Erschienen in:
Der Graue Fundus:
Band 1. Die letzten 100 Artikel
© 2011 kokhaviv publications
2010-08-31
Die starke Zuwanderung in den vergangenen Jahrzehnten erfolgte aufgrund bundesrepublikanischer Gesetzgebung.
Die Menschen, die zu uns kamen, waren keine Landnehmer, sondern gewissermaßen eingeladene Gäste, «Gastarbeiter».
Die Pflicht, sie zu integrieren, lag natürlich nicht bei ihnen, sondern bei diesem Staat.
Es war - der ganzen Gesetzeslage nach - davon auszugehen, daß die Gäste gerngesehene Gäste waren, die man schleunigst eingliedern wollte.
Damals wurden die Menschen - als «Arbeitskräfte»! - gebraucht.
In der Integration zeigt das aufnehmende Land seinen Willen, die Menschen angemessen unterzubringen, für sie so oder so zu sorgen, nicht ihnen nun die Verpflichtung aufzuhalsen, ihrerseits zu tun, wovon der Staat sich mit der Zeit entbunden hat.
Die möglichst harmonische Eingliederung hat in den vergangenen Jahren eigentlich gut funktioniert, wer in einem «gemischten» Stadtbezirk Berlins wohnt, weiß, daß hier die Menschen problemlos - problemlos jedenfalls mit Bezug auf ihre «ethnischen Unterschiede» - miteinander leben.
Nein, nein, hinter dem - nicht nur Sarrazinschen - Integrationsgeschwafel steckt ein perfider politischer Gedanke, nämlich der, das bisher Gelungene schnell wieder zunichte zu machen.
Irgendjemand muß ja an der miesen Finanzlage schuld sein, das sind natürlich nicht die superreichen Manager mit ihren Pleitebanken, die schleunigst vom Staat aus Steuermitteln «gerettet» werden mußten, sondern die Ärmsten der Armen.
Die Mittel, die hierbei angewandt werden, um diese Menschen zu stigmatisieren und auszugrenzen, sind wirklich das Letzte aus dem menschenfeindlichen Höllenarsenal.
Ich hätte es nicht für möglich gehalten, daß die psychologisch-ideologischen - sprich: propagandistischen - klimatischen Umstände so feindselig werden könnten.
Man spricht von rechts, aber schon mehr und mehr zur Mtte hin, von «Paßdeutschen», das hat es nicht einmal in der NS-Zeit gegeben, als viele polnische Zuwanderer im Ruhrgebiet als deutsche Staatsbürger die Arbeit machten.
Natürlich ist jeder «Paßdeutsche» ein Deutscher und jeder Deutsche auch ein «Paßdeutscher».
Ein «Blutsdeutscher» ohne deutschen Paß ist nach deutschen Regeln gar nicht existent.
Deutschland ist und war immer ein bürokratischer Staat, in dem es streng nach dem Papier - nicht nach «biologischen» oder «genetischen» Bodensätzen - zuging.
Nicht einmal in der Nazizeit wurde das ernst genommen.
Die antiislamische Hetze Sarrazins und seiner zahlreichen Fürsprecher wird über kurz oder lang Erfolg haben:
Die Vertreibung der Muslime aus Deutschland.
Falls das - grundgesetzlich, europolitisch, international - überhaupt möglich ist.
Ihre Selbstvertreibung - nach diesen massiven Anfeindungen - ist hingegen - wenn nicht alles täuscht - längst angelaufen.
Eine Heimat im eigentlichen Sinne - in der sie bleiben, in die sie zurückkehren können - haben diese Menschen ja nun nicht mehr.
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