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2007-05-30

Koresh Kukafka

Barbar Barbaros

Mit 40 bist du erwachsen

Die Griechen nannten den - nichtgriechischen - Rest der Welt - allen voran die Perser und Hebräer - Barbaren.

In Deutschland wurden bis ins Zwanzigste Jahrhundert Juden auch als Perser bezeichnet.

Von den bärtigen Männern aus Mittelost unterschieden sich die Griechen schon auf den ersten Blick.

Hellas war verfeinert, glatt rasiert und unbeschnitten, irgendwie dekadent.

Den gepflegten Kindergesichtern jagten die - grob und ungehobelt - bärtigen Perser einen Heidenschreck ein.

Seither heißen alle Ungehobelten Barbaren...

Verdrängt und vergessen die Männer, die sich nicht den Frauen gleich machten, die Gottes Geschenk an den Mann nicht wegrasierten.

Mit 40 - spätestens - ist der Mann barbatus, erwachsen; mit 40 darf der jüdische Mann die Qabalah studieren.

Das ist - unveränderlich - orientalische Weisheit.

Auch unsere heutigen Barbaren kommen aus dem Orient, sind meist Muslime - Pakistani, Afghanen, Araber, Perser, beschnitten und bärtig.

Das Feindbild der antiken Griechen ist das Feindbild der dekadenten modernen westlichen Welt.

Barbaren sind die Unzivilisierten, Unkultivierten, die ohne Manieren; sie wissen nicht mit Messer und Gabel umzugehen, unterdrücken ihre Frauen und zeugen viele Kinder.

Terroristen, Mudjahedeen oder Zigoyim, Taliban...

Sie leben in Wäldern, an Bächen, Wiesenrändern, unter Birken auf Pferden und Kamelen in Steppenland und Wüste, mit Maultieren in den Bergen, in Hütten und Zelten, als gejagte und verirrte Nomaden in abgeschnittenen Dörfern, in Höhlen und verlassenen Ruinen oder mitten unter uns.

Die überfeinerten Stadtkulturen haben sich von der wilden - ewigen - Menschennatur abgeschlossen, existieren aus Luftwurzeln und von der Arbeit ihrer Sklaven.

Wissen, Bildung, Kultur, Kunst- und Bauwerke sind nur noch Selbstzweck.

Ihre Sinnlosigkeit hat den Sinn, einem periodisch wiederkehrenden Verfallsexperiment Ausdruck zu verleihen und es abzuschließen.

Hohe Stadtkultur ist der Versuch, mit Kindheit und Jugend inne zu halten, die Sterblichkeit zu vergessen, in den Tag hinein zu leben.

Stadtkultur ist die Weigerung, erwachsen zu werden.

An die Stelle des Alterns und Reifens tritt der Fortschrittsgedanke.

Im Kollektiv wendet sich das Denkvermögen nicht der Schöpfung Gottes, sondern dem von Menschen Erschaffenen zu.

Nachweislich Fortschritte in der Entwicklung technischer Hilfsmittel...

Die Stadtkultur ist seit alters eine Industriekultur, die die individuellen Arbeitskräfte bündelt und zu kollektiven Leistungen zwingt, zur Herstellung von Dingen, die es vorher nicht gab.

Der Handel trägt diese Dinge auch zu den Barbaren.

Stadtkultur ist Zwangs- und Arbeitsgesellschaft, ein Klassen- und Kastensystem.

Die Berührung mit zwangsgesellschaftlich hergestelltem Gerät - etwa weiterentwickelten Waffen - versetzt die lebenskräftigen Barbaren in die Lage, der Stadtkultur den Einfluß, den Besitz, die Herrschaft streitig zu machen.

Barbaren geben dem kollektiven Mündel der Großen Stadt das Beispiel der Freiheit, senden die Botschaft: versucht es nur einmal - die Sklaverei abzuschütteln.

Ich spreche nicht von Erfolgen, sondern von Tendenzen und Möglichkeiten.

So waren und bleiben die Barbaren die Schöpfer, die Initiatoren und Gründer, sie hatten die Ideen, mit denen die Epigonen später hausieren gehen.

Barbaren haben Gottes Gesetz entdeckt, die Schrift erfunden und die kosmischen Bedingungen der Zeit erkannt.

Barbatus aber ist der Bärtige, auch der bärtige Römer aus früherer Zeit, ist der Erwachsene, der Philosoph und Hebräer.

Gegen Sodom und Gomorrha, das Trauerspiel unserer Tage:

Der Staat Israel gehört - immer mehr als weniger - zur dekadenten westlichen Welt, zur Großen Stadt.

Das ist eine Lektion.

Den globalen Stadtkultivierten mit Gottlosenschlipsen nach christlicher Kreuzesschleife...

Den Nutznießern und nichtsnutzigen Erben...

Sie fürchten die Barbaren, wie die Philister Shimshon fürchten mußten.

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