2008-11-12
Die Rußland-Lobby
Ihre Wiederbelebung nach der Wahl des neuen US-Präsidenten
Natürlich läuft das erst einmal verschlungen und verschleiert ab.
Die SPD-Köpfe, allen voran der Bundesaußenminister Steinmeier, nicht zu vergessen: Frank-Walter, appellieren an die russische Regierung, doch nun bitteschön erst einmal mit dem neuen US-Präsidenten, der ja noch gar nicht im Amt ist, zu sprechen.
Die deutschen Sozialdemokraten spielen sich ungebeten als Vermittler auf, wo sie doch entschieden auf eine dritte gegen Deutschland gerichtete Raketenabsicht reagieren müßten.
Die Amerikaner planen Raketenabwehrschilde in Polen und Tschechien, während die Russen als Gegenmaßnahme den Bau einer Raketenbasis in Königsberg/Kaliningrad vorgesehen haben... - angekündigt am Tage des überragenden Wahlsiegs von Barack Hossein Obama.
Die russischen Raketen sind als Kurz- oder Mittelstreckenraketen mit einer Reichweite von 200 oder 800 Kilometern gedacht, wenn ich das richtig verstanden habe.
Mit den Raketen sind baltische, litauische, polnische, ukrainische, weißrussische, tschechische, deutsche... Ziele zu erreichen.
Der Berliner Außenminister hätte also Gründe, dagegen zu protestieren.
Statt dessen zeigt sich das bekannte «FRIEDEN»-deutsche Verhalten - wie einst gegenüber den sowjetischen SS-20-Raketen.
Damals versuchte Deutschland nicht etwa gemeinschaftlich, die Gefahren abzuwenden, sondern hinderte (!) sich (!) in Gestalt einer kampagnen-erregten Rußland-Lobby alias «Friedensbewegung» daran (!), die notwendige Abwehr (!) zu installieren.
Wenn auch - im «politisch korrekten» Deutschland - nicht gerne gehört, da die «blockneutralen» Sozis den «blockneutralen» Nazis es lautlos zurufen müssen: «Grüßt uns nicht Unter den Linden!» - kann doch nicht oft genug darauf hingewiesen werden, daß mit Blick auf Rußland eine nationalistisch-sozialdemokratische Interessenkonvergenz unterschwellig am Wirken ist.
Mal sehen, ob der Neue Nationalsozialismus eine Chance erhält: Mahlers Mahnung an Rußland, den Kampf aufzunehmen, trifft, wie es scheint, jetzt auf Gegenliebe in Moskau.
Die gewohnte - deutsch-linke-rechte - Überschätzung Rußlands geht einher mit einem neuen Glauben an den Niedergang der Vereinigten Staaten.
Bundeskanzlerin Merkel will Gespräche zwischen West und Ost initiieren; sie sollte auch nicht versäumen, ihre Einladung an Obama notfalls zu wiederholen; sein überwältigender Wahlsieg ehrt ein immerhin arg gebeuteltes Amerika.
Doch manches ist anders, als es scheint.
Der mediale Umgang mit Sarah Palin ist finster und harrt der Erhellung.
Was ist geschehen, von dem und durch das wir uns täuschen ließen?
Als bei Obama - eben noch «unerfahren» und «muslim-verdächtig» - das große Spendengeld anrollte, war auf einmal alles klar.
Sorge macht mir das Rausch- und Feldzughafte an dem zweifellos historischen Ereignis.
Die feministischen Kommando-Unternehmen gegen die Stimme der Vernunft aus Alaska bleiben phänomenal und kommen bis heute nicht zur Ruhe.
Denn «Maverick» Sarah ist «Maverick» Sarah geblieben.
Wie sie in einem Interview richtig (!!) erkannt hat, waren und sind Sarahs Stärken zugleich Sarahs Achillesferse!
Ihre feministischen Feinde - sage und schreibe: Todfeinde! - nehmen die Palin so ernst, daß sie sie lächerlich machen und «für immer» in die Eiswüste Alaskas zurück wünschen mußten und müssen!
Sarah Palin hat einen empfindlichen Nerv getroffen: sie hat den «Feminismus» als eine frauenfeindliche - lebensfeindliche! - Ideologie entlarvt.
In diesem Kulturkrieg vertritt Sarah Palin gleichsam die «Hizbollah», die Partei Gottes, während der strahlende Sieger Barack Hossein Obama wider Erwarten - gleich nach dem Wahlsieg, Monate vor seinem Amtsantritt - die religiös gestimmten Hoffnungen leer ausgehen läßt.
Er ist zu den Gottlosen übergelaufen.
Seine ersten administrativen Gedanken verschwendet er an die schnelle Abschaffung ethisch dringend notwendiger Gesetze und Regelungen.
Von einer Entschiedenheit gegen die unglaublichen Zumutungen namens «war on terror» - sprich: Guantánamo, Abu Ghraib, geheime Folterstätten rund um den Erdball, Entrechtung der Bürger, Pervertierung der Demokratie zum Polizeistaat - hat er bisher nichts verlauten lassen.
Sein avisierter Stabschef, Wachhund und Ballettmeister Emanuel, die offen bekundeten Ergebenheiten Barack Hosseins vor AIPAC und Israel lassen Schlimmeres und Schlimmstes befürchten.
Rahm Emanuel hat das Ballett studiert, er versteht es, die Puppen tanzen zu lassen... - bleibt nur noch die Frage, ob der neue Präsident in der Rolle der Primaballerina mittanzen muß oder als nomineller Theaterdirektor gewissermaßen die Oberaufsicht behält.
Israels Ma'ariv schrieb bereits, Emanuel sei «unser Mann im Weißen Haus».
Ich liebe solche Offenheiten.