2008-12-12
Das Labyrinth und der hellenische Putsch gegen die Welt, wie sie eben noch war
Die momentane Situation ist treffend als konterrevolutionär zu begreifen, nicht nur in Griechenland.
Was dort geschah und nämliche Folgen nach sich zog, nicht überall, nicht in Deutschland, aber auffallend seriell in den romanischen Ländern, ist der historischen Erfahrung nach ein Schauspiel, und Schauspiele werden geplant, geprobt, generalgeprobt, ehe es zur Premiere kommt.
Der Unterschied zum Theater ist das mehr oder weniger unvorbereitete Publikum.
Die modernen Schöpfungsgeschichten heißen nicht mehr so, verkaufen sich als Theorien, wissenschaftliche Hypothesen, die aber alle davon ausgehen, daß die Dinge aus sich heraus entstanden sind.
Eine «Schöpfungsgeschichte ohne Schöpfer» wäre absurd; so wird bei politischen Großereignissen - scheinbar - nicht nach Urhebern (!) von Geschaffenem (!), sondern nach geheimnisvollen Ursachen (!) gefragt, die Ereignisse selbst sind das Geheimnis - etwa sozialer und ökonomischer Natur - und immanent zu ergründen.
Man hält sich an die Fakten, an den konkreten Kaffeesatz, läßt bei Zusammenhängen prompt in Verschwörungen denken, die es natürlich nicht gibt, weil nicht geben darf, dabei ist eine ausgeführte Verschwörung nichts anderes als ein geplanter Handlungsablauf.
Was sonst bewundert und an die Wand gemalt, wird im argen Fall in die Ecke gestellt.
Die amtliche (!) Verschwörungstheorie (!) zu «9/11» (!) ist das Flugzeug-Attentat - mit Teppichmesser und islamistischer Ideologie - auf die WTC-Türme... - wird aber nicht «Verschwörungstheorie» genannt: sie ist die offizielle Wahrheit.
Wahrheiten werden behördlich, gerichtlich, medial festgelegt: Die rationale Kritik aber an Offiz-Theorien und -Legenden - endlich! - erhält die «politisch korrekte» Bezeichnung «Verschwörungstheorie».
Die staatlich geduldeten, indirekt geförderten Zerstörungsoperationen in mehreren griechischen Großstädten, die scheinbar unvermittelt auf Italien, Spanien, Dänemark... übergriffen, sind insgesamt ein Schauspiel, doch vor allem die eine oder andere Szene in einem Spiel, das soeben begonnen hat.
Amerika hat demnächst einen neuen Präsidenten, die europäischen Medien laufen sich schon jetzt gegenseitig den Rang ab bei der Verunernstung Barack Obamas, von rassistischen «Notabenes» erst einmal abgesehen.
Finanz- und Wirtschaftskrise sind nicht aufzuhalten, die Rettungsaktionen nichts anderes als Beschleunigungen der ohnehin rasanten Talfahrt, deren Ziel nur ein großer Krieg - der Dritte Weltkrieg! - sein kann.
Da kommt das eine zum andern, und es kommt in einer, den Voraussetzungen nach logischen Abfolge, so daß jeder normale Bürger dazu nur nicken kann, weil er das gerade noch versteht.
Schon jetzt lassen sich jedoch gewisse Ablösungs- und Trennungsbewegungen erkennen.
Da ist einmal die macht- und interessen-politische Diskrepanz zwischen Europa und Amerika, aber auch die zwischen den alten inner-europäischen Konfliktursachen.
Ich stehe nicht an, die Weltkriege I + II - ihre besonderen Bedingungssituationen! - heranzuziehen.
Die neue Krisenlage, vergleichbar ohne weiteres der Situation in den dreißiger Jahren, wird über kurz oder lang - eher kurz als lang - die alten konstellativen Antagonismen neu beleben.
Ich denke, daß - entgegen den strategischen Mutmaßungen der politischen Linken und Rechten - nicht eine euro-russische Koalition sich gegen die USA stark machen, sondern daß die alte Anti-Deutschland-Koalition aus den Weltkriegen I + II ein drittes Mal auftrumpfen wird - diesmal, um Deutschland den Rest zu geben.
Deutschland ist nicht (!) «nur von Freunden umgeben», sondern - abermals - von Feinden - und zwar - geopolitischen (!) und ideellen (!) - Todfeinden, die seine Vernichtung wollen.
Rußland wirbt um Deutschland und läßt sich umwerben... - doch ein Wink aus Washington genügt, um Moskau und das ganze schöne Rußland weich werden zu lassen.
Deutschland wird - der Not gehorchend - in den herben Apfel Islam beißen, sich in ihn schicken müssen; die Zeit drängt, «der Westen» ist fleißig und ganz entschieden dabei, die islamische Welt zu entmannen, wie er Deutschland entmannt hat.
Der politische Islam - just der «Terror», dem der «Krieg gegen den Terror» gilt! - hat Gottes Hilfe, aber Gott schaut auch nach Freunden aus, jenen neuen Freunden, die dem Islam eine effiziente Struktur geben sollen.
Zum andern werden die Deutschen aus ihren Strukturen - und ihrer Strukturversessenheit! - aussteigen müssen, um die künftigen asymmetrischen Auseinandersetzungen bestehen zu können.
Sich dann wiederzuentdecken, werden sie weit in die Geschichte zurückgreifen müssen.
Nichts wiederholt sich historisch bildgetreu, jede Geschichte ist eine Wiederkehr mit neuem Gesicht.
Die Metaphysik der Überraschung beruht auf dieser Erkenntnis.
«Früher oder später» ist eine erinnerliche Täuschung.
Labyrinthische Bilder und Erinnerungen an «Letztes Jahr in Marienbad» verzaubern die Öde einer unverträumten Sachgeschichte.