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kokhaviv publications

rebird - Deutschlands Kurier

Beiträge zur demokratischen Eroberung

2009-04-03

YONAH

Aus der Resignation ins Schöpferische - in eine schöpferische Resignation...

«... Mithin so etwas wie eine vorausahnende, vorausschauende, visionäre, prophetische, apokalyptisch-destruktive, oder eine zarte des Neubeginns nach der Katastrophe? Keine naive, keine kindhafte Kunst, vielmehr eine des aus Katastrophen erstandenen und gereiften Menschen, der sich aufs Elementare zurückgeworfen sieht. Als er zu leben, zu sehen, zu verstehen begann, wurde vor seinen Augen zerstört und vernichtet. In die Überreste der Ruinen ritzt er seinen Namen: ich werde leben.»

Lex Krakel: Was ist Kunst? Von unten betrachtet (kuckuck 1, 1973)

Im Laufe der Zeit wandelt sich die Bedeutung der Begriffe, Resignation, zum Beispiel, beziehe ich heute auch auf die bedingungslose Kapitulation der Wehrmacht, während ich ursprünglich an eine individuelle Reaktion auf die tatsächlichen oder vermeintlichen Rätsel der Welt dachte.

Ob ich damals nur etwas Wichtiges, ja Zentrales verdrängte, die Frage kann ich mir stellen, mir kamen schon in anderen Zusammenhängen, etwa seit den 1950er Jahren zu den Ruinen in der Stadt, einige Überraschungen, sogar mit dem Hakenkreuz hatte ich eine erinnerliche Bekanntschaft gemacht.

Als ob magische Zeichen und mythische Bilder nicht verloren gehen.

So gäbe es eben doch ein kollektives Bewußtsein - auf der Erlebnis- und Erfahrungsebene - und ein Vergessen ins Unbewußte, das sich unter zyklisch veränderten Umständen aktualisiert.

Vielleicht haben auch die Verbote zum Fortbestand beigetragen.

Kollektive - biologisch, mental - durchkreuzen, überschneiden einander, nur wer - fälschlich - von einer kollektiven - rassischen, ethnischen, völkischen - Reinheit ausgeht, hat kein Rätsel aufzulösen.

Liegen mir die Ruinen der Reichskanzlei etwa näher als die der Synagogen?

In der «goldenen Mischung» ruht das Geheimnis.

«Ihr habt uns die Ruinen genommen, den Mythos, die Vergangenheit. Räuber seid ihr geworden!»

Der deutsche Paß als Ausweis deutscher Staats- und Volkszugehörigkeit impliziert, meine ich, die Identifizierung des Ausgewiesenen mit der deutschen Geschichte und Reichsgeschichte.

Angehörige einst verfolgter Minderheiten zeigen sich mit ihrem dokumentierten Bekenntnis zu Deutschland als uneingeschränkte Träger der Rechte und Pflichten, des Privilegs und der Verantwortung für die deutsche Geschichte, nicht zuletzt für die Geschichte und Vorgeschichte des Großdeutschen Reiches.

Niemand entzieht sich dieser Verantwortung; jeder Deutsche, der es sein will und dies mit seiner Staatsangehörigkeit bekundet, steht auf dem Boden der deutschen Geschichte.

Deutschland kennt nur gleichberechtigte und gleichverpflichtete Bürger.

Wahldeutsche sind - wie Neugeborene - mit dem Tage ihrer rechtlichen Eingliederung integrierter Bestandteil Deutschlands, des Deutschen Reiches und seines Volkes.

Wie paßt das mit dem großen Krieg zusammen, der mittlerweile wie ein Krake um sich greift?

Und wie paßt es zusammen mit dem Satz von 1997:

«... meine nun schon Jahre währende Beschäftigung mit dem NS-Revisionismus (ich bestehe auf diesem qualifizierenden Terminus!) hat mich zu der Einsicht gebracht: daß sie es wieder tun würden; daß sie es getan haben, weil sie es wieder tun würden: sie haben es in sich.»

Einer Selbstverbiegung des Rechtsstaats und dem Übereifer des Zentralrats der Juden in Deutschland - im Kampf «gegen Rechts» - steht der Haß, den die an den Rand der Gesellschaft getriebenen Nationalsozialisten gegen das Judentum und seine Vertreter absondern, in nichts nach.

Frei nach dem Johannes-Evangelium, und aus jedem nur brauchbaren Anlaß, legen Originaltexte und Leserkommentare im Internet Zeugnis ab von ihrer Begegnung mit dem Leibhaftigen - wie in den 1930er Jahren die antijüdische Hetzpropaganda an Berliner Litfaßsäulen, Schaufensterscheiben und Häuserfassaden.

Das macht aber eine «goldene Mischung» und damit den Schritt in die von Gott vorgeschriebene Zukunft praktisch unmöglich.

Ich glaube nicht an die Fähigkeit, glaube vielmehr an die Unfähigkeit (!) deutscher Interessen- und Klassenpolitik im Sinne einer «Talibanisierung» des deutschen und europäischen Widerstands gegen den Gesichts- und Geschichtsverlust und für die Wiedergeburt unter den revolutionären globalen Bedingungen des 21sten Jahrhunderts.

Es wäre aber die schöpferische Alternative zum «Prinzip Kapitalismus» und zur Resignation - hier und heute - auch in der deutschen Frage.

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