2010-07-07
Vorwand der Künste
Mit ihnen haben wir in Berlin ein Sonderproblem: der Senat verteilt Geld, um der «Weltstadt» einen Kulturanstrich zu geben, und wer daran teilhaben möchte, kann sich als Künstler ausgeben...
Das geht seit einem halben Jahrhundert so.
Mit den Kriterien hapert es ohnehin, weil keiner mehr richtig Bescheid weiß.
Der zentrale Aspekt ist die Nutzung der Kunst zur Ablenkung von den ernsteren Fragen, von der ernsten Frage schlechthin, der sozialen.
Es gilt die Erkenntnis, daß sämtliche Kulturen in der Geschichte der Menschheit letztlich untergingen, weil sie die ständig akute Klassenproblematik nicht lösen konnten.
Auch ich habe meine Zweifel, ob sie überhaupt zu lösen sei.
Hier geht es um a) Ausgrenzung und b) Privilegierung.
Wer solche Unterscheidungen politisch betreibt, tut das Gegenteil von dem, was nötig wäre.
Was sich nicht lösen, nicht aufheben, nicht beseitigen läßt, kann gleichwohl auf ein erträgliches Maß herabgestuft werden.
In Notzeiten den Notleidenden auch das Letzte zu nehmen, sie obendrein offiziell zu beschimpfen, um die so freiwerdenden Mittel unnützen Schönmalern zu überlassen, ist ein Hohn, ist natürlich falsche Politik.
Diese Art «gentrifizierender» Kunstförderung ist antiproletarische Klassenpolitik.
Die Klassengesellschaft bleibt absehbar die Grundlage allen - richtigen und falschen - politischen Handelns.
Die inneren Widersprüche und Gegensätze sind und bleiben klassenpolitischer Natur - und nicht etwa pro oder contra Atom, Rauchen, Klimawandel, «erneuerbare» Energien...
Die «ökologischen» Ideologeme sind eben keine rationalen, der Realität abgelesenen Valuten, sondern, wie gesagt, Ideologeme, falsches Bewußtsein, falsches Geld.
Ökologismus - auch die sogenannte Kunstförderung fällt darunter - ist antiproletarischer Klassenbetrug.
Die staatlich bezahlten Künstler sollten mal über ihre Rolle als «Gentrifikatoren» nachdenken - aber wahrscheinlich haben sie's ja schon getan.