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kokhaviv publications

rebird - Deutschlands Kurier

Beiträge zur demokratischen Eroberung

2009-11-22

YONAH

Anknüpfen an Dresden und Perm

Die Stadt Perm in Sibirien ist nicht irgend etwas. Perm ist oder war ein wichtiges Zentrum, ein Platz, dessen Bewohner und Besatzer die Zukunft zu gestalten gedachten.

Vater Wiens war in Perm ein angesehener Wissenschaftler der Top-Kategorie, das behaupte ich jetzt mal. Als sein Sohn Alexander im Dresdner Landgericht sich wie von Sinnen mit einem langen Messer auf die Ägypterin Marwa und ihren Ehemann stürzte, hatte das offensichtlich nichts mit Wissenschaft, dafür um so mehr mit Vorurteilen und unkontrollierbarem Haß zu tun.

Aber wir wissen auch, daß manches anders aussieht, als es ist.

Der knapp mit dem Leben davon gekommene Ehemann der Ermordeten, Elwi Ali Okaz, ist Doktorand und Dozent am Max-Planck-Institut für molekulare Zellbiologie und Genetik in Dresden.

Die Stadt Perm hieß eine Zeitlang Molotow, kam dann als «verbotene Stadt» unter Verschluß; in Perm wurde nämlich hoch geheimes Militärgerät erfunden, entworfen, entwickelt, hergestellt, da lebten und wirkten nur die Intelligentesten der Sowjetunion.

Daß ausgerechnet aus diesem Elite-Nest ein durchgeknallter «Spätaussiedler» nach Deutschland kommen könnte, um hier - als «gelernter Lagerarbeiter» oder so ähnlich - unter «Hartz 4» zu fallen und einer muslimischen jungen Mutter, Spitzensportlerin und Wissenschaftlerin aus Ägypten in ungehemmter Wut mit einem großen Messer das Leben zu zerhacken, ist eher unwahrscheinlich, ich habe da jedenfalls meine Zweifel.

Aus dem umfänglichen Beitrag der russischsprachigen Newsweek erfährt der Leser eine Menge über die - uns seit langem bekannten - politischen Hintergründe und Absichten, die sich in eurasischen Kreisen Rußlands mit Deutschland, seiner rechtsradikalen Szene und der systematischen Vertreibung der hiesigen Muslime verbinden.

Es wird offen darüber gesprochen, daß Mordanschläge auf Muslime in Rußland keine Besonderheit seien.

Die deutsche Bundesregierung pflegt - oder pflog - mit Moskau eine «strategische Partnerschaft», ich habe nie verstehen wollen (!), was damit gemeint sei, obwohl ich natürlich ständig an die eurasische Karte denke.

Dort heißt der - fiktive - Killer Igor, während in Dresden - ganz unliterarisch - Igorewitsch (will sagen: der Sohn Igors) auf den Plan getreten ist.

Das ist natürlich eine boshafte Suggestion.

In der vorgedachten und irgendwie eingeplanten Vertreibung der Muslime aus Deutschland könnte eine russische mit einer israelischen - israelisch-deutschen - Strategie zusammen treffen.

Ich will das jetzt nicht überziehen, sehe aber doch die geschichtliche Relevanz einer akuten Interessenlage.

Ein kühner - lang vorbereiteter - Schachzug Rußlands würde das mitteleuropäische und das mittelöstliche Theater in einem grandiosen Spiel vereinen.

Kleines Karo - aber auch Skrupel - adé!

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