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Die Freiheit ist unsere Sicherheit

2008-06-29

Avram Kokhaviv

Jesus im Talmud und der Muster-Zwilling bei Johannes

Die Entscheidung ist getroffen, wenn wir es nur schon gemerkt haben wollen

Peter Schäfer: Jesus im Talmud. Übersetzt aus dem Englischen von Barbara Schäfer. © 2007 Mohr Siebeck Tübingen

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Ich habe Jesu Göttlichkeit nicht wörtlich, nicht wirklich ernst genommen, war auch davon überzeugt, daß er selbst sich niemals als Gott bezeichnen würde, muß allerdings einräumen, am Evangelium des Johannes gedanklich ein paar Abstriche gemacht zu haben.

Ich habe mein Problem mit Jesus von Nazareth als dem angesagten Messias der Juden.

Nun muß ich des weiteren einräumen, daß mir die jüdische Vorstellung von einem allein auf das jüdische Volk bezogenen Erlöser nicht behagte, ich habe mit ihr das gleiche Problem wie mit dem christlichen, genauer noch katholischen Gottes- und also auch Jesus-Christus-Verständnis.

Dabei übersehe ich keineswegs beider Erhabenheit.

Die Idee vom Volke Gottes ist großartig wie die vom Sohne Gottes, und beider Heiligung und Vergottung ist allenfalls graduell verschieden.

Die Hervorhebung des Johannes, sei's des Evangelisten oder des der Offenbarung, ist von politischer Aktualität, richtet sich heute aber weniger gegens Judentum als gegen den Islam.

Das jesuanische Gottesverständnis ist unvereinbar mit dem Islam, der auch weit mehr als das Judentum seine innere Konsistenz bewahrt hat.

Das katholische Christentum grenzt sich auf neue, geradezu kreuzzüglerische Weise von Juden und Muslimen ab.

Nicht zufällig sind es die Malteser/Johanniter, die ihre Ritterkiege gegen den Islam führten... - verloren, sich arrangierten, doch letztlich nie aufgegeben haben.

Es sieht ganz so aus, als ob Papst Benedikt XVI. grad wieder zum Schwerte greift.

Und vielleicht ist es ja die Gelegenheit, noch einmal gründlich über die Frage des - sowohl toranisch als auch quranisch verkündeten - Einen Gottes - mit heutigen Worten: übers Projekt/Problem Monotheismus - nachzudenken.

David Flusser hat den Nazarener als einen von etlichen Reformern erkannt, vieles in Jerusalem lag im argen, es gab Korruption und Ergebenheit vor den römischen Besatzern, wobei Jesus wohl eher zu denen gehörte, die jedem das seine beließen, dem Kaiser, was des Kaisers war, und Gott, was Gottes.

Es ging nicht um die Reform der Lehre, der überlieferten Wahrheit, sondern um die Praxis und um den Mißbrauch, der um sie und mit ihr getrieben wurde.

Die Torah hat als zeitlos zu gelten, unveränderlich und also auch nicht reformierbar.

Zwischen Jesus und den Schriftgelehrten, mit denen er im Streite lag, ging es imgrunde um die Autorität der etablierten Rabbinerschaft - sprich auch: der Tempelpriester - im Angesicht der Autorität Gottes, wie sie in den Schriften überliefert worden ist.

Sowohl die Evangelien als auch der Babylonische Talmud wurden zum Teil Jahrhunderte nach den fraglichen Geschehnissen um und mit Jesus von Nazareth aufgezeichnet.

Die behauptete Göttlichkeit des Menschensohnes kann getrost den überhöhenden und mystifizierenden Zeitabständen zugeschrieben werden.

Die ersten talmudischen Schriften entstehen etwa in der Zeit, da der römische Kaiser Konstantin das Christentum zur Staatsreligion erhebt, was mit dem Konzil von Nicaea die Göttlichleit Jesu impliziert und zugleich das Abendland vom Morgenland abtrennt.

In der Machtfrage verbindet sich griechisches Denken mit einem vom Orient längst gelösten Jesuanertum.

Von Konstantin geht die Sage, daß ihm am Himmel das Kreuz erschienen war, für ihn ein Zeichen, das Christentum zur Staatsreligion zu erklären.

Das Sternbild des ORION entspricht diesem Bericht.

Im Mythos verbindet sich griechisches mit toranischem Denken: der lähmende «Jakobsgürtel» tritt an die Stelle des mythischen Schicksals von Orion, dem großen Jäger, der nun, von einem Pfeil der Artemis getroffen, dazu verurteilt ist, unbeweglich über Jahrtausende an der selben Himmelsstelle zu verharren.

Artemis trägt Charakterzüge der indischen Kali.

Gott selber erwähnt Orion und die Plejaden als Beispiele der ewigen Schöpfung.

Der ägyptische Orion/Osiris ist typolog dem toranischen Yishmael, dem großen Jäger und ersten Sohn Abhrams/Abhrahams mit der Ägypterin Hagar.

Meine Auslegungen sind nur ein nachläufiges Bellen und Läuten vom Unveränderlichen...

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