2009-09-17
Yuppies... - Da war die Gentrifizierung noch gar nicht erfunden
In unserer Umgebung lese ich erstmals an einem gleich fertigen Neubau der Luxusklasse den Spruch: «Yuppies raus!», und das heißt, richtig verstanden, schmeißt die Rausschmeißer raus, «die Vertreiber verteiben», denn um solche geht es ja wohl.
In den frühen dreißiger Jahren erlebten wir es, die wilden Händler verschwanden von der Straße, die Zigeunerinnen kamen nicht mehr auf die Höfe, um schöne Bettvorleger zu verkaufen, von der systematischen Entrechtung der Juden ganz zu schweigen.
Heute nennt man sowas «Gentrification», also Veredelung auf Kosten der sozusagen Ungeadelten oder - besser - ihres natürlichen Adels, ihrer Würde Beraubten.
Die Modeschöpfung «Yuppy» wird jetzt gern als «Young Urban Professsional» erklärt, obwohl die neue Spezies gewöhnlich aus der Provinz kommt und die urbane Bevölkerung zu dominieren und zu verdrängen trachtet.
Diese korrekt-politisch und wirtschaftlich, vor allem stadtplanerisch privilegierte Single-Truppe geht mit dem unerklärlichen Kultur-Anspruch daher, nähert sich dem autochthonen Volk als einem «bildungsfernen» Eingeborenen-Gemisch.
Diese ahnungslosen Eindringlinge kommen als laute Störenfriede, o ja!
Die Heimischen auszuwurzeln, ist ihnen aufgetragen.
«Yuppies» sind denn auch nicht «Urbane», sondern «Uppers», so definiert sich das nicht mehr ganz so junge Modewort.
Es sind die verwöhnten und überbezahlten Einzelkinder aus «Sodom &Gomorrha», alles inklusive.