2009-07-12
Vor der (eigenen) Tür kehren
Da liest und hört man was von 17.000 ehemaligen Stasi-Mitarbeitern an deutschen Behördenschreibtischen - eine muslimische Frau jedoch mit Kopftuch hat keine Chance im öffentlichen Dienst.
Das hat nichts mit Extremismus, Rechtsradikalismus und Rassismus «an den Rändern unserer Gesellschaft» zu tun, das ist mehrheitlich beschlossene Gesetzeslage.
«Ehemaligen»-Filz entspricht deutscher Tradition.
Haben verdiente Stasi-Veteranen womöglich ihren Anteil an Kopftuchverbot und antiislamischer Politik?
«Das Kopftuch» wiegt jedenfalls schwerer - nach deutschem Staatsverständnis - als die Mitgliedschaft in Stasi und Moskauer Fraktion.
Wieviele Ex-Stasis waren - als Zuschauer, Wegschauer, Handreicher, Nichtstuer - direkt oder indirekt an der Ermordung der dezenten Marwa al-Sherbini im Dresdner Landgericht beteiligt?
Die akut erforderliche Beseitigung des bundesdeutschen Kopftuchverbots ist der akut - ebenso - notwendigen Entfernung ehemaliger SSDler aus dem öffentlichen Dienst gewissermaßen komplementär.
Das Selbstverständliche muß zu seinem Recht kommen, obwohl es damit noch einige Schwierigkeiten haben wird.
Ein gutes Beispiel gibt Stephan J. Kramer mit seinem Plädoyer für gegenseitigen Respekt.
Umdenken allerorten tut not.