2007-08-22
Anti-islamische Rechte contra Mittelmeer-Union
Bei genauerer Betrachtung ist die neueste Rechte schon wieder von gestern.
Die unverfrorene Hetze gegen Islam und Quran impliziert die alte Hetze gegen das Judentum, die Torah und den Talmud.
Es wird, glaube ich, dem neuen Faschismus schwer fallen, die halbwegs geordnete Erfahrungswelt der braven und vernünftigen Bürger EU-Deutschlands von der Existenz islamischer Teufel zu überzeugen.
Die intellektuelle Vorwärts-Verteidigung der Propaganda-Feldzüge des globalistischen Kreuzrittertums gegen den Islam - gewißlich im Namen der Leitkultur «Sodom & Gomorrha» - ist ebenso gespenstisch wie lächerlich.
Da mag sich einer wundern, daß dergleichen nicht längst medial durch die Mangel gedreht wird.
Wahrscheinlich ist noch nicht hinreichend - oder nur zu gut? - verstanden worden, daß wir es mit einer nicht ganz neuen, aber für heutige Begriffe doch neu zu definierenden Form des Faschismus zu tun haben.
Der neue proisraelisch-antiislamische Rechtsextremismus, der unter dem Namen «Fjordman» im Internet auftritt wie Mahler und Oberlercher im Deutschen Kolleg unter nordischer Flagge, führt zu dieser Assoziation.
Im Denken Mahlers hat die Forderung nach einem Verbot des Alten Testaments ihren Platz wie beim Holländer Geert Wilders ein Verbot des Qurans.
Wissen die jüdischen Teilnehmer am Hetzkrieg gegen den Islam, was sie tun?
Sie wissen es!
Ihr gottloser Anti-Fundamentalismus hat sich Muslime und standhafte Hebräer zu Feinden erkoren.
Ein eitler Aufkläricht wider die Weisheit der - hebräischen und arabischen - Hirtennomaden des Orients ist sich seiner inneren Dialektik nur noch nicht bewußt geworden.
Es impliziert noch einiges mehr.
Man muß nicht darüber sprechen, es steht an der Wand.
Manches alt-faschistische Verhalten ist taktischer Natur, oft strafrechtlich bedingt; die herkömmlich deutsche - explizit antijüdische - Rechte kommt aus ihren toten Winkeln nicht hervor; ihre Phantasielosigkeit könnte eine Tarnung sein.
Ihre jüngsten «Ausländer-raus»-Aktivitäten im Osten sind so etwas wie Komplementär-Aktionen zur intentionellen «muslimfrei»-Bewegung im Westen Deutschlands.
Wieder einmal klappt es sehr wohl mit der punktuellen «antagonistischen Kooperation».
In diese Entwicklung schneit der Franzose Sarkozy mit seiner Konzeption einer Mittelmeer-Union.
Das Modell wird so ernst genommen, daß Rußland postwendend seine maritime Rückkehr angekündigt hat.
Die gravierenden Gegensätze zwischen Nord und Süd in Europa, gegen die der Ost-West-Konflikt wie ein Streit unter Verwandten erscheint, empfehlen eine Verabschiedung aus nachkriegsbedingten westeuropäischen Partnerschaften.
In Deutschland kommt der Zwist zwischen dem katholischen Süden und dem evangelischen Norden verschärfend neu auf.
Die traditionelle Rechte hegt den vertrauten Antisemitismus* und heiligt ihre gewissermaßen familiären Beziehungen zu «Mütterchen Rußland».
* hier ist der Begriff außer jeder Inflationierung am richtigen Ort
Die nun endlich - so Gott will - heiligen Auseinandersetzungen haben eben erst begonnen.