2010-02-05
Europa der Sprachen
Die heutige Europäische Union ist keine Union der Völker, sie besteht aus Wirtschafts- und Finanzinteressen, die Menschen wissen vom Nachbarn nur wenig und reden an einander vorbei.
Das europäische Selbstverständnis beruht nicht auf gegenseitigem Verstehen, auf Einvernehmen oder einem vernünftigen Europagedanken, keiner versteht Brüssel, kaum jemand akzeptiert die Diktate, die von «Europa» ausgehen.
Der englischsprachige Notbehelf in Ermangelung einer gemeinsamen europäischen Sprache bleibt dürftig und erinnert uns ständig an eben jenen Mangel.
Dieses «Europa» ist keines der europäischen Menschen, die sich in ihrer jeweiligen Muttersprache verständigen wollen - oder halt gar nicht.
Europa hat viele Seelen, deren Grundlage die Sprachen sind.
Der in Deutschland geborene Moslem deutscher Muttersprache ist mir naturgemäß näher, weil «verständlicher», als der Franzose, der Portugiese, der Engländer, der Italiener...
Damit soll keine neue Apartheid eingeläutet, sondern lediglich an eine kleine Besonderheit im Zusammenleben der Menschen erinnert werden.
Erlernbar ist alles, doch was den Menschen seit seiner Kindheit umgibt, hat seine Seele geprägt, die ihn, auch über spätere Lernphasen hinweg, mit sich identisch macht.