2009-10-16
Unverändert unbelehrbar
Eine keineswegs junge Einsicht, angewandt auf die jüngsten Ereignisse
Das muß ich eben lernen, obwohl ich seit langem weiß, daß der politisch linke Veränderungswille letztlich nur ein Wähnen ist, Menschen verändern sich nicht, sie kommen zur Welt, nur um zu werden, die sie sind.
Ein jeder, der er ist, seit dem Moment seiner Zeugung.
Der Änderungswille, dieser Gedanke, man könne die Welt bessern, diese Unzufriedenheit mit dem, was ist, kommt womöglich aus der angeborenen Unzufriedenheit mit dem, was man selber ist, was sich in einem mit sich nicht verträgt.
Die goldene Mischung, mein Menschheitsideal, ist auf dem Weg und hat es schwer mit ihren Grund-Substanzen und übrigen Ingredienzien.
Was bestimmte die Paarungen meiner Vorfahren, wie kamen sie zusammen, eines scheint mir schon ziemlich sicher zu sein, Harmonien waren allemal strittig und kritisch.
Vieles kommt zusammen, was sich nicht miteinander verträgt, ist aber doch wie schicksalhaft für einander bestimmt und untrennbar.
An Nationalcharaktere hatte ich niemals geglaubt, bis ich gewisse Sachverhalte in meine Wissensbestände aufnehmen mußte, und ich weiß bis heute nicht, wie und warum so was zusammenkommt, sich bildet und strukturiert.
Ich bin bestimmten Fragestellungen nicht nur ausgewichen, weil sie mir nicht lagen, weil sie mir unsympathisch waren, ich hatte auch keine Antworten für sie parat.
Es erscheint mir jetzt wie eine sinnvolle Kombination, nicht wissen zu wollen, was ich auch gar nicht wissen kann, vielleicht ein individuelles Syndrom.
Jeder lebt in seiner Aura, auch seiner besonderen Finsternis, einem persönlichen Dunst, der für ihn lebensnotwendig ist.
Gilt dies auch für ein Volk, also eine kollektive Entität, der man nicht entrinnen kann, wenn man mit ihr durch Geburt und Schicksal lebenshistorisch verbunden ist?
Was aber bedeuten dann die Versuche, sich diesem kollektiven Schicksal, der Materialisierung eines nationalen Charakters, im Einzelschritt zu entziehen, dem historischen Geschick des Volkes ein individuelles Schicksal entgegen zu setzen?
«Befreiungsakte sind eine List des Schicksals, sich zu erfüllen», wurde mir zu einer sehr frühen Erkenntnis aus persönlicher Erfahrung.
Es bedeutet nicht, darauf verzichten zu sollen.
Ein anderes Wort lautet: «Der Mensch denkt, und Gott lenkt.»
Es soll nur verstanden werden.
Wenn ich an anderer Stelle - als unverzichtbare Grunderkenntnisse - zwei Essentials benenne, nämlich «Hier muß Farbe rein» und «Beschneidung tut not», so verbirgt sich dahinter kein Völkermordgedanke, wie mir da und dort schon vorgeworfen wurde, sondern die Urannahme, daß grundständige, ethnogeschichtliche Bedingungen im heutigen Volke angelegt und weitgehend verwirklicht sind und nun noch der kulturnotwendigen - wenn man so will - Krönung bedürfen.
Damit verbunden ist natürlich das Risiko, daß ich mich geirrt haben könnte.
Wenn die Grundannahme stimmt, sind die daraus folgenden «essentials» - auf dem Wege der «goldenen Mischung» - logisch, konsequent... und nach dem Willen Gottes.