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Der Graue Fundus:
Band 1. Die letzten 100 Artikel
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2010-08-11
Die deutsche Bundeskanzlerin verbringt mit ihrem Mann jedes Jahr einen Wanderurlaub in Südtirol.
Das ist die eine Sache, obwohl ich mich schon früher fragte, ob mehr dahinter stecke als nur die schönen Dolomiten, denn deren politische Besonderheit ist ja bekannt.
Ich dachte, daß wie beim regelmäßigen Besuch der Bayreuther Festspiele möglicherweise ein politisches Motiv damit verbunden sei.
Dann hört man, daß Angela Merkel durch einen rechtsradikalen Spinner bedroht werde, der einen Anschlag auf sie plane und sich seit kurzem in Südtirol herum treibe.
Die Sicherheitsbehörden winken zwar ab, es sei nichts dran an solchen Gerüchten, aber man weiß ja nie.
Davon ist Angela Merkel so oder so doch auch betroffen, denn sie verbringt dort ihren Wanderurlaub, und möglicherweise wurden die Schilder gerade auch für sie erneuert.
Damit gerät die deutsche Bundeskanzlerin plötzlich ins Zentrum einer sich kritisch entwickelnden Situation um die Autonome Provinz Bozen, die, wenn es nach den italienischen Scharfmachern geht, nach Ablauf eines Ultimatums von sechzig Tagen ihre Autonomie verlieren soll.
Ich weiß nicht, ob das ohne weiteres möglich ist, immerhin wird mit dem Gedanken öffentlich gespielt, und das ist nicht ohne Brisanz, wenn man die Sache zu Ende denkt.
Haben die Italiener den regelmäßigen Besuch der deutschen Bundeskanzlerin in die falsche Kehle gekriegt und Merkels demonstrative Anwesenheit - vergleichbar der in Bayreuth - politisch interpretiert?
Aus der Luft gegriffen ist es ja nicht, die Südtiroler Etsch wird in der ersten Strophe unserer Nationalhymne immerhin als deutscher Grenzfluß genannt.
In Deutschland hört man von der Sache so gut wie nichts.
Oder hat da jemand den kleinen Ententeich aufgemacht?
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