Erschienen in:
Der Graue Fundus:
Band 1. Die letzten 100 Artikel
© 2011 kokhaviv publications
2010-08-16
Wer denkt nicht ans Ende der Fahnenstange, wenn er das liest?
Zu Fahnenstange fällt mir die Nazizeit ein, fällt mir der Sozialismus ein.
Beidemale verwandelten sich - zu besonderen Anlässen - die grauen Häuserfronten in Flatterbühnen.
Fahnen sind austauschbar und hinwiederum nicht, sie sind kein Spaß der Zeitgeschichte.
Ihre Symbolik hat seit je eine Bedeutung für Betroffene und Beteiligte.
Unbeteiligte sind gleichwohl beeindruckt.
Denn die Fahne ist mehr als der Tod, heißt es irgendwo.
Ein österreichischer Offizier nimmt vor Toresschluß lange Wege auf sich, um die Standarte seines Regiments beim Kaiser in Wien abzugeben, der bereits abgedankt hat.
Wenn das alte Österreich-Ungarn geschichtliche Wahrheit war, wird es wiederkommen.
Die Vielvölkeridee - unter einer geistigen Ägide! - hat sich auch im Osmanischen Reich bewährt.
Hier islamisch, dort katholisch.
Im Zwiespalt, ob ich der gemeinsamen Sprache oder der gemeinsamen Religion den Vorzug geben soll?
Beides ist heilig.
Sprache und Religion sind Verständigungshilfen.
Wir können in gleicher Sprache uns mißverstehen, wenn es im Grundsätzlichen keine Übereinstimmung gibt.
Deutschland ist ein gutes Beispiel: Katholiken und Protestanten, Religiöse und Atheisten kommen auf keinen gemeinsamen Nenner.
Wo es hingegen einen Konsens gibt, ist Verständigung - mit Händen, Mimik, Gestik - allemal möglich.
Das «Europa der Sprachen» ist eine gute Voraussetzung, aber noch nicht die Sache selbst.
Rassisten oder Ethnizisten denken ohnehin mit der Sprache die Blutsverwandtschaft, die ich aber prinzipiell ausschließen möchte, sonst brauchen wir die Sprache nicht als Bedingung.
Das kokhavische «Europa der Sprachen» ist die eine Bedingung - die zweite heißt: Islam.
Der Quran beseitigt jeglichen Zweifel:
Im Islam kommen die drei monotheistischen Buchreligionen als historische Synthese dialektisch zusammen:
Im Namen des Vaters (These Judentum), des Sohnes (Antithese Christentum) und des Heiligen Geistes (Islam).
Ein islamisches Europa, das seine alte Sprachenordnung wieder hergestellt hat, steht auf zwei sicheren Beinen.
Die Sprachen bilden die nationale Grundlage, während der Islam die übernationalen Verbindungen herstellt und sichert.
Ich stelle mir die Islamisierung Europas - nicht zuletzt Deutschlands - als allmähliche Überzeugung im Glauben vor.
Die Erfahrung sagt uns allerdings, daß noch mehr geschehen muß, daß zum Beispiel die alten - bisherigen - Grundlagen zerbrochen sind und nicht mehr taugen; daß internationale Großereignisse den Menschen prinzipielle Entscheidungen abverlangen.
Es wird gewiß beiderseitige Anpassungen geben, ideologische Auseinandersetzungen, vielleicht sogar böse innere Kämpfe, aber zuletzt vertraue ich darauf, daß die Wahrheit des Islam genauso wie die Wahrheit der Sprachen sich durchsetzen wird.
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