Golde gleich wäre oder zumindest sehr ähnlich.
Seelenlandschaften sind Abdrucke. Die Landschaften der Seele sind Landschaften der Erinnerung. Sehnsucht und Heimweh geben sich ein Stelldichein und wissen von sich nur das geringste. Das Geringste ist die hinterlassene Spur.
Die einen fürchten das Meer, die andern die Weite des Flachlands oder die Geheimnisse der Bergwelt. So entstehen ethnische Eigenarten, wenn ihnen genug Zeit dazu bleibt.
Es gab eine Zeit, da wählten wir unsere Politiker in ihre Ämter zu politischem, meist sehr praktischem Zweck. Eine zerstörte Stadt mußte wieder aufgebaut werden. Die Bevölkerung brauchte Arbeit und Wohnung. Ihre Freizeit sollte sie fröhlich und möglichst glücklich gestalten können.
Ein Islam, der mit Rußland in Frieden leben will, muß sich unterwerfen. Rußland hatte und hat in "seinen" islamischen Republiken willfährige Friedensfreunde, die im Bedarfsfall den (weißen oder roten) Zaren erfolgreich um "Hilfe" anrufen.
Grundlage war die religiöse Konstellation in Europa. Die Geschichte hatte das Christentum auseinander gerissen. Der Zusammenstoß mit dem Islam rüttelte so kräftig an dem bisher ungestörten religiösen und kulturellen Selbstverständnis der Europäer, daß sie bald daran gingen, ihre Religion, ihren Glauben, ihre bisherigen Gewißheiten zu reformieren.
Später hörten wir, daß etwa fünfzig sowjetische Soldaten erschossen wurden, weil sie sich geweigert hatten, auf die Aufständischen zu schießen. Das waren die Tapfersten dieses Aufstands.
Das ist wahr. Ich verwahre mich dagegen, daß unsere Träume Illusionen in dem Sinne waren, daß sie uns über dem Boden der Wirklichkeit schweben und die Zeit versäumen ließen. Das ist nicht der Fall.
Der Mythos, das waren die Alliierten, die uns schützten und verteidigten, die unsere Freiheit absicherten, wahrscheinlich gegen unsere deutschen Ordnungsfanatiker.
Schon mit dem Wort alternativ hat es, scheint's, so seine Bewandtnis. Als alternativ kann sich ausgeben - zum Beispiel auch, wer mit Demokratie nichts anzufangen weiß, die wir halbwegs noch haben. Will meinen, alternativ ist nicht nur, wem Freiheit immer nur zuwenig sein kann, sondern auch, wem das Wenige noch zuviel.
Beobachtungen und Erlebnisse am Rande einer oppositionellen Bewegung, die mit dem Anspruch auftrat, antiautoritär, d.h. gegen falsche, irrationale Autoritäten, also keine Autoritäten, gerichtet zu sein, und die sich schließlich als sozialistische Bewegung begriff.
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