2008-11-24
Piraten sind Terroristen und doch wieder nicht
Da rüstet der Westen, da rüstet die NATO, Europa schließt auf, eine deutsche Fregatte verschreckt finstre Freibeuter vor der Küste Somalias...
«Horn von Afrika» - strategisch bedeutsam von Ewigkeit zu Ewigkeit - «Naher Osten» nebenan... Wie der «Garten Eden» - beim Stichwort: «Golf von Aden»... Das irgendwie umflorte Zu- und Abgangstor «Bab el-Mandeb» führt zwischen Yemen und Djibouti durchs Rote, via Suez-Kanal ins Mittelländische Meer.
Wem schadet die Piraterie am Golf von Aden, wem ist sie von Nutzen?
Betroffen sind die aus Asien kommenden Lastschiffe auf ihrem Weg nach Europa. Der euro-asiatische Handel stört die Interessen der Konkurrenz. Wer seine Wege kontrolliert, hat einen strategischen Vorteil.
Der China-Export-Import bekommt ein Problem. Die deutsch-iranische Verbindung ist unter israelischen Aspekten kritischer als alles andere.
An die Westufer des Roten Meeres grenzt auch der Sudan, wo chinesische Ölinteressen ganz groß geschrieben werden. Der sudanische Binnenkrieg ist letztlich ein Stellvertreterkrieg zwischen USA/West und China/Ost um die reichen Ölquellen des Landes. Die Piratenüberfälle schaden dem chinesischen Westhandel und treffen empfindlich die chinesischen Expansionsbestrebungen in Afrika.Die gesamte Ostküste des Kontinents liegt im Blickfeld dieser wirtschafts- und machtpolitischen Strategien des Reiches der Mitte.
Die gesteuerte Wahl des afro-amerikanischen US-Präsidenten läßt gegenstrategische Ambitionen vermuten. Ein Afro-Amerikaner - im Kampf um afrikanisches Vertrauen - hat den Chinesen - und Indern! - einiges voraus. Das Werben um Afrika trägt in Libyen die ersten Früchte.
Wenn die NATO sich entschließt, den Piraten die Kontrolle am «Horn» abzunehmen, schickt sie die - partiell und vorübergehend - nützlichen Freibeuter nur wieder nach Hause.
Amerika - es hält sich auffallend heraus - könnte die zunächst authentische Piraterie - man spricht von Fischern, die durch die große Schiffahrt ihre Existenz bedroht sehen - für sich nutzen, um seinen euro-asiatischen Konkurrenten und Machtrivalen in die Quere zu gehen.
Mit Israel im Bunde sind die USA historisch, ideologisch - «messianisch»! - und strategisch gewappnet genug, um die nächste Runde im Kampf um die Weltherrschaft zu wagen.
Das israelische Interesse an einem Krieg gegen den Iran ist offenkundig. Im Kriegsfall wäre der Suez-Kanal in Gefahr.
Ehemalige Zahal- und Mossad-Offiziere sind - spätestens seit den 1980er Jahren - an riskanten Orten Südamerikas, Asiens, Afrikas... im privaten Sicherheitsmanagement tätig.
Daran ist zu denken, wenn private Sicherheitsleute an Bord der Handelsschiffe gehen - um sie zu schützen oder zu kapern...
In diesem Sinne ist von strategischem Nutzen, Indien und China als «dialektische (!) Einheit» zu werten.
Der Faktor Rußland wäre taktisch zu übergehen; ob Konfrontation oder Europäisierung - Feindschaft ersten oder zweiten Grades! - bliebe der Entscheidung Moskaus überlassen?
Wie 1) im Zweiten Weltkrieg, so 2) nach Sowjet-Ende und kleiner deutscher Wiedervereinigung könnten - können und werden! - die USA 3) abermals - und wiederum zur Abschreckung Europas, insonderheit Deutschlands - ihrem periodischen Alliierten Rußland zum aufgeklebten - unverdienten, doch nützlichen - Weltmachtstatus verhelfen.
Moskau, adé! - Deutschlands linke/rechte Rußland-Lobby steht wohl wieder einmal vor dem Abbruch ihrer Zukunftsträume.