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kokhaviv publications

Qimosh - The New Qomish

Wo lassen Sie denken · Où laissez-vous penser? · Rent a brain…

2009-11-05

Koresh Kukafka

Zwischen Angriff und Verteidigung

Da liegt die Unentschlossenheit, das Weder-Noch.

Mag sachlich bedingt sein, kann in der Person liegen, die sich nicht entscheiden kann oder will.

Beispiele müssen her.

Oder die konkrete Sachlage.

Deutschland und Koresh Kukafka, wie komme ich dazu, was soll daraus werden?

Koresh Kukafka steht für sich und seine Brüder, so ist das nun mal.

Selbe Mutter, selber Vater, und ein namenloser Übervater ragt über allem und sagt, da lang, dort lang, wie der Halbjährige auf dem Arm des Alten, dem er mit seinen Ärmchen den Weg wies.

Ich erfinde nichts, ich sammle nur ein und reihe aneinander.

Bin ich Individualist, Universalist... - Globalist im heutigen Sinne bin ich jedenfalls nicht.

Ein Drittes kommt hinzu, der Ort meiner Geburt, wohin es mich verschlug, als mein Vater mich zeugte und meine Mutter mich austrug, und das war eben Deutschland, Preußen, Berlin, ich kann es nicht ändern.

Einst dachte ich, na ja, wie es der Zufall so will, aber Zufall ist eben ein Fingerschnipp Gottes, ein Wurf deines Schicksals.

Also bist du Deutscher, ein Deutscher, und wenn dir das nicht behagt oder unwichtig ist, dann sagt das mehr über deine Seele und dein Bewußtsein als über die Lage, in der du dich befindest.

In Anlehnung an den Bayern Franz Joseph Strauß müßte ich also sagen: Preußen ist meine Heimat, Deutschland ist mein Vaterland, Europa ist meine Zukunft.

Doch irgendetwas stimmt daran nicht.

Preußen ist für mich nur ein Lageplan um Berlin herum, und Berlin, wo ich wohnte und wohne, war nie meine Heimat.

Heimat war mein Dorf in den Sudeten, mein Kibbuz bei Chaifah, ist - tief in der Seele - Tasdorf, Theshubhah, ja vielleicht.

Alles im Vorübergehen.

Preußen ist oder wäre eine Rückkehr, eine Heilung und ein Segen, hier fing alles an, was ich bitte nicht vergessen möge.

Hier lernte ich kämpfen, wenn ich nicht untergehen wollte, hier war ich gefügt und geleitet, auch ohne es zu wissen.

Ich kam vom Dorf, ging durch Dörfer, bin fürs Dorf geschaffen und kehrte ständig in die Stadt Berlin zurück.

Berlin ist mir vertraut, hier kenne ich mich aus, ich kenne seine Geschichte, finde mich darin wieder, auch an den Granitplatten der Bürgersteige, im Pflastermosaik, ich erinnere mich an Vergangenes, Unwiederbringliches, und nenne es nicht Heimat, vielleicht habe ich übers Denken nicht alles gründlich genug bedacht.

Und doch wollte ich immer wieder weg von hier, schüttelte den Kopf über meine Vorväter, die den Weg aus den Weiten des fernen Südostens, wie ich mit intuitiver Sicherheit weiß, in diese Richtung eingeschlagen hatten.

Ich kam mit den Vätern wider besseres Wissen, um alles zu verwandeln wider besseres Wissen; war und bin es geblieben, ein Fremder unter mir Fremden, auch ohne es jedesmal wahrzunehmen.

Ein heimatloser Wanderer, der es im Blute hat, dieses Moment, diese Unruhe, eine genetische Beweglichkeit, die sich niemals zufrieden geben wird.

Der nächste Absprung kommt bestimmt.

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