2008-06-30
Jenseits der Pyramiden
Hinter und unter der Schinderei
Das hört sich ja alles schön an, doch wenn wir ein paar Abstriche machen, erklingt plötzlich eine ganz andere Melodie, kakophon oder nicht, jedenfalls anders.
Die Entheiligung der Schriften ist eine punktuell technische Frage, um hypothetisch ein Stück weiter zu kommen.
Die tatsächlichen Ereignisse nehmen der Überlieferung ihren Glanz, eine Uminterpretation ersetzt die inzwischen verblassende Aura durch eine andere.
Hypothesen lösen einander ab.
Die biblischen Berichte schildern uns nach einer Blütezeit die Versklavung der Hebräer in Ägypten.
Die Josephslegende ist, meine ich, die umgesetzte Geschichte Ismaels, wie wir sie ebenfalls aus der Torah kennen.
Eine neue Interpretation ist mit dem projekt YISHMAEL ganz bescheiden, ja zunächst unauffällig in die Welt gekommen.
Jenseits der Pyramiden liegt die Torah offen, wenn nicht offensiv gegen die, sagen wir, rabbinische Tradition, die rabbinische Auslegung, das rabbinische Geschichtsverständnis.
Was ich nie wahrhaben wollte, ist der rabbinische Autoritätsanspruch gegenüber dem Wort Gottes.
Und zwar explizit.
Kokhavische Auffassung ist es seit je, daß die nachbiblischen talmudischen Schriften torahwidrig seien.
Die Torahwidrigkeit der gesamten so genannten mündlichen Überlieferung in ihrer schriftlichen Form (!) ist allein aus diesem Grunde ihrer Existenz offensichtlich.
Doch immanent geht die talmudische Interperetation sehr viel weiter: sie erhebt sich ausdrücklich über die toranisch gegebene Autorität Gottes.
Der rabbinischen Schule unterläuft diese Widrigkeit nicht nur, sie besteht vielmehr entschieden darauf.
Gemäß der Torah indes sind all die talmudischen Änderungen, Hinzufügungen, Weglassungen toranischer Gottesverfügung absolut unzulässig.
Nach der entschiedenen toranischen Offenbarung ist also jeder rabbinische Eingriff von vorn herein und grundsätzlich verboten.
Die rabbinische Selbstüberhebung ist danach kein Gottesdienst, sondern ein unerhörter Affront.
Die Karier oder Karäer haben die talmudische Anmaßung nicht respektiert und sind dafür böse verfolgt worden.